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Ungarn: „Bürgerwehr“ terrorisiert Roma

März 14th, 2011  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Aufmarsch der Rechtsextremisten (Foto: Pusztaranger)Im Folgenden bringen wir einen aktuellen Artikel aus dem deutschsprachigen Ungarn-Weblog „Pusztaranger“ („Bürgerwehr“ terrorisiert Roma – mit Duldung der Polizei), der ausgehend von einer Meldung des „Pester Lloyd“ über die fortdauernden Anti-Roma-Kampagnen der ungarischen Rechtsextremisten berichtet:

„Pester Lloyd“, 13.3.2011:
Bis zu 1000 Mitglieder und Sympathisanten der neofaschistischen Partei Jobbik haben sich am Sonntag (6.3.) in der im Norden Ungarns gelegenen Gemeinde Gyöngyöspata versammelt, um gegen die „ansteigende Zigeunerkriminalität“ in der Gegend zu protestieren. Jobbik nimmt damit die „Tradition“ der Märsche ihrer heute verbotenen „Ungarischen Garde“ wieder auf, die in den letzten Jahren vor allem in Orten mit hohem Romaanteil für eine rassistische Aufheizung sorgten. Bei einer dementsprechend motivierten Mordserie sind in den vergangenen Jahren sieben Roma getötet worden. Bei dem Aufmarsch in Gyöngyöspata, der von rund 200 Polizisten bewacht wurde, wurde der Selbstmord eines älteren Einwohners zum Anlass genommen, der sich „aus Angst vor ständigen Bedrohungen einer Zigeunerbande“ das Leben genommen haben soll. Die Behörden konnten eine solche Verbindung indes nicht herstellen. (…)

Soweit der Pester Lloyd. Nur war das keine einmalige Veranstaltung. In Gyöngyöspata patrouilliert schon seit Anfang März der Bürgerwehrverein „Für eine schönere Zukunft“ (Szebb Jövőért Polgárőr-egyesület) gegen „Romakriminalität“, und will das mindestens zwei Wochen machen. Die Mitglieder werden von Anwohnern umsonst untergebracht und verköstigt („Solidarität“). Auch Jobbiks „Gendarmen“ und Freiwillige anderer rechtsextremer Organisationen beteiligen sich.  Laut Augenzeugen trauen die Kinder sich nicht mehr in die  Schule, und im Dorfladen werden Roma beschimpft und am Einkaufen gehindert.  Read the rest of this entry »