Vor Zwangsräumungen in Miskolc
Mai 3rd, 2015 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Amnesty International – Urgent Action: Ungarn
In der ungarischen Stadt Miskolc droht etwa 160 Familien die rechtswidrige Zwangsräumung. Die Familien gehören zum größten Teil der Roma-Gemeinschaft an und wohnen in dem Stadtviertel „Nummerierte Straßen“. Die Behörden müssen die rechtswidrigen Zwangsräumungen verhindern.
>>Zum Online-Appell (bis 22. Mai 2015)
Die Stadtverwaltung von Miskolc, Ungarns viertgrößter Stadt, plant die Zwangsräumung von allen BewohnerInnen des Viertels „Nummerierte Straßen“, um so Platz für ein Fußballstadion zu machen. (…) Die Bescheide markieren die Wiederaufnahme von Zwangsräumungen, die aufgrund eines gesetzlichen Verbots über die Wintermonate ausgesetzt worden waren. Vor Beginn der Räumungen lebten etwa 900 Personen in dem überwiegend von Roma bewohnten Stadtviertel. Im Mai 2014 erhielt etwa die Hälfte aller dort lebenden Familien einen Räumungsbescheid. Bis Anfang Dezember 2014 waren bereits 30 Familien vertrieben worden. Es hatte zuvor keine angemessene Konsultation stattgefunden, und für die Betroffenen wurden keine Alternativunterkünfte bereitgestellt. Amnesty International hat das Viertel „Nummerierte Straßen“ in den vergangenen neun Monaten bereits dreimal besucht und sich mit BeamtInnen der Stadt getroffen, die dort für die Durchführung der Räumungen zuständig sind. Die BewohnerInnen des Viertels geben an, dass es keine wirksame Konsultation bezüglich der Räumungen und eventuellen Alternativmaßnahmen gegeben habe und ihnen keine alternativen Unterkünfte angeboten worden seien. Gemäß internationalen Menschenrechtsstandards müssen Räumungen selbst dann, wenn sie als gerechtfertigt betrachtet werden, den betreffenden Richtlinien der internationalen Menschenrechtsnormen in vollem Umfang entsprechen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Am 8. Mai 2014 entschieden sich die Behörden der Stadt Miskolc dazu, das Viertel „Nummerierte Straßen“ aufzulösen und kündigten die bestehenden Mietverträge. Durch die bevorstehenden Räumungen, für die keinerlei Entschädigungsleistungen vorgesehen sind, droht dem Großteil der BewohnerInnen nun die Obdachlosigkeit. Es hat keine umfassende Konsultation der Betroffenen stattgefunden. Read the rest of this entry »