NGO klagt ungarischen Bildungsminister
Februar 10th, 2010 | Published in Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht | 1 Comment
Der Pester Lloyd berichtet in seiner aktuellen Ausgabe von einem drastischen Schritt der Hilfsorganisation „Chance for Children Foundation“ (Website) gegen das fortdauernde Problem der schulischen Segregation von Romakindern in Ungarn. Die Nichtregierungsorganisation hat Klage gegen das Bildungsministerium sowie die Person des Bildungs- und Kulturministers István Hiller (MSZP) eingereicht, weil es das Ministerium seit Jahren unterlassen habe, das Gesetz über die Öffentliche Bildung und den Gleichbehandlungsgrundsatz bei Kindern aus Romafamilien durchzusetzen. Dadurch habe die Politik die Ausgrenzung dieser benachteiligten Kinder – trotz anderslautender Beteuerungen und Absichtserklärungen – weiter vorangetrieben:
(…). Die klagende Organisation habe das Ministerium über Jahre genau über die Fälle von Segregation von Roma informiert, insgesamt 170 Schulen im Lande sind davon betroffen, knapp 20 Fälle habe man beispielhaft dokumentiert, in denen allein rund 4.000 Kinder betroffen sind. (…) In hunderten Orten, vor allem jenen mit einem hohen Romaanteil, gründeten Elterninitiativen, Lehrer und Lokalbehörden seit den Neunziger Jahren private Schulstiftungen, die dann die Trägerschaft über die örtliche Schule übernahmen und so über die Aufnahme von Schülern entscheiden konnten. Roma blieben außen vor und wurden dann in eigenen staatlichen Schulen zusammengefasst. Als diese Gründungen erschwert wurden (sie blieben aber legal), erklärten viele Schuldirektoren bzw. Lokalbehörden Romakinder einfach für zurückgeblieben und sandten sie auf Sonderschulen, eine Praxis, die auch in der Slowakei und in Tschechien [mehr hier, hier oder hier] an der Tagesordnung ist. (…)
Lesen Sie bitte den vollständigen Artikel im Pester Lloyd.
Februar 24th, 2010 at 14:17 (#)
[...] Monatsbeginn hat eine NGO Klage gegen das ungarische Bildungsministerium eingereicht, weil dieses die Ausgrenzung von Roma-Kindern aus dem regulären Schulwesen nicht unterbinde. Nun [...]