Geschichte & Gedenken

„Die Konstruktion von Kriminellen“

April 4th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 3.4.2025 | 11:08 min

Buchpräsentation mit Andreas Kranebitter, dem wis­sen­schaft­li­chen Leiter des Doku­men­ta­tions­archivs des öster­rei­chi­schen Wi­der­standes (DÖW)

Kenvakeri presentacija le Andreas Kranebitteriha, visen­schof­lichi vodaschi le doku­menta­cija­kere archi­vistar le austri­tike vider­schtaun­distar (DÖW) — O NS-schtot dschenen ledschija mindenfelitike argumentenca ando loger­tscha. O krimina­lengere haren­gere i sor dim uli, dsche­nen ande o loger­tscha te bitschal, kekaj meg nisaj pha­geripe on kerde. O haren­gere taj i SS etiki­rinde len vasch lengere anglutne schtrauf­tscha ojs „be­rufiskere fabrejcher­tscha“. Palo bersch 1945 on na ojs opfertscha aun dikle ule. Pal lende tschak garudnon vakerdo, taj nisaj forschi­nipe kerdo ulo. Ham ko sina o „kriminele ande tscha­pime dschene“ andar o logertscha? Upre saj tscha­tschi­peskero argeji­peskero punkto on deportirim ule? Saj angle peri­peskere deliktscha le sina? Sar o harengere oda arbu­tscha­linde o becaj­chinipe „berufis­kere fabrej­chertscha“? I kenva vidminel pe na tschak la NS-cajtake, ham te la historijake la krimi­nal­politi­kake andi Austrija.

Der NS-Staat deportierte Personen mit unterschiedlichen Begrün­dungen in Kon­zentra­tions­lager. Die Krimina­lpolizei wurde er­mächtigt, Personen in „Vorbeugung­shaft“ zu nehmen und in KZ ein­zu­weisen. Polizei und SS etiket­tierten sie wegen ihrer Vor­strafen als „Berufsverbrecher“. Nach 1945 galten sie nicht als Opfer. Über sie wurde nur hinter vor­ge­haltener Hand gespro­chen, aber nicht geforscht. Wer waren aber die „kriminellen“ Häftlinge der Kon­zentra­tions­lager? Read the rest of this entry »

Kreuzstadl: 80 berscha ar le haburistar

März 27th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 26.3.2025 | 11:46 min

80 Jahre Kriegsende: Gedenk­feier für alle Opfer des Süd­ost­wall­baus

Gondolipe: Sako bersch le opferenge Rohoncate uso gondoli­pes­kero than Kreuzstadl gon­dolim ol. Minden­felitike fatre­tertscha vakeren taj upre o valami 180 dschi­dov­tschen­gere opfer­tscha, save odoj mur­darde ule gondolim ol. O ar le multisch­gaostar sina o tel pasch­laripe le kere­sujendar.

Gedenken beim Kreuzstadl in Rechnitz: Die Gedenkfeier für alle Opfer des Südostwall­baus fand am 23. März 2025 statt. Mit Rede­beiträgen von Paul Gulda (RE.F.U.G.I.U.S.), Ober­kantor Shmuel Barzilai, Israeli­tische Kultus­gemeinde in Wien, und Ver­tretern der Israeli­tischen Kultus­gemein­den Zalaegerszeg und Szombathely. Klaus Maria Brandauer las Gedichte von Miklós Radnóti u. a. Musika­lische Um­rahmung: Bogdan Laketic. Read the rest of this entry »

Artschijipe: „Man will uns ans Leben“

März 19th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 10.2.2025 | 9:24 min

Ausstellung in Oberwart: Bomben gegen Minderheiten 1993–1996

Maschkar o berscha 1993 dschi 1996 uschtidine andi Austrija 25 dschene taj organi­saciji bom­bakere lila. Andi glajchi cajt ande Kärnten taj Burgenland trin bombi eksplo­dirinde. Schtar dschene mule, schtar dschene sorale dukade taj enja dschene loke dukade ule. O teror gelo le tschuli­pengere dsche­nenge taj politisch huma­nistischi pomoscha­go­schengere niposke. O lek phareder mur­daripe sina Erbate, kaj o Josef Simon, Karl Horvath, Erwin Horvath taj o Peter Sarközi duach jek bomba murdarde ule. On kam­nahi i tablina kaj upre pisim sina „Roma zurück nach Indien“ beig te lel taj i bomba eks­plo­dirin­tscha. Jek artschijipe la Initiative Minderheiten andi koperacija le Volkskunde muse­jumiha Betschi, le kärnten.mu­seju­miha taj le Prado Kher Erbaha. O art­schijipe andar o 11.2. dschi 23.3.2025 te dikel hi: Keden dschi paruschtun 9:00 dschi 14:00 orenge, Prado Kher Erba, Liszt­g. 1.

Zwischen den Jahren 1993 und 1996 erhielten in ganz Österreich ins­gesamt 25 Personen und Orga­nisa­tionen explo­sive Post. Im gleichen Zeitraum deto­nierten in Kärnten und im Burgenland drei Spreng- bzw. Rohr­bomben. Die Anschläge hatten vier Tote, vier lebens­gefähr­lich Verletzte und neun Verletzte zur Folge. Read the rest of this entry »

O Roma-atentato Erbatar: Genipe taj vakeripe

März 18th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 10.3.2025 | 10:23 min

Das Roma-Attentat von Oberwart: Lesung und Ge­sprächs­runde

Gondolipe upro Romengero aten­tato Erbate: Andi rat usar o 4to upro 5to feberi 1995, schtar manu­scha opfer­tscha jeke rasisti­schi moti­virime atenta­tostar ule. O schtar flogos­kere grup­nakere dschene le Romendar, jeka bombaha mur­darde ule. Telal o anav „Schoha te pobis­terel“ ada­bersch, tranda berscha palo atentato, Erbate jek gondo­li­pes­kero mula­tin­tschago tel likerdo ulo.

Vor 30 Jahren hat das Bombenattentat von Oberwart die Republik er­schüt­tert: Vier Män­ner aus der Volks­gruppe der Roma starben bei der Deto­nation einer Spreng­falle. Ge­sprächs­runde mit: Emmerich Gärt­ner-Hor­vath (ehem. Ge­schäfts­führer Verein Roma), Klaus Gartner (ehem. Vizebgm.), Terezija Stoisits (ehm. Natio­nal­rats­ab­ge­ord­nete), Anne­marie Klinger (edition lex liszt 12), Peter Wagner (Autor), Horst Horvath (ehem. GF OHO). Read the rest of this entry »

Facts & Figures (547)

März 9th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

In Kroatien ist nur ein einziges Mahn­mal für die im Zweit­en Welt­krieg er­mor­de­ten Roma be­kannt. Es ent­stand 1971 im Dorf Uštica bei Jasenovac.

(Quelle)

„Die Retter“: Uraufführung in Oberwart

März 3rd, 2025  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Rohonczy (BIld: Programminfo OHO)Rohonczy, Kautz, Niczky – drei Menschen aus dem Mittel­burgen­land

Theaterstück von Katharina Tiwald und Peter Wagner: Urauf­füh­rung im Offe­nen Haus Oberwart am 13. März 2025

Das Magazin Profil beschrieb 1995 den in Mitterpullendorf/ Kö­zép­pulya an­sässigen Baron György Gedeon Rohonczy als den „burgen­ländi­schen Oskar Schindler“. Er soll 121 Roma aus dem sog. „Zigeu­ner-An­halte­lager Lackenbach“, von dem Roma in Kon­zentra­tions­lager, andere Sammel­lager oder Ver­nich­tungs­lager deportiert wurden, da­durch ge­rettet haben, dass er sie als Ernte­arbeiter auf seinem Guts­hof anstellte, und zwar nicht nur Männer, sondern ganze Familien, also auch Frauen und Kinder. Teil­weise er­mög­lichte er ihnen die Flucht nach Ungarn. Seinem Beispiel folgten der Guts­pächter Ernst Kautz aus Unterpullendorf/ Dolnja Pulja und Graf Ladislaus Niczky aus Nebersdorf/ Šuševo, die beide mit Rohonczy befreun­det waren. Roma, die auf diese Weise über­lebten, be­zeugten nach dem Krieg die lebens­rettende Tätig­keit der drei Männer. Einer von ihnen, Ernst Kautz, wurde selbst von betrof­fenen Roma gerettet, als die russischen Besatzer ihn exe­kutieren wollten.

Das Stück:

„DIE RETTER – Rohonczy, Kautz, Nitzky – Drei Menschen aus dem Mittelburgenland“ dis­kutiert im Stile eines Doku-Dramas die Frage, inwie­weit diese drei Personen tat­sächlich als Lebensretter, wenn nicht gar Helden im Sinne eines passiven Widerstandes gegen ein mör­deri­sches Regime zu bewerten sind. Dabei treten durch Interviews, die mit Men­schen unter­schied­lichs­ter beruflicher und geistiger Orien­tie­rung vor Kamera geführt wurden, differen­zierende Ein­schätzun­gen und Be­wertun­gen zutage, die auch unsere heute Be­zie­hung zu zivilem Un­gehorsam sowie identitäts­politische Fragen the­ma­tisieren.

Parallel dazu entspinnt sich der von Katharina Tiwald verfasste fiktive Dialog zwischen einem Ehepaar, das zur Ge­burtstags­feier des 90-jährigen Anton (Toni), eines Lackenbach- und KZ-Über­lebenden aus der Volks­gruppe der Roma, ein­ge­laden ist. Read the rest of this entry »

Ausstellung „Wir sind Hanau“ in Heidelberg

Februar 27th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellungstafel "Wir sind Hanau" (Foto: sbbz-luise.de) Zum fünf­ten Jahres­tag des Anschlags zeigt das Doku­men­ta­tions- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg bis 13. März die Aus­stel­lung „Wir sind Hanau“. Der Eintritt ist frei.

Es dauerte zwölf Minuten, dann waren neun Leben aus­ge­löscht. Am 19. Februar 2020 hat der Atten­täter von Hanau die jungen Men­schen aus rassis­tischen Motiven ermor­det: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. An­schlie­ßend tötete er seine Mutter und sich selbst.

Die Präsentation im Dokumentationszentrum in Heidelberg regt zu einer kritischen Aus­einander­setzung mit Themen wie Dis­krimi­nie­rung, Rechts­extremis­mus und struk­tu­rellem Rassismus an und erinnert an die Ermordeten rechts­extremer Attentate der ver­gange­nen 30 Jahre in Deutschland. Kon­zipiert von »Migrantifa« Stuttgart, wurde sie gemein­sam mit Migration Hub Heidelberg sowie dem Bündnis Erin­nern.Ver­än­dern speziell für Heidel­berg weiter­ent­wickelt. Darin wird offen­kundig, dass der rechts­extreme und rassis­tische Anschlag in Hanau alle Men­schen in Deutschland betrifft. Denn gerade danach ist das Ausmaß rechts­extre­men Terrors und der mangel­haften gesell­schaft­lichen Auf­ar­beitung beson­ders deutlich ge­worden. Während Politi­ker*in­nen und Behörden von Hanau als »Einzelfall« sprechen, ent­gegnen die migran­tischen jungen Men­schen Deutsch­lands, dass dies nicht die Realität wider­spiegelt.

Neben Texten und Gedichten zu den Anschlägen in Hanau werden in der Ausstel­lung auch Werke von BIPoC-Kunst­schaf­fen­den aus Heidelberg gezeigt. Zudem setzt sie sich unter anderem kritisch mit dem Begriff »Einzelfall«, dem an­wach­sen­den Rechts­extremismus sowie dem Thema Rassismus in Sicher­heits­behörden aus­einander. Read the rest of this entry »

Sport: „Längst vergessene Held*innen“

Februar 21st, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen

Vergessene Held*innen: Ausstellung über Roma und Sinti im Sport in Deutschland  Zwischen Triumph und Gewalt im Sinti- und Roma-Sport: Aus­stel­lung in Nürnberg

Von Donnerstag, 20. Februar, bis Mittwoch,19. März 2025, präsen­tieren die Deutsche Aka­demie für Fuß­ball-Kul­tur und das Kultur­büro Muggen­hof im Amt für Kultur und Freizeit ge­mein­sam mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma – Landes­ver­band Bayern e. V. die Aus­stellung „Längst ver­ges­sene Held*in­nen – Sinti*zze und Rom*n­ja-Sport­ler*in­nen“. Die Ausstel­lung rückt be­ein­drucken­de Per­sönlich­keiten des Sports in den Fokus.

Sportlerinnen und Sportler wie etwa der Boxer Oswald Marschall, die Fußballe­rin Angel Theiß und der Kickboxer Gerard Lindner haben heraus­ragende sportliche Leis­tungen erbracht. Sie haben sich auch dazu ent­schieden, ihre Her­kunft als Sinti, Sintizze, Roma oder Romnja öffent­lich zu machen. In ein­drucks­vollen Portraits erzählt die Aus­stellung Geschichten von Dis­krimi­nierung und Ressen­ti­ments, aber auch von Identität, Selbst­be­wusst­sein und dem Kampf gegen Vorurteile.

Pionierarbeit im Bereich Sportgeschichte

Die aufwändig recherchierten und persönlichen Geschichten der Athletin­nen und Athleten sen­sibili­sie­ren für die Ver­gangen­heit und die aktu­ellen Lebens­reali­täten dieser Be­völke­rungs­gruppe und tragen dazu bei, eigene Vor­urteile zu hinter­fragen. Dadurch ver­mittelt die Aus­stellung einer­seits die große Rolle des Sports für die Iden­titäts­bildung und -fes­ti­gung des Einzel­nen, anderer­seits jedoch auch seine An­fällig­keit für Rassismus, Anti­ziganis­mus und Chauvi­nismus.

Die Ausstellung von Andrzej Bojarski und Oswald Marschall schließt eine Lücke in der deutschen Sport­geschichte. Namen wie Johann „Rukeli“ Trollmann, der als Sinto und Boxer wäh­rend des National­sozialis­mus ermor­det wurde, sind ver­einzelt bekannt, während die Leistun­gen vieler anderer Sinti, Sintizze, Roma und Romnja im Sport weit­gehend un­erwähnt bleiben. Die Prä­senta­tion rückt dieses ver­nach­läs­sigte Kapitel der Sport­geschichte in den Vorder­grund und fördert die An­er­kennung und Bedeu­tung der por­trätier­ten Per­sönlich­keiten über ihre sportlichen Leis­tungen hinaus.

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (545)

Februar 14th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

In Österreich befürch­ten 62 % der Be­frag­ten, dass sich der Holo­caust wie­der­ho­len könn­te. Ähn­lich in Deutsch­land: 61 %.

(Quelle)

Artschijipe/Ausstellung „Man will uns ans Leben“

Februar 11th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 10.2.2025 | 9:24 min

Artschijipe/Ausstellung im Offenen Haus Oberwart (OHO):- Man will uns ans Leben – Bomben gegen Minderheiten 1993–1996

Maschkar o berscha 1993 dschi 1996 uschtidine andi Austrija 25 dschene taj or­gani­saciji bom­bakere lila. Andi glajchi cajt ande Kärnten taj Burgenland trin bombi eksplo­di­rinde. Schtar dschene mule, schtar dschene sorale dukade taj enja dschene loke dukade ule. O teror gelo le tschuli­pen­gere dsche­nenge taj politisch humanistischi pomo­scha­goschen­gere niposke. O lek phareder mur­daripe sina Erbate, kaj o Josef Simon, Karl Horvath, Erwin Horvath taj o Peter Sarközi duach jek bomba mur­darde ule. On kamnahi i tablina kaj upre pisim sina „Roma zurück nach Indien“ beig te lel taj i bomba eksplo­di­rin­tscha.

Jek artschijipe la Initiative Minderheiten andi kopera­cija le Volks­kunde Mu­se­jumiha Betschi, le Kärnten Muse­jumiha taj le Prado Kher Erbaha. O artschi­jipe andar o 11.2 dschi 23.3.2025 te dikel hi: Keden dschi paruschtun 9:00 dschi 14:00 orenge.

Zwischen den Jahren 1993 und 1996 erhielten in ganz Österreich ins­ge­samt 25 Perso­nen und Organi­satio­nen explo­sive Post. Im gleichen Zeitraum deto­nierten in Kärnten und im Burgenland drei Spreng- bzw. Rohr­bomben. Die An­schläge hatten vier Tote, vier lebens­gefähr­lich Verletzte und neun Ver­letzte zur Folge. Der Terror adres­sierte aus­schließ­lich Minder­heiten­an­ge­hörige und ihre poli­tisch-hu­ma­nisti­schen Unter­stützer:in­nen. Der fol­gen­schwerste Anschlag fand im Febru­ar 1995 im burgen­län­dischen Oberwart statt, bei dem vier Roma-An­ge­hörige einer Spreng­falle zum Opfer fielen. Josef Simon, Karl Horvath, Erwin Horvath und Peter Sarközi starben durch eine Ex­plosion, als sie eine Tafel mit der In­schrift „Roma zurück nach Indien!“ ent­fernen wollten. Obwohl die Auswahl der Adres­sat:in­nen bald auf Urheber aus dem rechten Eck schlie­ßen ließ, ge­stalte­ten sich die Er­mitt­lungen sehr lang­wierig und nahmen erst im Herbst 1997 zufällig ein Ende. Read the rest of this entry »

Amen sam Roma / Wir sind Roma

Februar 8th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 7.2.2025 | 3:58 min

30 Jahre Roma-Attentat in Oberwart: Wir ge­den­ken des Rohr­bom­ben­atten­tats vom 4.2.1995

Amen sam Roma, kale Roma,
            Wir sind Roma, schwarze Roma,
schukar Roma upra ada them,
            schöne Roma auf dieser Welt,
o kale atscha taj o kale bal,
            die schwarzen Augen und die schwazen Haare,
so amen Roma, Roma hi.
            die wir Roma, Roma haben.

Amen sam Roma, kale Roma,
            Wir sind Roma, schwarze Roma,
tschore Roma upra ada them,
            arme Roma auf dieser Welt,
amen o gadsche nikaj na kamnahi,
            die Nicht-Roma wollen uns nirgendwo,
taj amen sam nipo sar o avre.
            aber wir sind Menschen wie die anderen.
Read the rest of this entry »

Bombakero atentato amen gondolinas

Februar 7th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 6.2.2025 | 7:23 min

30 Jahre Roma-Attentat in Oberwart: Wir ge­den­ken des Rohr­bom­ben­atten­tats vom 4.2.1995

Ando scharto feberi deschenja enjavar desch taj pantschto bersch o lek bibasta­leder atentato andi dujti republik kerdo ulo. Schtar dschene la flogos­kera grupnatar le Romen­dar o Peter Sarközi, Josef Simon, Karl taj Erwin Horvath jeka bombatar mur­darde ule. Upri bomba jek tablina upre sina, le pisini­peha „Roma zurück nach Indien“. Uso proba­linipe aja tablina bejg te lel, i bomba eksplo­di­rin­tscha, savi jek falato jek rasis­tischi moti­virti serijatar le atente­te­ristar Franz Fuchs sina. Te ada bersch ando 4. feberi i Roma­pastoral uso gondo­lipes­kero mula­tin­tschago Erbate uso gon­dolipes­kero than akar­tscha le schtar Romenge, save odoj duach aja bibas­tali bomba pu­maro ileto iste mukle, te gon­dolinel.

Das tragische Attentat von Oberwart, bei dem vier Roma-Män­ner, Karl Horvath, Josef Simon, Peter Sarközi und Erwin Horvath, ihr Leben ver­loren, jährt sich in diesem Jahr zum 30. Mal. Aus diesem Anlass ludt die Roma­pastoral der Diö­zese Eisen­stadt er­neut zu einer Gedenk­feier ein, um der Opfer zu ge­denken und ein Zeichen des Respekts, der Erin­nerung und der Mah­nung zu setzen. Die Gedenk­feier begann in der Bildungs­anstalt für Elementar­päda­gogik (Dorn­burg­gasse 93), wo der erste Teil des Programms statt­fand. Nach der offi­ziellen Be­grüßung wurde eine Video­botschaft des Herrn Bundes­prä­sidenten ein­gespielt. Eine Prä­sentation von Schü­ler:innen sowie ein Impuls von Assoz. Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Ursula Mindler-Steiner gab es an­schlie­ßend. Im Anschluss gab es einen gemein­samen Gedenk­marsch zur Gedenk­stätte „Am Anger“. Read the rest of this entry »

„Meine ermordete Familie“

Februar 6th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Meine ermordete Familie – Sinti im Holocaust
DW Deutsch/Reporter, 2024 (12:37 min)

Sechs Millionen Juden fielen dem Hass [der Natio­nal­sozia­lis­ten] zum Opfer, aber auch An­ge­hörige anderer Gruppen, nicht zuletzt Sinti und Roma, die von den Nazis in ver­schie­de­nen euro­päi­schen Ländern gnaden­los verfolgt und meist ins KZ Auschwitz depor­tiert wurden. Schätzungs­weise 500.000 euro­päische Roma und Sinti über­lebten das NS-Regime nicht. So wie fast alle Ver­wandten von Carmen Spitta. Die Frankfurterin trägt schwer am Schick­sal ihrer Familie, doch gerade des­halb will sie deren Geschichte weiter­geben an die jün­gere Gene­ration.

Eine Reportage von Dáša Raimanová.

(Beitrag und Text: DW Deutsch)

30 Jahre Oberwart: Am Wendepunkt

Februar 5th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

Attentat in Oberwart (Videostill: ORF)Vor dreißig Jahren entschied sich das Schicksal der Roma


In der Nacht zum 5. Februar 1995 brach mit einem Mal der alte, mör­deri­sche Hass wie­der über die Volks­gruppe herein. Vier junge Män­ner star­ben in Ober­wart durch ein ras­sis­ti­sches Bom­ben­atten­tat. Die Schick­sals­stunde der Roma wur­de auch zur Be­wäh­rungs­probe für die Re­pub­lik. Doch Ge­walt­akte ge­gen Roma gibt es noch im­mer – auch in Ös­ter­reich.

Die vier Roma starben durch eine perfide Sprengfalle, die der Rechts­terrorist Franz Fuchs in der Nähe der Ober­war­ter Roma-Sied­lung platziert hatte. Als sie ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien!“ ent­fernen woll­ten, deto­nierte der Spreng­satz: Karl Horvath (22), Erwin Horvath (18), Peter Sarközi (27) und Josef Simon (40) waren so­fort tot. Für ihre Fami­lien brach eine Welt zu­sammen; für die Volks­gruppe war es die schwerste Stunde seit dem Völker­mord. Alles, was man sich gerade erst er­kämpft hatte, stand plötz­lich auf dem Spiel.

Was fast immer geschieht

Und tatsächlich geschah, was nach Gewalttaten gegen Roma fast immer ge­schieht: Man ver­dächtigte die Roma selbst. Von einem rechts­extre­men Attentat wollten Polizei und Politik zwei Tage lang nichts wissen, statt­dessen diffa­mierte man die Opfer. Sofort war die Rede von einer blutigen „Fehde“ unter Krimi­nellen. Polizis­ten durch­suchten die Wohnun­gen der Roma-Fa­milien nach Spreng­stoff und Waffen. Innen­minister Löschnak be­feuerte Speku­latio­nen, die vier Todes­opfer hätten die Explosion wo­möglich selbst ver­schuldet – zu einem Zeit­punkt, als den Ermitt­lern längst klar war, dass sie es mit einem rassisti­schen Terror­anschlag zu tun hatten. Noch Monate später ver­suchte Jörg Haider, die Tat den Opfern selbst in die Schuhe zu schieben, indem er über krimi­nelle Machen­schaften („Waffen­geschäft“, „Auto­schieber“, „Rauschgift“) schwadro­nierte.

Die „lange, peinliche Schrecksekunde des offiziellen Öster­reichs“ (Armin Thurnher) währte jedoch nicht ewig. Bundes­kanzler und Staats­spitze stellten sich schließ­lich doch noch beherzt an die Seite der Opfer. Das Begräb­nis in Oberwart geriet zum Staatsakt; der landes­weite Schulter­schluss gegen den Terror gelang und er­mög­lichte eine Welle der Solidarität. Read the rest of this entry »

Heute vor 80 Jahren wurde Auschwitz befreit

Januar 27th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

"Auschwitz ist mein Mantel" von Ceija Stojka

Gedicht von Ceija Stojka (1933–2013),
erschienen 2008 in der Edition Exil

Facts & Figures (544)

Januar 26th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

In Frankreich ge­ben 46 % der 18- bis 29-Jäh­ri­gen an, noch nie vom Holo­caust ge­hört zu ha­ben. In Ös­ter­reich sind es 14 %.

(Quelle)

„Auschvicate hi kher baro“

Januar 25th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 24.1.2025 | 4:56 min

Auschwitz-Lied/Auschvicate dschili la Leon Berger Bandatar

„Kada o vagontsch pumen prade, i SS mari­peha taj dihesch­ne dschu­ke­lenca amen empfaun­ginde – amen aun­pejam. Akan amen na buter manu­scha samahi. Amen tschak numer­tscha sama­hahi. Sa so amen sina amen­dar lim ulo. Le cilendar, le dschuv­lenge taj tscha­venge, o bal tschin­de ule, le cilenge te mre duj tikne tscha­jenge, numer­tscha ande teto­virim ule.“ – Julius Hodosi

„Als sich endlich die Waggons öffneten, empfing uns die SS mit Schlägen und Blut­hunden – wir waren am Ziel. In diesem Mo­ment hörten wir auf, Men­schen zu sein. Wir waren nur noch Nummern. Alles, was wir hatten, wurde uns ab­ge­nom­men. Allen, auch den Frauen und Kindern, wurden die Haare ge­schoren, allen, auch meinen beiden kleinen Mädchen, wurden Num­mern ein­tä­towiert.“ – Julius Hodosi (mehr hier)

Read the rest of this entry »

Die Burgenlandrom*nja im Geschichteunterricht

Januar 18th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Universität WienLisa Schenkermayer (2024): Die Burgenlandrom*nja im Geschichteunterricht

Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 146 S.

→Zum Download der UB Wien (pdf)

Abstract: Das Ziel dieser Masterarbeit ist es zu zeigen, wie sich eine Unterrichts­planung für den Ge­schichte­unter­richt der Sekundar­stufe II zum Thema „Geschichte der Burgen­land­rom*nja“ gestaltet. Diese hat zum Ziel, jenes Wissen und jene Kom­peten­zen zu gene­rieren, die es den Schü­ler*in­nen er­mögli­chen, mög­liche Vorurteile gegen­über der Minder­heit der Rom*nija ab­zu­bauen und dem­ent­spre­chend in ihrem persön­lichen Umfeld zu wirken. Um diese Frage­stellung zu be­ant­worten, wurde eine Literatur­recherche zur Geschichte der Rom*nja – mit dem Fokus auf das Gebiet des heuti­gen Burgen­landes – und eine Um­frage an burgen­ländi­schen Jugend­lichen durch­geführt. Es zeigte sich, dass die Geschichte der Bur­gen­land­rom*nja sehr um­fang­reich ist und die Jugend­lichen beinahe nichts über diese Geschichte wissen. Diese Erkennt­nisse wurden ver­wendet, um sechs Unterrichts­module für die Sekundar­stufe II zu er­stellen. Die Schüler*in­nen werden durch diese animiert, ihre eigenen und die Hand­lungen ihrer Mit­menschen in ihrem Alltag zu reflek­tieren und zu verändern. Studien haben gezeigt, dass die Bildung der Mehr­heits­gesell­schaft dazu bei­tragen kann, Vorurteile auf­zu­brechen, die inter­kulturelle Ver­ständ­igung zu fördern und damit dem wach­senden Anti­ziganismus ent­gegen­zu­wirken.

Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuer: Johannes Brzobohaty

u:theses ist das Hochschulschriften-Repositorium der Universität Wien.

UB Wien: utheses.univie.ac.at/detail/73384

Roma-Schwerpunkt im Gaismair-Jahrbuch

Januar 16th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

Gaismair-Jahrbuch 2025Das kürzlich in Innsbruck erschienene „Gais­mair-Jahr­buch 2025“, heraus­ge­geben von Horst Schreiber und Elisabeth Hussl, um­fasst einen Schwer­punkt über den „Genozid an den Roma und Sinti in der NS-Zeit und seine Nach­wir­kun­gen in Ös­ter­­reich“ mit folgenden Beiträgen:

Gerhard Baum­gartner: Mar­gina­lisierung, Verfolgung und Ermordung der öster­reichi­schen Roma und Sinti, S. 69–84
Herbert Brettl: Die Er­inne­rungs­land­schaft des Roma-Ge­nozids in Ös­ter­­reich, S. 85–97
Mirjam Karoly: Gegen das Ver­gessen – für eine gleich­be­rech­tigte Zu­kunft! Rom:nja in Österreich, S. 98–105
Peter Pirker: Jenische Deser­teure der Wehr­macht, S. 106–123

In einem Ein­leitungs­text stellt Patrick Siegele die vier Aufsätze vor:

[…] Den Beginn macht der Historiker Gerhard Baumgartner, er be­schreibt in seinem Beitrag „Margina­lisierung, Ver­folgung und Ermordung der öster­rei­chi­schen Roma und Sinti“, wie bereits in der Habs­bur­ger-Monar­chie der Grund­stein für die spätere Dis­kriminie­rung und Ver­folgung österrei­chischer Roma gelegt wurde. Pseudo­wissen­schaft­liche Unter­suchun­gen sollten belegen, dass Roma und Sinti zu ver­erbtem „krimi­nellen und asozialen Ver­halten“ neigen. Dies führte dazu, dass sie zu­nehmend ins Visier der Polizei­arbeit ge­rieten und anti­ziganis­tische Ver­ordnun­gen und Gesetze ein­geführt wurden, die in vielen Fällen die Grund­lage für die spätere Verfolgung und Ermor­dung durch die National­sozia­listen bildeten. Baum­gartner be­schreibt die schritt­weise Ent­rechtung, Aus­grenzung und Aus­beutung der Roma, die ab 1938 zu ersten Depor­tationen öster­reichi­scher Roma und Sinti in Kon­zentra­tions­lager führten. Von den etwa 11.000 öster­reichi­schen Roma und Sinti haben nur rund 1.000 die NS-Zeit überlebt.

Wie lange den Roma und Sinti die Anerkennung als Opfer der rassisti­schen NS-Ver­folgung, und somit eine Ent­schädigung nach dem Opfer­fürsorge­gesetz versagt blieb, schildert Herbert Brettl in seinem Beitrag „Die Erin­ne­rungs­land­schaft des Roma-Genozids in Österreich“. Da Roma und Sinti auf­grund der rassistischen Ver­folgungs­politik der National­sozialisten als „vor­bestraft“ galten und „Zigeuner­lager“ wie Lackenbach nicht als Kon­zentrations­lager an­erkannt wurden, dauerte es bis in die 1980er-Jahre, dass die Ver­folgung und Ermordung der öster­reichi­schen Roma all­mählich Teil der offiziel­len Erin­nerungs­kultur wurden. Vor allem dank der Roma-Ini­tia­tiven selbst, setzte ein all­mäh­licher Wandel ein. Detail­liert be­schreibt Brettl in seinem Beitrag gedenk­kulturelle Initiati­ven in sechs Bundes­ländern, die Beispiele für Er­innerungs­zeichen an den Roma-Genozid vor­weisen können. Read the rest of this entry »

Genocid upre o Roma taj Sinti

Januar 3rd, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 2.1.2025 | 7:03 min

Genozid an den Roma und Sinti während des Nationalsozialismus

Valami 500.000 europitike Roma taj Sinti maschkar o bersch 1938 taj 1945 le nacijo­nal­socija­listen­dar tradim, ledschim taj mur­darde ule. O Roma taj Sinti argra­nicalim ule, on iste mujsi­ni­peskeri buti kernahi use o gadsche, bauni­ni­peskere thana sar upro droma taj in­dustrija. But lendar odoj pu­maro ileto iste mukle.

Rund 500.000 europäische Roma, Romnja und Sinti, Sintizze wurden zwischen 1938 und 1945 Opfer einer rassisti­schen Ver­folgungs­politik deutscher National­sozialisten und ihrer Ver­bündeten. Roma und Sinti wurden diffamiert und aus­gegrenzt, zur Arbeit auf Bauern­höfen, Bau­stellen und in der Industrie ge­zwungen, sie starben in Zwangs­arbeits- und Kon­zentrations­lagern und wurden in Ver­nich­tungs­lagern getötet. Im Burgen­land lebten 1938 in zahl­reichen Sied­lungen etwa 8.000 der 11.000 öster­reichi­schen Roma und Sinti – zumeist in be­drücken­der Armut, behördlich schi­kaniert und aus­gegrenzt. Die NS-Ver­folgung über­lebten nur wenige hundert, die nach 1945 unter großen Schwierig­keiten ihre Gemein­schaften wieder auf­zu­bauen ver­suchten. Read the rest of this entry »