Archive for April 4th, 2022

Einweihung der NS-Gedenkstätte in Kemeten

April 4th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 4.4.2022 | 8.08 min

Sentelinipe le palgondolipeskere tha­nes­tar le opfe­ren­ge la NS-dik­ta­tu­ratar Ke­metate

Upro gondolipe le dschuvlenge, murschenge taj tscha­ven­ge Kemetatar, save andar o bersch des­chuenja tranda taj ofto dschi deschu­enja schtar­vardesch taj pantsch opfertscha le naci­jo­nal­soci­jalis­musis­tar ule, adi ando teme­tischi Kemetate gon­dolim ulo. Opfertscha sina Romnja taj Roma, dschi­dovkiji taj dschio­dovtscha, manu­scha; save politischi vider­schtaund kerde taj manuscha, save nas­vale sina taj savenge o dschivi­peskero tschatschipe lim ulo taj afka on la NS-medi­cinjatar opfertscha ule. Interesirti dschenen o schajipe odoj hi, o histo­rischi infor­ma­ciji pedar o Kemeten­gere opfe­rengere grupn jeke QR-Code-iha tel te vrischtscha­nel. Le mula­tintscha­goha le Keme­takere opferen­ge gondolim te ol taj afka jek than le pal­gon­doli­peske taj gon­doli­peske dim te ol.

In Erinnerung an die Frauen, Männer und Kinder aus Keme­ten (Be­zirk Oberwart), die von 1938 bis 1945 Opfer des Natio­nal­sozialis­mus wurden, wurde heute im Fried­hof in Kemeten ge­dacht. Zu den Opfern zählten Romni­ja und Roma, Jüdinnen und Juden, Men­schen, die politi­schen Wider­stand leiste­ten, und Menschen, denen auf Grund von Erkran­kungen oder Behin­derungen das Lebens­recht ab­gespro­chen wurde und die der NS-Medizin zum Opfer fielen. Read the rest of this entry »

Samuel Mago: Begrabt mich im Stehen

April 4th, 2022  |  Published in Radio, Podcast & TV

Samuel Mago (Foto: ORF/Sandra Herbsthofer)Ö1/Gedanken für den Tag, 4.4.2022: Die Stärke einer Volksgruppe – Zum Tag der Ro­ma und Sin­ti (8.4.) von Sa­mu­el Ma­go, Schrift­stel­ler, Künst­ler und Ro­ma-Ak­ti­vist

o romanisthan si
sa i evropa
katar lisabon zhi kaj istanbul
thaj sako them kaj atjaras ame khere

Die Sprache der Roma und Romnja, Sinti und Sintizze heißt Romanes. Sie wird in allen Ländern Europas ge­spro­chen, in über 30 Dia­lekten. Für mich ist das Roma­nes eine der schöns­ten Sprachen, die exis­tie­ren. Das Romanes ent­hält Wörter aus so vielen euro­päi­schen Spra­chen von Istanbul bis Lissabon, dass man wohl sagen kann, es ist eine der euro­päischs­ten Sprachen, die es über­haupt gibt.

Auf Romanes gibt es zwei Sprichworte, die ich immer wie­der sehr gerne zitiere. Eines lau­tet, „Nashtig te zhas vorta, kana bango-j o drom“ – auf Deutsch heißt das so viel wie: „du kannst nicht gera­de aus gehen, wenn sich der Weg neigt“. Ich wider­spreche diesem Sprich­wort sehr gerne. Denn dort, wo sich der Weg nach rechts neigt, dort müs­sen wir alles dafür tun, den Weg wieder gera­de zu biegen, in Rich­tung Demo­kratie, Toleranz und einer gleich­berech­tig­ten Ge­sell­schaft.

Ein anderes altes Sprichwort der Roma und Romnja lautet: Begrabt mich im Stehen, denn ich knie schon mein gan­zes Leben. Dass es so alt ist, sieht man daran, dass Roma in Europa seit Jahr­hunder­ten Dis­kriminie­rung, Xenophobie und Rassismus aus­gesetzt waren und bis heute sind. Read the rest of this entry »