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Nicht ins Spital vorgelassen: Romni stirbt

April 19th, 2020  |  Published in Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte

Skopje: ohne ausreichende medizinische VersorgungCorona-Krise: Roma-Frau und ihr Baby starben in Nord­ma­ze­do­nien in den Wehen. Mehr­mals wur­de ihr Be­hand­lung ver­wei­gert, sie ver­starb schließ­lich an einer Sep­sis. ERRC spricht von Ver­dacht auf Fahr­läs­sig­keit und insti­tu­tio­nel­lem Ras­sis­mus.

ERRC/RAN, 6.4.2020: Eine 37-jährige Roma-Frau und ihr ungeborenes Baby sind in Skopje, Nord­maze­donien, ge­storben, nach­dem sie als Notfall ins Kranken­haus trans­por­tiert wor­den waren. Die Mutter erlitt Kompli­ka­tio­nen, die zum Tod ihres Babys in der Ge­bär­mutter führ­ten, wäh­rend sie stunden­lang außer­halb des Kranken­hauses auf die Be­hand­lung war­tete. Sie starb am 31. März an einer Sepsis.

Drei Tage zuvor war ihre Fruchtblase geplatzt, und die Frau war­tete darauf, zur Geburt in der Frauen­klinik in Ohrid auf­genom­men zu werden. Die Frau stammte aus sehr armen Ver­hält­nissen und lebte unter men­schen­unwür­di­gen Be­din­gun­gen mit ihrem Mann und zwei kleinen Kindern. Sie war nicht in der Lage, die Kosten für Reisen und häufige Arzt­besuche zu tragen. Sie be­suchte die Frauen­klinik in Ohrid erst­mals am 26. März, nach­dem die Fruchtblase ge­platzt war. Sie wurde unter­sucht und darüber in­for­miert, dass sie noch nicht ent­bindungs­bereit sei. Am 29. März kam sie wieder in die Klinik und klagte über starke, ab­nor­male Schmerzen, hatte Blutungen und An­zei­chen einer Infektion. Der­selbe Arzt teilte ihr mit, dass sie für die Ent­bin­dung noch nicht bereit sei, und schickte sie nach Hause. Am nächs­ten Tag wieder­holte sich dies mit einem ande­ren Arzt, ob­wohl sie ihn um einen Kaiser­schnitt bat. Am 31. März kam sie mor­gens in der Klinik an und bat um sofor­tige Be­handlung, da sie die Schmer­zen nicht mehr er­tragen könne. Ein Arzt, den sie zuvor nicht ge­sehen hatte, war im Dienst und sagte ihr, dass ihr Baby in einem schlech­ten Zu­stand sei und nicht rich­tig atmen könne. Um 10 Uhr kam ein Kranken­wagen, der sie ins Kranken­haus von Skopje brachte, da ihre Kompli­ka­tio­nen in der Klinik in Ohrid zu schwie­rig zu be­handeln seien.

Ärzte fanden sie außerhalb des Krankenhauses allein vor, was be­deu­tet, dass der Fahrer des Rettungs­wagens sie nicht ins Krankenhaus ge­bracht hat, son­dern sie vor der Tür ab­ge­setzt hat. Da sie hohes Fieber hatte, nahm das medi­zini­sche Personal eine Probe, um sie auf Covid-19 zu testen, und man ließ sie auf die Behandlung war­ten, bis die Test­ergeb­nisse zurück­ge­kom­men waren. Read the rest of this entry »