Geschichte & Gedenken

Facts & Figures (382)

Juli 22nd, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

20 Prozent der Ös­ter­rei­cher/in­nen hal­ten die Er­in­ne­rungs­kul­tur für die Opfer des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus für über­trie­ben.

(Quelle/pdf)

„100 Jahre Burgenland und seine Volksgruppen“

Juli 17th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Service (und dROMa) in der Ausstellung "100 Jahre Burgenland und seine Volksgruppen" (Foto: ORF) Zum 100-jährigen Bestehen des Burgenlandes ha­ben die drei Volks­grup­pen des Bur­gen­lan­des ge­mein­sam die Wan­der­aus­stel­lung „100 Jahre Bur­gen­land und sei­ne Volks­grup­pen“ ge­staltet – der ers­te Stand­ort war die KUGA in Groß­waras­dorf (Be­zirk Ober­pul­len­dorf).

Auf insgesamt 30 Roll-ups werden die Bräuche, Sprachen und Besonder­heiten der drei Volks­gruppen des Burgen­landes vor­gestellt. Dabei handelt es sich um eine Ko­operation zwischen dem Kroati­schen und Ungari­schen Kultur­verein sowie dem Roma-Service. Dass alle drei Volks­gruppen hier zu­sammen­arbeiten, hat einen Grund: „Die Viel­fältig­keit nach außen wollen wir gemein­sam tragen – gemein­sam sieht man das besser. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass wir solidarisch unter­einan­der sind, dass wir einan­der helfen, die Kroaten, die Roma und die Ungarn, dass wir für­einander da sind“, so Stanko Horvath, Ob­mann des Kroati­schen Kultur­vereins „HKD“.

Kulturelle und sprachliche Vielfalt aufzeigen

Die Ausstellung soll die kulturelle und sprachliche Vielfalt des Burgenlandes und das Zu­sam­men­leben der Volks­gruppen mit der Mehr­heits­bevöl­kerung auf­zeigen. „Wir ver­suchten in den letzten 100 Jahren auch diese Integration und diese Assimi­lierung zu leben“, so Ludwig Frauer, Ob­mann des Ungari­schen Kul­tur­vereins „BUKV“.

Vorteil von Mehrsprachigkeit hervorheben

Aber auch die Problematik, dass der Anteil der Volks­gruppen­an­gehö­ri­gen sinkt, wird the­matisiert. Der zwei­sprachige Unterricht soll hier ent­gegen­wirken – das alleine wird aber nicht aus­reichen. Read the rest of this entry »

„Desaströse und irreparable Schäden“

Juli 9th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview

Mahnmal in BerlinTagesspiegel: Noa Karavan, Tochter des Bild­hau­ers Dani Karavan, fürch­tet um Ber­li­ner Mahn­mal für die Sin­ti und Roma

Tagesspiegel, 6.7.2021: Die Tochter des Bildhauers Dani Karavan sieht das Berliner Mahn­mal ihres Vaters für die Sinti und Roma durch den Bau einer neu­en S-Bahn-Li­nie in exis­ten­ziel­ler Gefahr. Anders­lautende Dar­stel­lun­gen der Deutschen Bahn und der politi­schen Ver­ant­wort­li­chen seien „einfach falsch“, sagte Noa Kara­van nach einem Besuch und Gesprä­chen in Berlin dem in Berlin er­schei­nen­den Tages­spiegel. „Mir wurde bei mei­nem Besuch immer wieder erklärt, dass die Eingriffe ins Denkmal ‚minimal‘ und ‚tem­porär‘ seien, um das Denk­mal ‚maxi­mal‘ zu schützen. Aber das ist leider un­möglich.“ Noa Kara­van-Cohen ar­beitete bis zum Tod ihres Vaters (wir berichteten) im Mai 20 Jahre lang eng mit ihm zu­sammen und be­treut auch weiter­hin sein Werk. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (379)

Juli 8th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Rund die Hälfte der et­wa 20.000 in der Uk­rai­ni­schen Sow­jet­re­publik le­ben­den Roma wur­den 1941 bis 1944 er­mor­det.

(Quelle)

ORF präsentiert Online-Videoarchive

Juni 9th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

Erweiterte Videoarchive der ORF-TVThekPräsentation der ORF-TV­thek-Vi­deo­ar­chi­ve „100 Jah­re Bur­gen­land“ und „Volks­grup­pen in Ös­ter­reich“

Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Burgenland“ wur­den die bei­den „ORF-TV­thek goes school“-Vi­deo­ar­chive zur Ge­schichte des Burgen­landes und zu Ös­ter­reichs Volks­gruppen um­fassend aus­gebaut und er­weitert. Ins­gesamt mehr als 50 neue Videos be­rei­chern das auf der ORF-TV­thek in der Rubrik „History“ ge­zeich­nete, multi­mediale Bild des Bundes­landes und der öster­reichi­schen Volks­gruppen um zahl­rei­che neue Facetten.

Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“

Das 2019 gelaunchte Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“ wurde um 23 neue auf jetzt ins­ge­samt 130 Video­beiträge er­weitert, die sich der Kroatischen (27 Bei­träge, davon 6 neu), Slowakischen (15 Bei­träge, davon 3 neu), Slowenischen (30 Bei­träge, davon 3 neu), Tschechischen (15 Bei­träge, davon 3 neu) und Ungarischen (17 Bei­trä­ge, davon 5 neu) Volks­gruppe sowie der Volks­grup­pe der Roma (24 Bei­träge, da­von 3 neu) wid­men.

Mit dem neuen Videomaterial werden weitere wichtige Aspekte von Geschichte und Kultur der Volks­grup­pen in Öster­reich be­leuch­tet. Das Video­archiv bie­tet zum Bei­spiel ab sofort einen Beitrag über das bur­genland­kroatische On­line-Wörter­buch, in­formiert über die neue Gedenkstätte zur Er­in­ne­rung an die wäh­rend des National­sozialismus er­mor­deten Roma und Sinti in Pinkafeld und Oberpullendorf oder er­in­nert an Dana Hermannová, die 1968 im noch freien slowa­kischen Fern­sehen über den Ein­marsch der Trup­pen des War­schauer Pakts be­richtete. Das 10-jäh­ri­ge Ju­biläum des ORF-Ma­ga­zins „České Ozvěny“ im Jahr 2019 steht ebenso im Mittel­punkt eines neu ins Archiv hinzu­gefügten Beitrags wie das langs­ame Ver­schwin­den des Slowenischen in Kärnten oder der tra­di­tions­reiche Ball der Ungarn in Ober­pullen­dorf. (Die genaue Liste mit allen Bei­trägen ist on­line in der ORF-TVthek auf der Start­seite des Video­archivs in der Rubrik „History“ zu finden.) Read the rest of this entry »

Facts & Figures (370)

Mai 31st, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Der erste Roma-Kin­der­gar­ten Ru­mä­ni­ens wur­de im Ok­to­ber 1933 in Bu­ka­rest – als Re­sul­tat des dor­ti­gen Ro­ma­kon­gres­ses – of­fi­zi­ell er­öff­net.

(Quelle)

Israelischer Bildhauer Dani Karavan gestorben

Mai 31st, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken

Dani Karavan vor dem Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas (© Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)Dani Karavan, der neben vie­len Kunst­wer­ken welt­weit auch das Denk­mal für die im Natio­nal­so­zia­lis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma Europas ge­schaf­fen hat, starb im Al­ter von 90 Jah­ren am 29. Mai in Tel Aviv. Dani Ka­ra­van hat sich noch bis vor we­ni­gen Wo­chen per­sön­lich für den Schutz des Denk­mals in Berlin en­ga­giert.

In den Gesprächen mit Dani Karavan wurde deutlich, dass für ihn, wie für den Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma, das Denkmal, das neben dem Reichs­tags­gebäude in Berlin an den Holocaust erin­nert, höchs­ten morali­schen und politi­schen Stellen­wert hat. Das Denkmal ist für Sinti und Roma in Deutschland und in Eu­ro­pa ein zentra­ler Ort des Ge­denkens, und er ist gleich­zeitig ein Ort der Er­inne­rung an die Ver­bre­chen des Holo­caust, dem über 500.000 Sinti und Roma zum Opfer fielen.

„Der Schutz und die Bewahrung des Denkmals für die im Natio­nal­sozia­lis­mus ermor­deten Sinti und Roma Europas hat für uns oberste Prio­rität. Wir haben hier unsere Ver­bunden­heit aus unserer gemein­samen Geschichte, unser gemein­sames Schicksal von Juden, Sinti und Roma zu­sam­men­ge­bracht, als Künstler der eine, und als Bürger­recht­ler und Politiker der an­dere. Der Ort, an dem sich das Denkmal mit dem Schwar­zen Wasser­becken im Zentrum be­findet, darf nicht in Frage ge­stellt werden, er muss im Sinne des Geden­kens, der Würde des Ortes und in der histo­ri­schen Ver­ant­wortung ge­schützt werden.“, erklär­ten bereits im 10. Juli 2020 Dani Karavan und Romani Rose ge­mein­sam nach einem aus­führ­li­chen Gespräch.

Als Dani Karavan nach dem Beschluss der Bundesregierung 1992 vom Vor­sitzen­den des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, ge­beten wurde, das Denkmal für die im National­sozialis­mus ermor­deten Sinti und Roma Euro­pas zu gestal­ten, entwarf er dafür ein in die Stadt­land­schaft ein­ge­bettetes Ge­samt­kunst­werk, mit dem schwar­zen Wasserbecken im Zentrum. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (366)

Mai 17th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Seit 2016 erinnert in Babyn Jar bei Kiew in der Uk­rai­ne ein na­tio­na­les Mahn­mal auch an die ab Sept. 1941 dort er­mor­de­ten Ro­ma.

(Quelle)

16. Mai: „Romani Resistance Day“

Mai 16th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

16. Mai: Romani Resistance DayZentralrat Deutscher Sinti und Roma erin­nert an den Wi­der­stand von Sinti und Roma im Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­ke­nau vor 77 Jah­ren, am 16. Mai 1944

An diesem Tag sollte der Lagerabschnitt B IIe, das so­ge­nann­te „Zigeunerlager“, in dem tausen­de von Sinti und Roma inhaf­tiert waren, aufgelöst und sämt­li­che Häft­lin­ge in den Gas­kammern er­mordet werden.

„An diesem Tag jedoch leisteten die dort inhaftierten Menschen Wider­stand gegen die Aktion der SS. Dieser Widerstand gegen die Ver­nichtung ist in der Ge­schichte von Auschwitz wie in der Ge­schichte der NS-Ver­brechen und des Widerstands bis­lang nicht hin­reichend ge­würdigt worden, ob­wohl eine Viel­zahl von Zeit­zeugen­aus­sagen vor­liegen, die diesen Widerstand doku­men­tieren und die ein­deutig diesen ver­zweifelten Akt des Wider­stands in Auschwitz-Bir­kenau, im Zentrum des Holocaust, be­le­gen“, so Romani Rose.

Die SS brach die Vernichtungsaktion am 16. Mai 1944 wegen des Wider­stands der Sinti und Roma ab; wohl auch, um zu ver­hindern, dass der Widerstand auf andere Lager­abschnitte über­greifen konnte. In der Folge depor­tierte die SS die arbeits­fähigen und wider­stands­fähi­gen jungen Männer und Frauen mit ihren Familien in andere Konzentra­tions­lager. Viele von ihnen waren kampf­erfahrene ehe­malige Soldaten, die oftmals direkt von der Front nach Auschwitz-Birkenau ver­bracht wurden. In der Nacht vom 2. zum 3. August 1944 wurden dann die letzten 4.300 im Lager­abschnitt BII e noch leben­den Menschen in den Gaskammern er­mordet, die meisten waren Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Dieser Tag ist heute der inter­natio­nale Gedenktag an die Opfer des Holo­caust an den Sinti und Roma Europas.

Eine Vielzahl von Zeugenaussagen, die den Aufstand vom 16. Mai 1944 dokumen­tie­ren, brachte der Prozess am Land­gericht in Siegen gegen den SS-Rot­ten­führer in Auschwitz Ernst August König hervor. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (365)

Mai 12th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

6 % der Österreicher hal­ten den Satz „In den Be­rich­ten über Kon­zent­rat­ions­la­ger (…) wird vie­les über­trie­ben dar­ge­stellt“ für sehr/eher zu­tref­fend.

(Quelle/pdf)

Nina Gladitz (1946–2021)

Mai 3rd, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Nina Gladitz (1946-2021) (Foto: Cicero)Die deutsche Dokumentar­filmerin und Auto­rin Nina Gladitz ist tot. Sie ver­starb am 26. April im Alter von 75 Jah­ren in ihrem Geburts­ort Schwäbisch Gmünd. Dies be­rich­tet die Süd­deut­sche Zeitung. Gladitz ist es zu verdanken, dass 1982 einer breiten Öffentlichkeit be­kannt wurde, dass Leni Riefenstahl in­ter­nierte Sinti und Roma aus dem NS-Zwangs­lager Maxglan als Komparsen be­nutzte (mehr hier).

Später wur­den die zum Filmeinsatz gezwun­ge­nen Sinti und Roma nach Auschwitz de­portiert, nur wenige über­lebten. Gladitz hatte in der für den WDR pro­du­zierten TV-Doku­mentation „Zeit des Schweigens und der Dunkel­heit“ über die Um­stände der Ent­stehung des Riefen­stahl-Films „Tiefland“ be­richtet. Leni Riefenstahl wollte daraufhin die Streichung meh­re­rer Passagen ge­richtlich er­zwingen. Gladitz bekam jedoch in fast allen Punkten Recht. Den­noch nahm ihre weitere Karriere durch den Gerichts­streit erheb­li­chen Schaden, nach eige­nen Angaben erhielt die Doku­mentar­filmerin vom WDR keine weite­ren Aufträge mehr. Zu­dem darf der Film nach An­gaben von Gladitz’ damali­gem Anwalt nicht mehr ge­zeigt werden. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (360)

April 16th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Um 1910 zwang Italien aus­län­di­sche „Zi­geu­ner“, ihre Wä­gen zu ver­kau­fen und Schif­fe nach Bra­si­li­en, Se­ne­gal oder Ägyp­ten zu be­stei­gen.

(Quelle)

Podcast: Der letzte Zeitzeuge aus Worms

April 11th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Transfer TogetherZeitzeugengespräch mit Stefan Köcher, dem letzten Über­le­ben­den des Porajmos in Worms (Rheinland-Pfalz)

Podcast Transfer Together, Folge 33 (1:04:57 min, 47,9 MB)
→Anhören/Download (mp3)


Stefan Körner, der letzte Zeitzeuge aus Worms (Foto: Arbeitsstelle Antiziganismusprävention)Der letzte Wormser Zeitzeuge Stefan Köcher (geb. 1936) hat mit Mit­arbeiten­den der Arbeits­stelle Anti­ziganis­mus­präven­tion der PH Heidel­berg über seine Erfah­rungen und Erin­nerun­gen ge­sprochen. In dem Zeitzeugen­ge­spräch the­mati­siert Herr Köcher die anti­zi­ganis­ti­schen Aus­grenzun­gen gegen seine Person, seine Depor­tatio­nen, wie er sich nach dem Krieg ein neues Leben auf­gebaut hat, seine Ein­schätzung über den Anti­ziganismus in der heuti­gen Gesell­schaft und was er sich für die nach­folgenden Genera­tionen im Um­gang mit der Minder­heit wünscht.

Mehr hier: Der letzte Zeitzeuge aus Worms
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Facts & Figures (357)

März 29th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Politik

1978 prangerte ein Be­richt der Dis­si­den­ten der­ Charta 77 (Do­ku­ment 23) die an Romnja vor­­ge­nom­me­nen Zwangs­ste­ri­li­sa­tionen in der ČSSR an.

(Quelle)

Facts & Figures (356)

März 24th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Während des Zweiten Welt­kriegs wur­de die ge­sam­te Ro­ma-Be­völ­ke­rung Estlands er­mor­det.

(Quelle)

Facts & Figures (355)

März 18th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Ab 1912/13 mussten „No­ma­den“ in Frank­reich an­thro­po­met­ri­sche Aus­wei­se mit Kör­per-/Ge­sichts­ma­ßen (auch Oh­ren- u. Fin­ger­län­gen) bei sich tra­gen.

(Quelle)

Facts & Figures (354)

März 16th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Medien & Presse

Von Nov. 1934 bis April 1941 er­schien Glasul Romilor (Ro­ma-Stim­me), die ers­te pe­rio­di­sche Ro­ma-Zei­tung Ru­mä­ni­ens. Es gab 15 Aus­ga­ben.

(Quelle)

EDUromnja: Frauenmuseum ist online

März 15th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Veranstaltungen & Ausstellungen

EDUromnjaDas virtuelle Dokumentationszentrum zur Geschichte und Ge­gen­wart von Ro­ma-Frau­en in Euro­pa ist online. Ein Pro­jekt der Ini­tia­ti­ve Ro­ma­ne Romnja

Die EDUromnja ist ein virtuelles Dokumentations­zentrum, ein Online-Museum zur Ge­schichte und gegen­wär­ti­gen Situa­tion von Roma- und Sinti-Frauen in Euro­pa. Der Name setzt sich aus den Worten EDU (für Bildung und Unter­hal­tung) und Romnja (weibliche Form von Roma) zu­sammen, um zu ver­deut­lichen, dass so­wohl Aspekte der Infor­mations­ver­sor­gung als auch der Unter­haltung berück­sich­tigt werden. Ge­boten wird eine Sammlung selbst­bestimm­ter sozial-, kultur- und alltags­geschicht­li­cher Zeug­nisse, illustriert durch Objekte, Fotos, Plakate, Schrift­stücke sowie Film- und Ton­dokumente, die online zur Ver­fü­gung stehen.

EDUromnja ist ein virtuelles Konstrukt, das ausschließ­lich im Netz exis­tiert und Ob­jekte zeigt, die in der Realität kein Teil regulärer Museums­program­me oder ande­rer Aus­stellungen sind. Dass sie dies NICHT sind, zeigt die Not­wendig­keit von EDUromja, denn bisher erhielt die Geschichte und Situa­tion der Sinti- und Ro­ma-Frauen wenig Auf­merksam­keit in der wissen­schaftli­chen Doku­mentation und in den regulä­ren Program­men von Museen und Archiven.

EDUromnja ist ein Projekt der Initiative Romane Romnja – einer Initia­tive, die 2010 von Sinti- und Roma-Frauen ge­grün­det wurde. Sie ver­folgt das Ziel, das histori­sche Erbe der Romnja zu be­wahren und gleich­zeitig neue, authen­ti­schere Bilder zu schaffen. Die Initia­tive Romane Romnja mit ihrem Pro­jekt EDUromnja sieht sich auch als Kom­petenz­zentrum zur Geschichte und Situation der Roma-Frauen. Read the rest of this entry »

Ö1: Geschichte einer Auslöschung

März 3rd, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

BuchcoverEin umfangreiches historisches Werk do­ku­men­tiert die Ver­gan­gen­heit der Volks­grup­pe der Ro­ma im Bur­gen­land.

→Anhören (online bis 5.3.2021)

Ö1 Punkt eins | Gäste: Dr. Gerhard Baumgartner, Historiker, wissenschaftlicher Leiter des Doku­men­tations­archivs des öster­rei­chi­schen Widerstandes & Mirjam Karoly, Polito­login, Roma-Ak­tivistin. Ge­stal­tung und Mo­de­ra­tion: Andre­as Ob­recht.

Vor 1938 lebten im Burgenland in 120 Siedlungen rund 8.000 Men­schen der Volks­gruppe der Roma. Schon kurz nach dem „Anschluss“ be­gann die Ver­folgung durch das natio­nal­sozialis­ti­sche Regime, die schließ­lich zur systematischen Vernichtung in Arbeits- und Kon­zentra­tions­lagern führte. Nach der De­portation wur­den die meis­ten Roma-Sied­lungen ab­gerissen oder nieder­gebrannt. Nicht ein­mal zehn Pro­zent der Roma über­lebten die natio­nal­sozia­listi­sche Tyrannei – als sie zurück­kehrten stan­den sie vor den Trümmern ihrer eige­nen Geschichte, die dem Ver­gessen preis­ge­geben war.

Erst 1993 erfolgte die offizielle Anerkennung der Roma als sechste öster­reichi­sche Volksgruppe. 1995 erschüt­terte der bestia­li­sche, rassistische Mord des Bomben­atten­täters Franz Fuchs an vier Män­nern in Oberwart die Öf­fent­lich­keit und führte zu einer ver­stärk­ten schritt­wei­sen Auf­arbeitung der Geschichte der Volks­gruppe.

Nun haben die Historiker Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl eine um­fang­reiche Doku­mentation über die ehemals 120 Ro­ma-Sied­lun­gen im Burgenland vor­gelegt. Read the rest of this entry »

#otd1945: Kinderverse aus Buchenwald

Februar 26th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

Buchenwald - Seitenauszug aus dem Gedichtbuch von Johann (Mongo) Stojka, 1945 (Foto: Kazerne Dossin in Mechelen/buchenwald.de)) „Wir kommen doch noch einmal raus“

#otd1945 – Heute im Jahr 1945: Die Stif­tung Gedenk­stät­ten Buchenwald und Mit­­tel­­bau-Dora be­rich­tet im heu­ti­gen Bei­trag in ihrem On­line­pro­jekt #otd1945 („on this day 1945“) von den KZ-Ge­­dich­ten und -Skiz­zen des ge­rade mal 15-jäh­­ri­gen Jo­hann (Mongo) Stojka.

In einem behelfsmäßigen Büchlein hielt ein Junge durch Verse und Zeich­nun­gen seine Erfah­run­gen fest. Es ist ein kind­li­cher Blick auf eine inhumane Welt. „Warst du im Lager Buchen­wald, da oben ist es gar so kalt“, so der An­fang des Gedichts vom 26. Febru­ar 1945. Ver­fasser war Johann Stojka, ein 15-jäh­riger öster­rei­chi­scher Rom.

Nach der Auflösung des „Zigeuner-Familienlagers“ in Ausch­witz-Bir­kenau kam er mit seinem jün­geren Bruder Karl im August 1944 nach Buchen­wald. Dort hatte die SS für die jüngs­ten und schwächs­ten Sinti und Roma keine Ver­wen­dung und stellte einen Rück­transport zur Ermordung zu­sammen. Johann und Karl blieben zurück, da ver­meint­lich krank und somit „nicht tran­sport­fähig“. Diese Einstufung rettete beiden das Leben. Hoff­nungs­voll endet das Gedicht mit den Worten: „Wir kom­men doch noch einmal raus“. Die Brüder ge­hörten zu den weni­gen ihrer Großfamilie, die den Genozid an den Sinti und Roma, den Porajmos, überlebten.

(Text: Stefan Lochner auf liberation.buchenwald.de)

Literatur:
Mongo Stojka, Papierene Kinder. Glück, Zerstörung und Neubeginn einer Roma-Familie in Österreich, Wien 2000.
Karl Stojka u. Reinhard Pohanka, Auf der ganzen Welt zu Hause, Wien 1994.

Anm. der dROMa-Red.:
Johann (Mongo) Stojka, der als Musiker und Autor Bekanntheit er­lang­te, ent­stamm­te einer bedeu­ten­den öster­reichi­schen Lovara-Fa­milie und war eine der pro­minen­tes­ten und einfluss­reichs­ten Roma-Per­sön­lich­keiten Öster­reichs. Read the rest of this entry »