Serbien: Keine Taxis für Roma?

August 13th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Antiziganismus-Vorwürfe in Serbien: Taxis transportieren angeblich Roma-Kunden (Foto: Wikimedia) Rassismusvorwürfe in Niš (Serbien): Taxi-Unter­neh­men dis­kri­mi­niert Roma

RAN: In der mutmaßlichen internen Verordnung einer ser­bi­schen Taxi-Ver­eini­gung wird empfoh­len, Roma nicht als Fahrgäste mit­zu­neh­men. Ver­brei­tet hat sich das Doku­ment in sozialen Netz­werken, aber seine Echtheit wur­de noch nicht be­stätigt. Bürger fragen nun, um wel­che Trans­port­dienst­leister es sich han­delt und ob diese bestraft wür­den. Die Gleich­stel­lungs­kom­mis­sion for­dert Men­schen­rechts­organi­sa­tio­nen, Roma-Ver­einigun­gen und dis­kri­mi­nierte Bürger auf, eine förm­li­che Beschwerde ein­zu­reichen.

Dass es sich um einen Verband aus Niš han­delt, wurde an­hand von An­gaben er­mit­telt, die sich auf die Sied­lung ‚Beograd mali‘ und eine ört­li­che Bäckerei be­ziehen. In dem um­strit­tenen Doku­ment heißt es, dass Fahrer, sobald sie den Kunden als Rom er­kennen, kehrt­machen sol­len. Im Wort­laut: „Die Zentrale kann den Kunden am Telefon nicht se­hen. Wenn Sie an der Adresse an­ge­kom­men sind und sehen, dass es sich um Roma han­delt, geben Sie Gas und fah­ren Sie weg. Sie wer­den an die erste Posi­tion des Taxi­standes ge­leitet.“ Weiter heißt es, dass Roma bei den Anrufen täuschen wür­den, in­dem sie von der be­sag­ten Bäckerei aus an­ru­fen oder ande­re darum bit­ten, ihnen ein Taxi zu be­stel­len. Und wei­ter: „Nehmt kei­ne Roma als Fahrgäste mit!

Auch gegenüber dem Sender RTS bestätigen Anwohner, dass Taxis die Siedlung nicht an­fahren. Gegen­über dem Nach­richten­por­tal Južni vesti be­stä­tig­te eine Nišer Bürgerin, dass so ein Do­ku­ment exis­tiert. Im Büro der Gleich­stellungs­kom­mis­sion ist bis­her aller­dings keine Beschwerde ein­gegan­gen. Diese wür­de an den Verband weiter­geleitet, sobald sie von Bürgern ge­stellt wird. Die Gleich­stellungs­kom­mis­sion weist darauf hin, dass Dis­kriminie­rung ver­bo­ten ist und dass Unternehmen, die öf­fent­li­che Dienstleistungen er­brin­gen, alle Bürger gleich be­han­deln müssen.

Der Vertreter der Roma-Organisation „Yurom Centar“ Osman Balić sagt, dass man vor­sich­tig sein solle, so­lange die Echtheit des Dokuments nicht fest­ge­stellt ist. Er be­stä­tigte aber, dass Taxi­fahrer ein bis zwei Sied­lun­gen in Niš meiden.

„Da nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann, woher dieses Regelwerk stammt oder wer es er­stellt hat, for­dern wir Men­schen­rechts­orga­ni­sa­tio­nen, Roma-Ver­einigungen und Bürger, die von Taxi­unterneh­men dis­krimi­niert wur­den, auf, eine Beschwerde ein­zu­rei­chen. Der Kommissar hätte im Ver­fahren eine an­gemessene Stellung­nahme ab­ge­geben“, so das Kom­mission­samt. Der Stadtrat Igor Vojinović sagt, dass Unter­nehmen im Rahmen der Gesetze ab­gemahnt wür­den, sobald eine Be­schwerde ein­geht. Auch die Ombuds­frau der Stadt Niš, Sanja Stojančić, be­stätigt, dass eine sol­che Be­handlung ab­solut in­akzepta­bel sei und sank­tio­niert wer­den müsse.

Quellen: www.juznevesti.com, www.rts.rs

(Text: RAN)

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