Gerechtigkeit für bleivergiftete Roma

Juni 12th, 2024  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

offener briefZahlreiche Roma-Organisationen, die „Gesell­schaft für be­droh­te Völ­ker“ (GfbV) und in­ter­na­tio­na­le Men­schen­rechts-An­wältin­nen und -An­wälte ha­ben einen offe­nen Brief an UN-Ge­ne­ral­sekre­tär Guterres ge­schrie­ben. Darin for­dern sie Ent­schädi­gung für die Roma, die 1999 in den blei­ver­seuch­ten La­gern der UN im Kosovo ver­gif­tet wur­den oder ihre An­ge­hö­ri­gen ver­loren.

RAN, 24.4.2024: Nach dem Kosovokrieg 1999 wurden die Roma aus dem Kosovo syste­matisch ver­trieben. Viele flohen in die an­grenzen­den Gebiete. Wer konnte, floh in den Westen. Ein kleiner Teil der ver­trie­benen Roma wurde in Lagern unter­ge­bracht, die die Übergangs­ver­wal­tung der UN im Kosovo (UNMIK) in Nord-Mitrovica ein­richtete. Diese Lager be­fanden sich in direkter Nähe zu einer Blei­schmelz­anlage, die seit den 1970er Jahren die Gegend ver­giftete. Die Erde, das Wasser und die Luft waren hoch­gradig mit Schwer­metallen belastet. Schnell ent­wickel­ten viele Bewoh­nerin­nen und Bewohner der Lager, ins­beson­dere die Kinder, Symp­tome einer Bleiv­ergiftung. Es kam zu Fehl­geburten, Kinder wurden mit Hirn­schäden geboren, Men­schen starben.

Bereits im Jahr 2000 hat ein Arzt hohe Menschen an Blei im Blut von Bewoh­nern und Be­wohnerin­nen festgestellt und die sofor­tige Evakuierung em­pfohlen. Ein deutscher Arzt hat die seines Wissens nach höchste Kon­zentra­tio­nen von Blei in den Haaren der Bewoh­ner/in­nen gefunden, die jemals ge­messen wurden. Dennoch wurden die Lager erst zwischen 2010 und 2013 auf­gelöst. Die meisten ehe­mali­gen Be­woh­ner/in­nen leben bis heute in desaströ­sen Zuständen und mit ruinierter Gesundheit im Ko­sovo, manche in an­deren Ländern.

Roma-Organisationen und andere Menschenrechtler/innen haben viele Jahre darum gekämpft, dass die Men­schen Hilfe be­kommen, um­gesiedelt werden, Ent­schädigung be­kommen. Die amerika­nische Men­schen­rechts-An­wäl­tin Dianne Post vertritt seit 2005 knapp 200 der geschä­digten Roma und hat in ihrem Auftrag geklagt. Read the rest of this entry »

Romani Ora (6.6., 7.6. und 10.6.2024)

Juni 10th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 6.6.2024 (mp3)

Der „Vatertag“ ist das Tagesthema dieser „Romani Ora“. Indira Spirk hat an­läss­lich diesen Fest­tages einen Beitrag zu­sammen­gestellt. Und in der aktu­ellen Ausgabe von „Mri his­torija“ verschlägt es Alex Gussak ins süd­burgen­län­di­sche Harmisch (Ge­mein­de Koh­fidisch).


Anhören: →Sendung vom 7.6.2024 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ hören Sie die Ver­anstaltungs­hin­weise/ Mu­la­tintscha­ge, die News und die Jugend­sendung: In „Young, wild and free – le ter­nenge“ beschäf­tigt sich Adi Gussak mit dem „Pride Month“, der im Juni überall be­gangen wird.


Anhören: →Sendung vom 10.6.2024 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag wird präsentiert von Tina Nardai auf Radio MORA. Unter anderem hören Sie in dieser Stun­de Roma-Musik von Rina Churon, Dusko Horvath, Ruzsa Niko­lić-La­katos, Ando Drom u.v.m.

Facts & Figures (516)

Juni 7th, 2024  |  Published in Facts & Figures

Im Mai 2014 präsentierte der schwe­di­sche In­tegra­tions­mi­nis­ter ein White Paper über das his­to­ri­sche Un­recht, das Schwe­den im 20. Jh. an den Roma be­ging.

(Quelle/pdf)

Romani Ora (3.6., 4.6. und 5.6.2024)

Juni 6th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 3.6.2024 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA wird prä­sentiert von Tina Nardai. Unter anderem hören Sie in dieser Sendung Roma-Musik von Gipsy Casu­al, Harri Stoj­ka, Roma­no Glauso oder Móni­ka Lakatos.


Anhören: →Sendung vom 4.6.2024 (mp3)

Mit „Reginas Atempause“ wird die „Romani Ora“ jeden ersten Diens­tag im Monat verstärkt. Atem- und Ent­span­nungs­übungen sollen dabei helfen, Mittags­tiefs zu über­dauern. Und im Tages­thema ist Radio MORA bei der Neu­eröffnung des „Wohn­zimmers“ der Pannoni­schen Tafel in der Wiener Straße 1 in Oberwart.


Anhören: →Sendung vom 5.6.2024 (mp3)

Im Tagesthema dieser „Romani Ora“ auf Radio MORA hören Sie einen Bericht über das Zwei­sprachige Bundes­gymna­sium Oberwart (ZBG). Die Schülerin­nen und Schüler des ZBG werden ab Juni eine eigene Sendung auf Radio MORA senden. Und in der Jugend­sendung be­schäftigt sich Adi Gussak mit dem EM-Fuß­ball-Sam­mel­album.

Andaro angluno vast / Aus erster Hand

Juni 5th, 2024  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

NergaardPorträtserie international bekann­ter Ro­ma-Künst­ler*in­nen und Ak­ti­vist*in­nen

Ausstellung von Nihad Nino Pušija

Stiftung Kai Dikhas, zu sehen bis 30. Juni 2024
Ort: Bildungsforum gegen Antiziganismus & Kunst­raum Dikhas Dur, Prin­zen­str. 84.2, 10969 Berlin

Wenn es um das Sujet der Sinti und Roma geht, ist die Foto­gra­fie die histo­risch komple­xeste und proble­ma­tischs­te Bild­gattung. Wer­den sich Roma jemals von den trauma­ti­sie­ren­den Prak­tiken der foto­grafi­schen Dar­stellung dis­tanzie­ren können, durch die sie sexua­lisiert und krimina­lisiert wurden – Prak­tiken, die sich durch die ge­samte Ge­schichte der Anthropo­logie und Ethnografie ziehen? Und ist es end­gültig un­möglich ge­worden, diesen fotogra­fischen Blick um­zu­kehren und zu er­widern?

Seit der Künstler und Fotograf Nihad Nino Pušija (Website) zum ersten Mal 1988 in Sarajevo aus­stellte, stehen diese Fragen im Zentrum seiner Arbeit. Pusija be­schäf­tigt sich mit den Vor­urteilen gegen­über Roma und mit ihren politi­schen Folgen wie Depor­tation und Assimi­lation. Stets findet er neue Möglich­keiten, authen­tische Bilder zu schaffen. Damit leistet er einen Beitrag zur fort­lau­fenden kritischen Unter­suchung seitens der euro­päischen Kunstszene, welche Rolle die Bilder der so­ge­nannten „Anderen“ für das Selbst­bild der Porträ­­tierten spielen.

Nihad Nino Pušija (D/BIH) wurde 1965 in Sarajevo, Bosnien und Herze­gowina ge­boren und er ist Kunst­fotograf. Seine Arbeit kon­zentrier­te sich haupt­sächlich auf Dokumen­tar- und Porträt­fotografie, deren Ziel es ist, die Identität der Roma in Berlin, wo er seit 32 Jahren lebt, und anders­wo in Europa ein­zu­­fangen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (515)

Juni 4th, 2024  |  Published in Facts & Figures

1937 rief die ru­mä­ni­sche Zei­tung Țara Noastră einen Schön­heits­wett­be­werb für Rom­nja aus. Teil­neh­me­rin­nen soll­ten ih­re Fo­tos ein­sen­den.

(Quelle)

Forschungsvorhaben in Schleswig-Holstein

Juni 3rd, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Forschungsprojekt in Deutschland: Die Flensburger Sinti-Familie Weiß wurde 1940 deportiert (Bild: Museum Flensburg) Europa-Universität Flensburg: Die For­schungs­stelle für re­gio­na­le Zeit­geschichte und Public History er­forscht grund­ständig die Geschichte der Sinti und Roma im Na­tio­­nal­so­zia­lis­mus und in der Nach­kriegs­zeit.

Laufzeit: 1.12.2023 bis 30.11.2025

Im Januar 2022 hat der Schleswig-Holsteinische Landtag ein­stimmig be­schlossen, die Geschichte der Sinti und Roma in Schles­wig-Hol­stein, ins­beson­dere zu Ver­folgung und Ver­treibung im National­sozialis­mus, auf­zu­arbeiten. Im Dezem­ber 2023 ist der Start­schuss für die wissen­schaftliche Unter­suchung des Themas durch die For­schungs­stelle für regio­nale Zeit­geschichte und Public History der Euro­pa-Uni­ver­sität Flensburg ge­fallen.

Forschungsstelle

Den Zuschlag für das Projekt hatte die Forschungsstelle im Oktober 2023 er­halten. Gegen­stand des For­schungs­pro­jekts ist die Ge­schichte der Sinti und Roma in Schles­wig-Hol­stein im 20. Jahr­hundert, mit dem Schwer­punkt auf der NS-Zeit und deren Bewäl­tigung nach 1945. Der Fokus des Projekts liege nach Auskunft der For­schungs­stelle auf der Er­schlie­ßung aller Ent­schädi­gungs- und Wieder­gut­machungs­ver­fahren, die in Schles­wig-Hol­stein im Hinblick auf Sinti und Roma geführt wurden. Weitere Arbeits­felder des Projektes seien die Durch­führung von narra­tiven Interviews mit Nach­kommen der Überlebenden, die Erstellung einer Auf­listung regionaler Über­lieferun­gen in Schles­wig-Holstein und die Durchführung einer exempla­ri­schen Zeitung­sanalyse, um ins­beson­dere die Kon­tinui­täten des Anti­ziganismus zu analy­sieren.

Abschlussbericht für November 2025 erwartet

Projektleiter ist der Direktor der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History, Prof. Dr. Marc Buggeln. Am Projekt wirken darüber hinaus die wissen­schaft­lichen Mit­arbeiter Dr. Sebastian Lotto-Kusche und Melanie Richter-Oertel sowie studen­tische Hilfs­kräfte mit. Die For­schungs­stelle wird bis zum 31. Oktober 2024 einen Zwischen­bericht fertigen. Der Abschluss­bericht soll dann bis zum 30. November 2025 vorliegen. Die For­schungs­stelle untersucht und ver­mittelt seit Jahr­zehnten die Geschichte des National­sozialis­mus und dessen Nach­geschichte in der Region. Read the rest of this entry »

Romani Ora (28.5., 29.5. und 31.5.2024)

Juni 3rd, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 28.5.2024 (mp3)

Doris Prohaska ist Landtagsabgeordnete und Bil­dungs­spre­cherin der SPÖ Burgenland. Seit kurzem be­rei­chert sie auch das Gre­mium des Roma-Fonds. Sie ist zu Gast im „Radio MORA“-Stu­dio Oberwart.


Anhören: →Sendung vom 29.5.2024 (mp3)

Das „Treffen am Runden Tisch/Talalinipe uso kari­kano stolo“ ist das Tages­thema dieser „Roma­ni Ora“. Und in der Jugend­sendung hat Adi Gussak die Ge­winnerin des Burgen­län­di­schen Feuerwehr­leistungs­ab­zeichen, Lena Unger, zu Gast. Mode­riert wird die Sen­dung von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 31.5.2024 (mp3)

In dieser Freitagsausgabe der zweisprachi­gen „Romani Ora“ hören Sie die Ver­anstal­tungs­hin­weise/Mu­la­tin­tscha­ge, die Volks­gruppen­nach­rich­ten und die Jugend­sendung. In dieser wirft Adi Gussak bereits jetzt einen Blick voraus auf das bevor­ste­hende „Nova Rock Festival“.

Gedenkort in Schleswig-Holstein beschädigt

Juni 2nd, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Demoliertes Holocaust-Denkmal in Deutschland: Flensburg im Mai 2024 (Foto: Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Schleswig-Holstein)Räudige Untat“: Bestürzung nach An­schlag auf Holo­caust-Mahn­mal für er­mor­dete Sinti und Roma in Flens­burg

Der Gedenkort für die vom NS-Regime deportier­ten Sinti und Roma aus Flensburg und Um­gebung am Steinfelder Weg bei der Freien Waldorf­schule Flensburg ist ver­gan­gene Woche be­schädigt worden. Die rund 100 Kilo­gramm schwere Metall­stele, auf der die Namen von 44 Depor­tierten aus der Region ein­graviert sind, wurde gewalt­sam aus der Ver­ankerung ge­rissen. Das demo­lierte Denkmal wurde von Kindern auf dem Schul­gelände ent­deckt. Der Angriff dürfte sich in der Nacht zum Mitt­woch zu­getragen haben, ver­mutlich waren mehrere Täter/in­nen beteiligt. Polizei und Staatsschutz ermitteln. Zeugin­nen und Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

Neuer Gedenkplatz

Die Gedenkstelle war erst im Herbst 2023 bei der Freien Waldorf­schule Flensburg er­richtet worden. Auf dem Areal der Schule waren in der NS-Zeit Sinti und Roma zwangs­weise unter­gebracht worden, bevor sie schließ­lich, 1940, in die Konzentrationslager im Osten deportiert wurden. „Der Platz ist rund an­gelegt, drei Bänke und Hecken­rosen um­fassen ihn“, be­schreibt Denk­mals-Ini­tia­to­rin Constanze Hafner die Gedenk­stelle:

Es gibt eine Tafel, die dem Gedenken Aus­druck gibt, sowie zwei Skulpturen. Die eine ist in die Erde ein­ge­lassen, die andere steht auf einer Stele, auf der an drei Seiten um­laufend die 44 Namen zu lesen sind. Die Namen sind so an­ge­bracht, dass jederzeit weitere ein­getra­gen werden können.

„Verwerflicher Akt“

Die Sinti-Vertreter/innen zeigen sich bestürzt. „Als Nachfahrin von Holocaust-Über­lebenden bin ich un­fassbar traurig und wütend. Ich frage mich, wann die Ent­würdi­gun­gen unserer Menschen endlich auf­hören“, so Kelly Laubinger, Vor­sitzen­de der Sinti-Union Schles­wig-Hol­stein, gegen­über der „taz“.

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Facts & Figures (514)

Mai 31st, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Der vor den Deutschen 1939 nach Ost­polen ge­flüch­te­te pol­ni­sche Ro­ma-„Kö­nig“ Janusz Kwiek wur­de am 14.12.1941 in einem sow­je­ti­schen Lager hin­ge­richtet.

(Quelle)

Snajka: Diary of Expectations (Trailer)

Mai 30th, 2024  |  Published in Film & Theater

Snajka: Dnevnik Očekivanja (ITA/KOS/HR 2023)
Dokumentarfilm von Tea Vidović Dalipi (alban., engl., kroat., 75 min.)

„I will never be snajka.“ – „Ich werde nie eine anständige Schwiegertochter sein.“ Auf dem Standes­amt steht dem frisch ver­liebten Paar das Glück ins Gesicht ge­schrieben, auch wenn hier bereits erste Heraus­for­derun­gen zu spüren sind. Die kroatische Sozio­login und Akti­vistin Tea por­trätiert zehn Jahre lang ihre Partner­schaft mit Mirad, Rom aus dem Kosovo. Sie sind moti­viert, sich in die Familie des anderen zu integrie­ren. Doch bei all den familiä­ren Erwartungen müssen sie sich selbst und als Paar immer wieder neu suchen und positio­nieren: Wie tolerant können sie sein? Wo stoßen sie an ihre Grenzen? Was sind eigent­lich ihre Ideale? Ein Film, der ganz nah dran ist und das Schwierige und das Schöne einer inter­kulturellen Ehe auf­zeigt.  (Dayela Valenzuela)

Die kroatische Debüt-Regisseurin Tea Vidović Dalipi ist Soziologin und Aktivis­tin im Bereich Migration. Seit 2013 besucht sie die Restart School of Documen­tary Film (Zagreb). Ihre Expertise zu Migration und kultu­rellen Identitäten mün­dete in der Produk­tion dieses Films.

(Text: DOK.fest München 2024)

Siehe auch:
Faith and Branko (Trailer), 21.10.2023

15. Juni: Roma-Butschu im OHO in Oberwart

Mai 29th, 2024  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Butschu 2024 im OHOAm Samstag, 15. Juni 2024 fin­det ab 19.00 Uhr der Ro­ma-Butschu 2024 in Ober­wart im OHO in der Liszt­gas­se 12 statt. Eintritt frei! Für Speis und Trank ist ge­sorgt! Ver­an­stal­tet wird der Ro­ma-Butschu 2024 vom Verein Ro­ma-Ser­vice.

Der Roma-Butschu (Roma-Kirtag) ist ein Fest der Kulturen und Volks­gruppen im Burgenland. Seit dem Jahr 1991 trifft man sich und feiert gemein­sam – Roma und Nicht-Roma. Es geht um kultu­relle Diver­sität, um das Mit­einander der ver­schie­denen Volks­gruppen. Im Mittel­punkt steht dabei jedes Jahr die Musik. Neben den Ober­warter Roma-Bands „Roma­no Rath“ und „Leon Berger Band“ prä­sen­tie­ren heuer auch Ivana Ferencová und ihr Chor aus Wien ihr Kön­nen. Weiters stehen musika­lische Dar­bietun­gen der ungari­schen Volks­musik­gruppe Csörge und des Bela Horvath En­sembles auf dem Pro­gramm.

LEON BERGER BAND
Die vier Roma Leon Berger (Klarinette/Bandleader), Josef Schmidt (Schlag­zeug/Ge­sang), Markus Sarközi (Key­board/Ge­sang) und Martin Horvath (Bass/Gesang) grün­deten im Jahr 2019 die „LEON BERGER BAND“. Mit ihrer Musik möchten sie auf eine musika­lische Reise durch die ver­schie­densten Länder und Arten der Roma-Musik ein­laden.

IVANA FERENCOVÁ UND CHOR
Ivana Ferencová war in der slowakischen Musikszene bereits als Kind eine be­kannte Persön­lichkeit und legte von da an eine steile Karriere hin, wirkte als Sängerin, Tänzerin, Kom­ponistin und Poetin und trat u.a. mit Harri Stojka auf. 2007 hat Ivana den Frauen­chor ge­gründet – ein Herzens­projekt. Mit dem Klang der Frauen­stimmen wer­den neue und alte Romane Gila (Roma-Lieder) vertont, um die Musik der Roma weiter­hin aufleben zu lassen. Zusam­men singen und impro­visie­ren die Frauen drei­stimmig in Romanes, Ukrainisch, Ruthenisch, Bulgarisch und ande­ren Sprachen.

ROMANO RATH
Sechs junge Roma aus Unterwart, Oberwart und Kleinbachselten gründeten vor Jahren die Band „Romano Rath“ (Roma-Blut) und trugen wesent­lich zur Ent­wicklung einer eigenen Fest­kultur bei. Read the rest of this entry »

Romani Ora (23.5., 24.5. und 27.5.2024)

Mai 28th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 23.5.2024 (mp3)

Um die Reisetrends 2024 dreht sich diese Aus­gabe der „Roma­ni Ora“. Ob reif für die Insel oder doch eher Aben­teuer­urlaub – Indira Spirk hat er­zählt uns mehr. Und nach Kroatisch Ehrensdorf (Be­zirk Güssing) ver­schlägt uns die jüngste Aus­gabe von „Mri his­­torija“ mit Alex Gussak.


Anhören: →Sendung vom 24.5.2024 (mp3)

In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ erwartet Sie neben den Ver­anstal­tungs­hin­wei­sen und den Volks­gruppen­nach­richten auch die Jugend­sendung mit Adi Gussak. Er berich­tet von der Wander­ausstellung „Be­tei­li­gen.Mit­mi­schen.Wäh­len“ an­läss­lich der bevor­stehen­den EU-Wahlen, die in den Räum­lich­kei­ten der Offe­nen Ju­gend­arbeit in Pinkafeld instal­liert ist.


Anhören: →Sendung vom 27.5.2024 (mp3)

In diesem „Romani Ora“-Musik­montag hören Sie unter ande­rem Roma-Musik von Roma­no Rath, den Gip­sy Kings, Tony Wegas, Sukar, Jan Ben­dig und Gipsy Ca­sual. Durch die Sen­dung führt Sie wie gewohnt Tina Nardai.

Facts & Figures (513)

Mai 27th, 2024  |  Published in Facts & Figures

Spezifische Motive der Mythen über den Kos­mos, die H. v. Wlis­locki im 19. Jh. bei Roma in Sieben­bür­gen auf­ge­zeich­net hat, fin­den sich u. a. auch in Ma­da­gas­kar.

(Quelle)

Digitale Ausstellung „Ružake gila“

Mai 26th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Projekt und digitale Ausstellung „Ružake gila“ macht musikalischen Nachlass der Sängerin und Romni Ruža Nikolić-Lakatos (1945-2022) für breite Öffentlichkeit zugänglichDie digitale Ausstellung „Ružake gila“ macht den mu­si­ka­li­schen Nach­lass der Sän­ge­rin und Romni Ruža Ni­ko­lić-La­ka­tos (1945–2022) zu­gäng­lich. Ein Pro­jekt des MMRC – Music and Mi­no­ri­ties Re­search Center in Wien.

Ruža Nikolić-Lakatos (1945–2022) war eine heraus­ragende Per­sön­lich­keit in der Welt der Roma-Musik in Österreich und wurde ab den 1990er-Jah­ren als Ver­trete­rin der Lovara-Lieder öf­fent­lich be­kannt. Als Bot­schafterin ihres Volkes trug sie in Öster­reich maß­geblich zur Ver­breitung der Musik­tradition und zur An­erken­nung der Roma/Rom­nja als Volks­gruppe bei. Bis kurz vor ihrem Tod trat Ruža Niko­lić-La­katos, deren Vor­name ‘Rose’ be­deutet, regel­mäßig mit ihrer Familie, The Gypsy Family, in ganz Öster­reich und im Ausland auf.

Ružake gila widmet sich dem musikalischen Nachlass von Ruža Nikolić-La­katos. Durch­geführt vom MMRC (Music and Minorities Research Center)> der Univer­sität für Musik und dar­stellende Kunst Wien leistet das Projekt damit einen Beitrag zur Sicht­bar­machung und Zu­gänglich­keit der Roma-Musik in Österreich. Die digitale Aus­stellung gibt einer außer­ge­wöhnli­chen Sängerin eine Plattform und er­möglicht ein Weiter­leben und -geben ihrer Lieder.

Die Projektleiterin, Ethnomusikologin und Gründerin des MMRC, Ursula Hemetek, be­gleitete und doku­mentierte die künstle­rische Ent­wicklung von Ruža Niko­lić-La­katos mehr als drei Jahr­zehnte lang. Dadurch ent­stand eine tiefe Ver­bunden­heit mit der Familie der Sängerin. Einige Lieder der über 100 Stunden dau­ernden Ton­aufnahmen, die an der Universität ar­chiviert sind, publizierte Ursula Hemetek als Tonträger. Das trug wesent­lich zur Bekannt­machung der Lovara-Lieder und der Person Ruža Niko­lić-La­katos unter den gaže, Nicht-Roma, bei. Zusätz­lich zu den Aufnahmen von Ursula Hemetek stellt die Sammlung Heinschink, die im Phono­gramm­archiv der Öster­reichi­schen Akademie der Wissen­schaften archiviert ist, einen Schatz an Ton­aufnahmen der Lovara-Lieder seit den 1960ern dar, die groß­teils noch nicht ver­öffent­licht wurden.

Ziel der Ausstellung Ružake gila ist es, die Musik von Ruža Nikolić-La­katos der breiten Öffent­lichkeit zur Ver­fügung zu stellen. Die Liedtexte, Über­setzungen, musikalischen Transkrip­tionen und erklä­renden Texte zu den Liedern unter­stützen dabei den Verstehensprozess. Read the rest of this entry »

Romani Ora (15.5., 16.5., 17.5., 21.5., 22.5.2024)

Mai 25th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 15.5.2024 (mp3)

Im Tagesthema erwartet Sie ein Inter­view mit Feri Janoska jun. Seit zwei Jahren ist er einer der beiden Vor­sitzenden der Roma-Volks­hoch­schule. Und in der Jugend­sendung berich­tet Adi Gussak über den 68. Eurovision Song Contest.


Anhören: →Sendung vom 16.5.2024 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ hören Sie ein Interview mit der Bundes­minis­te­rin für Frauen, Familien, In­tegra­tion und Medien, Susanne Raab. Sie war zu Besuch im „Radio MORA“-Stu­dio in Ober­pullendorf. Und wie jeden Don­ners­tag er­wartet Sie auch dies­mal wieder die Kate­gorie „Mri his­torija“ von und mit Alex Gussak.


Anhören: →Sendung vom 17.5.2024 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ mit Tina Nardai auf Radio MORA. In dieser Sendung hören Sie die Ver­anstal­tungs­hin­weise, die zwei­spra­chigen Volks­gruppen­nach­richten und die Jugend­sendung zum Thema „Kann die Jugend von heute kochen?“.


Anhören: →Sendung vom 21.5.2024 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ dreht sich alles um die Erdbeere. Im Interview berich­tet Hans Ramhofer, Erdbeer­bauer aus der Gemein­de Wiesen (Be­zirk Mattersburg) und vom früh­zeiti­gen Ernte­start aufgrund der dies­jährigen Wetter­bedin­gungen und was die Wiesener Ana­nas-Erd­beere so beson­ders macht.


Anhören: →Sendung vom 22.5.2024 (mp3)

In der Mittwochsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA berich­tet Marcel Horvath im Tages­thema über das Ober­warter Musikhaus. Außer­dem hören Sie die Volks­gruppen­nach­richten und die Jugend­sendung. In dieser be­schäf­tigt sich Adi Gussak mit der be­vor­stehen­den EU-Wahl.

Fico-Attentäter verfasste Anti-Roma-Traktat

Mai 24th, 2024  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Premier Robert Fico in Brüssel, Archivfoto (Bild: Enzo Zucchi/Europarat, CC BY-NC-ND 2.0 Deed)Der Attentäter, der den slowakischen Re­gie­rungs­chef Fico mit meh­re­ren Schüssen lebens­ge­fähr­lich ver­letzte, ist Ver­fasser eines roma­feind­li­chen Buches und iden­ti­fi­zier­te sich mit ras­sis­ti­schen Mördern.

Vergangene Woche wurde der slowakische Mi­nis­ter­präsident Robert Fico in der Stadt Handlová an­ge­schossen. Der mut­maß­liche Attentä­ter wurde noch am Tatort über­wältigt und fest­ge­nommen. Bei dem An­greifer handelt es sich Medien­be­richten zu­folge um den Schrift­steller Juraj C. aus der Klein­stadt Levice. Der 71-Jäh­rige hat meh­rere Bücher ver­öffent­licht und ist Gründer eines Literatur­clubs in Levice. 2016 ar­beitete er für einen privaten Sicher­heits­dienst.

Während sich die Regierung beeilte, das Attentat als Gewalttat aus den Reihen der linken und liberalen Oppo­sition zu framen, wurden C.s kontro­verse Ansichten über Roma publik. Der Menschen­rechts­aktivist Miroslav Brož hatte das Nach­richten­portal Romea.cz auf die roma­feind­lichen Texte C.s auf­merksam gemacht. Die rassisti­schen Aussagen des Ver­dächtigten führten zu Em­pörung in der Öffent­lich­keit. Auch der slowa­kische Roma-Politiker und Europa­ab­ge­ordnete Peter Pollák wies auf den Rassismus des mut­maß­lichen Attentä­ters hin: „Der Angreifer, der R. Fico erschoss, war auch ein Rassist! Er äußerte sich auch rassistisch über die Roma“, schrieb Pollák.

Rassistisches Traktat „Efata“ (2015)

Ein besonderes Augenmerk liegt nun auf C.s Buch „Efata: über Zigeuner und Roma“ [Efata: o cigánoch a Rómoch] von 2015, das rassis­tische Aussagen über Roma enthält: „Noch nie gab es in Europa so viele schamlose Zi­geuner wie heute. Aber sie sehen die Sozial­systeme und wissen nur zu gut, wie man sie aus­nützt. Der Staat löst das Problem nicht, er kratzt nur ein weng an den Ecken. Hundert­tausend slowaki­sche Zigeuner wollen die Gunst der Weißen, aber davon werden sie uns nichts sagen … Seien wir streng und fair mit ihnen …“, heißt es in dem Buch.

C.s Buchpublikation zeigt auch seine Bewunde­rung für Mörder wie Ľubomír H. und Milan J., die für ihre Gewalt­ver­brechen an Roma bekannt sind. H. ermor­dete im August 2010 in einem Außen­bezirk Bratislavas sieben Men­schen, darunter mehrere Mit­glieder einer Familie, die teilweise der Roma-Minderheit angehörte; während J. im Juni 2012 drei Mit­glieder einer Roma-Fa­milie in Hurbanov erschoss, drei weitere wurden verletzt. Read the rest of this entry »

Kongress über Roma-Medien in Slowenien

Mai 23rd, 2024  |  Published in Medien & Presse, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 22.5.2024 | 7:50 min

Kongreso uso Roma mediji taj informacija usi aktujeli situacija

Roma organisaciji andi Slovenija internacijo­nali kon­ferenca la temaha mediji ando 21. maj ande Murska Sobota telikerde. O Jožek Horvath (Muc) jek le orga­nisa­cijen­dar hi, savo kamla, hot o mediji te pedar o bibastalo keripe le Romenca taj Sinti­jenca ando jekoschne schtotscha phu­kado taj sikado te ol. Min­den­felitiki mediji andar i Austriija, Slovenija, Horvacko taj aver vilagi pedar pumari buti phukan. O khen­tan­be­schipe andi Murska Sobota le jekoschne redak­cijengere but­ja­schenge o pomo­schago te del, te pedar situa­cjij andar o minden­felitiki vilagi, kaj rasismus taj dis­krimi­na­cija kerdi ol sikado taj phukado te ol.

Roma-Organisationen aus Slowenien haben am 21. Mai 2024 nach Murska Sobota zum Kongress zum Thema Medien ge­laden. Jožek Horvath (Muc) ist einer von den Or­gani­sato­ren und möchte, dass Roma-Medien auch auf die Situation der Roma hin­weisen, wo Un­gerechtig­keit und Dis­kriminie­rung geschieht. Roma-Me­dien­ver­treter aus Österreich, Slowenien, Kroatien und anderen euro­päi­schen Ländern nahmen an dem Kongress teil.

(Beitrag: TV Erba)

Facts & Figures (512)

Mai 20th, 2024  |  Published in Facts & Figures

Mit 13,3 % war der Anteil von Jeni­schen an der Ge­mein­de­be­völ­ke­rung im Jahr 1890 in Mieming/Mötz (TIrol) am höchs­ten.

(Quelle/pdf)

16. Mai 1944: Aufstand in Auschwitz-Birkenau

Mai 16th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Der Aufstand von Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau – Ver­anstal­tungs­mit­schnitt: Vor­trag von Benjamin Ortmeyer (2021)

Am 16. Mai 1944 sollte Auschwitz-Birkenau II – das sogenannte „Zigeuner­lager“ –, in dem sich zum dama­ligen Zeit­punkt noch etwa 6.000 Häftlinge be­fanden, liqui­diert werden. Die inhaf­tierten Sinti und Roma erfuhren davon und leis­teten Widerstand. Sie be­waff­neten sich mit Schaufeln, Werk­zeugen und dem, was sie finden konn­ten, und schafften es so, die Liqui­dierung vorerst zu ver­hindern. An­lässlich des 77. Gedenk­tages 2021 berich­tet Prof. Dr. Ben­jamin Ort­meyer in seinem Vortrag über diesen Akt des Widerstands von Sinti und Roma in einem Ver­nich­tungs­lager. Vorab sind eine Be­grüßung durch Rinaldo Strauß und ein Gruß­wort von Jochen Partsch, Ober­bürger­meister der Wissen­schafts­stadt Darmstadt, zu sehen. Außer­dem gibt es hier auch die Präs­enta­tion zum Vor­trag.

(Text und Video: CC BY-NC-ND 3.0 DE, Verband Deutscher Sinti und Roma – Lan­des­ver­band Hessen)