Archive for September 2nd, 2025

NS-Rasseakten: Archiv kooperiert mit Zentralrat

September 2nd, 2025  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Deutschland: Luftbild des Bundesarchivs in Koblenz (Quelle: BArch, B 198 Bild-2016-0922-001 / Weber, Günter (Download Presse+Medien)Zeichen setzen in Zeiten eines wachsen­den Anti­ziga­nis­mus: Deut­sches Bun­des­archiv und Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma schlie­ßen Ko­ope­ra­tions­ver­ein­ba­rung

Das Bundesarchiv und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma haben eine Ko­opera­tions­ver­ein­ba­rung ge­schlos­sen. Am 1. Sep­tember unter­zeich­neten Romani Rose, Vor­sitzen­der des Zentral­rates Deutscher Sinti und Roma, und Michael Hollmann, Präsident des Bundes­archivs, die Ver­ein­barung in Heidelberg. Damit soll in Zeiten eines wach­senden Anti­ziganis­mus in der Gesell­schaft ein Zeichen gesetzt und gleich­zeitig die Aufklärung über die natio­nal­sozia­lis­tische „Rassenforschung“ weiter ver­bessert werden. In Erin­nerung an die im natio­nal­sozialis­tisch be­setzten Europa ermor­deten rund 500.000 Sinti und Roma wurde zuletzt am 2. August der „Euro­päische Tag des Gedenkens an den Genozid an Sinti und Roma“ be­gangen.

Die Unterzeichnung fand 44 Jahre nach der Besetzung des Univer­sitäts­archivs Tübingen statt, in dem nach dem Zweiten Weltkrieg NS-Akten der „Rassen­hygieni­schen und Bevöl­kerungs­biolo­gi­schen Forschungs­stelle“ (RHF) lagen, die in der NS-Zeit als Planungs­grundlage für den Holocaust an Sinti und Roma dienten und die in der Nach­kriegs­zeit für rassistische Forschungen miss­braucht wurden. Am 1. Sep­tember 1981 hatten 18 Sinti das Uni­versitäts­archiv besetzt, darunter auch Holo­caust­über­lebende und Romani Rose, und die Über­führung der ent­sprechen­den NS-Akten in das Bundesarchiv ge­fordert. Die Unterlagen werden seit­dem im Bestand R 165 im Bundes­archiv verwahrt.

Ein besonders bekanntes Beispiel für rassistische Forschungen in Tübin­gen war Sophie Ehrhardt, die bis 1968 als Anthro­pologin der Univer­sität Tübingen tätig war und un­behelligt die NS-Rasseakten für ihre anti­ziganis­tischen For­schungen über Sinti und Roma nutzte. Erhardt war während der NS-Zeit dem national­sozialis­tischen Rassen­theoreti­ker Robert Ritter unter­stellt. Dieser war Leiter der „Rassen­hygieni­schen For­schungs­stelle“ und bestimmte auf An­weisung von Reichs­führer SS Heinrich Himmler „wissenschaftlich“ die „Rassen­zu­ge­hörig­keit“ von Sinti und Roma, wodurch deren syste­matische Erfassung, die Deportation und Ermordung in Kon­zentra­tions­lagern er­mög­licht wurde.

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Kulturfestival „Djelem Djelem“ in Dortmund

September 2nd, 2025  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Djelem Djelem 2025: das größte Roma-Kulturfestival in Deutschland Das Festival „Djelem Djelem“ feiert die Kultur der Sinti und und Roma mit vielen Ver­an­stal­tungen

Pressemitteilung der Stadt Dortmund: Zum zwölften Mal lädt das Kulturfestival „Djelem Djelem“ Besu­cher*in­nen im Sep­tem­ber zu zahl­reichen Ver­an­stal­tun­gen ein: Beim größ­ten Kultur­festi­val der Sinti und Sin­tizze und Roma und Romnja in Deutschland kön­nen Besu­cher*in­nen in die Kunst, Kultur, Ge­schichte und Gegen­wart der Sinti und Sintizze und Roma und Romnja ein­tau­chen.

Beim Kulturfestival stehen vom 1. bis zum 15. September Themen und Ver­anstal­tun­gen im Fokus, die Roma und Romnja und Sinti und Sintezze be­wegen. Das Festival lädt mit Konzerten, Aus­stellun­gen, Filmen, Fort­bildungen und Begeg­nungen dazu ein, diese Kulturen kennen­zu­lernen und zu feiern. Das Gros der Ver­anstal­tun­gen ist kosten­los. Ver­anstal­tet wird das Festival von der Stadt Dortmund zusam­men mit vielen Ko­opera­tions­partnern – darunter AWO Dortmund, Romano Than e.V. und dem Keuning.haus.

Nachwuchstalent Susey erobert mit 13 Jahren die Bühne

Zu den Höhepunkten gehört nach dem großen Erfolg aus dem vergangenen Jahr die zweite Ausgabe von „Mari Gilia – Nacht der Sinti-Kultur“ am 9. Septem­ber im Keuning.haus. Die Musik­ver­anstal­tung will musikali­schen Talenten, die oft dem breiten Publikum un­bekannt sind, eine Plattform bieten. Viele junge Musiker*in­nen aus Dort­mund sind dabei. Aber auch Talente aus der weiteren Um­gebung, wie die 13-jährige Susey Wendy, eine Soul- und Jazz-Sän­gerin aus Freinsheim in Rheinland-Pfalz, die schon einige Erfolge vor­weisen kann. Im Juni nahm Susey zum ersten Mal an einem Gesangs­wett­bewerb teil und gewann direkt den „Welcome to Europe Song Contest“. 120 Künstler*innen aus neun Nationen kämpften um den Sieg, doch Susey konnte mit ihrem Song „Diesen Weg“ über­zeugen. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur För­derung der jungen Taltente“, so Kultur­dezer­nent Jörg Stüdemann.

Ein weiteres großes Musikfestival ist das Balkan-Familien-Fest „Balkan Beatz“ am Freitag, 12. Septem­ber, von 18 bis 22 Uhr auf dem Friedens­platz Dort­mund. Mit auf der Bühne sind die Denorecords Balkan Show und Live-Acts „Skennybeatz“, „Mr. Sero“, „Muamet“, „Devin“ sowie „DJ Maki & DJ Gabriel“.

Familienfeste und feministische Abende

„Das traditionelle Familienfest am Sonntag, 7. September, ist ein weiterer Höhe­punkt“, so Hassan Adzaj von Romano Than. Der Verein ver­anstaltet dieses Fest auf dem Nordmarkt. In diesem Jahr tritt dort die Romani-Brass-Gruppe „Urgani Germanei“ auf, außer­dem gibt es ein großes Spiel- und Spaß-An­gebot für Kinder. Read the rest of this entry »