August 5th, 2016 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Spielfilm von Kai Wessel, A/D 2016, 126 Min.
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt (nach dem gleichnamigen Roman von Robert Domes)
Filmstart: 7.10.2016 (A), 29.9.2016 (D)
Deutschland, 1942: Während des Zweiten Weltkriegs nimmt das Euthanasie-Programm des Naziregimes ungeahnte Ausmaße an. Der 13-jährige Ernst Lossa, ein Kind von Jenischen – fahrenden Händlern – wird von seiner Familie getrennt und gerät in die Mühlen der nationalsozialistischen Ausgrenzungs- und Rassenideologie. Er gilt als schwer erziehbar und wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren-Irsee eingewiesen wird. Er beginnt, die Mechanismen der praktizierten Tötungsmaßnahmen zu durchschauen und versucht seine Freunde und Mitpatienten zu retten. Obgleich er völlig gesund ist, wird er schließlich wegen seines rebellischen Wesens im Rahmen des Euthanasieverfahrens zu Tode gebracht.
(Text: Filmfonds Wien)
Juni 15th, 2016 |
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Film & Theater
Spielfilm, Schweden 2015, 100 Min.
schwed. Originalfassung (teilweise Romani)
Buch & Regie: Jonas Selberg Augustsén
Die in Schweden lebenden Roma Enesa, Saska und Baki sind Geschwister in ihren Zwanzigern, die sich eines Tages auf einen 1000-Kilometer-Trip quer durchs Land begeben, um ihrer alten Großmutter Sirpa eine alte Wanduhr zurückzubringen. (filmtrailer.com)
In der Stille der Nacht fliegt einzig der Müllhubschrauber von Tor zu Tor. Gesteuert wird er von einem anarchischen Poeten aus der Zukunft, lebenslang dazu verurteilt, den Schlick der Fantasie zu sammeln. Dieses surreale Bild des schwedischen Dichters Gunnar Ekelof eröffnet eine nicht minder eigenwillige Reise: Eine alte Roma-Dame sehnt sich nach ihrer Wanduhr, die schon ein Jahr beim Uhrmacher liegt. Also ruft sie ihre Enkelin an, und wenig später setzt sich ein Saab in Bewegung. Mit an Bord: die Uhr, drei Reisende, von denen einer sich leidenschaftlich an Kreuzworträtseln versucht, eine Rolle Luftpolsterfolie und eine Anlage, die vor Blitzern warnt. Unbewegte, schwarz-weiß fotografierte Einstellungen fangen Momente einer beinahe endlosen Fahrt ein, die mitten ins Bizarre der schwedischen Gesellschaft führt – und zugleich subtil manches über deren Umgang mit Minderheiten verrät. (Nordlichter)
Mai 17th, 2016 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Látszatélet (Scheinleben)
Schauspiel / Uraufführung
Kornél Mundruczó / Proton Theatre (H)
Halle G im MuseumsQuartier, 1070 Wien | Spieltage: tgl. von 21.5. bis 24.5.2016, 20:30 Uhr | Preis: EUR 15,- / 20,- / 30,- | Sprache: Ungarisch mit deutschen Übertiteln | Dauer: ca. 90 Min., keine Pause | Publikumsgespräch: 21. Mai, im Anschluss an die Vorstellung
Der Sohn einer Roma-Familie wird mit anderer Hautfarbe als seine Geschwister geboren. Die Verleugnung seiner Herkunft überschattet seine gesamte Kindheit. Die Gewalt seines Vaters zwingt ihn, sein Zuhause zu verlassen. In der Anonymität der Stadt will er sein Glück finden. Ab hier könnte die Geschichte des ungarischen Theater- und Filmregisseurs Kornél Mundruczó in eine Theatersaga, ein Paradebeispiel sozialer Etablierung münden. Látszatélet jedoch beschreibt, wie das »neue Leben« vom Albtraum des Selbsthasses erstickt wird. Ein höchst aktuelles (Anti-)Märchen menschlicher Erniedrigung und moralischen Niedergangs.
Grundlage der Geschichte ist ein aktenkundiger Fall der Budapester Polizei: Im Mai 2005 wurde ein junger Rom in einem Bus mit einem Messer attackiert. Der Aufruhr in den Medien war groß. Die Bevölkerung demonstrierte gegen Rassismus. Wie sich herausstellte, war der Täter Mitglied einer traditionalistischen, rechtsextremen Gruppierung und wie sein Opfer: ein Rom.
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Mai 4th, 2016 |
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Film & Theater
Dokumentarfilm, CZ 2015, 88 Min.
Originaltitel: ČEŠI PROTI ČECHŮM
Regie, Buch, Kamera, Schnitt, Ton: Tomáš Kratochvíl
Ein politischer Filmemacher quartiert sich am Rande einer tschechischen Kleinstadt bei einer Roma-Familie ein. Dort begegnet er dem rechten Straßenmob und fremdenfeindlichen Nachbarn. Entstanden ist dabei ein aufrüttelnder Film, der gleichermaßen aufklärt und empört.
Zu sehen beim DOK.fest München: 7.5., 10.5., 13.5.2016
„Ich bin nur ein dummer Intellektueller“, sagt der tschechische Filmemacher im Intro seines Films selbstironisch über sich. Gar nicht dumm, sondern ebenso packend wie entlarvend ist das, was Kratochvíl über den Umgang mit Roma in seiner tschechischen Heimat zu erzählen hat. Gerade bei diesen „Fremden“ hat sich der Regisseur am industriellen Stadtrand einquartiert und fühlt sich im Kreis von Jardas Familie sichtlich wohl. Schnell schließt er Freundschaft und dokumentiert zugleich den innenpolitischen Krieg zwischen den Bevölkerungsgruppen. Kratochvíls aufrechter, sehr persönlicher Zugang sorgt dafür, dass der Zuschauer empört und gleichzeitig geläutert den Kinosaal verlässt: Hoffnung bleibt – immer. (DOK.fest München/Simon Hauck)
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Mai 3rd, 2016 |
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Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
RomaTrial, 27.4.2016: Am letzten Dienstag ging in Wiesbaden die 16. Edition von goEast zu Ende, des Festivals des mittel- und osteuropäischen Films. In dessen Rahmen startete goEast gemeinsam mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) das Pilotprojekt OPPOSE OTHERING zur Förderung von jungen Filmemacher*innen aus Deutschland und Mittel- und Osteuropa, die sich mit ausgrenzenden Einstellungen gegenüber Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser, kultureller, ethnischer Herkunft und/oder sexueller Identität filmisch auseinandersetzen und Menschen und Projekte porträtieren, die Solidarität, Zivilcourage und Widerstand gegen Diskriminierung fördern. RomaTrial e.V. bewarb sich mit dem Vorhaben, ein Filmportrait des Roma-Aktivisten Jozef Miker aus der tschechischen Stadt Krupka mit dem Namen „JOŽKA“ zu produzieren. (Anm.: oben sehen Sie das bereits publizierte Romaday-Kampagnenvideo). Wir freuen uns sehr, dass die dreiköpfige Jury den geplanten Kurzfilm für die Förderung empfohlen hat und RomaTrial e.V. Produktionspreisgelder in Höhe von 3.000 Euro erhält.
JOŽKA: Eine Hoffnung für unsere Gesellschaft
Seitdem seine Gesundheit durch lebenslange Arbeit im Bergbau zerstört wurde, widmet sich Jožka dem Kampf für eine bessere, gerechtere Gesellschaft und gegen die kontinuierliche Diskriminierung von Roma in Tschechien, in der Schweinemastanlage am Ort des ehemaligen KZ Lety verkörpert. Letztendlich verpflichtete er sich dem Großvater seiner Frau, einem Lety-Überlebenden, die Schweinemast schließen zu lassen und damit ein würdiges Erinnern an die tschechischen Opfer des Roma-Holocaust zu ermöglichen. Doch es ist wie ein Kampf gegen die Windmühlen: Keiner der tschechischen Politiker nimmt sich dieses Themas an, in der Gesellschaft sind nach wie vor starke Ressentiments den Roma gegenüber präsent. Jožka wird immer wieder seitens der neonazistischen Szene bedroht, bei einer Demonstration wurde er vor zwei Jahren zusammengeschlagen und landete im Krankenhaus. Read the rest of this entry »
April 30th, 2016 |
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Film & Theater, Interview, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Interview mit Regisseur Benny Brenner (engl.)
Kino für die Ohren – Crossing Europe 2016 | Radio FRO 105,0
Sendung vom 22. April 2016 | Redaktion: Julia Krikler
Ungarn: Der Regisseur Benny Brunner hat einen Film über ein ungarisches Dorf gedreht, dessen Bürgermeister vor Ort ein faschistisches Regime etabliert hat. Die Menschen in Érpatak müssen sich seiner diktatorischen Ordnung beugen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, empfindlich sanktioniert zu werden. Der Bürgermeister und seine Anhänger feiern die Waffen-SS, verbreiten Unwahrheiten über den 2. Weltkrieg, unterdrücken die eigene Bevölkerung und viel mehr noch die ansässigen Roma-Familien, denen schon mal einfach die Kinder weggenommen werden. Das alles passiert vor den Augen des ungarischen Staates, der dieses Vorgehen gutzuheißen scheint. Ein Dokumentarfilm, der Angst vor dem zukünftigen Europa macht!
(Text: cba.fro.at)
April 29th, 2016 |
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Film & Theater, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm von Benny Brunner (hier ein Interview)
Mitabeit: Keno Verseck; NL, 2014, 76 min.
Érpatak, ein Dorf im Nordosten Ungarns, war bis 2005 ziemlich bedeutungslos – bis Mihály Zoltán Orosz zum Bürgermeister gewählt wurde. Als bekennender Antisemit und Roma-Hasser, der Nazi-Lieder singen lässt, entwirft er ein autoritäres Regelwerk zur Disziplinierung der Bevölkerung. Diejenigen, die seine Verhaltensvorschriften nicht einhalten, gelten als „Zerstörer“, ihnen droht Ausgrenzung, sogar Vertreibung aus dem Dorf. Oroszs repressiven politischen Ideen, die vom System eines Victor Orbán gestützt werden, haben vor allem für die dort ansässige Roma-Bevölkerung, die den täglichen Schikanen des Dorfdiktators und seiner Schergen zum Opfer fällt, einschneidende Folgen. Read the rest of this entry »
April 12th, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung
Dokumentarfilm, BG 2015, 64 min.
Regie: Eldora Traykova, Buch: Assen Vladimirov
Zu sehen in Linz am 20.4. und 22.4.2016.
Die Gegend ist idyllisch und ländlich, das Bildungsniveau der Bevölkerung, die zu 99 Prozent aus Roma besteht, vergleichsweise hoch: „Roma-Cambridge“ – so wird Dolni Tsibar in einer der ärmsten Gegenden Bulgariens auch genannt. Die Schule dort ist in Eldora Traykovas Dokumentarfilm Ausgangspunkt, um die Schüler, Lehrer, Eltern und Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes kennenzulernen. Sie erzählen von ihrem Leben, ihren Zielen und ihren Sorgen. Viele der Eltern arbeiten im Ausland, um für die Familie sorgen zu können, während die Kinder davon träumen, eines Tages in Harvard zu studieren. Die engagierten Lehrerinnen und Lehrer sind bemüht, mit den vorhandenen bescheidenen Mitteln die bestmögliche Ausbildung zu bieten. Denn diese ist für Roma, die europaweit immer noch unter Stigmatisierung und Diskriminierung leiden, besonders wichtig, um auf eine bessere Zukunft hoffen zu können. (Katharina Riedler)
(Text: Crossing Europe)
März 12th, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Religion
Dokumentarfilm, AT/DE 2016, 98 min.
Buch & Regie: Stefan Ludwig
„Der zornige Buddha“ zeichnet liebevolle und ungeschminkte Porträts der Roma-Jugendlichen, die in einer Welt voller Elend und Vorurteil mit Witz und Lebensenergie ihren Weg suchen. Es sind keine auffrisierten Erfolgsstorys. Sondern Schicksale, die deutlich machen, wie weit der Weg von der Roma-Siedlung auf die Uni wirklich ist. (Produktionsnotiz)
„Eine Zweite-Chance-Schule für die, die nie eine erste Chance hatten“ – Um marginalisierten Roma-Jugendlichen eine Perspektive für ihre Zukunft zu bieten, gründete János Orsós, selbst Rom, in einem ungarischen Dorf das buddhistische Ambedkar-Gymnasium. „Der zornige Buddha“ erzählt von den kräftezehrenden Bemühungen des Lehrers und seines Mitstreiters Tibor Derdák, den verarmten Jugendlichen durch Bildung und Spiritualität zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen und sie im Kampf gegen gesellschaftliche Ausgrenzung zu stärken. Vorbild der Mentoren ist der durch den Sozialreformer Bhimrao Ramji Ambedkar inspirierte Aufbruch der Dalits, der als „Unberührbare“ gebrandmarkten Bevölkerungsgruppe in Indien, dem Ursprungsland der Roma und des Buddhismus. In ihrem Kampf stoßen Orsós und Derdák immer wieder auf Widerstände: Ablehnung und Anfeindungen seitens der ungarischen Dorfgemeinschaft, eine erstarkende nationalistisch-rassistische Politik, Finanzkürzungen und Schließungen von Schulen und nicht zuletzt resignierende Roma-Eltern und -Schüler/innen. Über einen Zeitraum von fast drei Jahren besuchte Regisseur Stefan Ludwig regelmäßig die Schule in Ungarn. Dabei erweist er sich als sensibler, zurückhaltender und genauer Beobachter, der insistierend freilegt, wie sich Ungleichheit reproduzierende Strukturen auf die Jugendlichen auswirken. Read the rest of this entry »
März 11th, 2016 |
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Film & Theater
Dokumentarfilm, AT 2016, 88 min, OmdU
Buch & Regie: Patric Chiha
Wenn es dunkel wird über der Donau: eine Welt des Scheins, der Künstlichkeit, der Illusionen. Heruntergekommene Bars verwandeln sich in surreal stilisierte Bühnenräume, in denen junge Männer ihre schönen, fragilen Körper ausstellen. Sie lungern herum, posen, rauchen, trinken, reden, tanzen. Und sie verkaufen ihre Körper – an andere Männer. Die Szenerie ist ebenso theatralisch wie die dargebotenen Verkörperungen homoerotischer Phantasmagorien und Ikonografien: Der rebellische Wilde in schwarzer Lederjacke, die erotische Lichtgestalt des Matrosen, der Transvestit – Posen, Eleganz, Glanz. Patric Chihas schonungsloser, träumerischer und ästhetisierter Dokumentarfilm taucht in die Lebensrealität bulgarischer Roma ein, die sich in Wien als Stricher verdingen. Kein Film, der soziale Verhältnisse erklären will oder gar einen mitleidigen Blick auf das Milieu wirft – „Brüder der Nacht“ feiert seine Protagonisten in all ihrer Schönheit und Größe. Read the rest of this entry »
Februar 25th, 2016 |
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Film & Theater
Nikdy nejsme sami | We Are Never Alone
CZ / F 2016, 104 min.
Spielfilm von Petr Václav
„We Are Never Alone“ ist der Siegerfilm der Tagesspiegel-Leserjury bei der diesjährigen Berlinale:
Weil, so formulieren die Neun [der Jury] es in ihrer Begründung, der Regisseur darin eine Welt erschafft, „in der sich gesellschaftliche Brüche vielfältig widerspiegeln. Mit grotesken Figuren wird eine Geschichte erzählt, die den Zuschauer in vielerlei Hinsicht fordert und in Bann zieht.“ (…) „Es hat wehgetan, ihn zu sehen“, sagt Albert Warth, „und trotzdem ist er irgendwie hoffnungsvoll“. „We Are Never Alone“ spielt in einem tschechischen Provinzort, in dem irrlichternde Seelen aufeinander treffen, ein obsessiver Hypochonder, der täglich seine Leberflecken fotografiert, ein Gefängniswärter, den seine Paranoia an den Rand des Wahnsinns treibt, eine Romni-Stripperin, der ihr Barchef auf die Pelle rückt. Ulrike Kahle-Steinweh fühlt sich in eine „dunkle Märchenwelt“ versetzt, die zugleich erschreckend real ist, „bevölkert von absonderlichen Menschen, beschädigt durch das sozialistische System, hilflos nach dessen Ende“. Der Film (…) spiegele das aktuelle Europa, die Mischung aus Verwirrung und Vorurteilen, auch den brutalen Rechtsruck großer Teile der Gesellschaft. (Textauszug: Tagesspiegel)
Im Nirgendwo der tschechischen Provinz trifft eine Handvoll Menschen aufeinander. Ein paranoider Gefängniswärter, sein hypochondrischer Nachbar, dessen stumm-verzweifelte Frau, ein unglücklich verliebter Nachtclubbetreiber und eine alleinerziehende Stripperin. Friede, Freude und Hoffnung sind hier nur eine Aufschrift auf einem T-Shirt. Sie leben an einer Durchfahrtstraße, aber das Leben hält nur Sackgassen für sie bereit. Doch in dieses schwarz-weiße Alltagsporträt mischen sich rasch buntere Farben. Zwischenmenschliche Begegnungen zeugen sowohl von Aufbegehren und irrationaler Hoffnung als auch Grausamkeit. Read the rest of this entry »
Februar 12th, 2016 |
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Film & Theater
Roma in Berlin – Weltpremiere des Films von Philip Scheffner & Colorado Velcu (D 2016, 93 Min.) in Berlin
14.02. 16:30 OmEU Delphi Filmpalast
17.02. 14:15 OmEU CineStar 8
19.02. 20:00 OmEU Kino Arsenal 1
21.02. 20:00 OmU Colosseum 1
Als Familie Velcu von Rumänien nach Deutschland übersiedelte, waren die befreundeten Filmemacher aus Berlin zur Stelle, filmten den Einzug. Dem Familienrat gefiel der Vorschlag, einen Film über ihr neues Leben zu drehen. Colorado Velcu, der seit seiner Jugend wunderschöne Tagebücher schreibt, wurde als Familienvater zum Co-Regisseur von Philip Scheffner, vor allem wegen seiner Fähigkeit zum Inszenieren und seines Gespürs für die künstlerischen Talente seiner Kinder und Neffen und Schwestern und Schwager. Bollywood-Fans sind sie alle, und so entstand eine wirklich wahre Familiensaga – mit einem Titelsong! Ein erster Velcu-Berliner wird geboren, ein schmerzhafter Abschied von den Verwandten, die besseren Verdienstchancen Richtung Spanien nachreisen müssen, die Ehefrau weggesperrt im fernen rumänischen Gefängnis – und die Berliner Parks, in denen gegrillt wird, werden zu bukolischen Orten. Die Entstehungsgeschichte dieser „Velcu-Saga“ wird immer wieder unter den Mitwirkenden diskutiert – und macht den Film mal melancholisch, dann wieder sehr witzig und charmant zu einem klugen Meta-Film über das ethnografische Filmemachen, über Medienbilder und Stereotypen von Roma-Familien heute. (Text: Dorothee Wender, Berlinale Forum)
AND-EK GHES… ist die Fortsetzung einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit, die auf Vertrauen und Freundschaft zwischen den Co-Regisseuren Philip Scheffner und Colorado Velcu basiert. Sie begann mit dem Film Revision: Der Versuch, einen gemeinsamen filmischen Raum zwischen Protagonisten, Filmemacher und Publikum zu eröffnen, wird nun, drei Jahre später, erweitert. Die Kamera dupliziert sich, zu der des Filmemachers kommen eine, zwei, drei Kameras, die von Hand zu Hand wandern. Read the rest of this entry »
Februar 11th, 2016 |
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Film & Theater
Roma in Kanada – Spielfilm von Andrea Bussmann und Nicolás Pereda, USA/Kanada 2016, 87 Min.
16.02. 19:30 OmEU CinemaxX 4
17.02. 14:00 OmEU Akademie der Künste
19.02. 19:15 OmEU CineStar 8
21.02. 17:30 OmEU Kino Arsenal 1
Es war einmal ein in die Jahre gekommenes Hochhaus in Toronto, dessen Bewohner auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge warteten – kein sehr einladender Ort. Züge ratterten vorbei, Polizisten standen am Fahrstuhl Wache, um Überfälle zu verhindern, an den Balkonen flatterten Netze im Wind als Mahnung an die Bewohner, nicht zu springen. Ohne Frage kein einfacher Ort, aber auch ein fantasievoller, denn das Warten bietet den idealen Nährboden für Legenden, Märchen und Träume. Die Bewohner erzählten sich ein ums andere Mal ihre Geschichten, genauso wie sie einübten, was bei den Anhörungen gesagt oder verschwiegen werden soll. Da ist die Geschichte von dem in der Wohnung allein zurückgelassenen verhungerten Hund oder von dem Kind des Anwalts oder dem Jungen, der beim Aufwachen feststellt, dass er sich in einen Vogel verwandelt hat. Aus diesen Geschichten ließe sich fraglos ein faszinierender Film drehen, aber wie sähe er aus? Ein beobachtender Dokumentarfilm, ein selbstgedrehtes Familienporträt, ein kafkaeskes Märchen oder sein Making-of? Eindeutige Erklärungen gibt es hier nicht, denn an diesem Ort verschwimmen die Grenzen. Wer auf Antworten hofft, kann gleich den Teufel befragen. (James Lattimer)
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Februar 8th, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
The Awakening, DE/CRO/SRB 2015, 39 min., OmdtUT
Ein Film von Kenan Emini
The Awakening (das Erwachen) ist ein Zustand der Lebensrealität von Roma, die abgeschoben wurden. Welchen psychologischen Effekt hat die Abschiebung auf die Menschen? Wie ergeht es den Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland aufgewachsen sind und nun in einem fremden Land aufwachen, fern von ihren Freunden und ihrem gewohnten Umfeld? Der Film gewährt einen Einblick in diesen Zustand des Erwachens bzw. des Entsetzens der Betroffenen, die Deutschland als ihre Heimat betrachtet haben und sich nun in einem für sie fremden Land völlig neu orientieren müssen, und vermittelt ein authentisches Bild über die Schockerfahrung Abschiebung. Zugleich zeigt er Rassismus und Diskriminierungen auf, mit denen Roma in verschiedenen Ländern Europas konfrontiert werden.
(Text: www.awakeningmovie.de)
Kenan Emini gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Roma Center Göttingen e.V. und ist im Vorstand des Bundesromaverbandes in Deutschland. Er hat die Kampagne „alle bleiben!“ mitgegründet und ist an seinem Projekt „Romadness“ tätig. Er ist selbst Rom aus dem ehemaligen Jugoslawien und lebt seit 2000 in Deutschland.
Januar 31st, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Trapped by Law
Dokumentarfilm von Sami Mustafa
Kosovo, D 2015 / 90 Min. (romanes, alban., deutsch, engl., serb.)
Regie & Produktion: Sami Mustafa | Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch | Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke
Mehr hier.
Die engl. Untertitel können in der unteren Bildleiste des Videofensters aktiviert werden.
Januar 31st, 2016 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm, Kosovo, D 2015 / 90 Min.
romanes, alban., deutsch, engl., serb.
Regie & Produktion: Sami Mustafa
Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch
Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke
TRAPPED BY LAW erzählt die Geschichte von Kefaet und Selami. Die Brüder und Rap-Künstler sind in Essen als Asylbewerber mit stetig unsicherem Aufenthaltsstatus aufgewachsen. Kefaet wurde in Prizren im Kosovo geboren. Im Alter von vier Jahren fliehen seine Eltern mit ihm aus dem vom Krieg gebeutelten und insbesondere für Roma gefährlichen Gebiet. Selami ist in Essen geboren und zuvor nie im Kosovo gewesen. Im März 2010 werden die inzwischen erwachsenen Brüder aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben. In ein Land, das ihnen vollkommen unbekannt ist, getrennt von ihren Eltern, ihrem älteren Bruder und von Kefaets Kindern Djelan und Djihan, die alle weiterhin in Deutschland leben.
Im Kosovo sind die smarten jungen Männer zunächst wie Touristen im „eigenen“ Land unterwegs. Sie hängen mit einem neuen Freund ab, der ebenfalls aus Deutschland abgeschoben wurde, unternehmen auch einen Kurztrip in das Heimatdorf ihrer Eltern. Alles ganz interessant, aber auch so fremd hier. Die Bemühungen um eine Ausreisegenehmigung nach Deutschland prägen den Alltag – erst recht als nach den ersten Monaten staatlicher Hilfe aus Deutschland das Geld ausgeht. Arbeit ist nicht zu finden. Die Verständigung teilweise schwierig. Ihre Rhymes und Texte schreiben sie nach wie vor auf Deutsch – in ihrer Alltagssprache, in der sie sich am besten ausdrücken können.
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Januar 19th, 2016 |
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Einrichtungen, Film & Theater, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Im Spätsommer 2012 fuhren rund 30 Roma-Jugendliche aus den Freiburger Flüchtlingswohnheimen für eine Woche auf die Nordseeinsel Wangerooge (Deutschland), organisiert wurde das Sommercamp vom „Roma Büro Freiburg“. Dabei entstand der Kurzfilm „Roma Invasion“, eine filmische Zusammenfassung der Aktivitäten, in der viele der Jugendlichen selbst zu Wort kommen. Der Film wurde 53.000 mal angeklickt und mit einigen hundert Postings versehen. Die meisten Kommentare kann man leider unter „Hate Speech“ subsumieren: von „Vergasen“ bis „in die Autopresse“ war die Rede. Die Fülle und Aggressivität dieser rassistischen Kommentare könnte einem wahrlich die Sprache verschlagen, doch das „Roma Büro Freiburg“ reagierte offensiv auf das Phänomen und organisierte gemeinsam mit dem Stadtjugendring einen Themenabend zur Frage „Was tun gegen Hate Speech?“. Bei der Veranstaltung im Freiburger Haus der Jugend wurde der Kurzfilm gezeigt und ausgewählte Kommentare in einer szenischen Lesung von Roma-Jugendlichen vorgetragen. Das freie Radio Dreyeckland sprach mit Tomas Wald vom „Roma Büro“ über die Veranstaltung und Gewalt gegen Roma (einen weiteren Radiobeitrag finden Sie hier).
(dROMa)
November 24th, 2015 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm, AT 2015, OmU, 21 Min., Regie: Monika K. Zanolin
Betteln ist in Österreich grundsätzlich erlaubt. Wenn jemand in der Öffentlichkeit auf die eigene Not hinweist und um Unterstützung bittet, fällt dies unter das Recht auf freie Meinungsäußerung. Trotzdem werden Bettelverbote gefordert, in der politisch-medialen Öffentlichkeit ist immer wieder von „Bettlerbanden“, „Bettelmafia“ oder Belästigung zu hören. Doch was wissen wir über bettelnde Menschen und ihre Lebenssituation? Der Film „Betteln. Menschen. Rechte“ der Initiative Minderheiten Tirol gibt einen Einblick in Lebensbedingungen, Sichtweisen und Perspektiven bettelnder Menschen.
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Oktober 25th, 2015 |
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Film & Theater, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung
Die spanische Organisation Fundación Secretariado Gitano (FSG) hat den hohen Ausfallsquoten bei Schülern – und insbesondere Schülerinnen – aus Gitano-Familien den Kampf angesagt. Sechs von zehn jungen Gitanos (spanische Roma) verlassen die Schule noch vor dem Abschluss der Pflichtschule (Secundaria Obligatoria, ESO), fast dreimal so viele wie im gesamtspanischen Durchschnitt (63,7% gegenüber 21,9%). Eine sehr gelungene Videokampagne, hier zu sehen mit englischen Untertiteln, will das jetzt ändern. Die Kampagne #LeonorDejaLaEscuela („Leonor verlässt die Schule“) soll die Öffentlichkeit, die das Problem bislang zumeist mit einem Achselzucken abtat, endlich wachrütteln. Und sie soll nicht zuletzt auch den Gitano-Kindern Mut machen – denn sehr oft „glauben weder ihr Umfeld noch die Schule noch sie selbst an ihren Bildungserfolg“.
(RU/dROMa)
September 24th, 2015 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Religion
All My Children [theatrical trailer] from MEDIA FILM on Vimeo.
Alle meine Kinder | Všetky moje deti (SK/CZ 2013)
Dokumentarfilm von Ladislav Kaboš, 90 min. (Website)
Die Langzeitdokumentation „Alle meine Kinder“ zeigt den Mikrokosmos eines Roma-Dorfes in der Ostslowakei. Rund zehn Jahre lang begleitete der Filmemacher Ladislav Kaboš den charismatischen Priester Marián Kuffa bei seinen Bemühungen, den Bewohnern eines Roma-Slums zu Bildung und neuem Selbstbewusstsein zu verhelfen.