Geschichte & Gedenken

Amen gondolinas / Wir gedenken

Februar 8th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 7.2.2022 | 8.27 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Ando scharto feberi deschenja enjavar desch taj pantschto bersch o lek bi­basta­leder aten­tato andi dujti re­publik kerdo ulo. Schtar dschene la flogos­kera grupnatar le Ro­mendar o Peter Sarközi, Josef Simon, Karl taj Erwin Horvath jeka bom­batar mur­darde ule. Upri bomba jek tab­lina upre sina, le pisi­ni­peha „Roma zurück nach Indien“. Uso proba­linipe aja tablina bejg te lel, i bomba eksplo­di­rin­tscha, savi jek falato jek rasis­tischi moti­virti seri­jatar le aten­tete­ristar Franz Fuchs sina. I Roma­pastoral uso gondoli­peskero mulatin­tschago Erbate uso gondo­li­pes­kero than akartscha le schtar Romen­ge, Josef, Peter, Karl taj Erwin, save odoj pumaro ileto iste mukle te gon­dolinel, kaj o general­vikar Michael Wüger i mischa tel likertscha. Terne Roma la flo­goskera grup­natar lina­jate pumenge use jek kinstle­rischi pro­jekto pedar o aten­tato gondi kerde.

Anlässlich der 27. Wiederkehr des Rohr­bomben­atten­tats vom 4. Febru­ar 1995, bei dem vier Volks­gruppen­ange­hörige der Roma er­mordet wurden, lud die Roma­pastoral am Sonn­tag, 6. Februar 2022, um 14.30 Uhr in Ober­wart bei der Ge­denk­stätte „Am Anger“ zum jähr­lichen Geden­ken ein. Am 4. Febr­uar 1995 wurde eines der schlimms­ten rassis­tischen Ver­brechen in der Zwei­ten Republik be­gangen.

Vier Angehörige der Roma, Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wurden in Oberwart durch eine Rohr­bombe getötet. Auf der Bombe war ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“ an­ge­bracht. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (414)

Februar 6th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

1901 verabschiedete das bul­ga­ri­sche Par­la­ment mit nur 6 Ge­gen­stim­men ein Zu­satz­ge­setz, das dem Groß­teil der Ro­ma das Wahl­recht ab­er­kann­te.

(Quelle)

Gegen das Vergessen: Attentat von Oberwart

Februar 1st, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Attentat in Oberwart (Videostill: ORF)Heimat Fremde Heimat: Beitrag in der Sendung vom So., 30.1.2022 (8.53 min)

→Zum ORF-Beitrag (TVthek)

In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 wurden vier Volks­grup­pen­ange­hö­rige der Roma durch eine Rohr­bombe getötet. Heute ver­suchen Romnja und Roma wie Manuela Horvath, Lei­terin des Roma-Pastoral der Diö­zese Eisenstadt, ge­gen das Ver­gessen dieses Attentats an­zu­kämpfen. Mit Kindern und Jugend­li­chen setzt sie sich the­ma­tisch damit auseinan­der und geht der Frage nach, welchen Ein­fluss der Anschlag noch heute auf das Leben der jün­geren Gene­ration der Volks­gruppe hat.

(Text: ORF-Programmankündigung)

Schattenorte: Von der Film­kulisse ins KZ

Januar 31st, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV

Von der Film­kulisse ins KZ: Das Schicksal der Ge­fange­nen im ‚Zigeuner­lager’ Maxglan [→Schattenorte: Podcast der Salz­bur­ger Nach­richten]

Im Podcast „Schattenorte“ beleuchten die SN-Redak­teurin­nen Anna Boschner und Simona Pinwinkler die dunkle Ge­schich­te in Stadt und Land Salzburg. Die aktu­el­le Folge be­handelt das Salz­burger NS-Zwangs­lager Maxglan: „Mehr als 200 Roma und Sinti waren wäh­rend der NS-Zeit in Leopolds­kron-Moos in einem Anhalte­lager in­haft­iert. Darunter Männer, Frauen und Kinder. Nur wenige über­lebten“, heißt es in der An­kündi­gung zum Podcast vom 30. Jänner:

Aus der Sendungsankündigung:

„[...] Im als ‚Zigeunerlager Maxglan‘ bezeichneten Zwangs­lager waren bis zu 250 Frauen, Män­ner und Kinder inhaf­tiert. Es herrsch­te Arbeits­zwang. Einige von ihnen wur­den für den Film ‚Tiefland’ von Leni Riefen­stahl als Kom­parsen ein­gesetzt. Bis zuletzt be­hauptete die deutsche Regis­seurin, die Nazi-Pro­paganda­filme drehte, nichts von dem Schick­sal der Men­schen ge­wusst zu haben. Der Histo­ri­ker Roland Cerny-Werner„ hat sich mit der Auf­arbei­tung des Films be­schäftigt und er­klärt im Podcast, warum die Un­wissen­heit Riefen­stahls unglaub­würdig er­scheint. Wie hat die Salz­burger Bevöl­kerung auf die Ent­rechtung der Roma und Sinti re­agiert? Und was geschah mit den In­sassen? Darüber sprechen His­tori­ke­rin Erika Thurner und Histor­iker Gert Kerschbaumer in die­ser Podcast­folge.“

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (413)

Januar 29th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik

Bei einer Großaktion zur zwangs­weisen Sess­haft­ma­chung der Ro­ma wurden 1964 in Polen 1.146 fah­ren­de Fa­mi­li­en be­hörd­lich re­gist­riert.

(Quelle)

#WeRemember: Gemeinsame Erklärung

Januar 28th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

#WeRemember (Foto: Ouriel Morgensztern/IKG)Gemeinsame Erklärung von Staats- und Re­gie­rungs­spitze, Op­po­si­ti­on, IKG und Ver­tre­tern der Roma und Sinti

Am Gedenktag anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Ver­nich­tungs­lagers Auschwitz lud die Israeli­ti­sche Kultus­gemeinde Wien (IKG) Ver­treter der Re­publik, die Staats- und Regie­rungs­spitze, Par­la­ments­partei­en und Volks­gruppen­verteter der Sinti und Roma am 27.1.2022 zu einer Gedenk­zere­monie in der Shoah-Na­mens­mauern-Ge­denk­stätte im Wiener Ostar­ri­chi­park. Die Teil­neh­merin­nen und Teil­nehmer ver­ab­schie­deten unten­ste­hende Erklärung uni­sono. Als Ehren­gast war der israe­lische Außen­mi­nis­ter Yair Lapid als Zei­chen der Ver­bunden­heit zwi­schen Österreich und Israel an­wesend.

Gemeinsame Erklärung, am 27. Jänner 2022

„Heute vor 77 Jahren befreiten Soldaten der sowjetischen Armee das Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau. Mehr als eine Mil­lion Men­schen hatten die National­sozia­lis­ten dort er­mordet. Doch der Holocaust, die Shoah, der Porajmos, waren da­mit noch nicht be­endet. Das Morden ging wei­ter. Auch auf öster­rei­chi­schem Boden, etwa im Kon­zentra­tions­lager Mauthausen.

Im Rahmen der Initiative #WeRemember gedenken wir aller Opfer, die aus anti­semitischen, rassis­tischen, homo­phoben, poli­ti­schen und ande­ren Gründen ver­folgt, gequält und er­mordet wur­den. Aus der Er­in­nerung er­wächst die Ver­antwor­tung, uns im­mer­wäh­rend und aktiv gegen Anti­semitismus, Roma­feind­lich­keit, Fremden­feind­lich­keit und jeg­liche Form der Dis­krimi­nie­rung zu stellen. Dies ist ein Auf­trag an die ge­samte Re­publik Österreich; an alle Men­schen, die hier leben.

Wir alle sind gefordert, Zivilcourage zu zeigen, zu widerspre­chen, wenn antisemi­tische, roma­feindliche oder fremden­feind­liche Worte fallen. So nehmen wir die Ver­ant­wor­tung, die sich aus dem Gedenken ab­leitet, tat­säch­lich wahr; im Interes­se einer lebendigen und viel­fälti­gen Demo­kratie und aller nach­kom­men­den Gene­rationen.“

Unterzeichnet von:
Bundespräsident Alexander Van der Bellen
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka
Bundeskanzler Karl Nehammer
Vizekanzler Werner Kogler
Read the rest of this entry »

Virtuelle Gedenkveranstaltungen

Januar 27th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Gedenken für die im Nationalsozialismus er­mor­de­ten Sinti und Roma Euro­pas am Denk­mal in Berlin – Romani Rose erin­nert bei vir­tu­el­ler Ge­denk­ver­anstal­tung des Euro­pa­rats mit Blick auf den Holo­caust daran, dass die Ge­fahr des Anti­ziga­nis­mus auch heu­te eine Ge­fahr für die An­ge­hö­ri­gen der Min­der­heit ist.

Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens der Opfer des Holocaust und des 77. Jahres­tages der Befreiung des NS-Ver­nich­tungs­lagers Auschwitz-Bir­kenau am 27. Januar 1945 gedenken der Zentralrat und das Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma bei zwei Ver­anstal­tungen an die 500.000 ermor­deten Sinti und Roma Europas und an alle Men­schen, die der national­sozialis­ti­schen Willkür­herrschaft zum Opfer fielen. In Berlin wird gemein­sam mit der Stiftung Denkmal für die ermor­deten Juden Europas ein virtuelles Gedenken am Denkmal für die ermor­deten Sinti und Roma Europas or­ganisiert. Der Vor­sitzende des Zentralrats Romani Rose nimmt auf Ein­ladung von General­sekretärin Marija Pejčinović Burić mit einer Video­botschaft an der virtuel­len Gedenk­ver­anstal­tung des Europa­rats teil.

Die virtuelle Gedenkveranstaltung des Europarats in Brüssel ist am 27.1. ab 14.00 Uhr auf der Home­page des Europa­rats ab­ruf­bar: www.coe.int

Die Veranstaltung in Berlin wird am 27.1. um 16.00 Uhr auf den Facebook-Seiten des Zentralrats übertragen:
https://www.facebook.com/sintiundroma/

https://www.facebook.com/zentralratdeutschersintiundroma

Read the rest of this entry »

Getrennte Erfahrung, geteilte Erinnerung

Januar 26th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Ari Joskowicz (Foto: Vanderbilt University)Eine Beziehungsgeschichte von Jüdin­nen/Juden und Rom­ni­ja/Roma von der NS-Zeit bis heute. Vortrag von Ari JOSKOWICZ, Histori­ker an der Van­der­bilt Uni­ver­sity und Senior Fel­low am Wie­ner Wie­sen­thal-Ins­ti­tut für Holo­caust-Stu­dien (VWI)

Datum: 27.1.2022, 15:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Haus der Geschichte Österreich, Neue Burg
Heldenplatz, 1010 Wien

Vor den 1930er Jahren hatten Jüdinnen/Juden und Rom­ni­ja/Ro­ma fast über­all in Europa wenig enge Kon­takte. Dennoch fanden sie sich als Opfer von NS-Ver­nich­tungs­politi­ken neben­einander, wur­den Zeug/in­nen der Ver­fol­gung und Er­mordung der jeweils an­deren Gruppe und hat­ten nach 1945 ähn­liche geschichts­politi­sche For­derun­gen. Das Resultat ist eine Geschichte der dis­tan­zierten Ver­wick­lungen, die dieser Vortrag nach­zeichnet. Er analy­siert die Ent­wicklung der ge­trennten, aber ähn­lichen Erfahrung, die ihren Anfang nimmt in Ghettos wie Lodz und Warschau oder in Lagern wie Auschwitz-Bir­kenau. Nach dem Krieg fanden sich Über­lebende beider Grup­pen zu­nehmend über die Archiv­politik ver­bunden. So waren jüdische Institu­tio­nen, Histo­ri­ker/in­nen, Anwälte früher als andere an der Wissens­produk­tion und am Publik­machen des Roma-Holo­caust be­teiligt. Dennoch blieb es lange Zeit eine un­gleiche Be­ziehung: fast über­all wo Roma/Rom­nija sich für Gedenk­tafeln, Denkmäler, Forschungs­stätten und Archive zu ihrer Ver­gangen­heit ein­g­setzt hatten, gab es schon ein jüdisches Pen­dant. Letzt­lich wurden jüdische Archive auch zu den zentra­len Auf­bewah­rungs­orten von Romani-Zeit­zeug/in­nen­berich­ten.

Read the rest of this entry »

„… vergiss die Photos nicht“ in Mannheim

Januar 20th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Unku (Erna Lauenburger) wurde in Auschwitz ermordet. Ein biografischer Kinderroman aus dem Jahr 1931, der in der DDR neu aufgelegt wurde, machte sie berühmt. Hanns Weltzel hat sie als Jugendliche porträtiert. (Bild: University of Liverpool Library)24.1.2022: Ausstellungseröffnung im Kulturhaus der Sinti und Roma in Mannheim

„… vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig …“ – Die Ver­fol­gung mit­tel­deut­scher Sinti und Roma im Natio­nal­so­zia­lismus

Kulturhaus RomnoKher, B 7, 16, 68159 Mannheim
24.1.2022 bis 28.2.2022

Das Kulturhaus RomnoKher zeigt einzigar­tige Fotografien von Männern, Frauen und Kindern, die weni­ge Jahre später bei­nahe alle dem Völker­mord an den Sinti und Roma Euro­pas zum Opfer fielen. Doch diese Bilder zeu­gen von gegen­sei­tigem Respekt zwischen den Foto­grafier­ten und dem Foto­grafen. Sie sind völlig anders als die gleich­zei­ti­gen Dar­stel­lun­gen in der national­sozia­lis­ti­schen Pro­pa­ganda.

Zwischen 1932 und 1939 fotografierte Hanns Weltzel mittel­deutsche Sinti und Roma in Dessau-Roß­lau. Der in Roßlau lebende Foto­journalist pflegte freund­schaft­liche Be­ziehun­gen zu den Familien. Bis 1938 konnte er Artikel über Sinti und Roma in der Anhalti­schen Presse ver­öffent­lichen. Zudem stand er mit der „Gypsy Lore Society“, deren Sitz sich in Liver­pool befand, im Kontakt und schrieb Artikel für deren Journal. So gelang­ten schon damals erste Foto­grafien nach Liverpool. Der ge­samte Bestand von ca. 200 Foto­grafien be­findet sich heute in der Biblio­thek der Uni­versi­tät Liverpool.

Anfang 1938 wurden Sinti und Roma aus Dessau-Roßlau und ganz Anhalt in das „Zigeuner­lager am Holzweg“ in Magde­burg ge­zwungen. Dieses Inter­nierungs­lager hatte die Stadt Magdeburg 1935 am Stadtrand er­richtet. Im Juni 1938 wurden zahl­reiche Männer und männ­liche Jugend­liche in das Kon­zentra­tions­lager Buchenwald ver­schleppt. Damit begann das Aus­einan­der­reißen der Fami­lien, die Hanns Weltzel foto­grafiert hatte. Bald trafen erste Todes­nachrich­ten aus Kon­zentrations­lagern in Magdeburg ein. Mit der Ver­haftung aller Men­schen mit romanes­spra­chigen Hinter­grund in Magdeburg am 1. März 1943 und deren Depor­tation nach Auschwitz einen Tag später wurde das Lager am Holzweg auf­gelöst.

Eve Rosenhaft, Professorin an der Universität Liverpool, und Jana Müller vom Alter­na­tiven Jugend­zentrum Dessau sind der Geschichte dieser einzig­arti­gen Fotos nach­ge­gan­gen – zu­nächst un­abhängig von­einander, dann ge­meinsam. Im Gedenken an die Opfer des Völkermords und in engem Aus­tausch mit den Über­leben­den und ihren Nach­fahren ist eine Wander­ausstellung ent­standen.

„… vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig …“ – Die Verfolgung mittel­deutscher Sinti und Roma im National­sozia­lismus doku­men­tiert die Lebens- und Leidens­wege der Fami­lien Laubinger, Lauen­bur­ger, Thormann, Stein, Steinbach und Ansin. Auch über Erna Lauenburger, das Vorbild für die be­kannte Roman­figur Unku, die Hanns Weltzel mehr­fach in Dessau-Roß­lau ab­lichtete, berichtet die Ausstellung. Read the rest of this entry »

No Roses on a Sailor’s Grave (Trailer)

Januar 16th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

No Roses on a Sailor’s Grave
Dokumentarfilm von Daniel Oron (Regie) und John Henry Phillips
Go Button Media, UK 2020, 83 Min.

In einem Dokumentarfilm und einem Buch be­rich­tet der Eng­län­der John Henry Phillips von einer un­ge­wöhn­li­chen Freundvschaft und dem letz­ten Wunsch eines See­manns. Aber eigent­lich erzählt er viel mehr. Was das al­les mit Roma zu tun hat, lesen Sie in der neuen Aus­gabe unse­res Ma­ga­zins dROMa.

Facts & Figures (410)

Januar 12th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Roma/Sinti-Aktivisten führten mehr­fach Be­set­zun­gen u. Hun­ger­streiks in KZ-Ge­denk­stät­ten durch: 1980/93 in Dachau, 1983/89 in Neu­en­gam­me.

(Quelle)

O hajaschiskero grobo

Januar 8th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Der alte Seemann und der junge Archäologe: Patrick Thomas und John Henry Phillips (Foto: Go Button Media)So o rodipe pal jek phagerdo hajo pe­dar o Ro­ma phu­kal

Ande jek dokumentacijakero film taj an­de jek ken­va phu­kal o brita­ni­tiko John Henry Phillips jeke bari­ka­ne paj­tasch­tscha­gos­tar taj le lejc­ti kiva­ni­pestar jeke haja­schis­tar. Tscha­tschi­kan, ov ham bu­te­der phu­kal.

Nisaj koja, adaj upro Roma te gondolinel mukel: Jek terno mursch pomo­schi­nel jeke brita­niti­ke marine­ja­kere vetera­niske (94) leskere haburis­kere trau­maha ando tscha­tschipe te al. Uso auna­vipe andi Norman­dija 1944 les­kero hajo upre jek mina upre nasch­tscha taj le pajta­schenca tel gelo. ­Jek trauma, savo le phure, savo bojd kor­kore buter te dschal na dscha­nel, ham le dschuv­lenge mindig jek vodschi­kano probo hi, les­kero cilo dschi­vipe vodinel.

Leskero pajtaschi John Henry Phillips kamla le na lakle hajasch­tschen­ge jek gon­do­li­pes­kero bar te kerel taj vascho­da upro drom pe kerel, o phager­do hajo ando Ärmel­kanal te rodel. Ov histo­ri­ker­tschen taj bare pajis­kere arche­jo­logtschen mobi­li­siri­nel, andi Nor­man­dija ladel taj muguli te tauchi­nel siklol – mindig vodim jeka ka­meratar.

O dokumentacijakero film No Roses on a Sailor’s Grave (reschi: Daniel Oron), savo andral kerdo ulo, akan jerim upro festival­tscha sika­do ol, lejc­tivar uso filmis­kero kurko „Ake dikhea?“ ande Berlin. Ham andi masch­karutni cajt o John o materijal te jeka ken­vake prik butscha­lintscha: The Search akan bojd use Robinson ande London ari al. Read the rest of this entry »

Das Seemannsgrab

Januar 6th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Der alte Seemann und der junge Archäologe: Patrick Thomas und John Henry Phillips (Foto: Go Button Media)Was die Suche nach einem Schiffswrack über Roma erzählt


In einem Dokumentarfilm und einem Buch be­rich­tet der Eng­län­der John Henry Phillips von einer un­gewöhn­li­chen Freund­schaft und dem letz­ten Wunsch eines See­manns. Aber eigent­lich er­zählt er viel mehr.

Nichts lässt hier an Roma denken: Ein junger Mann hilft einem engli­schen Marine­vete­ra­nen (94), mit seinem Kriegs­trauma ins Reine zu kom­men. Bei der Lan­dung in der Normandie 1944 war des­sen Boot auf eine Mine auf­ge­laufen und mit­samt seinen Kamera­den in den Fluten ver­sunken. Ein Trauma, das den pfif­fi­gen Alten, der zwar kaum noch alleine gehen kann, doch für die Damen stets einen char­man­ten Scherz parat hat, ein Leben lang be­gleitet.

Sein Freund John Henry Phillips will den verscholle­nen See­männern einen Gedenk­stein errich­ten und macht sich auf, das Schiffs­wrack im Ärmel­kanal zu suchen. Er mobi­lisiert Historiker und Meeres­archäolo­gen, fährt in die Nor­man­die und lernt sogar tauchen – stets be­gleitet von einer Kamera.

Der Dokumentarfilm No Roses on a Sailor’s Grave (Regie: Daniel Oron), der daraus ent­standen ist, wird der­zeit erfol­greich auf Festivals gezeigt, zu­letzt bei der Roma-Film­woche „Ake dikhea?“ in Berlin. Doch in­zwi­schen hat John den Stoff auch für eine Buch­ver­öffentli­chung adaptiert: The Search er­scheint dem­nächst bei Robinson in London.

Unter der Oberfläche
Auf den ersten Blick verrät nichts an dieser Geschichte – nicht das Sujet, nicht der Ort, nicht die Prota­go­nisten –, dass hier zu­gleich auch die Ge­schichte einer Min­der­heit ver­handelt wird. Mit keinem Wort er­fährt man, dass der junge Mann der englischen Roma-Min­der­heit an­ge­hört.

Unter der Oberfläche enthält die Erzählung aber Motive, die selt­sam be­kannt an­muten. Denn alles hier kreist um das Trauma der Welt­kriegs­jahre und um den Versuch, einem ver­ges­senen Schicksal Gehör zu ver­schaffen. Es geht um An­erken­nung und ein würdi­ges Gedenken: Wenn John beim Bürger­meister eines fran­zö­si­schen Küsten­städt­chens vor­stellig wird, um eine Gedenk­feier für die britischen Soldaten vor­zu­schlagen, erinnert das frap­pierend an Szenen im slowa­ki­schen Film Wie ich Partisanin wurde (siehe dROMa 62) – mit dem Unter­schied, dass John bei dem Franzo­sen offene Türen ein­rennt.

Auch das titelgebende Seemannsgrab hat seine Entspre­chung in den Er­fahrun­gen der Roma: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (406)

Dezember 18th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Schon 1946 kam es mit dem „Ko­mitee Deut­scher Zi­geu­ner Mün­chen“ in Deutsch­land zu einem frü­hen Ver­such einer Sin­­ti-und-Ro­ma-Or­­ga­­ni­­sa­­tion.

(Quelle/pdf)

Bayern: Polizei erforschte „Landfahrerstelle“

Dezember 15th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Präsentation der Forschungsarbeit von Eveline Diener in München (Foto: Bayerisches Landeskriminalamt)Zentralrat begrüßt Beginn der Auf­ar­bei­tung der Nach­kriegs­ge­schich­te des Bayeri­schen Lan­des­kri­mi­nal­amts durch die Be­hörde

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, hat auf der Presse­kon­ferenz des Bayeri­schen Landes­kriminal­amts in München die histo­rische Arbeit von Kriminal­haupt­kom­mis­sarin Eveline Diener kritisch be­leuch­tet, die dort der Öffent­lich­keit vor­gestellt wurde. Die Arbeit be­schäftigt sich mit der Geschichte und perso­nellen Kon­ti­nui­tä­ten der beim BLKA an­ge­siedel­ten „Landfahrerstelle“ bis zu deren Auf­lösung im Jahr 1965. Rose for­dert weiter­füh­rende Unter­suchun­gen der Kontinuität auch über 1965 hinaus durch un­ab­hän­gi­ge Historiker.

Romani Rose lobte auf der Pressekonferenz, an der neben der Autorin auch der Prä­si­dent des Bayeri­schen LKA Harald Pickert teil­nahm, die Forschungs­arbeit von Eveline Diener und das BLKA dafür, dass es sich nun diesem Teil seiner Ge­schich­te stellt:

Eveline Diener hat in ihrer Arbeit eine Vielzahl an Quellen, die der For­schung bisher in weiten Teilen un­zu­gäng­lich waren, er­schlossen, durch­gearbeitet und analy­siert. Sie kann damit den bisher äu­ßerst lücken­haften Kenntnis­stand zur frühen Bayeri­schen ‚Landfahrer­stelle‘ enorm er­weitern und em­pirisch unter­füttern. Bei­spiels­weise war 1963 mit 11.092 Fa­milien­akten mit ca. 55.000 er­fass­ten Per­so­nen bei der ‚Landfahrerstelle‘ ein enor­mer Daten­bestand an­ge­legt. Das BLKA hat mit dieser nun vor­ge­legten For­schungs­arbeit die Forde­rung des Zentralrats an die Polizei­behörden der Länder um­gesetzt und be­gonnen, ihre Geschichte in den Grün­dungs­jahren der Bundes­republik Deutschland auf­zu­arbeiten. Da mit der Auf­lösung der „Land­fahrer­stelle“ im Jahr 1965 die rassisti­sche Sonder­erfassung von Sinti und Roma auch nicht im BLKA ge­endet hat, kann die heute vor­gestellte Arbeit nur ein Anfang sein. Aus un­serer Sicht muss es nun auch eine weiter­führende Unter­suchung der Kon­tinui­tät nach 1965 durch un­ab­hän­gige Historiker folgen.

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (405)

Dezember 11th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Anders als die Roma in den ru­mä­ni­schen Fürs­ten­tü­mern Mol­dau und Wa­la­chei wa­ren die Roma in Sie­ben­bür­gen nie der Skla­ve­rei un­ter­wor­fen.

(Quelle/pdf)

„Marie Blum – ich lege meinen Namen ab“

Dezember 9th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie

"Man muss innehalten, um niederzuknien. Auf einer Forschungsreise im KZ Auschwitz-Birkenau sehe ich von allen performativen Gesten ab und knie nieder." Esther Strauß [Himmel (Oświęcim), Performancefotografie, 2020]Marie Blum – ich lege meinen Namen ab, um ein Jahr lang den dei­nen für dich zu tra­gen. Am 8. März 2020 brin­ge ich meine erste Toch­ter zur Welt. Dein Name ist auf ihrer Geburts­urkunde in der Rubrik Namen der Mut­ter ver­merkt.“

„Marie, kein Stein, ein Mensch trägt deinen Namen.

[„Marie Blum“, performatives Denkmal, 2020/21]

Die österreichische Künstlerin Esther Strauß über ihre Ar­beit „Marie Blum“:

Marie Blum ist eines jener Kinder, die im national­sozialisti­schen Kon­zentrations­lager Auschwitz-Bir­kenau zur Welt ge­kom­men sind. Laut einem Ein­trag in das Haupt­buch wurde Marie Blum am 5. Sep­tem­ber 1943 in Sektor BIIe – je­nem Lager­ab­schnitt, in dem Roma, Romnja, Sinti und Sintize inter­niert wor­den sind – ge­boren. Dort wird sie am drit­ten Tag ihres Lebens er­mordet.

Da Zeitzeug*innen zur Ermordung von Neugeborenen weit­gehend ge­schwiegen haben, ist die Quellen­lage auch heute noch dürftig. Nur we­nige Kinder haben im Versteck oder dank der Hilfe von Mit­häft­lin­gen überlebt. Viele brachte man direkt nach der Geburt um oder ließ sie ver­hungern. Die meisten der Neu­geborenen lebten nur weni­ge Stunden oder Tage.

Um an diese Kinder zu erinnern, entwickle ich ein perfor­mati­ves Denkmal: Ich lege den Namen Esther Strauß ab, um ein Jahr lang den Namen Marie Blum zu tragen. Dafür be­antrag­te ich die rechts­kräftige Änderung meines Vor- und Nach­namens im Namens­ände­rungs­referat der MA 63 in Wien. Die Namens­änderung wird mir nach vier­ein­halb Monaten Warte­zeit schließ­lich gewährt – zu­fällig aus­gerech­net am 27. Jänner 2020, dem 75. Jahres­tag der Befreiung des Kon­zentra­tions­lagers Auschwitz-Bir­kenau, der gleich­zeitig der Inter­natio­na­le Holocaust-Ge­denktag ist.

In den darauffolgenden Wochen und Monaten entste­hen zahl­reiche Per­forman­ces, Fotografien, Texte und perfor­mative Objekte. Manche von ihnen ent­stehen auf Drängen des Staates, wie die Namens­ände­rungs­urkun­den oder Marie Blums Pass. Read the rest of this entry »

Ignorierter Völkermord: Belarus 1941–1944

Dezember 8th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Deutschland: Ausstellung über den NS-Genozid in BelarusAusstellung in Göttingen: Ignorierter Völkermord. Der Genozid an den Roma in Belarus 1941–1944

Mit dem Überfall auf die Sowjetunion vor 80 Jahren be­gann auch die Ver­nichtung der sowje­tischen Roma. Der Genozid der deutschen Besatzer an den Roma ist dabei weder im kollek­ti­ven Gedächtnis der bela­russischen noch der deutschen Be­völkerung ver­ankert. Die Aus­stellung „Igno­rierter Völker­mord“ spiegelt die Erin­nerung der Zeit­zeug/in­nen an die Verbrechen, die ihnen von den Besatzern an­getan wurden, enthält histo­rische Überblicks­texte zum Ablauf des Völker­mords, seiner Auf­arbeitung und zum Thema Rassismus gegen Roma. Thema­tisiert werden Über­lebens­strate­gien und Widerstand, Re­aktio­nen der Mehr­heits­bevöl­kerung und Er­inne­rungs­politik.

Die Ausstellung ist vom 16.12.2021 bis 27.1.2022 im Foyer des Neuen Rat­hauses in Göt­tin­gen, Hiro­shima­platz 1–4, während seiner Öff­nungs­zeiten zu se­hen. Read the rest of this entry »

Gedenkort in Dortmund rassistisch beschmiert

Dezember 7th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Schriftzug in Dortmund (© Lukas Wittland)In Dortmund wurde das Mahn­mal für die vom NS-Regime depor­tier­ten Sinti und Roma geschändet. Der Schriftzug „Den Le­ben­den zur Mahnung – Den ermor­deten Sinti und Roma zum Ge­denken“ wurde mit dem Wort „Zigeuner“ über­sprüht. Die Tat er­eig­nete sich ver­mutlich be­reits am 22. No­vem­ber. Die Täter konn­ten bis­lang nicht aus­gef­orscht werden.

Das Mahnmal an der Ecke Weißenbur­ger­stra­ße/Gronau­straße wurde auf Initia­tive des Landes­vervbands Deut­scher Sinti und Roma in Nord­rhein-West­falen im De­zember 1998 ein­geweiht. Das Denkmal dient dem Ge­denken an die über 150 Sinti, die 1943 vom Dort­munder Ost- bzw. Süd­bahnhof nach Auschwitz-Bir­kenau de­por­tiert wurden. Der Schrift­zug hinter dem eigent­lichen Gedenk­stein war erst im Au­gust an einer 18 Meter brei­ten Wand angebracht worden. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (404)

Dezember 6th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im NS-Sammellager auf dem Salz­bur­ger Trab­renn­platz wur­den im Som­mer 1940 über 220 Sin­ti und Ro­ma in Pferde­boxen zu­sam­men­ge­pfercht.

(Quelle/pdf)