Khetanperipe ando Advent

November 22nd, 2022  |  Published in Brauchtum & Tradition, Literatur & Bücher, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Advent 2022Roma-Advent in Oberwart: Lesung & Konzert

Samstag, 3. De­zem­ber 2022, um 19.00 Uhr im Of­fe­nen Haus Ober­wart (OHO). Ein­tritt frei!

Der traditionelle Roma-Advent wird schon seit vie­len Jah­ren ver­an­stal­tet, um den Stel­len­wert der Kul­tur der Volks­grup­pe der Roma zu stär­ken und in der Öf­fent­lich­keit er­leb­bar zu ma­chen.

Lesung der Roma-Autorin Sladjana Mirkovic und des Ro­ma-Au­tors Samuel Mago.

Im Rahmen der Veranstaltung wer­den auch die jüngs­ten Ver­tre­ter der Volks­grup­pe der Ro­ma vom Musik­pro­jekt „Terne Roma – Junge Roma“ ihr Kön­nen dem Pub­li­kum preis­geben. An­schlie­ßend fin­det ein Konzert mit den burgenländi­schen Ro­ma-Musik­grup­pen Romano Rath und der Leon Berger Band statt. Weiters laden wir die Gäste auf eine kuli­na­ri­sche Reise durch die „Roma-Küche 2.0 – Romano Habe“ ein.

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Romani Ora (21.11. und 22.11.2022)

November 22nd, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 21.11.2022 (mp3)

Die Sendung widmet sich in ihrem Themen­schwer­punkt „Kultura het­vinate – Kultur am Montag“ dem Roma-Ak­ti­vis­ten und Lyriker Ilija Jovanović (1950–2010). Dazu wie ge­wohnt die Volks­gruppen­nach­rich­ten in Romani von Emme­rich Gärt­ner-Horvath. Mo­de­riert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 22.11.2022 (mp3)

Die Sendung am Dienstag bringt einen Bericht über den „Carla-Laden“ der Caritas in Oberwart und in der Geschichtsrubrik „Mri historija“ einen Beitrag über die ver­schwundene Romasiedlung von Sigleß im Bezirk Mattersburg.

„Das alles selbstverständlich zweisprachig“

November 21st, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radijo Romani Ora, Radio, Podcast & TV

Redakteurin Tina Nardai (Foto: Josef Schmidt)„Romani Ora“-Redakteurin Tina Nardai im dROMa-Gespräch


Im Juli begann ein vierköpfiges Roma-Re­dak­tions­team in Oberwart mit der Aus­strah­lung der „Romani Ora“, einem ein­stün­di­gen Radio­jour­nal mit The­men der Volks­grup­pe der Roma. Auf­ge­zeich­net wer­den die zwei­spra­chi­gen Sen­dun­gen im Studio des Ver­eins Roma-Service – und das seit eini­gen Tagen nun so­gar täg­lich. Wir haben mit der Re­dak­teu­rin und Mo­de­ra­to­rin Tina Nardai über das Radio­pro­jekt ge­spro­chen.

dROMa: Für die, die „Romani Ora“ noch nicht kennen – kannst du kurz erklä­ren, was in den Sen­dun­gen zu hören ist?

Tina Nardai: In unserer Sendung haben wir mit Abstand die meiste Roma-Musik, die man im Radio zu hören be­kommt. Ab­gesehen davon, sind wir auch mit Themen­schwer­punkten voll­gepackt. Wir senden fünf­mal die Woche einen Tages­beitrag; dieser ist vor­rangig einem roma­spezifi­schen Ereignis ge­widmet. Aktualität ist uns natür­lich auch sehr wichtig. Am Puls der Zeit zu recherchieren und zu senden, ist ein funda­men­taler Baustein moderner Medien­arbeit.

In unserer Rubrik „Mri historija“ nehmen wir die Zuhö­rerin­nen und Zuhörer mit in die Geschichte und Er­zählun­gen von und über Romnja und Roma. Auf­arbei­tung der Geschichte und unserer kulturel­len Identität war uns von Anfang an ein wichti­ger Part. Ich vera­rbeite gerne alte Ton­aufnahmen von Zeit­zeugen und hauche ihnen in der „Romani Ora“ quasi neues Leben ein. Aber auch geschicht­liche Brocken, wie z.B der Genozid oder ver­schwun­dene Roma-Sied­lungen aus dem Burgenland, werden darin recher­chiert und aus­gestrahlt.

„Young wild and free“

In „Mindenfelitiko“ (wie es das Wort nicht besser aus­drücken könnte) be­schäftigen wir uns mit „Allerlei“, das die Hö­rerinnen und Hörer in­teressie­ren könnte: Ver­anstal­tungs­hinweise recht­zeitig zum Wochen­ende, Kinotipps und Buch­neuheiten, aber auch Koch­rezepte und praktische Alltags­tipps. Und mehrmals die Woche gibt es auch das Jugend­format „Young wild and free“. Darin befasst sich unser Re­dakteur vor­ranging mit Themen, die in der Jugendszene „hip“ sind – von Musik über Sport bis hin zu gesell­schafts­politi­schen Themen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (450)

November 20th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Politik

Nach den Lokal­wah­len gibt es in der Slo­wa­kei nun 52 Ge­mein­den mit einem Roma-Bür­ger­meis­ter. Noch nie wa­ren es so viele.

(Quelle)

ORF-Volksgruppensendungen auch als Podcast

November 19th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV

ORF Roma PodcastDer ORF Burgenland erweitert sein Angebot für die Volks­grup­pen in Ös­ter­reich. Ab so­fort sind die Radio­magazin­sendun­gen in Bur­gen­land­kroa­tisch, Bur­gen­land­romani, Slo­wa­kisch, Tsche­chisch und Un­ga­risch auch als Pod­cast auf der ORF-Audio­platt­form „Sound“ ab­rufbar.

„Nach der Einführung der neuen österreichweiten TV-Sendung WIR | ČEŠI, HRVATI, MAGYAROK, ROMA, SLOVÁCI, SLOVENCI im Sep­tem­ber ist das das nächste, neue Angebot des ORF Bur­gen­land für die Volks­gruppen“, sagt ORF-Bur­gen­land-Lan­des­di­rek­tor Werner Herics. Mit den Volks­grup­pen-Pod­casts geht der ORF Burgenland auch auf die Be­dürf­nisse der jüngeren Gene­ration ein. Interviews, Repor­tagen und Hinter­grund­berichte können so un­abhängig vom Sende­datum in der eigenen Volks­gruppen­sprache kon­sumiert werden, so Herics weiter.

„Die ORF-Volksgruppen-Podcasts sind eine logische Weiterentwicklung des beste­hen­den Radio­an­gebots“, sagt Dorottya Kelemen, die Leiterin der ORF-Volks­grup­pen­redak­tion im Burgenland. Für jede Sprache wurde ein eige­ner Podcast­kanal ge­schaffen.

Unter ORF Hrvati Podcast findet man alle Magazinsendungen auf Burgen­land­kroatisch von „Časak radosti“ bis „Živo Srebro“. In ORF Magyarok Podcast können die High­lights aus den Sen­dungen „Magyar Magazin“ und „Színes Kultúránk“ nach­gehört werden. ORF Roma Podcast fasst die wö­chent­li­che Roma­sendung „Roma sam“ zu­sam­men, ORF Češi Podcast die Berichte aus der tsche­chi­schen Sendung „Radio Drát‘ák“ und ORF Slováci Podcast aus der slo­waki­schen Sendung „Radio Dia:tón“. Read the rest of this entry »

Romani Ora (17.11. und 18.11.2022)

November 18th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 17.11.2022 (mp3)

In der Donnerstag-Sendung unseres Mittags­jour­nals blicken wir im Tages­thema nach Tirol. Das Inns­brucker Waldhüttl feiert seinen 10. Geburts­tag. Und in der Ge­schichts­rubrik „Mri his­to­ri­ja“ stel­len wir Ihnen eine Archiv­auf­nahme vor: das Lied „Schaj man tschienen“. Durch die Sen­dung führt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 18.11.2022 (mp3)

Die heutige Sendung am Freitag wieder mit den Volks­gruppen­nach­rich­ten in Romanes, dem „Ro­mani Ora“-Ver­anstal­tungs­kalen­der recht­zeitig zum Wochen­ende; und mit „Young, wild and free – le ternenge“, der Jugend­sen­dung mit Adi Gussak, zum The­ma: Fußball-WM in Katar.

dROMa 67: „Internet“

November 17th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, dROMa (Magazin)

Themenheft „Internet“ | Temakeri heftlina „Internet“

Download (PDF) | Inhalt

Das Internet durchzieht alle Sphären unserer Gesell­schaft, im Guten wie im Schlech­ten. Auch für Min­der­heiten haben sich neue Chancen auf­getan, neue Kanäle und Medien, neue Netz­werke und Nischen, vor allem auch für die Sprache. Die Kehr­seite der Medaille: Gerade die Sozia­len Medien be­feuern Vor­urteile, Hass und Hetze. Ins Visier ge­raten dabei, wie immer, beson­ders auch Roma.

Wir haben mit Sejnur Memiši, Ko-Host des deut­schen Roma-Podcasts „RYMEcast“, über sein Medien­projekt ge­sprochen. Beglei­tend dazu finden Sie eine Übersicht der wich­tigsten Roma-Podcasts. Der ORF-Jour­na­list Mario Czory hat sich – als Rom – einige Ge­danken über Hate Speech im Internet ge­macht und sich darüber hinaus mit Daniela Grabovac von der Anti­dis­krimi­nie­rungs­stelle Steiermark unter­halten. Wie man gezielt gegen rassis­tische Hass-Pos­tings vor­gehen kann, zeigen junge Roma in gleich meh­reren Ländern: Sie be­obachten, proto­kol­lieren und melden, was das Zeug hält. Und zu guter Letzt noch Radio: Im Burgen­land gibt es neuer­dings – außer­halb des Sende­gebiets als On­line-Radio – eine neue Roma-Sen­dung. Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath und Re­dak­teu­rin Tina Nardai stellen „Romani Ora“ vor.

O internet duach o cile falati amare kheta­ni­pestar cidel, ando latschi­pe sar te ando ertscha­vipe. Te le tscha­tschi­penge neve schajip­tscha pumen pradine, neve ka­naltscha taj mediji, neve nec­verktscha taj avre koji, butvar te la tschib­tschake. I avri rik la medaj­li­jatar: O socijali mediji te dis­krimi­naciji dschiv­dscharel, hosi­nipe taj tradipe. Ando dikipe, sar mindig, butvar te adaj o Roma peren.

Amen le Sejnur Memišiha, Ko-Host le nimtsch­ke Romen­ge­re-pod­castistar „RYMEcast“, pedar o medi­jengero projekto vaker­tscham. Use, laken tumen jek sikajipe le lek bari­kaneder Romen­ge­re-pod­casten­dar. O ORF-re­por­teri Mario Czory – ojs Rom – poar gondi pedar o Hate Speech ando internet peske kertscha taj pedar ari, la Daniela Grabo­va­caha andar o anti­diskri­mina­ci­jakero than Schtacko, va­kertscha. Sar latscho gejng rasis­tischi hosi­ni­pes­ke­re-pos­tings angle gelo schaj ol, sikan terne Roma andar mindschart bu­teder vilagi. Read the rest of this entry »

Romani Ora (15.11. und 16.11.2022)

November 16th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 15.11.2022 (mp3)

Im Tagesthema der Sendung hören Sie einen Beitrag über die dies­jäh­ri­ge Gedenk­feier in Lackenbach, die am ver­gan­ge­nen Wochen­ende statt­fand. Und unsere Geschichts­rubrik „Mri his­to­rija“ wid­met sich dies­mal der ver­schwun­de­nen Roma-Sied­lung in Grodnau (Gemeinde Mariasdorf im Be­zirk Oberwart). Durch die Sen­dung führt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 16.11.2022 (mp3)

In der Mittwochssendung widmet sich Martin Horvath im Tagesthema dem Projekt „Dream Road“ der VHS Roma. Weiters gibt es die Volks­gruppen­nach­richten in Romani von und mit Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath; und die Jugend­sendung „Young, wild and free“ von Adi Gussak be­fasst sich mit dem Thema „Klima­wandel und was Jugend­liche da­gegen tun“.

Gondolipe ande Lackenbach

November 15th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 14.11.2022 | 9:29 min

Gedenken an die Roma und Sinti in Lackenbach

Uso gondolipeskero than ande Lackenbach suboton le Romenge taj Sintijenge, save le nacijo­nal­socija­lis­tendar murdarde ule gon­dolim ulo. Ando bersch 1938 dschiv­nahi ando Burgenland valami ofto eseri Roma, tschak poar schel Roma ada bri­gaschno keripe le nacijo­nal­socija­lis­tendar prik dschivde. But lendar ando bersch 1938 sar agun phenahi ando „Zigeunerlager“ Lackenbach ledschim ule taj mujsi­ni­pes­keri buti iste kernahi. Odotar esertscha Roma ando minden­fe­litike logertscha ledschim taj murdarde ule. Sajt o bersch de­schuenja oftarvar desch taj schtar del le opferenge la flogos­kera grupnatar jek gon­doli­pes­kero than ando gav Lackenbach.

Bei dem Mahnmal in Lackenbach (Bezirk Oberpullendorf) ist am Samstag der von den National­sozialis­ten er­mor­deten Roma und Sinti gedacht worden. 1938 lebten im Bur­gen­land rund 8.000 Roma, nur ein paar Hundert über­lebten den Rassen­wahn der Nationalsozialisten. Read the rest of this entry »

„Diese Bebilderung macht fassungslos“

November 14th, 2022  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Seite mit Illustration in der FAZ (Foto: Landesvertretung BaWü/Sinti Powerclub e.V.)Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kriti­siert Para­de­bei­spiel der anti­ziga­nis­ti­schen Medien­be­richt­er­stat­tung in der Frank­furter All­g­emei­nen Zeitung

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, wandte sich in einem Schrei­ben an die Heraus­geber der Frank­furter All­ge­mei­nen Zeitung und forderte eine an­gemes­sene öffent­liche Klar­stel­lung und Ent­schul­digung für das fol­gende Parade­beispiel der anti­zi­ga­nis­ti­schen Medien­bericht­erstat­tung:

Am 1.11.2022 war in der FAZ-Internet-Ausgabe, sowie am 2.11.2022 in der FAZ-Print-Au­sgabe der Artikel „Umwelt­kriminalität wirk­samer be­kämpfen“ der Autorin Atja Gelinsky er­schienen. Zur Illustra­tion des Berichts wurde ein un­datier­tes Foto (Wolfgang Eilmes) ver­wendet, das einen Müll­berg in der Gutleut­straße in Frankfurt zeigt. Durch die Bild­unter­schrift wird der Fokus dieser ge­samten Bericht­erstattung auf die Minder­heit der Roma gelenkt. Das Foto steht je­doch in keiner­lei Bezug zum daneben­stehen­den Text. In dem Artikel selbst geht es um „Aus­beutung, Ver­schmut­zung und Zer­störung der Natur“, die inter­national Schäden in Milliar­den­höhe ver­ursachen.

Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose äußert sich in seinem Schreiben an die Heraus­geber dazu: „Diese Bebil­derung macht fassungs­los. Hier wird ein weltweites Verbrechen be­nannt und durch die Bild­auswahl ver­mittelt, dass die Minder­heit der Roma durch Straßenmüll an diesen Umwelt­verbrechen be­teiligt ist. Durch diese Bild­zu­schreibung wird Aggres­sion gegen eine Minderheit ge­schürt, diese wird mit Krimina­lität gleich­gesetzt und der Gesell­schaft wird ein leicht aus­zu­machender Sündenbock an­geboten. Der tief­verwurzelte Anti­ziganismus wird weiter tradiert und erhält durch die Frank­furter All­gemeine neuen Auftrieb.“

Romani Rose fordert nicht nur eine sofortige Entfernung des Fotos aus der FAZ Internet-Aus­gabe, son­dern eine angemes­sene öffent­liche Klar­stellung, eine Ent­schuldigung und ein grund­sätzliches Gespräch, weil es der­artigen Anti­ziganismus in der medialen Bericht­erstattung zu­künftig zu vermeiden gilt.

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Romani Ora (14. November 2022)

November 14th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 14.11.2022 (mp3)

Ab heute geht die Romani Ora täglich auf Sendung. Live im Radio­stream hören kön­nen Sie unser Volks­grup­pen-Mit­tags­journal von Montag bis Freitag von 11 bis 12 Uhr (und zeitlich ver­setzt im Anschluss auch online – hier im dROMa-Blog). In „Kultur am Montag“ steht heute ein Bericht über die deut­sche Sintiz­za-Schrift­stel­lerin Anita Awosusi und ihr 2016 er­schie­ne­nes Buch „Vater unser“ auf dem Programm. Zudem gibt es die Volks­gruppen­nachrichten in Romanes. Und dazu wie im­mer jede Menge Roma-Musik. Die Romani Ora wird mo­­de­riert von Tina Nardai.

Mehr Abwertungsbereitschaft in Ostdeutschland

November 13th, 2022  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Tabelle 16Entwicklung von antimuslimischem Rassismus und Romafeindlichkeit in Deutschland (Ost/West) von 2014 bis 2022 (rechts).

Aus der soeben veröffentlichten Leip­zi­ger Auto­ri­ta­ris­mus­studie 2022, S. 70–72 (mehr hier):

Mit Muslimfeindschaft und Antiziganismus er­fas­sen wir auch in diesem Jahr die Ab­wertung zweier Gruppen, die von extrem rechten Ak­teu­ren bis hinein in demo­kra­ti­sche Milieus immer wieder als Feindbilder instru­men­ta­li­siert werden. [...] Wie bei der Aus­länder­feind­lich­keit beobachten wir auch für Muslimfeindschaft 2022 teils deut­lich hö­here Werte im Osten (Tab. 16). Hier stim­men 46,6 % der Be­frag­ten der Aus­sage »Muslimen sollte die Zu­wan­de­rung nach Deutschland unter­sagt werden« min­destens »über­wiegend« zu, nur eine Min­der­heit lehnt die Aussage explizit ab. [...] Auch beim Anti­ziga­nis­mus zeigt sich 2022 eine deut­lich höhere Ab­wertungs­bereit­schaft im Osten: Mehr als die Hälfte der Ost­deutschen »hätte Proble­me damit, wenn sich Sinti und Roma« in seiner oder ihrer Nähe auf­hiel­ten, und eine klare Mehr­heit ist »über­wiegend« oder »voll und ganz« der Meinung, dass Sinti und Roma zur Krimi­nalität nei­gen. Doch auch im Westen liegen die Zu­stim­mungs­werte für anti­ziganis­ti­sche Aus­sagen, die sich zwi­schen 29,7 % und 39,3 % be­wegen, auf einem hohen Niveau.

Romani Ora (11. November 2022)

November 11th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 11.11.2022 (mp3)

Im Tagesthema hören Sie heute einen Bei­trag über das 14-jäh­ri­ge Auto­crash-Ta­lent Marc Tury aus Oberwart. Die Rubrik „Mri his­to­rija“ erinnert an Prof. Rudolf Sarközi (1944–2016). In „Min­den­feli­tiko“ finden Sie unseren Ver­anstal­tungs­kalender am Frei­tag. Und in der Jugend­schiene „Young, wild and free“ befasst sich Adi Gussak mit den „Schlösslpilzen“, der Austern­pilz­farm im Nord­burgenland. Mo­deriert von Tina Nardai.

Leipziger Autoritarismus-Studie 2022

November 10th, 2022  |  Published in Dokumente & Berichte, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Die jüngsten Ergebnisse der Leipziger Studie sind soeben auch in Buchform erschienenNeue Leipziger Autoritarismus-Studie in Berlin prä­sen­tiert: Deut­sche sind zu­frie­de­ner mit der Staats­form De­mo­kratie. Hass auf ‚Ande­re‘ tritt in den Vor­der­grund. Mas­si­ve Ab­leh­nung von Sinti und Roma sowie Mus­li­men vor al­lem in Ost­deutsch­land.

Die Zufriedenheit der Bürger:innen mit der Demokratie in Deutschland ist in den ver­gange­nen zwei Jahren ge­stiegen, die rechts­extremen Ein­stellungen sind zum Teil deut­lich zurück­ge­gangen. Gleich­zeitig an­ge­stiegen und weit ver­breitet ist der Hass auf Migrant:in­nen, Frauen, Mus­lim:innen und ande­re Gruppen in Deutschland. Zu­dem lassen sich in Folge der Pan­demie ver­stärkte Wünsche nach Autorität fest­stellen. Das sind zentrale Er­geb­nisse der re­prä­sen­tativen „Leip­ziger Auto­rita­ris­mus-Studie“.

Prof. Dr. Oliver Decker und Prof. Dr. Elmar Brähler vom Kom­pe­tenz­zentrum für Rechts­extre­mismus- und De­mo­kratie­for­schung der Univer­sität Leipzig prä­sen­tierten die Studien­ergeb­nisse am 9. Novem­ber in der Bundes­presse­kon­ferenz in Berlin. Die Studie, in der auch Ein­stellungen zu politischen Ent­scheidungen im Hinblick auf die COVID-19-Pan­de­mie und den Krieg gegen die Ukraine the­matisiert werden, ent­stand in Ko­operation mit der Hein­rich-Böll- und der Otto-Bren­ner-Stiftung.

Laut Studie zeigen nur noch 2 Prozent der Ostdeutschen ein geschlos­senes rechts­extremes Weltbild. 2020 waren es noch rund 10 Pro­zent. „Die Zu­stimmung zu rechts­extremen Aus­sagen nimmt nicht nur im gesam­ten Bundes­gebiet ab, sondern ins­beson­dere in Ost­deutschland. Das ist eine gute Nachricht, aber nur das halbe Bild“, sagt Studien­leiter Pro­fessor Oliver Decker. „Wäh­rend Ele­mente einer Neo-NS-Ideo­lo­gie selte­ner sind, haben die Res­sen­timents gegen jene, die als ‚anders‘ em­pfunden werden, sogar zu­ge­nommen“, ergänzt der zweite Studien­leiter Pro­fessor Elmar Brähler. Der Pro­zent­satz der laut Studie „manifest aus­län­der­feind­lich Ein­gestell­ten“ ist im Ver­gleich zu 2020 in Ost­deutschland von 27,8 Prozent auf 31 Pro­zent ge­stiegen, während sie in West­deutschland von 13,7 Prozent auf 12,6 Prozent ge­sunken ist. 40 Prozent der Ost­deutschen geben an, Deutsch­land sei aus ihrer Sicht „durch die vielen Ausländer überfremdet“, auch 23 Pro­zent der West­deutschen stim­men dieser Aussage zu.

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Romani Ora (9. November 2022)

November 9th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 9.11.2022 (mp3)

Im Tagesthema der aktuel­len Sendung hören Sie einen Bei­trag von Gabor György über „Genuss Burgen­land – Genuss­messe Oberwart“. Die Rubrik „Mri his­to­rija“ be­fasst sich diesmal mit der Roma­siedlung in Jois. In „Min­den­feli­tiko“ gibt es einen Kinotipp: „Nachname“,  eine deut­sche Film­ko­mö­die von Sönke Wortmann. Und in unserer Jugend­sendung „Young, wild and free“ haben wir einen Bericht über die Bil­dungs- und Berufs­in­for­ma­tions­messe (BiBi-Messe) in Ober­wart vor­berei­tet. Mo­deriert von Tina Nardai.

„Im Namen unseres Landes bitte ich Sie um Vergebung“

November 8th, 2022  |  Published in Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Bundespräsident Steinmeier bei einer Rede (Archivbild)Rede von Bundes­prä­si­dent Dr. Frank-Walter Steinmeier zu zehn Jah­ren Denk­mal für die er­mor­de­ten Sinti und Roma am 24. Ok­to­ber 2022 in Berlin

„Jemand muss sagen, was sie mit den Sinti gemacht haben, damals, die Nazis. Das wissen viele heute immer noch nicht. Aber unsere Men­schen sollen nicht ver­gessen werden! […] Ich will, dass die Welt erfährt, was mit den Sinti passiert ist. […] Ich will, dass sie wissen, wie das ist, weiter­zu­machen, wenn man alles verloren hat, was einem lieb war.“ In diesen Worten steckt eigent­lich schon alles. Sie stammen von Zilli Schmidt, die uns ihre Ge­schichte erzählt hat, die Ge­schichte einer deutschen Sintezza.

Zilli Schmidt wurde 1924 als Cäcilie Reichmann geboren, in einem Dorf in Thüringen. Ihre Familie – eine „glück­liche Familie“, wie sie immer betont hat – betrieb in der Weimarer Republik ein Wander­kino und han­delte mit Geigen. Zilli Schmidt war noch ein Kind, als die National­sozialis­ten an die Macht ge­lang­ten. Sie erlebte, wie ihre Familie auf der Straße be­schimpft und in Ge­schäften nicht mehr bedient wurde, wie Ver­wandte plötzlich ver­schwan­den und nicht mehr wieder­kamen. Read the rest of this entry »

Romani Ora (7. November 2022)

November 7th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 7.11.2022 (mp3)

Im heutigen Tagesthema befasst sich Martin Horvath mit dem Inter­natio­nalen Tag der Sprache Romanes. In  „Mri his­to­rija“ gibt es ein Kurz­porträt von Adolf Papai aus Langental. Und in der Rubrik „Min­den­feli­ti­ko“ hören Sie – als Beitrag zur Kultur am Montag – ein Radioporträt der Aktivistin und Autorin Anita Awosusi. Mo­de­riert von Tina Nardai.

Heute vor 50 Jahren: Facts & Figures (449)

November 5th, 2022  |  Published in Facts & Figures

Am 5.11.1972 erschoss ein Bau­er in Pfaf­fen­ho­fen (Bay­ern) die schwan­ge­re Rom­ni Anka De­ni­sov (18), eine zwei­te (16) über­leb­te schwer ver­letzt. Sie woll­ten Le­bens­mit­tel kau­fen.

(Quelle)

Romani Ora (4. November 2022)

November 4th, 2022  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 4.11.2022 (mp3)

In der heutigen Sendung stellen wir Ihnen im Tages­thema das „Bela Horvath Ensemble“ vor. In „Mri his­to­ri­ja“ hören Sie ein Kurz­porträt der öster­rei­chi­schen Romni Ceija Stojka (1933-2013). In der Rubrik „Minden­feltiko“: haben wir Tipps im Ver­anstal­tungs­kalen­der vor­berei­tet, und als Jugend­bei­trag in „Young, wild and free“ macht Adi Gussak auf die New­comer­band „HoodBlaq“ auf­merk­sam. Mode­riert von Tina Nardai.

Pädagogik: Antiziganismus im Blick (2021)

November 3rd, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Uralte Vorurteile im pädagogischen Alltag
Sofa-Akademie der Evangel. Akademie Frankfurt, Podcast vom Juli 2021

Bilder und Vorurteile, die sich Menschen von ver­meint­li­chen „Zigeunern“ ma­chen, gehen mehr als 500 Jahre weit in die Ge­schichte zurück. Wir schauen uns Geschich­te, Narrative und Wirkungs­weisen des Anti­zi­ganis­mus an und dis­kutieren Hand­lungs­mög­lich­keiten für die päda­go­gi­sche Praxis.

Präventionscafé vom 30. Juni 2021 mit Benjamin Böhm (Sozial­arbei­ter), mo­de­riert von Katharina Lange (Jugend­migrations­dienst des Evan­ge­li­schen Vereins für Jugend­sozial­arbeit in Frank­furt) und Annette Lorenz (Evan­ge­li­sche Aka­demie Frank­furt).

(Sendung und Text: Sofa-Akademie)