September 28th, 2010 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Italiens Innenminister Roberto Maroni (Lega Nord) hat die Räumung der größten Roma-Behelfssiedlung in Mailand angekündigt. Bis Ende Oktober soll die Siedlung, in der etwa 700 Personen leben, vollständig abgerissen werden. Die gesetzlich vorgeschriebenen Ersatzunterkünfte werden nur jenen Personen zur Verfügung gestellt, die eine Aufenthaltsgenehmigung vorweisen können. Der Ankündigung waren monatelange Roma-Proteste vorangegangen. „Mailand ist ein Modell für ganz Europa. Diese Regeln sind für die Mailänder eine Sicherheitsgarantie“, versicherte der Politiker der Lega Nord, die seit Jahren gegen die Minderheit mobil macht. In Anlehnung an Frankreichs Anti-Roma-Politik will nun auch Maroni der Regierung Berlusconi und dem Parlament einen Gesetzesentwurf vorlegen, der die Ausweisung von EU-Bürgern, die die „Standards“ ihres „Gastlandes“ nicht erfüllen, forcieren soll. Laut APA gab der Minister zu verstehen, „dass er vor allem auf Roma mit EU-Staatsbürgerschaft abziele“. Die Maßnahme sei Laut Maroni besonders dringlich, „da ab dem nächsten Jahr Länder wie Rumänien dem Schengen-Raum beitreten werden“.
September 28th, 2010 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Die jüngste Produktion, die vom Land Salzburg als Schulfilm in Auftrag gegeben wurde, befasst sich mit der Verfolgung von Sinti und Roma in Österreich in der NS-Zeit, fokussiert am sogenannten „Zigeunerlager Maxglan“ in Leopoldskron-Moos. Dank der Forschungen des Historikers Gert Kerschbaumer sind die Namen und Schicksalsverläufe der 245 Kinder, Frauen und Männer, die in diesem Lager interniert waren, bekannt. 160 von ihnen wurden 1943 aus Maxglan ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Der Bildungsfilm für Salzburgs Schulen wurde von „Aktion Film Salzburg“ erstellt, Regie führte Markus Weisheitinger-Herrmann. Durch die Vermittlungsform des Doku-Dramas werden die Geschehnisse für Jugendliche nachvollziehbar dargestellt. Die DVD enthält ergänzend zum Film umfangreiches Begleitmaterial vom einfachen Arbeitsblatt über Detailinformationen und Tests hin zu Radiobeiträgen (Radiofabrik) und den kompletten Zeitzeugeninterviews. Gestern wurde der 31-minütige Film im Musikerheim Maxglan in Anwesenheit von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und einiger Überlebender der Öffentlichkeit präsentiert:
Die historischen Ereignisse rund um das Zwangslager in Leopoldskron-Moos zeigen Diskriminierung, Zwangsarbeit, Deportation und Vernichtung der Sinti und Roma im Dritten Reich. Im Doku-Drama wird die Geschichte der Bauerstochter Lena erzählt, die mit der Sinti-Familie Herzbacher befreundet ist. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 ergeht ein „Runderlass zur Bekämpfung der Zigeunerplage“. Lena muss ohnmächtig miterleben wie die Herzbachers interniert, zur Zwangsarbeit gezwungen und schließlich ins KZ Auschwitz deportiert werden. Spielszenen, rein dokumentarische Sequenzen sowie Interviews mit Zeitzeugen geben Aufschluss über die realen Ereignisse. (Produktionsinfo, Aktion Film)
Siehe dazu auch Artikel und Videobeitrag der Salzburger Nachrichten v. 29.9.2010.