Rassismus & Menschenrechte
Mai 10th, 2023 |
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Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Amnesty International: Versäumnis, gegen Roma-Diskriminierung vorzugehen, bringt die Slowakei „auf Kollisionskurs mit dem Europäischen Gerichtshof“
Als Reaktion auf das Versäumnis des slowakischen Parlaments, eine Änderung des Schulgesetzes zu verabschieden, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Diskriminierung von Roma-Kindern vorsieht, sagte Rado Sloboda, Direktor von Amnesty International Slowakei:
Das slowakische Parlament hat heute eine entscheidende Chance verpasst, Maßnahmen zu verabschieden, die die ungesetzliche Segregation von Roma-Kindern im Bildungswesen beenden. Indem die Slowakei nicht für einen Änderungsantrag gestimmt hat, der darauf abzielt, systematische Diskriminierung im Bildungswesen zu verhindern, hat sie die Hoffnung auf einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung für Roma-Kinder zunichte gemacht und sich auf Kollisionskurs mit dem Europäischen Gerichtshof begeben.
Trotz positiver Maßnahmen in dem geänderten Gesetz, wie der Bereitstellung einiger Unterstützungsmaßnahmen und des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz, bleibt die heutige Novelle weit hinter dem zurück, was notwendig ist, um die Verpflichtungen des Staates zum Schutz der Rechte von Roma-Kindern zu erfüllen. Ohne konkrete Maßnahmen zur Aufhebung der Segregation werden diese Änderungen nicht ausreichen, um diskriminierende Praktiken zu bekämpfen, so dass Roma-Kinder in der Slowakei weiterhin zur Segregation im Bildungswesen verurteilt sind.
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Mai 9th, 2023 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Erklär mir die Psychologie des Rassismus, Arnd Florack
#119 Erklär mir die Welt, Podcast-Folge vom 2.7.2020
Wie entstehen Vorurteile im Kopf? Die Psychologie hinter Rassismus, erklärt von Univ.-Prof. Arnd Florack. Jede und jeder von uns hat sie. Als Gesellschaft können wir trotzdem etwas dagegen tun.
Arnd Florack ist stellvertretender Vorstand des Institut für Arbeits-, Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der Universität Wien. Er beschäftigt sich in seiner Forschung mit Stereotypen und Vorurteilen, aber auch mit Konsum.
Ein Studienlink zur Sendung (engl.): →Aversive Racism and Contemporary Bias
(Text und Sendung: Andreas Sator/Erklär mir die Welt)
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Mai 3rd, 2023 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Deutsches Institut für Menschenrechte (Hg.): Rassismus in der Strafverfolgung. Von der Notwendigkeit struktureller Veränderungen, 2. korr. Aufl., Berlin, Feb. 2023, 104 S.
→Download (pdf)
Dieser Reader versammelt Fachbeiträge, die im Rahmen des dreijährigen Projekts „Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus – Stärkung von Strafverfolgung und Opferschutz“ entstanden sind und bündelt die Analysen, Erkenntnisse und Erfahrungen aus den zwei im Zeitraum 2017 bis 2022 durchgeführten Projekten des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) zu Rassismus und Antisemitismus im Kontext von Strafverfolgung und Opferschutz.
Den gegenwärtigen Realitäten antiziganistischer Polizei- und Justizpraxen und ihren historischen Verbindungen widmet sich Anja Reuss in ihrem Beitrag „Antiziganismus und polizeiliche Datensammlungen“ (S. 51–56).
(Text: www.institut-fuer-menschenrechte.de)
April 29th, 2023 |
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Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte
275 Frauen wurden in Tschechien bisher für gesetzwidrige Sterilisierungen entschädigt
Bisher wurden 275 Frauen in Tschechien für gesetzwidrige Sterilisierungen entschädigt. Das Gesundheitsministerium erhielt seit dem vergangenen Jahr 630 Anträge, drei Viertel davon wurden erledigt. Dies teilte die Regierungsbevollmächtigte für die Roma-Minderheit, Lucie Fuková, am Sonntag mit. Die Roma-Organisationen beschwerten sich im vergangenen Jahr darüber, dass das Ministerium als Beleg für die Entschädigung nur die Patientenakte anerkennt. Die Regierungsbevollmächtigte für die Menschenrechte, Klára Šimáčková Laurenčíková, sagte vor kurzem gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK, dass eine Beweisausweitung erwogen wird. Fuková will sich wegen eventueller Entschädigung für Sterilisierungen, die während der Existenz der Tschechoslowakei in der Slowakei durchgeführt worden sind, an ihren slowakischen Amtskollegen wenden.
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April 27th, 2023 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Gespräch über impliziten und expliziten Rassismus
Mitmischen – der ZARA-Podcast, 20. März 2023
In dieser Spezialfolge spricht Alexander Osman mit Saška Dimić von HÖR (Hochschüler*innenschaft österreichischer Roma und Romnja) und Ramazan Yıldız von ZARA über ihre Erfahrungen zum Thema „Diskriminierung im Bereich Güter und Dienstleistungen“. Sie teilen teils private Eindrücke, die sie geprägt haben und zur Arbeit im Bereich Anti-Rassismus bewogen haben. Dabei zeigen sie auf, wie wichtig es ist, Gegenrede zu praktizieren und sich miteinander zu solidarisieren. Wir unterhalten uns auch über Superkräfte, nicht-weiße Menschen in der Popkultur und was es braucht, um gegen Diskriminierung und Rassismus zu kämpfen.
(Text: ZARA)
April 24th, 2023 |
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Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Schulische Diskriminierung von Roma-Kindern: Europäische Kommission erhebt Anklage gegen die Slowakei
RTVS: Die Europäische Kommission hat am Mittwoch, den 19. April, die Slowakei wegen der Segregation von Roma-Kindern in Schulen beim Gerichtshof der Europäischen Union verklagt. Die Kommission weist dabei auf die Richtlinie zur Anwendung des Grundsatzes der Gleichbehandlung ohne Unterschied der Rasse oder der ethnischen Herkunft hin. In der Slowakei werden laut der Klageschrift die Roma-Kinder allzu oft auf Sonderschulen für Kinder mit geistiger Behinderung geschickt. Außerdem sei es üblich, dass Roma-Kinder in segregierten Klassen am Unterricht teilnehmen. Die Slowakei habe zwar laut der Europäischen Kommission seit 2015 mehrere Reformen unternommen und Aktionspläne zur Beseitigung der sozialen Ausgrenzung von Roma ins Leben gerufen, diese seien jedoch bisher nur unzureichend umgesetzt worden. Read the rest of this entry »
April 9th, 2023 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Neue Narrative von jungen Rom:nja und Sinti:zze
Radio Radieschen, April 2021
Am 8. April [Anm.: 2021] wird das 50. Jubiläum des Internationalen Tages der Roma begangen. An diesem Aktionstag wird weltweit die Kultur der Rom*nja gefeiert und auf ihre Diskriminierungen und Verfolgung aufmerksam gemacht. Obwohl Rom*nja und Sinti*ze bereits seit dem 15. Jahrhundert in Österreich leben, wird ihre Geschichte noch immer nicht als Teil der österreichischen Geschichte betrachtet. Damit verhärten sich die Vorurteile und Rassismen die sich über die Jahrhunderte in der Mehrheitsgesellschaft eingenistet haben.
Während die ältere Generation der Rom*nja und Sinti*ze ihre kulturelle Herkunft oft geheim gehalten hat, um sich vor Anfeindungen, Diskriminierungen und Gewalt zu schützen, tritt die junge Generation selbstsicher auf. Read the rest of this entry »
April 8th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Radio Stimme zum Internationalen Tag der Roma (8.4.2021)
Die Sendung der Initiative Minderheiten
Am 8. April ist Internationaler Tag der Roma. Aus diesem Anlass spricht Radio Stimme zum einen mit Atanas Stoyanov von Phiren Amenca über Antirassismus-Arbeit und die europaweite Unterstützung von Roma-Jugendlichen und zum anderen mit dem Historiker Gerhard Baumgartner über die im Nationalsozialismus zerstörten Romasiedlungen im Burgenland. Außerdem räumt Radio Stimme auf mit dem faulsten aller Argumente („das wird man ja wohl noch sagen dürfen) und seziert die gewaltvolle Dimension von Fremdbezeichnungen und diskriminierender Sprache. Und es gibt sogar noch mehr zu hören, nämlich eine breite Palette unterschiedlichster Musik von Rom*nja!
Gestaltung: Julia Schönherr, Mahsima Kalweit, Petra Permesser, Veza Govorcin
(Text und Beitrag: Radio Stimme, 2021)
April 4th, 2023 |
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Rassismus & Menschenrechte
Eine positive Zukunft beginnt mit einem Zuhause
Nach der verheerenden Erdbeben-Katastrophe sind zwei Roma-Gemeinschaften, die Doms und die Abdals, die am meisten gefährdete Gruppe unter den Überlebenden. Ein großer Teil hat Schwierigkeiten beim Zugang zu Hilfsleistungen.
Eine Bedarfsanalyse der türkischen Organisation Zero Discrimination Association.
Zwei Erdbeben der Stärke 7,8 und 7,5 auf der Richterskala erschütterten am 6. Februar 2023 den Südosten der Türkei und Syrien. Das Epizentrum des ersten Bebens lag in Kahramanmaraş und verwüstete elf türkische Provinzen, darunter Hatay, Adıyaman, Malatya und Şanlıurfa. Bei diesem tödlichsten Erdbeben des Jahrhunderts, das die Türkei veranlasste, die Alarmstufe 4 und den Notstand auszurufen, verloren 46.000 Menschen ihr Leben. Mehr als 100.000 Menschen wurden verletzt und 2 Millionen Menschen wurden durch die Katastrophe ins Landesinnere vertrieben. Die Weltbank schätzt den direkten Schaden auf 34,2 Milliarden Dollar, 203.958 Gebäude sind eingestürzt oder beschädigt.
Im Zusammenhang mit der verheerenden Katastrophe sind zwei Roma-Gemeinschaften, die Doms und die Abdals, die am meisten gefährdete Gruppe unter den Überlebenden. Diese Gruppen stehen vor einer größeren Herausforderung bei der Bewältigung der Folgen der Katastrophe. Zwar gibt es keine offizielle Volks- oder Gruppenzählung über die Zahl der Roma, doch leben in den betroffenen Provinzen schätzungsweise 100.000 Doms und Abdals. Diese Gemeinschaften sind in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Beschäftigung benachteiligt. Die meisten haben Probleme bei der Wahrnehmung ihrer Rechte (Bildung, Gesundheit, Beschäftigung, Wohnen, Lebensstandard, Rechte der Kinder, Rechte der Frauen). Dies führt zu Marginalisierung und sozialer Ausgrenzung. Read the rest of this entry »
März 30th, 2023 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Der Standard: THEMA DES TAGES, 24.3.2023
Werden Menschen mit ausländisch klingendem Namen am Wohnungsmarkt schlechter behandelt? Zwei STANDARD-Redakteurinnen wagen ein Selbstexperiment
„Guten Tag, ich würde mich sehr für eine von Ihnen inserierte Wohnung interessieren. Ich bin Angestellte und suche eine kleine Single-Wohnung. Ich würde mich sehr über eine Besichtigung freuen!“ Mit diesem Text kontaktierten die STANDARD-Redakteurinnen Muzayen Al-Youssef und Franziska Zoidl über 100 Vermieterinnen und Makler.
Der Text der Anfragen ist identisch – es gibt nur einen Unterschied: ein Name klingt österreichisch, der andere nicht. Wie wirkt sich das auf ihre Wohnungssuche aus? Franziska Zoidl aus der STANDARD-Immobilienredaktion und Muzayen Al-Youssef aus der STANDARD-Innenpolitikredaktion decken auf, wie Maklerinnen und Vermieter in Österreich Menschen mit ausländisch klingendem Namen diskriminieren.
(Beitrag und Text: Thema des Tages)
März 25th, 2023 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Podcast Made in Vielfalt, 20.3.2023
Was macht Sinti und Roma so anfällig für Diskriminierung?
„Dich erwartet nichts Tolles, wenn du sagst, dass du Rom bist.“ Das haben Radoslav Ganevs Eltern und sein Umfeld ihm seit frühester Kindheit mitgegeben. Seine ethnische Zugehörigkeit hat er deshalb lange Zeit verheimlicht. Auf einer Podiumsdiskussion, wo es um seine Kompetenz als Politikwissenschaftler ging, wurde er zum ersten Mal als bulgarischer Rom angekündigt. Für ihn war das eine unangenehme Überraschung, die gleichzeitig zum Beginn seines Aktivismus wurde. Mittlerweile engagiert sich Radoslav im von ihm gegründeten Münchner Verein RomAnity. Zusammen mit seinen Mitgliedern widerlegt er Klischees, mit denen Sinti und Roma bedacht werden, und möchte über die Vielfältigkeit dieses Sammelbegriffs informieren.
Annarina und Lukas sprechen mit ihm über Radoslavs Selbstwahrnehmung als Rom, über Bildungsarbeit und das falsche Bild über Sinti und Roma, das in vielen Medien noch präsent ist.
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März 23rd, 2023 |
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Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
ZARA: Rassismus-Report 2022 (März 2023)
→Download (pdf)
ZARA (Verein für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) berichtet im Rassismus-Report alljährlich über rassistische Übergriffe und Vorkommnisse in Österreich. Er ist eine wichtige Informationsquelle für nationale und internationale Organisationen und die einzige qualitative Datenquelle zu allen Formen von Rassismus in Österreich. Die ausgewählten, detailliert dargestellten und anonymisierten Einzelberichte repräsentieren die Qualität und Strukturen von Rassismus in Österreich. Im Report finden Sie Beiträge von Expert*innen, Fallbeispiele und eine ausführliche Datenanalyse.
(Text: ZARA)
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März 21st, 2023 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

„Am 17. März starb unser Gründer und Vereinsvater, Freund und langjähriger Initiator unserer Menschenrechtskampagnen, Tilman Zülch, im Alter von 83 Jahren in Göttingen. Wir sind tief betroffen über diesen Verlust. Mit unseren Gedanken sind wir bei seinen Angehörigen und Freunden in aller Welt“, teilt Burkhard Gauly, Bundesvorsitzender der Gesellschaft für bedrohte Völker mit.
Tilman Zülch war ein Visionär der Menschenrechtsarbeit. Sein Blick auf das Schicksal von verfolgten ethnischen und religiösen Minderheiten sowie indigenen Völkern, sein selbstloses Engagement gegen Völkermord und Vertreibung stehen heute beispielhaft für internationale Menschenrechtsarbeit. Denn die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass gerade Minderheiten, Völker ohne Staat und indigene Völker oftmals schutzlos der Verfolgung und Bedrohung, gar der Vernichtung ausgesetzt sind. Dass sie eine internationale Lobby brauchen, die vehement für sie eintritt, war eine der Grundüberzeugungen von Tilman Zülch. Für ihn, geboren in Deutsch-Liebau, mit seiner Familie vertrieben und geprägt durch die Erfahrungen des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit, stand fest, dass das Wissen um die Shoa dazu verpflichtet, heute Verantwortung zur Verhinderung von Genozid und Gewalt zu übernehmen. Diese Prinzipien und Tilman Zülchs Haltung, den Menschen in den Blick zu nehmen, Empathie zu empfinden und zu zeigen, auch selbstlos Menschen in Not zu helfen, werden wir als Gesellschaft für bedrohte Völker in unserem täglichen Einsatz für Verfolgte in aller Welt beherzigen. Read the rest of this entry »
März 16th, 2023 |
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Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Rechtsterrorismus in Deutschland – Von der Nachkriegszeit bis heute
SWR2 Wissen. Von Rainer Volk, 18.2.2023
Drei Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 mit neun Opfern (Anm.: drei davon Roma) fragen viele, ob Staat und Gesellschaft Nazi-Terror lange verharmlost haben. Ein Blick in die Geschichte Deutschlands zeigt: ja.
Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/rechtsterrorismus-deutschland
(Beitrag und Text: SWR2)
März 14th, 2023 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Eleonora Roldán Mendívil & Bafta Sarbo (Hrsg.): Die Diversität der Ausbeutung. Zur Kritik des herrschenden Antirassismus, 3. Aufl., Berlin 2023, 200 S. [→Karl Dietz Verlag Berlin]
In Deutschland wird von Antidiskriminierungsstellen bis zur radikalen Linken ein liberaler Rassismusbegriff vertreten, der vor allem auf Repräsentation, Inklusion und Diversität setzt. Wie Klasse und Rasse zusammenhängen, wird aktuell so gut wie nicht diskutiert. Dabei gibt es durchaus eine kritisch-marxistische Tradition der Rassismusforschung. Der Band will diesen Fundus heben. Hierzu werden historische und aktuelle Diskussionen aus dem englischsprachigen Raum rezipiert sowie aus deutschsprachigen marxistischen Wissensarchiven aktualisiert. Gleichzeitig bietet das Buch eine politische Intervention in die aktuelle Debatte um strukturellen und institutionellen Rassismus – ob auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Polizei – und präsentiert Alternativen zum liberalen Antirassismus, indem ein marxistischer Rassismusbegriff in Theorie und Praxis vorgestellt wird.
Mit Beiträgen von: Celia Bouali, Sebastian Friedrich, Fabian Georgi, Eleonora Roldán Mendívil, Lea Pilone, Bafta Sarbo, Hannah Vögele und einem Vorwort von Christian Frings
Zu den Herausgeberinnen:
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März 9th, 2023 |
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Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Wie Rassismus und Diskriminierung auf die Gesundheit wirken
Quarks Daily – Wissenspodcast des WDR, 5.1.2023 [Beitrag: Min. 1.00 bis 7.37]
Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit können die Gesundheit beeinflussen, und wie genau das miteinander zusammenhängt und wie das Problem angegangen werden kann, hören Sie in dieser Podcast-Folge von Quarks Daily.
Link zu dieser Folge:
Macht Diskriminierung kränker? – Das Fachmagazin „The Lancet“ hat eine Serie mit insgesamt vier Untersuchungen zum Zusammenhang von Rassismus, Diskriminierung und Gesundheit veröffentlicht: www.thelancet.com
(Text und Sendung: WDR)
Siehe auch:
Podcast: Diskriminiert in der Medizin, 18.2.2023
März 2nd, 2023 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Das Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS) hat die Resultate der „Erhebung zum Zusammenleben in der Schweiz 2022“ veröffentlicht. Die gute Nachricht zuerst: Seit der ersten Umfrage 2016 verringerte sich der Anteil der Befragten, die angaben, sich durch „anders empfundene Personen“ gestört zu fühlen, von 36,3% auf 31%.
Und nun die schlechte: „Auf großes Unwohlsein stößt laut der Befragung immer noch die fahrende Lebensweise [von Sinti und Roma und weiteren Gruppierungen]. Während all die anderen Gründe in den letzten beiden Jahren leicht zurückgingen, haben die Statistiker hier sogar eine leichte Zunahme festgestellt.“ [Zofinger Tagblatt]

Februar 23rd, 2023 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Antiziganismus in den Medien – Darstellungsweisen sowie Möglichkeiten einer kritischen Medienkompetenz
Nur wenig gesellschaftliches Bewusstsein gibt es bislang für die spezifische Rassismusform Antiziganismus. Ein Verbundprojekt der PH Heidelberg untersucht, welche Bedeutung öffentliche Medien für die Reproduktion von Antiziganismus haben. Erforscht wird auch, wie Medien für eine Rassismus-kritische Lehrer:innenbildung genutzt werden können. Auf dieser Basis sollen Onlinetools entwickelt werden, um das Thema Antiziganismus systematisch in die Lehrer:innenbildung zu implementieren. Das Projekt wird in Kooperation mit der Universität Heidelberg und externen Partnern von Januar 2023 bis März 2026 durchgeführt.
Das Verbundprojekt „Mediale Antiziganismen – Von der interdisziplinären Analyse zur kritischen Medienkompetenz“ (MeAviA) wird von Prof. Dr. Melanie Kuhn und Prof. Dr. Bettina Degner sowie ihren Mitarbeitenden von der Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der Pädagogischen Hochschule Heidelberg durchgeführt. Sie kooperieren dabei mit Wissenschaftler:innen der Universität Heidelberg: Mit Prof. Dr. Michael Haus, der die Heidelberg School of Education und das Institut für Politische Wissenschaft als Verbundleitung vertritt, mit Prof. Dr. Sarah Burnautzki vom Romanischen Seminar und Dr. Radmila Mladenova von der Forschungsstelle Antiziganismus. Außerdem arbeiten sie mit Einrichtungen und Medienzentren zusammen, die mit der Thematik befasst sind, wie etwa dem Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma.
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Februar 21st, 2023 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Radmila Mladenova: The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film (=Antiziganismusforschung interdisziplinär – Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Band 3), Heidelberg University Publishing, Heidelberg 2022. [CC BY-SA 4.0]
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Die Studie widmet sich einem in der Filmwissenschaft bislang vernachlässigten Thema: dem ‚Zigeuner‘-Phantasma auf der Kinoleinwand. Sie verbindet die Rekonstruktion der Geschichte der ‚Zigeuner‘-Darstellungen im Film seit den Anfängen des Mediums mit einer systematischen filmtheoretischen Verortung ihrer ästhetischen und gesellschaftlichen Funktion. Auf der Grundlage von über 150 Werken aus dem europäischen und US-amerikanischen Kino wird aufgezeigt, dass den ,Zigeuner‘-Spielfilmproduktionen unabhängig von Ort und Zeit ihrer Entstehung das Grundgerüst einer ,ethno-rassischen‘ Maskerade gemeinsam ist. Read the rest of this entry »
Februar 18th, 2023 |
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Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
NDR-Podcast Synapsen: Diagnose: Rassismus – Diskriminiert in der Medizin
Wissenschaftsjournalistin Yasmin Appelhans ist der Frage nachgegangen, wie rassistisch unser Gesundheitssystem ist. Im Gespräch mit Host Lucie Kluth spricht sie zum Beispiel über alte Vorurteile, die auch heute offenbar noch immer zu „Diagnosen“ wie „Morbus Bosporus“ oder dem „Mamma-Mia-Syndrom“ werden. Und auch in der Forschung muss sich einiges verändern, damit das Gesundheitssystem nicht mehr diskriminierend ist und damit nicht weiterhin der weiße Mann im Fokus sämtlicher Untersuchungen bleibt – denn es kommt immer wieder vor, dass zum Beispiel Menschen mit Migrationsgeschichte teilweise gar nicht oder zu spät behandelt werden. Inwiefern beeinflusst also die Herkunft die Gesundheit?
(Text und Sendung: NDR)