September 5th, 2016 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken
Im ehemaligen KZ in Hodonín (Mähren) entsteht eine neue Gedenkstätte für die Opfer des Roma-Holocausts
In Hodonín u Kunštátu nördlich von Brno (Brünn) wird künftig eine neue Gedenkstätte an die Opfer des Völkermords an den Roma erinnern. Ein Museum wird sich der nationalsozialistischen „Zigeunerverfolgung“ im dortigen Konzentrationslager widmen; darüber hinaus wird sich die Ausstellung auch mit der Vertreibung der Deutschen nach dem Krieg und mit einem Zwangsarbeitslager in den 1950er Jahren befassen. Die Ausstellung soll im August nächsten Jahres eröffnet werden. Die Bauarbeiten konnten, rund fünf Jahre nach Baubeginn, im vergangenen Juli abgeschlossen werden. Die von der Regierung getragenen Gesamtkosten für die Einrichtung der Gedenkstätte belaufen sich auf rund 83,6 Millionen Euro.
(dROMa)
Siehe auch: Tschechiens Vizepremier verharmlost Roma-Holocaust (4.9.2016)
September 4th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
Tschechiens Vizepremier und Finanzminister Andrej Babiš sorgt mit verharmlosenden Äußerungen über den Holocaust an den Roma für scharfe Kritik aus den Reihen der Regierungspartner. Laut einer Meldung von „aktualne.cz“ sagte Babiš, Gründer und Minister der liberal-populistischen Ano-Partei, bei einem Besuch eines Armenviertels in Varnsdorf: „Es gab Zeiten, als alle Roma gearbeitet haben. Es ist eine Lüge, dass das Lager in Lety ein Konzentrationslager war, denn es war ein Arbeitslager – wer nicht arbeitete, der war mit einem Schubs dort.“
In Lety, einem von den Nationalsozialisten bei Písek in Südböhmen eingerichteten Todeslager, kamen Historikern zufolge 327 Roma ums Leben. Auch zahlreiche Kinder waren im Lager interniert. Mehr als 500 Roma wurden von dort ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. Der Historiker Michal Schuster aus Brno führt dazu aus:
„Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass das Lager für etwa 300 Menschen konzipiert wurde. Einige Wochen nach dem Beginn der Internierung im Sommer 1942 befanden sich in Lety aber bereits mehr als 1000 Menschen. Alleine aus diesen Kapazitätsgründen kann man sich vorstellen, dass das Leben dort sehr schwer war. Hinzu kamen eine schlechte Verpflegung, geringe hygienische Standards und harte körperliche Arbeit, zehn Stunden täglich im Steinbruch, bei Straßenbauarbeiten oder beim Holzschlag im Wald. Das alles führte zu Unterernährung, Krankheit und einer hohen Sterblichkeit vor allem älterer Leute und Kinder.“
Rund 90 Prozent der tschechischen Roma fielen dem NS-Genozid zum Opfer. Auf dem früheren Lagerareal befindet sich eine Schweinefarm – seit vielen Jahren Gegenstand von Protesten.
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September 3rd, 2016 |
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Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Warnschüsse und rassistische Beschimpfungen, Polizei blieb untätig
In einem Interview mit dem tschechischen Roma-Nachrichtenportal Romea.cz berichtet die Sängerin und Chorleiterin Ida Kelarová von einem Angriff auf ein Musiksommercamp für Roma-Kinder in Jiřetín pod Jedlovou (Děčín). Demnach bedrohte ein Mann aus der Ortschaft eine Gruppe von rund sechzig Roma-Kindern, die mit dem Jugendchor „Čhavorenge“ an einem Sommerlager teilnahmen, Anfang August mit einem Gewehr . Er gab mehrere Warnschüsse ab und beschimpfte die Kinder mit rassistischen Ausdrücken, als diese an seinem Haus vorbeikamen, das neben den Unterkünften des Sommerlagers liegt. Als die Kinder zwei Tage später ihre morgendliche Musikstunde absolvierten, erschien der Nachbar auf dem Gelände des Jugendlagers und attackierte die anwesenden erwachsenen Camp-Mitarbeiter. Er feuerte abermals einige Schüsse in die Luft und versuchte die Mitarbeiter mit Beschimpfungen und Beleidigungen zu provozieren. Zu direkter physischer Gewalt kam es jedoch nicht.
Die Regionalpolizei will nun, mit einiger Verspätung, den Vorfall untersuchen. Die Ermittlungen werden sich auch damit befassen, warum die lokale Polizeistelle in Varnsdorf nicht auf den Notruf des Sommerlagers reagierte, sondern, wie Ida Kelarová berichtet, einfach den Hörer auflegte. Die Organisatoren des Musikcamps haben inzwischen, mit Unterstützung durch die Anwälte der Tschechischen Philharmonie, Beschwerde gegen die Polizei eingebracht. Read the rest of this entry »
September 1st, 2016 |
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Facts & Figures, Romani
In den 1970er Jahren arbeiteten finnische Roma, Linguisten und Behörden gemeinsam an der Verschriftlichung des finn. Romani.
(Quelle)