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Hamburg: Gedenkfeier für deportierte Sinti

Mai 13th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken

Rudko Kawczynski (Rom und Cinti Union), Foto: Am 16. Mai jährt sich der Auftakt zur Deportation und Ermor­dung tausen­der Sinti und Roma von Hamburg aus zum 75. Mal. Am Lohseplatz in der Ham­bur­ger HafenCity finden aus diesem Anlass eine Gedenk­ver­anstaltung und Kranz­nieder­legung statt.

Hamburger Wochenblatt: (…) Hamburgs Erster Bürgermeister, Olaf Scholz, wird einen Kranz nieder­legen an der Gedenk­stätte für die Ham­burger Sinti und Roma, deren Ver­haftun­gen am 16. Mai 1940 zwischen fünf und sechs Uhr mor­gens in ver­schie­de­nen Städten Nord­deutschlands begannen. Wie eine Ware „ver­bracht“ in einen Frucht­schuppen im Frei­hafen, wo die „Zigeuner“ gesam­melt wurden zum Trans­port am 20. Mai vom dama­ligen Hannover­schen Bahnhof ins Ver­nichtungs­lager Bełżec im heu­tigen Polen. 1.500 ins­gesamt. Zwei weitere Deporta­tio­nen folgten 1943 und 1944, nach Auschwitz.

Keiner der Verantwortlichen wurde jemals von deut­schen Behör­den zur Rechen­schaft gezogen. (…) Nur zwei kleine Ham­bur­ger Sinti-Familien hatten das Nazi-Reich überlebt, doch sie wurden zwangs­weise sterilisiert und konnten keine Nach­kommen haben. Alles, was in den 70er-Jahren zu­wan­derte, waren Flüchtlinge aus Polen. Wie die Familie von Rudko Kawczynski, Vorstands­vor­sit­zen­der der „Rom und Cinti Union e.V.“ (RCU). Sie ist die zentra­le Anlauf­stelle der Gemein­schaft der Roma und Sinti in Hamburg. (…)

Alljährlich am 16. Mai erinnern die Rom und Cinti Union und neue Ham­bur­ger Inter­es­sen­gruppen an die Depor­ta­tio­nen von Sinti und Roma aus Deutschland. (…) Jahr­zehnte­lang habe sich, so Kawczynski, niemand vom Ham­burger Senat um die Gedenk­feier geschert. Bis im ver­gan­ge­nen Jahr Innen­senator Michael Neumann die Initia­tive ergrif­fen habe. Read the rest of this entry »