Novemberpogrom: Mahnung fürs Heute

November 10th, 2013  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Brennendes Roma-Haus in Katunitza (Foto: de.indimedia.org)In der Nacht vom 9. zum 10. November jährt sich zum 75. Mal die Reichspogromnacht der National­sozialis­ten. Eine Fülle von Gedenk­veranstaltungen und Medien­berichten erinnern an das Ereignis, das den Auftakt zur folgenden physischen Vernichtung der Juden in der Shoah markierte. Das Geden­ken an die November­pogrome ist aber vor allem auch eine „Mahnung fürs Heute“: Nicht nur, weil Juden auch in Europa immer noch in Angst leben müssen. (Durch das Ein­schrei­ten der Exekutive verhinderte) Pogrome und pogromähnliche Gewalt sind insbesondere für die Minderheit der Roma auch heute noch schreck­licher Alltag, und das in zahlreichen Ländern, auch mitten in der EU. Das inter­natio­nale Medienecho hält sich hierbei in der Regel aller­dings sehr in Grenzen, und nur selten werden diese Ausschreitungen und Angriffe als das bezeichnet, was sie sind: als (versuchte) Pogrome. Der Begriff ist keine aus­schließ­lich histo­rische Kate­gorie, son­dern bezeich­net die spontane oder organisierte Gewaltausübung einer Menschenmenge gegen (oft auch nur ver­meint­liche) Angehörige einer religiösen, ethnischen usw. Minderheit. Im Fol­gen­den dazu eine rasch zusam­men­gestell­te und keines­wegs vollständige Länderübersicht mit derar­tigen Vorfällen aus jüngster Zeit:

Tschechien
Frankreich
Slowenien
Bulgarien
Polen
Italien
Rumänien
Ungarn
Albanien
Spanien
Türkei
Österreich
Ukraine
Serbien
Griechenland
Chile
Kroatien
Nordirland
Russland
Slowakei

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