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Getrennte Erfahrung, geteilte Erinnerung

Januar 26th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Ari Joskowicz (Foto: Vanderbilt University)Eine Beziehungsgeschichte von Jüdin­nen/Juden und Rom­ni­ja/Roma von der NS-Zeit bis heute. Vortrag von Ari JOSKOWICZ, Histori­ker an der Van­der­bilt Uni­ver­sity und Senior Fel­low am Wie­ner Wie­sen­thal-Ins­ti­tut für Holo­caust-Stu­dien (VWI)

Datum: 27.1.2022, 15:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Haus der Geschichte Österreich, Neue Burg
Heldenplatz, 1010 Wien

Vor den 1930er Jahren hatten Jüdinnen/Juden und Rom­ni­ja/Ro­ma fast über­all in Europa wenig enge Kon­takte. Dennoch fanden sie sich als Opfer von NS-Ver­nich­tungs­politi­ken neben­einander, wur­den Zeug/in­nen der Ver­fol­gung und Er­mordung der jeweils an­deren Gruppe und hat­ten nach 1945 ähn­liche geschichts­politi­sche For­derun­gen. Das Resultat ist eine Geschichte der dis­tan­zierten Ver­wick­lungen, die dieser Vortrag nach­zeichnet. Er analy­siert die Ent­wicklung der ge­trennten, aber ähn­lichen Erfahrung, die ihren Anfang nimmt in Ghettos wie Lodz und Warschau oder in Lagern wie Auschwitz-Bir­kenau. Nach dem Krieg fanden sich Über­lebende beider Grup­pen zu­nehmend über die Archiv­politik ver­bunden. So waren jüdische Institu­tio­nen, Histo­ri­ker/in­nen, Anwälte früher als andere an der Wissens­produk­tion und am Publik­machen des Roma-Holo­caust be­teiligt. Dennoch blieb es lange Zeit eine un­gleiche Be­ziehung: fast über­all wo Roma/Rom­nija sich für Gedenk­tafeln, Denkmäler, Forschungs­stätten und Archive zu ihrer Ver­gangen­heit ein­g­setzt hatten, gab es schon ein jüdisches Pen­dant. Letzt­lich wurden jüdische Archive auch zu den zentra­len Auf­bewah­rungs­orten von Romani-Zeit­zeug/in­nen­berich­ten.

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