Facts & Figures (314)
September 20th, 2020 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
September 20th, 2020 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
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September 18th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Religion
Papst Pius XII. (Eugenio Pacelli) versagte angesichts der Shoah und des NS-Genozids an den Roma und Sinti. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma unterstützt die Initiative zur der Umbenennung der Pacelliallee in Berlin
Der Zentralrat unterstützt die Initiative der Historiker Julien Reitzenstein und Ralf Balke, die Pacelliallee nach der früheren israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir zu benennen. Seine Unterstützung drückt auch der Beauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein aus, der hervorhob, dass Pius XII. zum Holocaust und zum Mord an den Sinti und Roma schwieg. Sowohl Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., als auch die katholische Kirche in Deutschland verweigerten sich mit Passivität, eine hilfreiche Stimme gegen dieses Menschheitsverbrechen zu sein.
Der vergebliche Versuch eines Angehörigen der Minderheit bei Kardinal Faulhaber am 5. April 1943 in München vorzusprechen und seine darüber hinaus gerichteten Schreiben an den Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, den Breslauer Kardinal Adolf Bertram, und den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber, zeigen wie auch andere Quellen, dass hohe Mitglieder der katholischen Kirche in Deutschland informiert waren über die systematische Ermordung tausender christlicher Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
Für die systematische Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten aufgrund der Abstammung öffneten die Kirchen in Deutschland ihre bis ins 16. Jahrhundert reichenden Bücher, damit selbst „1/8 Zigeunern“ der Ermordung preisgegeben werden konnten. Read the rest of this entry »
September 11th, 2020 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
August 30th, 2020 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
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August 6th, 2020 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
August 4th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken
Israelitische Kultusgemeinde Wien: „Völkermord an Roma und Sinti ins kollektive Bewusstsein bringen. Nur so erfüllen wir den Auftrag, der sich aus der Formel ‚Nie wieder!‘ ableitet.“
„Mehr als 500.000 Sinti und Roma wurden während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet“, erinnert Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und der Israelitischen Religionsgesellschaft in Österreich anlässlich des Gedenktags am 2. August. „Bis heute wird dieser Genozid nicht nur verharmlost, viel zu wenig ist er im kollektiven Bewusstsein der europäischen Gesellschaften verankert.“
Allein heute vor 76 Jahren, am 2. August 1944 wurden 4.300 Roma und Sinti in den Gaskammern in Auschwitz ermordet. „Sie wurden von den Nationalsozialisten aus einem einzigen Grund verfolgt und ermordet: Sie waren eine Volksgruppe, die als minderwertig betrachtet wurde. Die Lehre daraus ist klar: Nie wieder dürfen wir zulassen, dass sich Menschen über andere stellen. Jedes menschliche Leben ist lebens- und schützenswert“, so Deutsch.
Der Genozid, „Porajmos“ auf Romani genannt, der im Juli 1938 mit Einführung der Zwangsarbeit für die damals rund 12.000 österreichischen Roma und Sinti begann, wurde erst viele Jahrzehnte nach Ende der Shoah als solcher anerkannt. Oskar Deutsch: „Es ist unser aller Pflicht, nicht nur im Namen der Sinti und Roma, sondern im Namen von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Menschenwürde, jeden Tag gegen Antiziganismus aufzustehen. Read the rest of this entry »
August 2nd, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka: Genozid an Roma und Sinti darf nicht in Vergessenheit geraten. Botschaft zur Erinnerung an nationalsozialistischen Massenmord vor 76 Jahren
Der 2. August ist der Gedenktag, der an den „Porajmos“, den nationalsozialistischen Massenmord an den europäischen Roma und Sinti, erinnert. In der sogenannten „Zigeunernacht“ vom 2. auf den 3. August 1944 wurden alle Häftlinge, die zu diesem Zeitpunkt noch in dem als „Zigeunerager“ bezeichneten Lagerabschnitt des KZ Auschwitz am Leben waren, in den Gaskammern ermordet.
„Der Genozid an den europäischen Roma und Sinti darf nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka in einer Botschaft zum heutigen Gedenktag. „Der Anfang war, dass der nationalsozialistische Verbrecherstaat Sinti und Roma als sogenannte ‚Asoziale‘ und ‚Fremdrassige‘ ausgrenzte. Am Ende fielen eine halbe Million Sinti und Roma dem nationalsozialistischen Rassenwahn zum Opfer.“ „Heute ist die Kultur der Roma und Sinti ein integraler Bestandteil der österreichischen Identität“, erklärt Nationalratspräsident Sobotka abschließend.
Juli 30th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Wissenschaft
Deutschland: Enzyklopädie soll NS-Völkermord an den Sinti und Roma Europas dokumentieren. Auswärtiges Amt fördert großangelegtes Projekt an der Forschungsstelle Antiziganismus mit rund 1,2 Millionen Euro
Das historische Wissen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma Europas soll in einer großangelegten Enzyklopädie zusammengeführt und für die Forschung sowie die breite Öffentlichkeit bereitgestellt werden. Angesiedelt ist das internationale Projekt an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg. Die Ergebnisse werden zunächst online präsentiert. Darauf aufbauend erstellen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland ein mehrbändiges Handbuch in gedruckter Fassung. Erstmals soll dabei die europäische Dimension des Genozids in den Blick genommen werden. Die fünfjährigen Forschungsarbeiten unter Leitung der Historikerin Dr. Karola Fings, die jetzt gestartet wurden, werden vom Auswärtigen Amt mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert.
„Als Forschungsgegenstand war der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma lange Zeit randständig. Zwar sind in den vergangenen zwanzig Jahren wichtige Spezialstudien erschienen, das Wissen zu diesem Thema ist allerdings weiterhin stark fragmentiert“, erläutert Dr. Fings, ausgewiesene Expertin in diesem Forschungsfeld, die nach langjähriger stellvertretender Leitung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln an die Heidelberger Forschungsstelle gewechselt ist. Ziel ist es, die bisherigen Forschungsergebnisse zu Ursachen, Strukturen und Verlauf zusammenzuführen und zu vertiefen. „Wir wollen dabei die Perspektive erweitern und auch die europäischen Dimensionen des Völkermordes berücksichtigen“, betont der wissenschaftliche Geschäftsführer der Forschungsstelle, Dr. Frank Reuter.
Juli 19th, 2020 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
Juli 18th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV
Deutschland: Berliner S-Bahn-Baupläne gefährden Denkmal für ermordete Sinti und Roma – Radio Corax sprach darüber mit Romani Rose
Radio Corax (Halle), Sendung vom 13.7.2020
16:28 min, 16 MB, →Anhören (mp3)
Im Berliner Tiergarten befindet sich das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Bis zu 500.000 Menschen wurden im Roma-Holocaust der Nationalsozialisten ermordet. Ihrer soll durch das Denkmal des israelischen Künstlers Dani Karavan gedacht werden. Zu diesem gehört ein schwarzes Dreieck inmitten einer runden Wasserfläche; auf diesem schwarzen Dreieck sind Blumen zu sehen. Zudem gibt es eine Videoinstallation, die auch über den Massenmord an Sinti und Roma informiert. Seit 2012 befindet sich dieses Denkmal an zentraler Stelle – nach langen Auseinandersetzungen. Nun ist es wieder in seiner Existenz bedroht. Read the rest of this entry »
Juli 15th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Rudolf Siderits ando vakeripe le Emmerich Gärtner-Horvathiha
O Rudolf Siderits 1948 ande St. Michael ande Burgenland upro them alo. Pri ischkolakeri cajt Schtegate kisetintscha. Ande leskeri ischkolakeri klas te Romane tschave sina, save te pajtaschtscha lestar ule. Ando vakeripe le Emmerich Gärtner-Horvathiha phukal ov pedar keriptscha le Romendar, savenca ov pe meg mindig igen sorale donde bescharel.
Rudolf Siderits im Gespräch mit Emmerich Gärtner-Horvath
Herr Rudolf Siderits ist 1948 in St. Michael im Burgenland geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Stegersbach. In seiner Schulkasse waren auch Roma-Kinder, unter denen er auch Freunde hatte. Im Gespräch mit Emmerich Gärtner-Horvath erzählt er über Geschehnisse mit Roma, die ihn jetzt noch immer sehr beschäftigen.
Juli 8th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie
Dani Karavan (89), Schöpfer des von einem Bauvorhaben der Deutschen Bahn bedrohten Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin:
Das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas in seiner gesamten Ausdehnung darf nicht angetastet werden! Eine Straßenbahnlinie kann man verlegen, aber kein Kunstwerk. Insbesondere im tatsächlichen Kontext rassistischer Manifestationen wäre jede Beschädigung des Denkmals eine Verletzung der Sinti/Roma. Wenn jemand es wagt, einen Teil des künstlerischen Ensembles des Denkmals anzurühren, werde ich persönlich kommen und es mit meinem Körper schützen, den Angreifer verklagen und einen internationalen Skandal auslösen. Read the rest of this entry »
Juni 28th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken
Pressemitteilung des Aktionsbündnisses „Unser Denkmal ist unantastbar!“, 26. Juni 2020:
Unser Denkmal darf nicht angefasst werden. Es ist das einzige, was wir haben. Wer das Denkmal anfasst, tötet unsere Menschen ein zweites Mal. Das ist eine große Schande, dass die Deutsche Bahn vergessen hat, dass die Reichsbahn unsere Menschen in die Gaskammern gefahren hat. Eine große Schande wäre das, wenn unser Denkmal angefasst wird.
Zilli Schmidt, geb. 1924, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau
Mit Bestürzung und Entsetzen haben wir erfahren, dass das nationale Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin durch den geplanten Bau der S21 massiv beeinträchtigt und beschädigt werden könnte. Für uns als Nachfahren der Opfer des deutschen Völkermordes an den Angehörigen unserer Minderheiten ist dieses Denkmal ein unersetzlicher Ort, um den wir lange kämpfen mussten.
Das Denkmal nahe dem Reichstagsgebäude ist ein sehr spätes Bekenntnis der Bundesrepublik Deutschland zur Verantwortung für den Massenmord an bis zu 500.000 Sinti und Roma in Europa, ein Ausdruck der Anerkennung des zugefügten Unrechts. Für die deutschen und für die europäischen Sinti und Roma ist dieser Ort der Trauer und des Gedenkens unantastbar, umso mehr, als unsere während des Zweiten Weltkrieges von Deutschen und ihren Helfern ermordeten Menschen kein Grab haben: Frauen, Männer und Kinder wurden, weil sie Sinti oder Roma waren, in Gruben erschossen und verscharrt oder in den Gaskammern erstickt und anschließend in Krematorien verbrannt. Ihre Asche wurde in der Umgebung verstreut. Für viele deutsche Sinti ist das Denkmal ein symbolisches Grabmal: mulno – ein unverletzlicher Ort, der dem Andenken und der Ehre unserer Toten gewidmet ist.
Juni 27th, 2020 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
Juni 15th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken
Zentralrat widerspricht der Deutschen Bahn: Gedenken und Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas massiv beeinträchtigt
„Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas wird durch den geplanten Bau der S21 massiv beeinträchtigt. Das Denkmal besteht nicht nur aus dem schwarzen Becken, sondern umfasst selbstverständlich das gesamte von Dani Karavan gestaltete Ensemble, die Glaswände mit der Chronologie und dem Zitat von Bundespräsident Roman Herzog und Bundeskanzler Helmut Schmidt ebenso wie die in den Boden eingelassenen Steinplatten, die die Namen der Konzentrations- und Vernichtungslager tragen. Die geplante Baustelle wird weit über die Hälfte des Geländes umfassen. Eine solche umfassende Beeinträchtigung des Gedenkens ist für die Überlebenden und ihre Familien, war und ist für den Zentralrat unvorstellbar“, so der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose. Rose widerspricht damit deutlich der Einschätzung der Bahn, dass das Denkmal nicht angetastet werde, wie der Bevollmächtigte der Bahn, Alexander Kaczmarek, erklärte.
Juni 13th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Schützt das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma
Treffpunkt: Sa., den 13. Juni 2020 um 15 Uhr, Scheidemannstraße vor dem Reichstagsgebäude
Schlusskundgebung: Deutsche Bahn AG Konzernzentrale, Potsdamer Platz
→Live-Stream zur Veranstaltung
Unser zentraler Gedenkort, Grabmal der Unbegrabenen – das Mahnmal/Denkmal für die ermordeten Sinti und Sinteze und Roma und Romnja Europas im Zentrum Berlins ist bedroht. Bedroht ausgerechnet von jenen, die besonders in Verantwortung für die jetzige Gesellschaft und zukünftige Generationen handeln müssten: dem Deutschen Bundestag und der Deutschen Bahn! Nach deren gemeinsamen Plänen soll unser Mahnmal für ein Bauvorhaben – für eine S-Bahn – temporär entfernt oder teilweise gesperrt werden. Die Deutsche Bahn nennt dieses Bauvorhaben „eines der wichtigsten Zukunftsprojekte“ für Berlin.[1]
Nach fast drei Dekaden Kampf der Bürger/innenrechtsbewegung von Sinti und Sinteze und Roma und Romnja und ihrer Verbündeten und nach mehr als zwei Jahrzehnten Planung und Bau wurde 2012 das vom jüdischen Künstler Dani Karavan entworfene Mahnmal/Denkmal der Sinti und Sinteze und Roma und Romnja in Berlin-Tiergarten gegenüber des Reichstagsgebäudes eingeweiht. Erst seit 2012 haben wir Sinti und Sinteze und Roma und Romnja einen Ort des Gedenkens und der Erinnerung an all jene, die nicht zurückgekommen sind, die den deutschen Faschisten und ihren Verbündeten zum Opfer gefallen sind. Erst seit acht Jahren gibt es mit dem Mahnmal/Denkmal ein sichtbares Eingeständnis von Schuld, Verantwortung und der Mahnung.
Juni 11th, 2020 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
(Quelle)
Juni 10th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken
Tschechien: Symbolischer Wald siegt im Wettbewerb für Roma-Gedenkstätte in Lety
Der architektonische Wettbewerb für die Gedenkstätte an Stelle des ehemaligen Roma-Konzentrationslagers im südböhmischen Lety kennt seinen Sieger. Von 41 Entwürfen aus 12 Ländern hat die Jury das gemeinsame Konzept des Ateliers Terra Florida und des Ateliers Světlík ausgewählt. Die Gedenkstätte soll nach ihrer Vorstellung die Form eines symbolischen Waldes tragen. Vertreter des Museums für Roma-Kultur haben das Projekt am Dienstag in Prag vorgestellt. Die geplante Anlage soll 2023 eröffnet werden.
Mai 15th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Sport
Deutschland: Stolperstein von Johann „Rukeli“ Trollmann mit SS-Runen beschmiert
Im Hamburger Schanzenviertel wurde am Dienstag, den 12. Mai, ein Stolperstein, der an die Verfolgung und Ermordung des Sinto Johann „Rukeli“ Trollmann erinnert, von unbekannten Tätern mit SS-Runen beschmiert. Anwohner, die die Beschädigung entdeckten, haben die NS-Symbole umgehend entfernt und den Gedenkstein gereinigt. Der Landesverein der Sinti in Hamburg e.V. erstattet Anzeige bei der Hamburger Polizei.
Der Gedenkstein vor dem Flora-Theater erinnert an den berühmten Sinto-Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann, der 1933 dort seinen letzten Sieg als Profiboxer erkämpfte. 1942 wurde Trollmann in Hannover verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme verschleppt. Nachdem er von einem SS-Aufseher als der Boxer Trollmann erkannt worden war, musste er abendlich gegen Männer der SS kämpfen. Im Sommer 1944 wurde Trollmann im Außenlager Wittenberge von einem Kapo erschlagen.
Mai 10th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Wissenschaft
Wiener Studie zeigt: Schülerinnen und Schüler der 9. Schulstufe haben eklatante Wissenslücken zu NS-Zeit und Holocaust. Bildungsministerium stellt Verbesserungen in Lehrkräfteausbildung und -fortbildung in Aussicht.
Eine repräsentative Befragung von Schülerinnen und Schülern, die das Zentrum für Politische Bildung im Auftrag der Arbeiterkammer an Wiener Schulen durchgeführt hat, förderte eklatante Wissenslücken zur Zeit der NS-Herrschaft zutage. Das berichtet das Magazin Profil, dem die noch nicht publizierten Studienergebnisse bereits im Detail vorliegen, in seiner aktuellen Ausgabe. Befragt wurden 1.185 Schülerinnen und Schülern der 9. Schulstufe an AHS, Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) und Polytechnischen Schulen (PTS). 81 Prozent von ihnen konnten mit dem Begriff „Antisemitismus“ nichts anfangen, und nur ein Drittel weiß, wie die Nazi-Partei hieß (wobei auch das Parteikürzel NSDAP als korrekt gewertet wurde). Auch in Gymnasien lag der Anteil der richtigen Antworten hier nur bei 48 Prozent (BHS: 37 Prozent, an den BMS: 20 und an den PTS: 12 Prozent).
Noch größere Wissenslücken zeigten die Jugendlichen bezüglich des Novemberpogroms 1938. Profil schreibt: „Von den AHS-Schülern konnten laut Studie nur 20,3 Prozent eine ausreichende Definition des Pogroms anführen; in 33 Prozent der Fälle war die Definition unzureichend, knapp die Hälfte hatte gar keine Antwort parat. Read the rest of this entry »