Wissenschaft
Juli 4th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Marcus Wagner (2021): „(K)Ein Platz für Gedenken“. Vergessene Orte in den Ortschaften des Burgenlandes – kritisches Hinterfragen der Erinnerungskultur an ermordeten Rom*nja
Diplomarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 114 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Die vorliegende Arbeit widmet sich der Gedächtnis- und Gedenkkultur für die vertriebenen und ermordeten Rom*nja im Burgenland. Sie zeigt auf, dass die Verfolgung und Ermordung der Rom*nja im Burgenland während der Naziherrschaft im kollektiven Gedächtnis der Burgenländer*innen wenig verankert sind. Die verfolgten und ermordeten Rom*nja werden erst langsam ins Opferkollektiv des Landes aufgenommen. Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Rom*nja im Burgenland und die Situation der Volksgruppe in der Zweiten Republik bilden den Rahmen der Arbeit. Weiters wird aufgezeigt, wie der öffentlich-gesellschaftliche Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit des Burgenlandes das Leben der Rom*nja im Burgenland nach 1945 beeinflusste und erschwerte. Die jahrelange Nichtkonfrontation bzw. das Verschweigen der Mitschuld der Burgenländer*innen an den Verbrechen gegen die Rom*nja spiegelt sich in der Erinnerungspolitik des Burgenlandes wider. Die problematische politische Bereitschaft für die Aufarbeitung dieser Verbrechen zeigt sich auch in der burgenländischen Denkmallandschaft. Bis Ende der 1980er Jahre waren die Rom*nja in der burgenländischen Denkmallandschaft nicht präsent. Erst mit der Anerkennung der Rom*nja als Volksgruppe kam Bewegung in die Gedenkkultur. Auf Initiativen von verschiedenen Roma-Vereinen, Privatpersonen und kirchlichen Vertretern entstanden erste Denkmäler und Erinnerungsstätten für die ermordeten Rom*nja. Read the rest of this entry »
Juli 2nd, 2023 |
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Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
POWER ME ist ein Berliner Empowerment-Projekt für von Rassismus betroffene Kinder. In der neuen Reihe des Podcasts spricht Dipl. Pädagogin und Projektleitung Nuran Yiğit mit Expert*innen zu den Themen rund um Rassismus, Empowerment und Kinder. Die Gäste kommen aus unterschiedlichen Bereichen und geben Einblicke in ihre Arbeit und Erfahrung – mit dabei sind: Karim Fereidooni, Maryam Haschemi Yekani, Josephine Apraku, Stephanie Cuff-Schöttle und Tayo Awosusi-Onutor. Die erste Folge mit Rassismus- und Schulforscher Karim Fereidooni besteht aus zwei Teilen:
Teil 1: „Was ist Rassismus?“
Im ersten Teil erläutert Prof. Dr. Karim Fereidooni das Konstrukt Rassismus. Es geht um dessen Ursprung und Wirkungsweise und warum es bei der Sensibilisierung gegen Rassismus wichtig ist, verschiedene Kontexte und unterschiedliche Verständnisse von Rassismus zu betrachten.
Teil 2: „Es gibt keine Schule ohne Rassismus“
Im zweiten Teil sprechen Nuran und Karim darüber, warum eine rassismussensible bzw. rassismuskritische Arbeitsweise gerade an Schulen so wichtig ist und wie diese aussehen kann.
Prof. Dr. Karim Fereidooni ist Junior-Professor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung an der Universität Bochum. Die Schwerpunkte seiner Arbeit sind Rassismuskritik in pädagogischen Institutionen, diversitätssensible Ausbildung von Lehrkräften und politische Bildung in der Migrationsgesellschaft. Read the rest of this entry »
Juni 29th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Katrin Kühnert (2020): Holocaust-Autobiografien von Roma. Darstellungsformen der Verfolgung und Vernichtung während des Nationalsozialismus
Masterarbeit, Universität Wien (Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 108 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Der Holocaust spielt als geteilte Leidenserfahrung nicht nur für die kollektive Gruppenidentität der Roma eine bedeutende Rolle, sondern ist auch bis heute das dominierende Thema ihres Schreibens. Die Literatur dieser größten ethnischen Minderheit Europas ist dabei häufig autobiografisch beeinflusst, im deutschsprachigen Raum stellt die Autobiografie gar die dominierende Äußerungsform dar. Während Juden und Jüdinnen bereits während des NS-Massenmordes beginnen, ihre Verfolgungserfahrungen aufzuzeichnen und somit beim späteren Schreibbeginn der Roma schon etablierte Standards bestehen, folgt ihr Erzählen diesen nicht durchgängig, sondern es entsteht ein eigenes Narrativ, über den NS-Genozid zu berichten. Die vorliegende Arbeit identifiziert mittels qualitativer Textanalyse typologische Analogien auf sprachlicher und inhaltlicher Ebene in fünf Autobiografien von Holocaust-Überlebenden. Der Textkorpus setzt sich aus Ilona Lackovás A false dawn (1997, Slowakei/Tschechien), Otto Rosenbergs Das Brennglas (1998, Deutschland), Mongo Stojkas Papierene Kinder (2000, Österreich), Edward Dębickis Totenvogel (2004, Polen) und Zoni Weisz’ Der vergessene Holocaust (2016, Niederlande) zusammen. Read the rest of this entry »
Juni 22nd, 2023 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Frank Reuter, Daniela Gress, Radmila Mladenova (Hrsg.): Visuelle Dimensionen des Antiziganismus. (= Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Band 2), Heidelberg University Publishing: Heidelberg 2021.
→Zum Download
Visuelle Medien spielen seit der Frühen Neuzeit eine Schlüsselrolle für die Genese des Antiziganismus. Der interdisziplinär angelegte Sammelband untersucht die zentralen Motive und Semantiken von „Zigeuner“-Bildern in unterschiedlichen Repräsentationsformen wie Literatur, bildender Kunst, Fotografie, Postkarten, Oper, Theater, Comic, Film oder Computerspielen. Dabei werden insbesondere Verbindungslinien und Wechselbeziehungen in den Blick genommen. Die Beiträge legen die inhaltlichen, zeitlichen, geografischen und medienspezifischen Ausprägungen eines der wirkmächtigsten Stereotype in der europäischen Kulturgeschichte frei. Bis heute haben antiziganistische Imaginationen negativen Einfluss auf die Positionierung von Sinti und Roma in den europäischen Gesellschaften.
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Juni 6th, 2023 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Leah Carola Czollek / Gudrun Perko: Antiromaismus und Antisintiismus. Diskriminierungsrealitäten und Handlungsempfehlungen – Expert*innen im Gespräch, Beltz Juventa: Weinheim 2023, 154 S.
Antiromaismus und Antisintiismus werden im Studium der Sozialen Arbeit zu wenig thematisiert. In dem Buch berichten Expert*innen, in welchen gesellschaftlichen Bereichen Rom*nja und Sinti*zze jahrhundertelang strukturelle Diskriminierung erlebten, aber auch heute noch erleben. Gleichzeitig erfahren Lesende von Empowermentstrategien und politischen Aktivitäten gegen diese Diskriminierungsformen. Für die Veränderung der Lebenswirklichkeiten von Rom*nja und Sinti*zze zugunsten gesellschaftlicher Teilhabe, Inklusion und Partizipation steht die Soziale Arbeit vor großen Herausforderungen. So benötigen Sozialarbeiter*innen ein umfangreiches Wissen, ein Können im Sinne sozialarbeiterischen Handelns sowie eine diskriminierungskritische Haltung in der Arbeit mit Rom*nja und Sinti*zze. Hierzu bietet das Buch einen Reflexionsraum.
(Text: Beltz, Verlangsinfo)
Mai 9th, 2023 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Erklär mir die Psychologie des Rassismus, Arnd Florack
#119 Erklär mir die Welt, Podcast-Folge vom 2.7.2020
Wie entstehen Vorurteile im Kopf? Die Psychologie hinter Rassismus, erklärt von Univ.-Prof. Arnd Florack. Jede und jeder von uns hat sie. Als Gesellschaft können wir trotzdem etwas dagegen tun.
Arnd Florack ist stellvertretender Vorstand des Institut für Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der Universität Wien. Er beschäftigt sich in seiner Forschung mit Stereotypen und Vorurteilen, aber auch mit Konsum.
Ein Studienlink zur Sendung (engl.): →Aversive Racism and Contemporary Bias
(Text und Sendung: Andreas Sator/Erklär mir die Welt)
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Mai 3rd, 2023 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Deutsches Institut für Menschenrechte (Hg.): Rassismus in der Strafverfolgung. Von der Notwendigkeit struktureller Veränderungen, 2. korr. Aufl., Berlin, Feb. 2023, 104 S.
→Download (pdf)
Dieser Reader versammelt Fachbeiträge, die im Rahmen des dreijährigen Projekts „Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus – Stärkung von Strafverfolgung und Opferschutz“ entstanden sind und bündelt die Analysen, Erkenntnisse und Erfahrungen aus den zwei im Zeitraum 2017 bis 2022 durchgeführten Projekten des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) zu Rassismus und Antisemitismus im Kontext von Strafverfolgung und Opferschutz.
Den gegenwärtigen Realitäten antiziganistischer Polizei- und Justizpraxen und ihren historischen Verbindungen widmet sich Anja Reuss in ihrem Beitrag „Antiziganismus und polizeiliche Datensammlungen“ (S. 51–56).
(Text: www.institut-fuer-menschenrechte.de)
Mai 1st, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Stephan Steiner: Combating the Hydra. Violence and Resistance in the Habsburg Empire, 1500–1900 (= Central European Studies, 3), Purdue University Press: West Lafayette 2023.
→zum Download, Open Access (CC-BY-NC)
„Combating the Hydra“ untersucht sowohl die strukturelle als auch die anlassbezogene staatliche Gewalt des frühneuzeitlichen Habsburgerreiches. Das Buch schildert und analysiert Angriffe auf marginalisierte, „unangepasste“ Menschen aller Art, Frauen „von schlechtem Rufs“, „ketzerische“ Protestanten und „Zigeuner“. Bislang nicht erfasste Archivquellen enthüllen den Einsatz von willkürlicher Inhaftierung, Zwangsarbeit und Deportation. Die vorgestellten Fallstudien geben Einblicke in die Ursprünge moderner staatlicher Macht aus vielfältigen Techniken der Bevölkerungskontrolle, sind aber auch eine Untersuchung des Widerstands gegen Unterdrückung, Verfolgung und lebensbedrohliche Übergriffe. Das Spektrum der Kämpfe gegen die Entwürdigung ist ein berührendes Zeugnis der Menschlichkeit der Ausgestoßenen; es reicht von geistiger und emotionaler Ausdauer bis hin zur Gegengewalt. Ein Gespräch mit dem bedeutenden Historiker Carlo Ginzburg schließt diese Sammlung mit der Frage nach der Bedeutung des Erinnerns an die Schrecken der Vergangenheit ab.
“Combating the Hydra” explores structural as well as occasion-specific state violence committed by the early modern Habsburg Empire. The book depicts and analyzes attacks on marginalized people “maladjusted” of all sorts, women “of ill repute,” “heretic” Protestants, and “Gypsies.” Previously uncharted archival records reveal the use of arbitrary imprisonment, coerced labor, and deportation. The case studies presented provide insights into the origins of modern state power from varied techniques of population control, but are also an investigation of resistance against oppression, persecution, and life-threatening assaults. Read the rest of this entry »
April 22nd, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Marius Weigl: Internierung und Militärdienst. Die ‚Lösung der Zigeunerfrage‘ in Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg (=Sozial- und wirtschaftshistorische Studien, Bd. 40), Böhlau: Wien u.a. 2022 (Dez.), 560 S.
→Zum Download (CC-BY-4.0 Int.)
Das Wiener Innenministerium der Republik Österreich ging 1918 davon aus, dass die ‚Zigeunerfrage‘ im Zuge des Ersten Weltkriegs gelöst worden sei. Die Kriminalisierung von Armut und die Annahme, dass Mittellose eine Gefährdung für die öffentliche Ordnung und Sicherheit darstellen würden, nahmen im Ersten Weltkrieg eine neue Dimension an, als über eine Million Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in den Westen Österreich-Ungarns kamen oder von den Militärbehörden evakuiert wurden. Infolge der Internierung von Flüchtlingen sowie von ‚politisch verdächtigen‘ Zivilisten und Zivilistinnen wurde das ‚Zigeunerlager‘ in Hainburg an der Donau errichtet.
In 1918 according to the interior ministry in Vienna of the Republic of Austria there was no ‘Gypsy mischief’ anymore. The criminalization of poverty and the assumption about destitute persons would endanger the public order and security climaxed a new dimension in World War One, when more than one million refugees from the war zones arrived in the western regions of Austria-Hungary or were evacuated by the military forces. Following the internment camps for refugees and ‘political suspicious’ civilians, a ‘Gypsies camp’ was built in Hainburg an der Donau.
(Text: Verlagsinfo)
Siehe auch:
E-Theses: „Für die öffentliche Sicherheit“ (2012)
April 7th, 2023 |
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Einrichtungen, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Bei der Dialogplattform autochthoner österreichischer Volksgruppen wurden Studien zum Thema Inklusion und Sprachenpolitik präsentiert
Mit der „Sensiro“-Studie wurden die im Rahmen der nationalen Strategie zur Stärkung der Inklusion der Rom:nja gesetzten Maßnahmen untersucht. Bewährt hätten sich punktuelle Aktivitäten zur Arbeitsmarktinklusion, Bildungsarbeit oder zur Bekämpfung von Diskriminierung. Die Partizipation sei aber ausbaufähig und Rom:nja-Feindlichkeit in Österreich tief verankert, weshalb eine konsequente Bekämpfung der Benachteiligungen, eine Sensibilisierung der Bevölkerung und einer breiteren Miteinbeziehung unterschiedlicher Gruppen in die Strategie als wesentlich erachtet wird. Vorgestellt wurde auch eine OGM-Studie zum Sprachgebrauch der slowenischen Volksgruppe in Kärnten. Die Nutzung der slowenischen Sprache sei im Generationenvergleich wegen starker Abwanderung rückläufig. Die stärkere Verankerung der Zweisprachigkeit im öffentlichen Raum wäre aus Sicht der Forscher:innen wichtig, um dem entgegenzuwirken.
Die Bereichssprecher:innen für Volksgruppen im österreichischen Parlament sowie die Beiratsvorsitzenden der sechs autochthonen Volksgruppen (Tschech:innen, Slowak:innen, Kroat:innen, Ungar:innen, Slowen:innen, Rom:nja und Sinti:zze) tauschten sich über die volksgruppenrelevanten Anregungen aus. Die Volksgruppen würden die sprachliche und identitätsstiftende Vielfalt Österreichs widerspiegeln, betonte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka.
(Text: Parlamentsdirektion)
März 14th, 2023 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Eleonora Roldán Mendívil & Bafta Sarbo (Hrsg.): Die Diversität der Ausbeutung. Zur Kritik des herrschenden Antirassismus, 3. Aufl., Berlin 2023, 200 S. [→Karl Dietz Verlag Berlin]
In Deutschland wird von Antidiskriminierungsstellen bis zur radikalen Linken ein liberaler Rassismusbegriff vertreten, der vor allem auf Repräsentation, Inklusion und Diversität setzt. Wie Klasse und Rasse zusammenhängen, wird aktuell so gut wie nicht diskutiert. Dabei gibt es durchaus eine kritisch-marxistische Tradition der Rassismusforschung. Der Band will diesen Fundus heben. Hierzu werden historische und aktuelle Diskussionen aus dem englischsprachigen Raum rezipiert sowie aus deutschsprachigen marxistischen Wissensarchiven aktualisiert. Gleichzeitig bietet das Buch eine politische Intervention in die aktuelle Debatte um strukturellen und institutionellen Rassismus – ob auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Polizei – und präsentiert Alternativen zum liberalen Antirassismus, indem ein marxistischer Rassismusbegriff in Theorie und Praxis vorgestellt wird.
Mit Beiträgen von: Celia Bouali, Sebastian Friedrich, Fabian Georgi, Eleonora Roldán Mendívil, Lea Pilone, Bafta Sarbo, Hannah Vögele und einem Vorwort von Christian Frings
Zu den Herausgeberinnen:
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März 2nd, 2023 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Das Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS) hat die Resultate der „Erhebung zum Zusammenleben in der Schweiz 2022“ veröffentlicht. Die gute Nachricht zuerst: Seit der ersten Umfrage 2016 verringerte sich der Anteil der Befragten, die angaben, sich durch „anders empfundene Personen“ gestört zu fühlen, von 36,3% auf 31%.
Und nun die schlechte: „Auf großes Unwohlsein stößt laut der Befragung immer noch die fahrende Lebensweise [von Sinti und Roma und weiteren Gruppierungen]. Während all die anderen Gründe in den letzten beiden Jahren leicht zurückgingen, haben die Statistiker hier sogar eine leichte Zunahme festgestellt.“ [Zofinger Tagblatt]

Februar 25th, 2023 |
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Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Wissenschaft
Auf die Frage nach den Verfolgten des Nationalsozialismus können nur 30,9% der in Deutschland befragten Jugendlichen (16-25 Jahre) Sinti und Roma als Opfergruppe anführen.
Das ergab die soeben veröffentlichte MEMO-Jugendstudie 2023. Ziel der Erhebung ist die empirische Dokumentation der in Deutschland vorherrschenden Erinnerungskultur. Es ist dies die umfangreichste Studie ihrer Art und erweitert die bisherigen fünf MEMO-Erhebungen (2018–2022) um die Fokusgruppe junge Erwachsene. Mehr hier: stiftung-evz.de [Download (pdf): →MEMO-Jugendstudie 2023]

Februar 23rd, 2023 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Antiziganismus in den Medien – Darstellungsweisen sowie Möglichkeiten einer kritischen Medienkompetenz
Nur wenig gesellschaftliches Bewusstsein gibt es bislang für die spezifische Rassismusform Antiziganismus. Ein Verbundprojekt der PH Heidelberg untersucht, welche Bedeutung öffentliche Medien für die Reproduktion von Antiziganismus haben. Erforscht wird auch, wie Medien für eine Rassismus-kritische Lehrer:innenbildung genutzt werden können. Auf dieser Basis sollen Onlinetools entwickelt werden, um das Thema Antiziganismus systematisch in die Lehrer:innenbildung zu implementieren. Das Projekt wird in Kooperation mit der Universität Heidelberg und externen Partnern von Januar 2023 bis März 2026 durchgeführt.
Das Verbundprojekt „Mediale Antiziganismen – Von der interdisziplinären Analyse zur kritischen Medienkompetenz“ (MeAviA) wird von Prof. Dr. Melanie Kuhn und Prof. Dr. Bettina Degner sowie ihren Mitarbeitenden von der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der Pädagogischen Hochschule Heidelberg durchgeführt. Sie kooperieren dabei mit Wissenschaftler:innen der Universität Heidelberg: Mit Prof. Dr. Michael Haus, der die Heidelberg School of Education und das Institut für Politische Wissenschaft als Verbundleitung vertritt, mit Prof. Dr. Sarah Burnautzki vom Romanischen Seminar und Dr. Radmila Mladenova von der Forschungsstelle Antiziganismus. Außerdem arbeiten sie mit Einrichtungen und Medienzentren zusammen, die mit der Thematik befasst sind, wie etwa dem Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.
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Februar 21st, 2023 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Radmila Mladenova: The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film (=Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Band 3), Heidelberg University Publishing, Heidelberg 2022. [CC BY-SA 4.0]
→Download (pdf)
Die Studie widmet sich einem in der Filmwissenschaft bislang vernachlässigten Thema: dem ‚Zigeuner‘-Phantasma auf der Kinoleinwand. Sie verbindet die Rekonstruktion der Geschichte der ‚Zigeuner‘-Darstellungen im Film seit den Anfängen des Mediums mit einer systematischen filmtheoretischen Verortung ihrer ästhetischen und gesellschaftlichen Funktion. Auf der Grundlage von über 150 Werken aus dem europäischen und US-amerikanischen Kino wird aufgezeigt, dass den ,Zigeuner‘-Spielfilmproduktionen unabhängig von Ort und Zeit ihrer Entstehung das Grundgerüst einer ,ethno-rassischen‘ Maskerade gemeinsam ist. Read the rest of this entry »
Februar 9th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Andreas Pavlic und Eva Schörkhuber (Hg.): Vagabondage. Historische und zeitgenössische Facetten des Vagabundierens in Wien, Sonderzahl: Wien 2022.
[Inhaltsverzeichnis (PDF)]
Va · ga · bon · da · ge: Der – laut Duden – spezifisch österreichische Ausdruck benennt die Lebensform einer Gruppe sozial bestimmter Figuren, oder kurz: Landstreicherei, Herumtreiberei. Im vorliegenden Band fokussiert der Begriff vor allem die künstlerischen und politischen Aspekte jener Bewegungen, die sich in den 1920er Jahren mit großem Selbstbewusstsein formierten und sogar »Vagabundenkongresse« abhielten. Ein solcher war, nach einer ersten Veranstaltung in Stuttgart 1929, für das Jahr 1930 auch in Wien geplant, wurde allerdings nicht realisiert. Wien, als eines der Gravitationszentren der Landstreichenden, bildet den Ausgangspunkt und den Schauplatz einer eingehenden Untersuchung von Vagabund*innenbewegungen. Dabei werden historische und kulturwissenschaftliche Perspektiven mit zeitgenössischen Analysen, Stellungnahmen und Berichten verschränkt: Auf diese Weise werden Brüche und Kontinuitäten hinsichtlich sozialer Mechanismen, künstlerischer Ausdrucksformen und politischer Organisationsformen ausgelotet und zur Sprache gebracht. Der Band stellt dabei sowohl einen Grundlagenbeitrag als auch eine zur weiteren Forschung anregende Anthologie dar.
Wie facettenreich und vielschichtig jene Bevölkerungsgruppen sind, die als Vagabund*innen, als ›Nicht-Sesshafte‹ und/oder Wandernde tituliert werden bzw. sich selbst als solche bezeichnen, zeigt sich in den historischen und kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzungen ebenso wie in dem Kaleidoskop zeitgenössischer Initiativen, Bewegungen, Forschungs- und Kunstprojekten, die sich mit Systemen sozialer Beziehungen befassen, die außerhalb einer etablierten gesellschaftlichen Ordnung angesiedelt werden.
Mit Beiträgen von: Averklub Collective, Lisa Bolyos, Ljubomir Bratić, Natalie Deewan, Enesi M., Georg Fingerlos, Peter Haumer, Anna Leder, Alexander Machatschke, Elena Messner, Andreas Pavlic, Maren Rahmann, Georg Rosenitsch, Eva Schörkhuber und Christa Stippinger.
(Text: Verlagsinfo Sonderzahl)
November 13th, 2022 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Entwicklung von antimuslimischem Rassismus und Romafeindlichkeit in Deutschland (Ost/West) von 2014 bis 2022 (rechts).
Aus der soeben veröffentlichten Leipziger Autoritarismusstudie 2022, S. 70–72 (mehr hier):
Mit Muslimfeindschaft und Antiziganismus erfassen wir auch in diesem Jahr die Abwertung zweier Gruppen, die von extrem rechten Akteuren bis hinein in demokratische Milieus immer wieder als Feindbilder instrumentalisiert werden. [...] Wie bei der Ausländerfeindlichkeit beobachten wir auch für Muslimfeindschaft 2022 teils deutlich höhere Werte im Osten (Tab. 16). Hier stimmen 46,6 % der Befragten der Aussage »Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden« mindestens »überwiegend« zu, nur eine Minderheit lehnt die Aussage explizit ab. [...] Auch beim Antiziganismus zeigt sich 2022 eine deutlich höhere Abwertungsbereitschaft im Osten: Mehr als die Hälfte der Ostdeutschen »hätte Probleme damit, wenn sich Sinti und Roma« in seiner oder ihrer Nähe aufhielten, und eine klare Mehrheit ist »überwiegend« oder »voll und ganz« der Meinung, dass Sinti und Roma zur Kriminalität neigen. Doch auch im Westen liegen die Zustimmungswerte für antiziganistische Aussagen, die sich zwischen 29,7 % und 39,3 % bewegen, auf einem hohen Niveau.
November 10th, 2022 |
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Dokumente & Berichte, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Neue Leipziger Autoritarismus-Studie in Berlin präsentiert: Deutsche sind zufriedener mit der Staatsform Demokratie. Hass auf ‚Andere‘ tritt in den Vordergrund. Massive Ablehnung von Sinti und Roma sowie Muslimen vor allem in Ostdeutschland.
Die Zufriedenheit der Bürger:innen mit der Demokratie in Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahren gestiegen, die rechtsextremen Einstellungen sind zum Teil deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig angestiegen und weit verbreitet ist der Hass auf Migrant:innen, Frauen, Muslim:innen und andere Gruppen in Deutschland. Zudem lassen sich in Folge der Pandemie verstärkte Wünsche nach Autorität feststellen. Das sind zentrale Ergebnisse der repräsentativen „Leipziger Autoritarismus-Studie“.
Prof. Dr. Oliver Decker und Prof. Dr. Elmar Brähler vom Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig präsentierten die Studienergebnisse am 9. November in der Bundespressekonferenz in Berlin. Die Studie, in der auch Einstellungen zu politischen Entscheidungen im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie und den Krieg gegen die Ukraine thematisiert werden, entstand in Kooperation mit der Heinrich-Böll- und der Otto-Brenner-Stiftung.
Laut Studie zeigen nur noch 2 Prozent der Ostdeutschen ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild. 2020 waren es noch rund 10 Prozent. „Die Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen nimmt nicht nur im gesamten Bundesgebiet ab, sondern insbesondere in Ostdeutschland. Das ist eine gute Nachricht, aber nur das halbe Bild“, sagt Studienleiter Professor Oliver Decker. „Während Elemente einer Neo-NS-Ideologie seltener sind, haben die Ressentiments gegen jene, die als ‚anders‘ empfunden werden, sogar zugenommen“, ergänzt der zweite Studienleiter Professor Elmar Brähler. Der Prozentsatz der laut Studie „manifest ausländerfeindlich Eingestellten“ ist im Vergleich zu 2020 in Ostdeutschland von 27,8 Prozent auf 31 Prozent gestiegen, während sie in Westdeutschland von 13,7 Prozent auf 12,6 Prozent gesunken ist. 40 Prozent der Ostdeutschen geben an, Deutschland sei aus ihrer Sicht „durch die vielen Ausländer überfremdet“, auch 23 Prozent der Westdeutschen stimmen dieser Aussage zu.
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Oktober 11th, 2022 |
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Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 10.10.2022 | 6:06 min
Videjoakero redo usi historija le burgenlanditike Romendar: Anglevakeripe le Walter Reissistar taj Gerhard Baumgartner
Jek serija neve videjo-lecturesendar le ischkolakere sikadipeske, le barengere sikadipeske taj le cile intersirti dschenenge o erschtivar le pradipeske presentirim ol: O erschti Roma ando Burgenland (16. dschi 18. schelberschengero) / hajmatakero tschatschipe taj mirgracija (19. schelberschengero) / tschib taj kultura le Romendar, Sinti taj Lovara / Roma ando historischi filmiskere kveltscha / Roma ojs objektscha obrigkajtschtotlichi taj harengere keriptscha / Roma ando nacijonalsocijalismus (1938 dschi 1945) / O prik dschivde le logerendar (1945 dschi 1965) / kesdipe le internacijonali taj la austrijakera Romengere micinipestar (1968 dschi 1995) / Austijakere Roma adi.
Eine Serie von neun Video-Lectures für den Schulunterricht, die Erwachsenenbildung und alle Interessierte wird erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Vortrag von Walter Reiss und Gerhard Baumgartner.
→Link/Video-Lectures für den Schulunterricht
(Beitrag und Text: TV Erba)
Siehe auch:
Videoreihe zur Geschichte der Burgenland-Roma, 7.10.2022
Oktober 6th, 2022 |
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Dokumente & Berichte, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Wissenschaft
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 6.10.2022 | 8:04 min
Präsentation an der Uni Wien: „Studie zur Evaluierung der nationalen Strategie zur Inklusion der Rom:nja in Österreich“
Ando 4. oktoberi 2022 Betschiste upri universiteta i schtudija presentirim uli. La schtudijake 400 schel andi Austrija dschivde Romnja taj Roma phutschle ule, pedar oda ari te organisacija taj dschene, save le prikbescharipeske buti kernahi, lenca vakeriptscha kerde ule. Sensiro hi jek projekto, savi i nacijonali strategija uso utscheder keripe la socijala inklusijonatar le Romendar savi ando bersch 2001 ardim uli, taj o bajder keripe arkerdo ulo, evalujirim te ol. Cil le evalujirinipestar hi, ari te lakel, sar taj kitschi le bundakere birovtschostar definirti ciltscha, reste ule. La austrijakera regirungatar bescharde keriptscha hi o palvakeripe andar o bersch 2011. la EU-akere bescharde strategischi keriptschendar le Romenge andi EU. O virkinipeskere ciltscha hi: Nisaj diskriminacija le Romendar uso sikadipe, buti, sastipe taj ando khera kaj atschen. Soralipe le Romendar ando cile khetanipeskere koji, Palmaripe le sterijotipschendar taj le anticiganismusistar, sensiblisirinipe le pradipestar taj gadschendar le aunpaschlaripeske le Romenge taj buter aver koji meg.
SENSIRO ist ein Projekt, das die nationale Strategie zur Erhöhung der sozialen Inklusion der Rom*nja, die 2011 verabschiedet wurde und deren Fortsetzung vor kurzem beschlossen wurde, unabhängig evaluiert. Ziel der Evaluierung ist es, herauszufinden, ob und inwiefern die vom Bundeskanzleramt definierten Wirkungsziele erreicht wurden. Die von der österreichischen Regierung gesetzten Maßnahmen sind die Antwort auf den 2011 von der EU gesetzten strategischen Rahmen für Rom*nja in der EU. Read the rest of this entry »