Facts & Figures (476)

Juli 24th, 2023  |  Published in Facts & Figures

100 Jahre Türkei: In Ana­to­li­en le­ben ne­ben Mil­lio­nen tür­ki­schen Roma (Roman) auch die ver­wand­ten Eth­ni­en Dom und Lom.

(Quelle)

Małgorzata Mirga-Tas: Sivdem Amenge

Juli 22nd, 2023  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

MMT Baba Joozefa Kierel (Ausstellung Brücke-Museum, 2023)Sivdem Amenge. Ich nähte für uns.
I sewed for us.


Ausstellung von Małgorzata Mirga-Tas
Bis 3. Sept. 2023, Brücke-Museum in Berlin

Małgorzata Mirga-Tas (*1978 in Zakopane, Polen) schafft groß­forma­tige, farben­prächtige Textil­collagen und Gemälde. In ih­rer ers­ten Einzel­aus­stel­lung in Deutsch­land tritt sie in einen künst­le­ri­schen Dialog mit der histori­schen Samm­lung des Brücke-Mu­se­ums.

Ihre Arbeiten thematisieren historische Erzählungen, aber auch zeitgenös­sische Er­fahrun­gen von Rom*nja. Oft stellt die Künst­lerin all­tägliche Szenen aus deren Leben dar, die mit stereo­typen Fremd­dar­stellun­gen brechen und diesen eine neue, selbst­bewusste Rom*nja-Iko­no­grafie ent­ge­gen­stellen. Gemein­schaft, Familie, Schwestern­schaft und Ge­schlech­ter­ver­hält­nisse sind zentrale Motive ihres künst­leri­schen Oeuvres. Die Pro­tago­nist*in­nen sind oft­mals Personen, die der Künstlerin nahe­stehen: Familien­mitglieder, befreun­dete Künst­ler*in­nen und andere wichtige Per­sönlich­keiten der Rom*nja-Com­mu­nity.

Mirga-Tas ist Bergitka-Romni und wuchs in einer Rom*nja-Sied­lung im polnischen Czarna Góra auf. Ihre künst­le­rische Tätig­keit ist eng mit ihrem Aktivis­mus für die Belan­ge der Rom*nja ver­bunden.  Denn deren Dar­stellung ist seit Jahr­hun­der­ten durch den Blick von Nicht-Rom*­nja geprägt und re­pro­duziert – wie bei­spiels­weise in Bildern von Otto Mueller – häufig un­reflektiert rassisti­sche Klischees.

In ihren Arbeiten bezieht sich Mirga-Tas auf diese problematischen histori­schen Bilder und ver­handelt sie neu. Read the rest of this entry »

Romani Ora (20.7. und 21.7.2023)

Juli 21st, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 20.7.2023 (mp3)

Im Tagesthema erwartet Sie diesmal ein Beitrag zum Thema „Mehr Sprachen – mehr Chancen“ – einer Po­diums­dis­kus­sion, die an­lässlich des Jubiläums­jahres des Zwei­spra­chigen Bundes­gym­na­siums (ZBG) Oberwart (Website) ver­anstal­tet wurde. Und Peter Horvath er­zählt heute in „Mri his­to­rija“, wie er die Jahre vor und nach dem Zwei­ten Weltkrieg als Rom im Burgenland ver­bracht hat. Mo­de­riert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 21.7.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ am Freitag mit dem Veranstaltungs­kalen­der/Mu­latin­tschage. Fa­shion-Trends und Fas­hion-Hauls wer­den vor allem jungen Men­schen über die sozialen Medien vor­ge­lebt. Wie viel und was davon die Teenager über­nehmen und nach­machen, hören Sie in der heu­tigen Aus­gabe von „Young, wild and free – le ternenge“.

Armenpfarrer Wolfgang Pucher verstorben

Juli 20th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Religion

Pfarrer Pucher (Foto: VinziWerke)In tiefer Trauer und großer Bestürzung geben die Vinzi­Werke be­kannt, dass ihr Grün­der und Weg­weiser, Seel­sorger und Freund, Pfar­rer Wolf­gang Pucher am gest­rigen Mitt­woch über­ra­schend ver­stor­ben ist.

Er hinterlässt einen Bruder und dessen Familie. In dieser schwie­rigen Zeit gilt ihnen un­ser Beileid. Pfarrer Pucher hinter­lässt aber auch un­zäh­li­ge Mitb­rüder bei den Lazaristen, Mit­glieder der Pfarr­ge­meinde, Weg­beglei­ter, hun­derte haupt- und ehren­amtliche Mit­arbei­ter*in­nen, deren In­spiration er war und nicht zuletzt tau­sende Men­schen, denen er eine Stimme ge­ge­ben hat, für die er sich mit un­er­bitt­li­chem Willen kom­promiss­los ein­ge­setzt und denen er mit seinen un­konven­tio­nellen Lösungs­ansätzen schluss­endlich Obdach, eine Per­spektive und ein „vin­ziges“ Stück Hoff­nung ge­schenkt hat. Er hat sein Leben in die Beru­fung des heili­gen Vinzenz von Paul und des seli­gen Frédéric Ozanam und somit in den Dienst an den Ärmsten in der Gesell­schaft ge­stellt.

(Text: VinziWerke, 20.7.2023)

Facts & Figures (475)

Juli 20th, 2023  |  Published in Facts & Figures, Romani

1844 veröffentlichte Enrique Trujillo das ers­te in Spanien heraus­ge­ge­be­ne Ro­ma­ni-Wörter­buch (Spa­nisch–Ro­ma­ni/Caló). Es ent­hält zahl­rei­che er­fun­de­ne Wörter.

(Quelle)

Romani Ora (18.7. und 19.7.2023)

Juli 19th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 18.7.2023 (mp3)

Im Tagesthema stellt Ihnen Marcel Horvath den Oberwar­ter Künstler und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­ten Gerhard Unger vor. Und in der Rubrik „Min­den­feli­tiko“ prä­sen­tieren wir Ihnen coole Tipps gegen heiße Tage. Durch die Sen­dung führt Sie wie immer Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 19.7.2023 (mp3)

In der heutigen „Romani Ora“ hören Sie im Tagesthema einen Bei­trag über MIPO OW, ein Infor­mations­blog, der Nach­richten in und rund um Oberwart in Echt­zeit postet. In der Jugend­sen­dung berich­tet Adi Gussak über den ers­ten Teil des „Power Me Podcast“.

Sprache: Triumph des Willens

Juli 18th, 2023  |  Published in Romani, dROMa (Magazin)

Unterricht: Kinder in Elda (Alicante) lernen einige Wörter Caló, 2023 (Foto: CEIP Virgen de la Salud)Das Caló – die Sprache der Gitanos

Im Gegensatz zu vielen anderen Sprachen, die be­drängt und ver­drängt wurden, hat sich das Romani der Gitanos nicht ein­fach auf­ge­löst. Statt­dessen hat es in Spanien in neuer Form, als so­ge­nann­te Misch­spra­che, über­dauert.

Je nach Umgebungssprache (Spanisch, Katalanisch, Bas­kisch) ent­stand so in Spanien ein ganzer Strauß an Sprachen: das spani­sche Caló, das Caló catalán in Katalonien und das Erromintxela im Baskenland. Von Spanien aus ge­langte das Caló auch nach Portugal (Calão), nach Süd­frankreich und Lateinamerika, wo es eigene Wege ein­schlug.

Dieser Vorgang fasziniert die Wissenschaft bis heute; nicht zuletzt, weil er sich in ähn­licher Weise auch in anderen Rand­ge­bieten Europas, in Groß­britannien oder Skan­dinavien, voll­zog. Der Begriff der Sprach­wissen­schaft hierfür ist Pararomani. Das sind Sprachen, die zwar ihre alte gram­mati­ka­lische Struktur auf­ge­ge­ben, ihren Roma­ni-Wort­schatz aber in großen Teilen bei­be­halten haben: Gram­matik und Lexik (Wortschatz) stammen aus unter­schied­li­chen Sprachen.

Heute ist das einstige Caló meist nur noch in Resten vorhan­den und manche Kom­men­ta­toren sehen es bald völlig ver­schwinden. Aber das hieß es bereits vor 200 Jahren, als sich die ersten – von der Romantik in­spirier­ten – Sprach­forscher für die geheim­nis­volle, ver­meint­lich ster­bende Sprache der Gitanos zu interes­sieren be­gannen. Read the rest of this entry »

Romani Ora (17.7.2023)

Juli 17th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 17.7.2023 (mp3)

Am „Romani Ora“-Musik­montag, prä­sen­tiert von Tina Nardai, ist heute Mariella Mehr (1947–2022), Schrift­stellerin und jenische Volks­grup­pen­an­ge­hö­rige aus der Schweiz, Thema in „Kultura het­vi­nate / Kultur am Montag“. Außer­dem stehen wie immer die inter­natio­nalen Volks­gruppen­nach­rich­ten auf dem Pro­gramm der Sen­dung.

Tschechien: Roma-Kinder in Säuglingsheimen

Juli 16th, 2023  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Tschechien: Roma-Kinder landen besonders häufig in Säuglingsheimen (Grafik: Pixabay)Ministeriumsbericht: Keine Pflegefamilien für Roma-Kinder, Hälfte der Kinder in tsche­chi­schen Säuglings­heimen ge­hört der Roma-Min­der­heit an

Fast die Hälfte von Kindern in sogenannten Säuglingsheimen in Tschechien sind Roma. Darüber infor­mierte das tsche­chische Arbeits­mi­nis­te­rium in seinem Jahres­bericht über Heime für Kinder bis drei Jahre. In den ent­spre­chenden Ein­rich­tun­gen lebten im Früh­ling dieses Jahres ins­gesamt 410 Kinder, 189 davon hätten der Roma-Min­derheit angehört, hieß es. In die Heime seien die Kinder zumeist aus sozialen Gründen ab­ge­geben wurden, steht weiter in dem Bericht.

Die Säuglingsheime in Tschechien funktionieren wie Gesundheits­ein­­richtungen. Für den Betrieb dieser Institu­tionen ist Tschechien in der Ver­gangen­heit von­seiten der EU und der UNO immer wieder kritisiert worden. Ende kom­menden Jahres werden die letzten Heime schließen. Um verwaiste und ver­lassene Kinder sollen sich dann Pflegefamilien kümmern.

(Text: Ra­di­o Prag)

Siehe zur Problematik der Roma-Heimkinder in Tschechien auch unse­ren Artikel „Draußen vor der Tür“ in dROMa 68 (2022).

Visuelle Reproduktion des Antiziganismus (2021)

Juli 15th, 2023  |  Published in Hochschulschriften, Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Universität WienRosa Tatzber (2021): Zur visuellen Reproduktion des Anti­zi­ga­nismus

Masterarbeit, Universität Wien (Fakultät für Sozial­wis­sen­schaften), 111 S.

→Zum Download der UB Wien (pdf)

Abstract: Antiziganismus ist ein sozial bedingtes Phänomen, welches seit Jahr­hun­derten zur Dis­kriminie­rung und Ver­folgung von Rom_nja und Sin­t_ize führt. Um Anti­ziganis­mus in seiner gesell­schaft­lichen Be­dingtheit zu ver­stehen, wird auf die Kriti­sche Theorie des Anti­ziganis­mus Bezug ge­nommen, die dessen Ursache nicht in den Betrof­fenen, son­dern in der pathi­schen Pro­jektion der Vor­urteils­haften sieht. Auf­bauend auf diese Thesen wird mit dem Konzept der anti­ziganis­ti­schen Sinn­struktur eine Ver­bindung zur wissens­soziolo­gischen Bild­herme­neutik her­gestellt, um der visuelle Re­pro­duktion von Anti­ziganis­mus in fixierten Bildern nach­zu­gehen. Vor­gestellt werden vier Bild­inter­preta­tio­nen, welche sich mit dem anti­ziganis­ti­schen Poten­zial auf den Ebenen der Bild­gestaltung, der ikono­grafischen Bild­tradition und des Kon­textes (Facebook, VOL.at, Oe24.at, RTL.de, 9Gag.com) befassen. Wesent­lich ist der Aus­gangs­punkt, dass Bilder ikonisch Sinn er­zeugen und dieser nicht voll­ständig in Sprache über­setzbar ist. Daher wurde die Methode der Figurati­ven Hermeneutik nach Michael R. Müller ge­wählt. Deut­lich wird, dass bereits die Choreo­grafie der Bilder Anti­ziganis­mus visuell re­produ­zieren kann und sich diese in die Tradition der Fremd­dar­stellun­gen ein­ordnen lassen. Daher ist eine Sen­sibilisierung für visu­elle Stereotype und das Auf­zeigen von Gegenbildern not­wendig.

Schlagwörter: Antiziganismus / Kritische Theorie / visuelle Soziologie / visuelle Stereotype
Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuerin: Roswitha Breckner

u:theses ist das Hochschulschriften-Repositorium der Universität Wien.

UB Wien: utheses.univie.ac.at/detail/61060

Romani Ora (13.7. und 14.7.2023)

Juli 14th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 13.7.2023 (mp3)

Im Tagesthema lernen Sie heute Josef Schmidt vom Verein Roma-Service kennen. Er ist seit über 30 Jahren in der Volks­gruppen­arbeit aktiv. Als mutter­sprach­licher Romani-Lehrer unter­rich­tet er Burgenland-Ro­mani bzw. Ro­manes an Oberwarts Schulen. In „Mri his­to­rija“ er­forscht Alex Gussak die Ort­schaft Kitzladen im Bezirk Oberwart. Am Mikro­fon: Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 14.7.2023 (mp3)

In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ stehen die Ver­an­stal­tungs­hin­wei­se/Mu­la­tin­tscha­ge und die inter­nationa­len Volks­gruppen­nach­richten auf dem Programm. In der Jugend­sendung „Young, wild and free – le ter­nenge“ be­richtet heute unsere Ferial­prakti­kantin Aly, wo und warum sich junge Menschen ehren­amtlich en­gagieren und wel­chen Vereinen sie in ihrer Freizeit bei­wohnen.

„Kinder vor Rassismus schützen!“

Juli 13th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

POWER ME Podcast #2 mit Maryam Haschemi Yekani, Sept. 2022

In dieser Folge ist Maryam Haschemi Yekani zu Gast. Sie ist Rechts­an­wältin und arbeitet schwer­punkt­mäßig im Arbeits- und Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­recht, für Letz­teres ist sie auch als Trainerin tätig. Seit 2016 ist sie auch als Be­raterin bei der Berliner Be­ra­tungs­stelleKiDs – Kinder vor Dis­kri­minie­rung schützen“ an der Fach­stelle Kinder­welten tätig. Im Interview mit Nuran erzählt sie, was die Hinter­gründe ihrer Be­­ratungs­­arbeit sind und wie diese im Alltag aus­sieht. Dafür nimmt uns Maryam mit in viele in­teres­san­te Bei­spiel­fälle: Wir erfahren, welche Hürden bei der Beratung von Kindern auf­kommen können, wie die unter­schied­­li­chen Instanzen Schule, Eltern, soziales Umfeld im Falle von Dis­krimi­nie­rungs­er­fah­run­gen wirken und inter­agieren. Und wir erfahren, wel­che Chancen für eine bessere Unter­stützung der Kinder und eine bessere Zu­sammen­arbeit der Instanzen er­griffen werden können.

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Romani Ora (11.7. und 12.7.2023)

Juli 12th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 11.7.2023 (mp3)

Bertie Unger ist Musiker und Journalist aus Oberwart. Marcel Horvath hat ihn im heu­tigen Tages­beitrag für die „Romani Ora“ inter­viewt. Und in der Rubrik „Min­den­fe­litiko“ erklären wir Ihnen, wie Sie Lippen­balsam ganz ein­fach selbst her­stellen können.


Anhören: →Sendung vom 12.7.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ am Mittwoch – diesmal mit dem Tages­thema: Mehr­sprachig­keit in Burgen­lands Kindergärten, den zwei­spra­chigen Volks­gruppen­nach­richten und dem Jugend­beitrag. Darin er­fahren Sie heute mehr über die mehr­teilige Fernseh­dokuJenny und die Roma-Kinder“. Die Sen­­dung mo­­deriert Tina Nardai.

Diskriminierung und Rassismus in Schulbüchern

Juli 11th, 2023  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Meral El: Meral El (2023) Diskriminierungskritische Analyse von Schulbüchern im Land Bremen, Juni 2023

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Wessen Geschichte wird wie erzählt? Für die Landes­zentrale für politi­sche Bildung Bremen hat die Kultur­wissen­schaft­le­rin Meral El ver­gan­genes Jahr eine exemp­la­rische Be­gut­achtung von Schul­büchern im Land Bremen durchgeführt. In der 40-sei­tigen Studie unter­sucht Meral El entlang einer dis­kri­minie­rungs- und rassis­mus­kriti­schen Analyse Schulbücher für den Bereich Gesell­schaft und Politik, die im Land Bremen für die Klassen 9 und 10 an Ober­schulen und Gymnasien zu­ge­lassen sind. Mit Verweis auf zahl­reiche Text- und Bild­beispiele zeigt die Studie exempla­risch auf, in welcher Art und Weise rassistische, anti­semitische und dis­kriminie­rende Diffe­renz­konstruk­tionen und Be­deutungs­zusammen­hänge fort­ge­schrieben werden. Die Autorin formuliert Fragen und Empfeh­lungen, wie alle Beteiligten, die mit Bildungs­medien arbeiten oder an Er­stellung und Auswahl be­teiligt sind, dis­kriminie­rungs­rele­vante Wissens­bestände und Bezüge besser ver­stehen, irritieren und vermeiden können. Im Rahmen des Pro­jektes wurden Gespräche mit Ex­pertinnen und Experten aus Schule, Verwaltung, Wis­senschaft und Zivil­gesell­schaft in Bremen und Bremerhaven ge­führt, sowie im Mai 2023 ein Fach­gespräch im Deutschen Aus­wanderer­haus, welches als dialo­gische Dokumen­tation Teil der Publi­kation ist. Aus dem Bericht:

Die vorliegende Analyse zeigt, dass sich in fast allen untersuch­ten Schulbüchern implizit oder explizit anti­semitische, rassis­tische, sinti- und roma­feindliche, frauen- und queer­feind­liche Inhalte und Abbil­dun­gen finden. Ansätze dafür, Gesell­schaft und gesell­schaft­liche Diskurse diskri­minie­rungs­sensibel sowohl in Geschichte als auch in Gegen­wart dar­zu­stellen, bleiben punktuell. […] Allgemein ist festzuhalten, dass sehr wenig auf Sinti:zze und Rom:nja in den unter­suchten Schul­büchern ein­ge­gangen wird. Das Auslassen ist eine Vehe­menz der rassisti­schen Dis­krimi­nierung, die extreme Aus­wirkung [...] hat. […] Gruppen, die diskriminiert werden, finden sich in Zuschreibun­gen und Positio­nierun­gen in der sprach­losen Opfer- und Ob­jekt-Rol­le. […] Die Fort­schreibung der hierarchi­schen Positio­nie­rung als sprach­lose Opfer, als Unter­legene, als Er­mordete oder als Über­lebende, denen nach­träglich die Würde durch den kon­tinuier­li­chen Außen­blick ge­nommen wird, zieht sich durch alle ge­prüften Schul­bücher hindurch. Die „mehr­perspek­ti­vi­sche Dar­stellung“ […] wird hier verfehlt. So wird ein homo­genes fremd­gemachtes, distan­ziertes Bild über Jüdin­nen:Ju­den, Schwarze, Sinti:zze und Rom:nja und People of Color re­pro­duziert. Read the rest of this entry »

Romani Ora (10.7.2023)

Juli 10th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 10.7.2023 (mp3)

Die neue Woche beginnt mit dem „Romani Ora“-Musik­montag, prä­sen­tiert von Tina Nardai. Mit dabei die Volks­gruppen­nach­richten und das Montags­spezial „Kultura het­vi­nate / Kultur am Montag“. In der heu­tigen Ausgabe er­fahren Sie mehr über das 2005 er­schie­nene Jugend­buch „Auf Wieder­sehen im Himmel“ von Michail Krausnick (1943–2019).

Rassismusvorwurf: „Lagebild zur Clankriminalität“

Juli 9th, 2023  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Lagebericht zur Clankriminalität 2022 (Grafik auf dem Cover des Berichts)Eine Frage der Abstammung? Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisiert „Lage­bild zur Clan­kri­mi­na­li­tät 2022 in Nie­der­sachsen“

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, kriti­siert, dass im „Lagebild zur Clan­krimina­lität 2022 in Niedersachsen“, das am 26. Juni dieses Jahres von der nieder­säch­si­schen Innen­ministerin Daniela Behrens und der Justiz­minis­te­rin Dr. Kathrin Wahlmann vor­ge­stellt wurde, Eigen­tums­­delikte von den Er­mitt­lungs­­behör­den zu einer Frage der Ab­stam­mung dekla­r­iert wurden, indem sol­che Taten einer „kriminellen Groß­familie aus der Ethnie der Roma“ zu­geschrie­ben wurden.

„In dem Lagebericht werden auch Vorwürfe wie der Diebstahl von Kleidung und Mobil­tele­fonen erhoben, die zu schreck­lichen Alltags­erfah­run­gen in vielen Ge­schäften und Kauf­häusern gehören und hohe Schäden ver­ur­sachen“, stellte Romani Rose klar. „Der Zentralrat Deut­scher Sinti und Roma kritisiert, dass in diesem Lage­bild Straftaten, die selbst­ver­ständ­lich verfolgt und ver­urteilt werden müssen, im Falle unse­rer Minder­heit zu­sätzlich mit der Ab­stammung und in Ver­bindung mit Clan­kriminalität aus­ge­wiesen werden. Der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma sieht darin eine Fort­setzung der rassis­tischen und anti­ziganis­ti­schen Erfassung, die trotz der leid­vollen Geschichte un­serer Minder­heit und trotz des Verbots in unserer Ver­fassung wider­recht­lich weiter­betrie­ben wird“, er­klärte Romani Rose.

„Dadurch werden deutsche Sinti und Roma ausgegrenzt, stigmatisiert und kri­mi­na­li­siert und in den Fokus von Clan­kriminalität gerückt, die in der Wahr­nehmung der Öffent­lich­keit mit Schwerst­kriminalität in Ver­bindung steht. Diese Form von Kriminalisierung ge­gen­über unserer Minderheit gibt den Rechts­extremen die Munition zur Recht­fertigung ihrer Gewalt­taten, wie sie schon sehr oft gegen­über unserer Minder­heit ausgeübt wurden“, er­gänzte Rose.

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Facts & Figures (474)

Juli 8th, 2023  |  Published in Facts & Figures

1711 wurden vier Personen in Seisenegg (NÖ) zum Tode ver­ur­teilt. Sie hat­ten auf ih­rer Wan­der­schaft ge­gen ein Be­tre­tungs­ver­bot für „Zi­geu­ner“ ver­sto­ßen.

(Quelle/pdf)

Romani Ora (6.7. und 7.7.2023)

Juli 7th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 6.7.2023 (mp3)

Im Tagesthema der „Romani Ora“ begeben wir uns dies­mal in das Oberwarter Freibad. Dort hat die AK-Bücherei einen kos­ten­losen Bücher­stand ein­ge­richtet. Und in der Rubrik „Mri his­to­rija“ hat Alex Gussak die Ton­auf­nahme einer Frau Anna aus Draßburg (Be­zirk Mattersburg) auf­ge­arbeitet.


Anhören: →Sendung vom 7.7.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ am Freitag, moderiert von Tina Nardai, mit den Ver­anstal­tungs­hin­wei­sen/Mu­la­tin­tscha­ge und den zwei­sprachigen Volks­gruppen­nach­richten. In der Jugend­sendung „Young, wild and free – le ter­nenge“ be­kommen Sie heute das erste Mal unsere „Radio MORA“-Fe­rial­prak­ti­kan­tin zu hören. Aly wird im Sommer Adi Gussak unter­stützen und hat für heute gleich pas­send zum Ein­stand das Thema „Ferial­praktika und Sommer­jobs“ ge­wählt.

Slowakei baut Roma-Bürgerstreifen aus

Juli 6th, 2023  |  Published in Politik

Roma-Streife in der Slowakei (Foto: Partnerská Dohoda)50 Millionen Euro für Roma-Patrouillen

RSI/RTVS: Fünfzig Millionen Euro aus EU-Geldern werden in die Unter­stützung von Roma-Pat­rouil­len in den slowa­kischen Ge­meinden fließen. Darüber infor­mierte Minister­prä­sident Ľudovít Ódor ge­meinsam mit In­vesti­tions­minister Petr Balík auf einer Presse­konferenz. Laut Ódor sorgen Roma-Streifen effi­zient für öffent­liche Ordnung und wer­den in den Dörfern respek­tiert: „Diese Pa­trouil­len waren schon in über 250 Gemein­den tätig. Dabei wurden etwa 1.400 Arbeits­stellen ge­schaffen.“

Laut dem Bevollmächtigten der slowakischen Regierung für Roma-Ge­mein­schaften Ján Hero bestand großes Interes­se an einer Fort­setzung der Patrouillen:„Das Haupt­ziel der Roma-Pat­rouillen ist die Ver­besserung der Umwelt in Gemeinden mit mar­gina­li­sier­ten Roma-Ge­mein­schaften. Außer­dem sollen sie die lokale Ent­wicklung unter­stützen, die öffent­liche Ordnung auf­recht­erhal­ten sowie Leben, Gesundheit und Eigentum durch Infor­ma­tions- und Prä­ven­tions­akti­vi­täten schützen.“

Mitglieder der Patrouillen sind verpflichtet, sich in den Bereichen, in denen sie tätig sind, weiter­zu­bilden. Innerhalb der Gemein­schaft fun­gieren sie als Vorbilder. Antrags­berechtigt sind alle Gemeinden mit Roma-Ge­mein­schaften, die im Atlas der Roma-Ge­mein­schaften aus dem Jahr 2019 an­geführt sind und min­destens 80 Roma-Be­wohner haben. Der Bürger­meister der Siedlung Luník IX im ost­slowa­ki­schen Košice, Marcel Šaňa, be­zeichnete das Projekt der Roma-Pat­rouil­len als Erfolg: Read the rest of this entry »

Romani Ora (4.7. und 5.7.2023)

Juli 5th, 2023  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 4.7.2023 (mp3)

Die „Romani Ora“ am Dienstag, präsentiert von Tina Nardai. Jiří Šitler ist tsche­chi­scher Botschafter und His­toriker. Martin Horvath hat ihn für Radio MORA inter­viewt. In „Min­den­feli­tiko“ hören Sie einen aktu­ellen Trailer zur dritten Staffel der Net­flix-Er­folgs­serie „The Witcher“.


Anhören: →Sendung vom 5.7.2023 (mp3)

Im Tagesthema: ein Beitrag über das Rahmenkonzept zur Imple­mentie­rung der Volks­grup­pen­sprachen in den burgen­ländi­schen Kindergärten. Darüber hinaus er­warten Sie die Volks­gruppen­nach­richten in Deutsch und Burgen­land-Ro­mani. Und ein „Young, wild and free le ter­nenge“ mit dem POWER ME Podcast über „Was ist Rassismus?“.