Facts & Figures (382)
Juli 22nd, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Juli 22nd, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Juli 17th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Zum 100-jährigen Bestehen des Burgenlandes haben die drei Volksgruppen des Burgenlandes gemeinsam die Wanderausstellung „100 Jahre Burgenland und seine Volksgruppen“ gestaltet – der erste Standort war die KUGA in Großwarasdorf (Bezirk Oberpullendorf).
Auf insgesamt 30 Roll-ups werden die Bräuche, Sprachen und Besonderheiten der drei Volksgruppen des Burgenlandes vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem Kroatischen und Ungarischen Kulturverein sowie dem Roma-Service. Dass alle drei Volksgruppen hier zusammenarbeiten, hat einen Grund: „Die Vielfältigkeit nach außen wollen wir gemeinsam tragen – gemeinsam sieht man das besser. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass wir solidarisch untereinander sind, dass wir einander helfen, die Kroaten, die Roma und die Ungarn, dass wir füreinander da sind“, so Stanko Horvath, Obmann des Kroatischen Kulturvereins „HKD“.
Kulturelle und sprachliche Vielfalt aufzeigen
Die Ausstellung soll die kulturelle und sprachliche Vielfalt des Burgenlandes und das Zusammenleben der Volksgruppen mit der Mehrheitsbevölkerung aufzeigen. „Wir versuchten in den letzten 100 Jahren auch diese Integration und diese Assimilierung zu leben“, so Ludwig Frauer, Obmann des Ungarischen Kulturvereins „BUKV“.
Vorteil von Mehrsprachigkeit hervorheben
Aber auch die Problematik, dass der Anteil der Volksgruppenangehörigen sinkt, wird thematisiert. Der zweisprachige Unterricht soll hier entgegenwirken – das alleine wird aber nicht ausreichen. Read the rest of this entry »
Juli 9th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview
Tagesspiegel: Noa Karavan, Tochter des Bildhauers Dani Karavan, fürchtet um Berliner Mahnmal für die Sinti und Roma
Tagesspiegel, 6.7.2021: Die Tochter des Bildhauers Dani Karavan sieht das Berliner Mahnmal ihres Vaters für die Sinti und Roma durch den Bau einer neuen S-Bahn-Linie in existenzieller Gefahr. Anderslautende Darstellungen der Deutschen Bahn und der politischen Verantwortlichen seien „einfach falsch“, sagte Noa Karavan nach einem Besuch und Gesprächen in Berlin dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel. „Mir wurde bei meinem Besuch immer wieder erklärt, dass die Eingriffe ins Denkmal ‚minimal‘ und ‚temporär‘ seien, um das Denkmal ‚maximal‘ zu schützen. Aber das ist leider unmöglich.“ Noa Karavan-Cohen arbeitete bis zum Tod ihres Vaters (wir berichteten) im Mai 20 Jahre lang eng mit ihm zusammen und betreut auch weiterhin sein Werk. Read the rest of this entry »
Juli 8th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
Juni 9th, 2021 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV
Präsentation der ORF-TVthek-Videoarchive „100 Jahre Burgenland“ und „Volksgruppen in Österreich“
Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Burgenland“ wurden die beiden „ORF-TVthek goes school“-Videoarchive zur Geschichte des Burgenlandes und zu Österreichs Volksgruppen umfassend ausgebaut und erweitert. Insgesamt mehr als 50 neue Videos bereichern das auf der ORF-TVthek in der Rubrik „History“ gezeichnete, multimediale Bild des Bundeslandes und der österreichischen Volksgruppen um zahlreiche neue Facetten.
Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“
Das 2019 gelaunchte Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“ wurde um 23 neue auf jetzt insgesamt 130 Videobeiträge erweitert, die sich der Kroatischen (27 Beiträge, davon 6 neu), Slowakischen (15 Beiträge, davon 3 neu), Slowenischen (30 Beiträge, davon 3 neu), Tschechischen (15 Beiträge, davon 3 neu) und Ungarischen (17 Beiträge, davon 5 neu) Volksgruppe sowie der Volksgruppe der Roma (24 Beiträge, davon 3 neu) widmen.
Mit dem neuen Videomaterial werden weitere wichtige Aspekte von Geschichte und Kultur der Volksgruppen in Österreich beleuchtet. Das Videoarchiv bietet zum Beispiel ab sofort einen Beitrag über das burgenlandkroatische Online-Wörterbuch, informiert über die neue Gedenkstätte zur Erinnerung an die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti in Pinkafeld und Oberpullendorf oder erinnert an Dana Hermannová, die 1968 im noch freien slowakischen Fernsehen über den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts berichtete. Das 10-jährige Jubiläum des ORF-Magazins „České Ozvěny“ im Jahr 2019 steht ebenso im Mittelpunkt eines neu ins Archiv hinzugefügten Beitrags wie das langsame Verschwinden des Slowenischen in Kärnten oder der traditionsreiche Ball der Ungarn in Oberpullendorf. (Die genaue Liste mit allen Beiträgen ist online in der ORF-TVthek auf der Startseite des Videoarchivs in der Rubrik „History“ zu finden.) Read the rest of this entry »
Mai 31st, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
(Quelle)
Mai 31st, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken
Dani Karavan, der neben vielen Kunstwerken weltweit auch das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas geschaffen hat, starb im Alter von 90 Jahren am 29. Mai in Tel Aviv. Dani Karavan hat sich noch bis vor wenigen Wochen persönlich für den Schutz des Denkmals in Berlin engagiert.
In den Gesprächen mit Dani Karavan wurde deutlich, dass für ihn, wie für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, das Denkmal, das neben dem Reichstagsgebäude in Berlin an den Holocaust erinnert, höchsten moralischen und politischen Stellenwert hat. Das Denkmal ist für Sinti und Roma in Deutschland und in Europa ein zentraler Ort des Gedenkens, und er ist gleichzeitig ein Ort der Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust, dem über 500.000 Sinti und Roma zum Opfer fielen.
„Der Schutz und die Bewahrung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas hat für uns oberste Priorität. Wir haben hier unsere Verbundenheit aus unserer gemeinsamen Geschichte, unser gemeinsames Schicksal von Juden, Sinti und Roma zusammengebracht, als Künstler der eine, und als Bürgerrechtler und Politiker der andere. Der Ort, an dem sich das Denkmal mit dem Schwarzen Wasserbecken im Zentrum befindet, darf nicht in Frage gestellt werden, er muss im Sinne des Gedenkens, der Würde des Ortes und in der historischen Verantwortung geschützt werden.“, erklärten bereits im 10. Juli 2020 Dani Karavan und Romani Rose gemeinsam nach einem ausführlichen Gespräch.
Als Dani Karavan nach dem Beschluss der Bundesregierung 1992 vom Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, gebeten wurde, das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas zu gestalten, entwarf er dafür ein in die Stadtlandschaft eingebettetes Gesamtkunstwerk, mit dem schwarzen Wasserbecken im Zentrum. Read the rest of this entry »
Mai 17th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
Mai 16th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erinnert an den Widerstand von Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau vor 77 Jahren, am 16. Mai 1944
An diesem Tag sollte der Lagerabschnitt B IIe, das sogenannte „Zigeunerlager“, in dem tausende von Sinti und Roma inhaftiert waren, aufgelöst und sämtliche Häftlinge in den Gaskammern ermordet werden.
„An diesem Tag jedoch leisteten die dort inhaftierten Menschen Widerstand gegen die Aktion der SS. Dieser Widerstand gegen die Vernichtung ist in der Geschichte von Auschwitz wie in der Geschichte der NS-Verbrechen und des Widerstands bislang nicht hinreichend gewürdigt worden, obwohl eine Vielzahl von Zeitzeugenaussagen vorliegen, die diesen Widerstand dokumentieren und die eindeutig diesen verzweifelten Akt des Widerstands in Auschwitz-Birkenau, im Zentrum des Holocaust, belegen“, so Romani Rose.
Die SS brach die Vernichtungsaktion am 16. Mai 1944 wegen des Widerstands der Sinti und Roma ab; wohl auch, um zu verhindern, dass der Widerstand auf andere Lagerabschnitte übergreifen konnte. In der Folge deportierte die SS die arbeitsfähigen und widerstandsfähigen jungen Männer und Frauen mit ihren Familien in andere Konzentrationslager. Viele von ihnen waren kampferfahrene ehemalige Soldaten, die oftmals direkt von der Front nach Auschwitz-Birkenau verbracht wurden. In der Nacht vom 2. zum 3. August 1944 wurden dann die letzten 4.300 im Lagerabschnitt BII e noch lebenden Menschen in den Gaskammern ermordet, die meisten waren Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Dieser Tag ist heute der internationale Gedenktag an die Opfer des Holocaust an den Sinti und Roma Europas.
Eine Vielzahl von Zeugenaussagen, die den Aufstand vom 16. Mai 1944 dokumentieren, brachte der Prozess am Landgericht in Siegen gegen den SS-Rottenführer in Auschwitz Ernst August König hervor. Read the rest of this entry »
Mai 12th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Mai 3rd, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken
Die deutsche Dokumentarfilmerin und Autorin Nina Gladitz ist tot. Sie verstarb am 26. April im Alter von 75 Jahren in ihrem Geburtsort Schwäbisch Gmünd. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Gladitz ist es zu verdanken, dass 1982 einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, dass Leni Riefenstahl internierte Sinti und Roma aus dem NS-Zwangslager Maxglan als Komparsen benutzte (mehr hier).
Später wurden die zum Filmeinsatz gezwungenen Sinti und Roma nach Auschwitz deportiert, nur wenige überlebten. Gladitz hatte in der für den WDR produzierten TV-Dokumentation „Zeit des Schweigens und der Dunkelheit“ über die Umstände der Entstehung des Riefenstahl-Films „Tiefland“ berichtet. Leni Riefenstahl wollte daraufhin die Streichung mehrerer Passagen gerichtlich erzwingen. Gladitz bekam jedoch in fast allen Punkten Recht. Dennoch nahm ihre weitere Karriere durch den Gerichtsstreit erheblichen Schaden, nach eigenen Angaben erhielt die Dokumentarfilmerin vom WDR keine weiteren Aufträge mehr. Zudem darf der Film nach Angaben von Gladitz’ damaligem Anwalt nicht mehr gezeigt werden. Read the rest of this entry »
April 16th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
April 11th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV
Zeitzeugengespräch mit Stefan Köcher, dem letzten Überlebenden des Porajmos in Worms (Rheinland-Pfalz)
Podcast Transfer Together, Folge 33 (1:04:57 min, 47,9 MB)
→Anhören/Download (mp3)
Der letzte Wormser Zeitzeuge Stefan Köcher (geb. 1936) hat mit Mitarbeitenden der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der PH Heidelberg über seine Erfahrungen und Erinnerungen gesprochen. In dem Zeitzeugengespräch thematisiert Herr Köcher die antiziganistischen Ausgrenzungen gegen seine Person, seine Deportationen, wie er sich nach dem Krieg ein neues Leben aufgebaut hat, seine Einschätzung über den Antiziganismus in der heutigen Gesellschaft und was er sich für die nachfolgenden Generationen im Umgang mit der Minderheit wünscht.
Mehr hier: Der letzte Zeitzeuge aus Worms
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März 29th, 2021 | Published in Facts & Figures, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Politik
(Quelle)
März 24th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
März 18th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
(Quelle)
März 16th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Medien & Presse
(Quelle)
März 15th, 2021 | Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Veranstaltungen & Ausstellungen
Das virtuelle Dokumentationszentrum zur Geschichte und Gegenwart von Roma-Frauen in Europa ist online. Ein Projekt der Initiative Romane Romnja
Die EDUromnja ist ein virtuelles Dokumentationszentrum, ein Online-Museum zur Geschichte und gegenwärtigen Situation von Roma- und Sinti-Frauen in Europa. Der Name setzt sich aus den Worten EDU (für Bildung und Unterhaltung) und Romnja (weibliche Form von Roma) zusammen, um zu verdeutlichen, dass sowohl Aspekte der Informationsversorgung als auch der Unterhaltung berücksichtigt werden. Geboten wird eine Sammlung selbstbestimmter sozial-, kultur- und alltagsgeschichtlicher Zeugnisse, illustriert durch Objekte, Fotos, Plakate, Schriftstücke sowie Film- und Tondokumente, die online zur Verfügung stehen.
EDUromnja ist ein virtuelles Konstrukt, das ausschließlich im Netz existiert und Objekte zeigt, die in der Realität kein Teil regulärer Museumsprogramme oder anderer Ausstellungen sind. Dass sie dies NICHT sind, zeigt die Notwendigkeit von EDUromja, denn bisher erhielt die Geschichte und Situation der Sinti- und Roma-Frauen wenig Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Dokumentation und in den regulären Programmen von Museen und Archiven.
EDUromnja ist ein Projekt der Initiative Romane Romnja – einer Initiative, die 2010 von Sinti- und Roma-Frauen gegründet wurde. Sie verfolgt das Ziel, das historische Erbe der Romnja zu bewahren und gleichzeitig neue, authentischere Bilder zu schaffen. Die Initiative Romane Romnja mit ihrem Projekt EDUromnja sieht sich auch als Kompetenzzentrum zur Geschichte und Situation der Roma-Frauen. Read the rest of this entry »
März 3rd, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV
Ein umfangreiches historisches Werk dokumentiert die Vergangenheit der Volksgruppe der Roma im Burgenland.
→Anhören (online bis 5.3.2021)
Ö1 Punkt eins | Gäste: Dr. Gerhard Baumgartner, Historiker, wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes & Mirjam Karoly, Politologin, Roma-Aktivistin. Gestaltung und Moderation: Andreas Obrecht.
Vor 1938 lebten im Burgenland in 120 Siedlungen rund 8.000 Menschen der Volksgruppe der Roma. Schon kurz nach dem „Anschluss“ begann die Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime, die schließlich zur systematischen Vernichtung in Arbeits- und Konzentrationslagern führte. Nach der Deportation wurden die meisten Roma-Siedlungen abgerissen oder niedergebrannt. Nicht einmal zehn Prozent der Roma überlebten die nationalsozialistische Tyrannei – als sie zurückkehrten standen sie vor den Trümmern ihrer eigenen Geschichte, die dem Vergessen preisgegeben war.
Erst 1993 erfolgte die offizielle Anerkennung der Roma als sechste österreichische Volksgruppe. 1995 erschütterte der bestialische, rassistische Mord des Bombenattentäters Franz Fuchs an vier Männern in Oberwart die Öffentlichkeit und führte zu einer verstärkten schrittweisen Aufarbeitung der Geschichte der Volksgruppe.
Nun haben die Historiker Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl eine umfangreiche Dokumentation über die ehemals 120 Roma-Siedlungen im Burgenland vorgelegt. Read the rest of this entry »
Februar 26th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken
„Wir kommen doch noch einmal raus“
#otd1945 – Heute im Jahr 1945: Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora berichtet im heutigen Beitrag in ihrem Onlineprojekt #otd1945 („on this day 1945“) von den KZ-Gedichten und -Skizzen des gerade mal 15-jährigen Johann (Mongo) Stojka.
In einem behelfsmäßigen Büchlein hielt ein Junge durch Verse und Zeichnungen seine Erfahrungen fest. Es ist ein kindlicher Blick auf eine inhumane Welt. „Warst du im Lager Buchenwald, da oben ist es gar so kalt“, so der Anfang des Gedichts vom 26. Februar 1945. Verfasser war Johann Stojka, ein 15-jähriger österreichischer Rom.
Nach der Auflösung des „Zigeuner-Familienlagers“ in Auschwitz-Birkenau kam er mit seinem jüngeren Bruder Karl im August 1944 nach Buchenwald. Dort hatte die SS für die jüngsten und schwächsten Sinti und Roma keine Verwendung und stellte einen Rücktransport zur Ermordung zusammen. Johann und Karl blieben zurück, da vermeintlich krank und somit „nicht transportfähig“. Diese Einstufung rettete beiden das Leben. Hoffnungsvoll endet das Gedicht mit den Worten: „Wir kommen doch noch einmal raus“. Die Brüder gehörten zu den wenigen ihrer Großfamilie, die den Genozid an den Sinti und Roma, den Porajmos, überlebten.
(Text: Stefan Lochner auf liberation.buchenwald.de)
Literatur:
Mongo Stojka, Papierene Kinder. Glück, Zerstörung und Neubeginn einer Roma-Familie in Österreich, Wien 2000.
Karl Stojka u. Reinhard Pohanka, Auf der ganzen Welt zu Hause, Wien 1994.
Anm. der dROMa-Red.:
Johann (Mongo) Stojka, der als Musiker und Autor Bekanntheit erlangte, entstammte einer bedeutenden österreichischen Lovara-Familie und war eine der prominentesten und einflussreichsten Roma-Persönlichkeiten Österreichs. Read the rest of this entry »