Archive for Juni, 2026

Romani Ora (25.6., 26.6. und 29.6.2026)

Juni 30th, 2026  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA Anhören: →Sendung vom 25.6.2026 (mp3)

Im Tagesthema hören Sie einen Beitrag über die Initiative Minderheiten, die sich seit 35 Jahren für die Rechte, Sicht­bar­keit und kulturelle Vielfalt von Min­der­heiten in Österreich ein­setzt. Durch die Sen­dung beglei­tet Sie Susanne Horvath.


Anhören: →Sendung vom 26.6.2026 (mp3)

In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA hören Sie den Ver­anstal­tungs­ka­len­der/ Mu­la­tin­tschage und einen Beitrag über die favo­risier­ten Eis­sorten in der Eisdiele Tropicale in Oberwart.


Anhören: →Sendung vom 29.6.2026 (mp3)

Wir nehmen Sie im „Romani Ora“-Musikmontag mit auf eine Reise quer durch die ab­wechs­lungs­reichs­ten Genres und Länder. Außer­dem hören Sie die zwei­sprachi­gen Volks­gruppen­nach­richten.

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Sieger des „Romani Gili Contest“ stehen fest

Juni 28th, 2026  |  Published in Musik

Song Contest der Roma: Romani Gili Contest (ERIAC)Das „European Roma Institute for Arts and Culture“ (ERIAC) hat die Ge­win­nerin­nen und Gewinner des inter­na­tio­na­len „Romani Gili Contest 2026“ be­kannt ge­geben.

Der Musikwettbewerb würdigt heraus­ra­gende Inter­­preta­tionen von Roma-Songs und soll die musi­kali­sche Vielfalt sowie das kultu­relle Erbe der Roma sichtbar machen. Die prä­mierten Beiträge stammen aus meh­reren euro­päischen Ländern und wurden von einer in­ter­natio­nal be­setzten Fachjury sowie dem Publikum be­wertet.

Den ersten Preis in der Höhe von 2.000 Euro gewannen Zlata Ristić und Elma Dalipi aus Serbien. Über den Sieger­beitrag schreibt ERIAC:

Zlata Ristić und Elma Dalipi aus Serbien präsentieren ihren Song „Sose“. Verwurzelt in kollek­tiven Erfah­rungen, entfaltet sich das Lied anhand einer Reihe von Fragen an die Welt und thema­tisiert die struk­turelle Margi­nali­sierung und Dis­kriminie­rung von Roma-Ge­mein­schaften. Seit 2014 treten sie gemein­sam in der Gruppe „Pretty Loud“ auf, einem weib­lichen Roma-Hip-Hop-Projekt, das sich der Auf­klärung junger Roma-Frauen über ihre Rechte widmet.

Der zweite Preis (1.000 Euro) ging an Ariane Bajard Behr (Ari Kali) aus Frankreich:

Ari Kali schrieb „Orphée“ einige Jahre nach der Geburt ihres ersten Sohnes und be­nannte das Lied zu seinen Ehren. Inspi­riert von ihrem Roma-Erbe mütter­licher­seits, ver­stand sie das Stück als Aus­druck mütter­licher Liebe und als Mög­lich­keit, ihren Sohn mit seinem kultu­rellen Erbe zu ver­binden.

Und den dritten Preis (500 Euro) erhielt Nina Brasseur aus Prekmurje (Slowenien):

Die junge Roma-Sängerin Nina Brasseur aus Slowenien nahm mit ihrem selbst­geschrie­benen Lied „Sune“ am Romani Gili Contest teil. Die Kom­position, die von Träumen und Sehn­süchten handelt, hat für die Künstlerin eine beson­dere Bedeu­tung; sie be­schreibt sie als Ausdruck ihres lang ge­hegten Traums zu singen.

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Facts & Figures (589)

Juni 26th, 2026  |  Published in Facts & Figures

1981 heiratete der „Boney M.“-Star Bob­by Far­rell in Skopje eine jun­ge Rom­ni. Bis zu 20.000 Men­schen be­grüß­ten das Paar in der Stadt.

(Quelle)

Romani Ora (18., 19., 22., 23. und 24.6.2026)

Juni 25th, 2026  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA Anhören: →Sendung vom 18.6.2026 (mp3)

In dieser „Romani Ora“ berichten wir im Tages­beitrag über ein be­son­deres Projekt für Men­schen mit psychi­schen Proble­men: „ImFokus“, ein vom AMS und vom Verein Vamos geför­dertes Projekt, hilft Betrof­fenen in Oberwart dabei, Arbeit zu finden und neue Chancen zu nutzen.


Anhören: →Sendung vom 19.6.2026 (mp3)

Das „Nova Rock 2026“ hat auch dieses Jahr seinem Namen alle Ehre gemacht und Hun­dert­tau­sende Be­sucher:in­nen ins Burgenland ge­zogen. Im Tages­thema der „Romani Ora“ hören Sie einige Stim­men der Festival-Teil­neh­mer:in­nen. Durch die Sendung beglei­tet Sie Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 22.6.2026 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag wird Ihnen von Tina Nardai präsen­tiert. Die Sendung liefert Ihnen die ab­wechs­lungs­reichste Roma-Musik und die Volks­gruppen­nach­richten auf Radio MORA.


Anhören: →Sendung vom 23.6.2026 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ hören Sie im Tages­thema einen Bei­trag über die Autorin Bernadette Németh. In ihrem neuen Roman „Im Schatten der Kraniche“ verb­indet sie persön­liche Schicksale mit einem be­wegen­den Kapitel burgen­ländi­scher Geschichte. Durch die Sen­dung führt Susanne Horvath.


Anhören: →Sendung vom 24.6.2026 (mp3)

Die aktuelle Hitzewelle ist auch Thema in der neuen „Romani Ora“. Ein Arbeits­rechts­experte des ÖGB klärt über den Mythos Hitzefrei auf und berich­tet, welche Maß­nahmen Arbeitgeber er­greifen müssen. Durch die Sendung führt Sie Tina Nardai.

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Nordirland: Roma im Visier (Teil 2)

Juni 22nd, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

"Stamp out racism" – Grafitti in einer Straße in Nordbelfast (Foto: Ardfern/Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)Die jüngsten Angriffe (siehe Teil 1: „Po­grom in Belfast: auch Roma be­trof­fen“) ste­hen in einer lan­gen Tra­di­ti­on ras­sis­ti­scher Gewalt ge­gen Roma in Nord­irland. Sie tra­gen die­selbe Handschrift wie die Aus­schrei­tun­gen 2009, 2014 und 2025.

Anti-Roma-Gewalt 2009: Schlägertrupps in Belfast

Bereits im Juni 2009 wurden rund 110 rumäni­sche Roma, die groß­teils in zwei Straßen im Süden Belfasts lebten, Ziel wieder­holter Ein­schüch­terun­gen und Gewalt. Die An­greifer riefen rassis­­tische Parolen und schleuderten Flaschen, Molotow­cocktails und Ziegel­steine, Fenster wurden ein­geschla­gen und Türen eingetreten. Die Täter waren junge Männer aus einem als „Village“ be­kannten pro­testan­tischen Viertel. Dort fand die Polizei auch meh­rere Rohr­bomben, die für Anschläge auf Roma vor­ge­sehen waren. Auch die Neonazigruppe „C 18“ be­tei­ligte sich an den An­griffen. Nach tage­langen Attacken mussten die Roma ihre Woh­nungen unter Polizei­schutz ver­lassen. Sie fanden Auf­nahme in einer Kirche und einem Sport­zentrum, später wurden Not­unter­künfte bereit­gestellt. Rund 100 Angehörige der 20 bis 30 Großfamilien kehrten in der Folge aus Angst nach Rumänien zurück. Manche reisten nach Mona­ten wieder nach Nordirland. Sie berich­teten von neuer­li­chen Vorfällen.

Anti-Roma-Gewalt 2014: Bomben in Derry

2014 kam es insbesondere in Ost-Belfast und Derry/Lon­don­derry zu weite­ren Angriffen auf Fahr­zeuge und Wohn­häuser ost­euro­päischer Zu­wanderer, darunter zwei Spreng­stoff­anschlä­ge auf Häuser rumäni­scher Roma im Viertel Waterside in Derry/Lon­don­derry. Die Täter brachten am 8. März 2014 um 01:30 Uhr mit Nägeln gefüllte Rohr­bomben zur Explosion. Neun Men­schen, darun­ter ein neun­jähriges Kind, blieben un­verletzt, als die Spreng­körper vor ihren Häusern in der Lapwing Way und im Lincoln Court ex­plo­dierten. Polizei­chef Jon Burrows erklärte: „Die Nägel werden aus einem einzigen Grund dort angebracht, nämlich um schwere Ver­letzungen zu verursachen.“ Read the rest of this entry »

Facts & Figures (588)

Juni 21st, 2026  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Am 1. 8. 2025 wurde in New­castle Groß­bri­tan­ni­ens ers­ter dau­er­haf­ter Ge­denk­stein für die Opfer des Roma-Holo­caust ein­ge­weiht.

(Quelle)

Romani Ora (11., 12., 15., 16. und 17.6.2026)

Juni 18th, 2026  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA Anhören: →Sendung vom 11.6.2026 (mp3)

Im Tagesthema der „Romani Ora“ nehmen wir Sie mit auf den 35. Roma-Butschu des Vereins Roma-Service, der im Kultur­haus in Unterwart statt­ge­funden hat. Durch die Sen­dung beglei­tet Sie Susanne Horvath.


Anhören: →Sendung vom 12.6.2026 (mp3)

Der Oberwarter Autor und Regisseur Peter Wagner feierte unter dem Motto „2×35“ seinen Geburts­tag im OHO Oberwart. Radio MORA hat ihn abseits der Feier­lich­keiten zum Inter­view ge­troffen. Außer­dem ver­sorgen wir Sie in der „Romani Ora“ auch mit den Ver­anstal­tungs­hin­wei­sen/ Mu­latin­tschage. Die Sen­dung wird mode­riert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 15.6.2026 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ hören Sie, wie jeden Musik­montag, unsere viel­fältige Roma-Musik und, nicht zu ver­gessen, unsere zwei­spra­chi­gen Volks­grup­pen­nach­rich­ten. Durch die Sendung führt Sie Susanne Horvath.


Anhören: →Sendung vom 16.6.2026 (mp3)

In dieser „Romani Ora“ auf Radio MORA erfahren Sie mehr über das „mixAge“-Interreg-Pro­jekt, bei dem Schü­lerin­nen und Schüler des Zwei­sprachi­gen Bundes­gymna­siums Oberwart ältere Men­schen bei der Nutzung von IT, Smart­phones und Social Media unter­stützen. Die Sen­dung wird beglei­tet von Susanne Horvath.


Anhören: →Sendung vom 17.6.2026 (mp3)

Diese Sendung wird Ihnen präsentiert von Tina Nardai. Neben den zwei­sprachi­gen Volks­grup­pen­nach­richten erhalten Sie auch Ein­blicke in das „European Street Food Festival“ (Website), das im Ober­warter Stadtgarten ab­ge­halten wurde.

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Pogrom in Belfast: auch Roma betroffen

Juni 15th, 2026  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Schwere Ausschreitungen in Nordirland sorg­ten ver­gan­gene Wo­che für in­ter­na­tio­na­les Ent­setzen. Ein ras­sisti­scher Mob zog randa­lie­rend durch von Aus­län­dern be­wohn­te Stra­ßen und steck­te Häuser und Autos in Brand. Min­des­tens 27 Per­so­nen wur­den ob­dachlos. Das weltweite Me­di­en­echo ist enorm. Kaum Er­wäh­nung fin­det al­ler­dings, dass – ein­mal mehr – auch Roma ins Vi­sier der Rechts­extre­mis­ten ge­rieten.

The PSNI called for calm across NI last night as serious disorder broke out after an attempted murder in north Belfast on Monday night.
Read more: tinyurl.com/bdfz2pxd

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— Belfast Telegraph (@belfasttelegraph.co.uk) 10. Juni 2026 um 08:24

Auslöser der mehrtägigen Unruhen in Belfast war ein brutaler Messer­angriff durch einen sudane­si­schen Asyl­werber, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Ein Video der Tat verbrei­tete sich in den sozialen Netz­werken und wurde von rechts­extre­men Akteu­ren genutzt, um zu Pro­testen auf­zu­rufen. Elon Musk unter­stützte die Appelle auf seiner Social-Media-Plattform X: Laut einer Daten­analyse hat er damit den nordirischen Pogrom – mit 64 Mil­lio­nen Aufrufen – „maß­geblich an­geheizt“: „Musks Ver­stärkung war ent­schei­dend“ und habe eine „Explosion von Auf­rufen zur Gewalt“ aus­gelöst, heißt es in dem Bericht.

In der Folge griffen gewalttätige Gruppen am Dienstag und Mittwoch in den Abend- und Nacht­stunden gezielt Wohn­häuser, Geschäfte und Fahr­zeuge von Migranten an. Familien in verschie­denen Teilen der Stadt fanden sich plötz­lich im Zentrum eines Pogroms wieder. Viele ver­barri­kadier­ten sich in ihren Wohnun­gen, während Hunderte ver­mummte Rechts­extre­misten durch die Straßen zogen. Auf der Suche nach Aus­ländern traten sie Haustüren ein; mehrere Ge­bäude und Autos wurden in Brand gesteckt, ein Autobus ging in Flammen auf. Paul Doherty, Belfaster Stadtrat und Leiter eines Ge­meinde­zentrums, berichtet, dass die Ran­dalierer auch die Heizöl­tanks einiger Häuser in Brand setzten – ein Zeichen dafür, dass es sich um „einen Versuch handelte, die Men­schen in diesen Häusern zu töten“.

Mehrere Familien, viele mit Kindern, konnten von den Einsatzkräften erst im letzten Moment in Sicher­heit gebracht wurden. Min­destens 27 Ein­wan­derer wurden am Dienstag aus ihren Wohnun­gen vertrieben, „weil die Men­schen von Tür zu Tür gingen, um gezielt gegen Ausländer vorzugehen“, erklärte Ruth Anderson, Ministerin im Kabi­netts­amt.

Auch Roma im Visier

Nicht nur schwarze und muslimische Menschen bangten um ihr Leben. Besonders betrof­fen waren auch An­gehö­rige der Roma-Ge­mein­schaft aus Ost­europa. So wurde das Haus einer Roma-Familie in West-Belfast mit Steinen, Feuer­werks­körpern und Brandsätzen attackiert. Die Familie musste fliehen, das Gebäude wurde schwer beschädigt. Nach Angaben von Nach­barn war dies bereits der dritte Angriff auf diese Familie. Erst vor einigen Wochen war ihr Haus Ziel einer ähn­lichen Attacke geworden. Die Times berichtetRead the rest of this entry »

Facts & Figures (587)

Juni 12th, 2026  |  Published in Facts & Figures

2013 holte die iri­sche Po­li­zei zwei Ro­ma-Kin­der aus ih­ren Fa­mi­li­en, weil sie blond wa­ren und die Ro­ma sie wohl ent­führt hät­ten. DNA-Tests be­wie­sen das Ge­gen­teil.

(Quelle)

Romani Ora (5.6., 8.6., 9.6. und 10.6.2026)

Juni 11th, 2026  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA Anhören: →Sendung vom 5.6.2026 (mp3)

In dieser „Romani Ora“ hören Sie die Ver­anstal­tungs­hin­weise/ Mu­latin­tschage und ein Inter­view mit Hans Farkas. Der Oberwarter erzählt uns von seinen interes­santen Begeg­nungen mit den Roma, darunter auch noch welche, die den Holocaust über­lebt haben. Es mo­deriert Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 8.6.2026 (mp3)

Auch diese Woche startet mit dem „Romani Ora“-Musik­montag mit Tina Nardai auf Radio MORA – mit der ab­wechs­lungs­reichs­ten Musik und den zwei­sprachi­gen Volks­gruppen­nachrichten.


Anhören: →Sendung vom 9.6.2026 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ erwartet Sie der Tages­beitrag zum Thema „Starke Frauen“. Es wird literarisch, es wird stark und es wird burgen­ländisch! Im Mittel­punkt der Lesung in Oberwart stehen be­ein­druckende Lebens­geschich­ten, bewe­gende Schick­sale und inspi­rie­rende Per­sön­lich­keiten.


Anhören: →Sendung vom 10.6.2026 (mp3)

Diese „Romani Ora“ wird moderiert von Tina Nardai. Im Tagesthema hören Sie einen Beitrag über das 2. Jobcafé des Pro­jektes „O drom andi cukunft“, bei dem es um Aus- und Weiter­bildungs­möglich­keiten ging. Außer­dem hören Sie die zwei­sprachi­gen Volks­gruppen­nachrichten.

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Deutschland: MIA legt Antiziganismusbericht vor

Juni 10th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

MIA: Antiziganistische Vorfaelle 2025 in DeutschlandMIA veröffentlicht 4. Jahres­bericht zu anti­zi­ga­nis­ti­schen Vor­fäl­len in Deutsch­land: 2.076 do­ku­men­tier­te Fälle im Jahr 2025 – er­neu­ter deut­li­cher An­stieg

→zum Jahresbericht 2025 (pdf)
→Kurzfassung
(pdf)

Die Melde- und Informationsstelle Anti­zi­ga­nismus MIA verzeichnet in ihrem 4. Jahres­bericht für 2025 eine erneute dra­mati­sche Zunahme der er­fassten anti­ziganis­tischen Vor­fälle in Deutsch­land. In dem am 9. Juni 2026 ver­öffent­lichten Bericht doku­mentiert MIA bundes­weit 2.076 anti­ziganis­tische Vor­fälle. Im Ver­gleich zum Vorjahr (1.678 Vor­fälle) ent­spricht dies einem Anstieg von 24 Pro­zent. Die Zahlen basieren auf der bundes­weiten Arbeit der MIA-Bun­des­geschäfts­stelle sowie der sechs regio­nalen Melde­stellen in Bayern, Berlin, Hessen, Rhein­land-Pfalz, Sachsen und Schles­wig-Hol­stein.

Dr. Guillermo Ruiz, Geschäftsführer von MIA e.V., erklärt: „Die von MIA dokumentierten Vorfälle sind weiter­hin sehr be­sorgnis­erre­gend. Unsere Zahlen zeigen deutlich, dass Anti­ziganismus in Deutsch­land kein Rand­problem ist, sondern all­tägliche, gesell­schaft­liche Realität. Immer mehr Sinti, Roma und andere von Antiziganismus be­trof­fene Men­schen be­richten über eine stetige Zunahme von Dis­kriminie­rung, Beleidi­gungen, Anfein­dungen und Gewalt. Gerade in Zeiten zuneh­mender rechter Mobili­sierung müssen demo­kratische Parteien und Institu­tionen klar Haltung zeigen.“

Besonders alarmierend ist, dass bei jedem dritten direkt adressierten Vorfall Kinder und Jugend­liche betrof­fen sind. Read the rest of this entry »

Drei-Länder-Projekt EDURom

Juni 10th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Bildung fur soziale Inklusion: EDURom-Treffen in Wien (Foto: Irina Bellio)EDURom: Bildung für die soziale Inklusion von Roma

Das EDURom-Projekt (Website) wird 2025 bis 2027 im Rahmen des „Erasmus+“-Pro­gramms umgesetzt und von der Euro­päi­schen Union ko­finan­ziert. Es bringt drei Partner­orga­nisatio­nen aus Kroatien, Ös­ter­reich und Rumänien zu­sam­men: das Zentrum für lebens­­lan­ges Ler­nen und Kultur – CUK (Kroatien), die Aca­demia Rromai (Österreich) und der Verein Pe bune (Ru­mänien).

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Förderung gesell­schaftli­cher Teilhabe von Roma und Sinti durch Bildung. EDURom unter­stützt An­ge­hörige der Com­mu­nity dabei, Zugang zu Bil­dungs­program­men zu erhalten und wichtige Kom­peten­zen für persön­liche Weiter­ent­wicklung, aktive Betei­ligung und den moder­nen Arbeits­markt zu stärken. Dazu zählen ins­beson­dere digitale und soziale Kom­peten­zen sowie weitere Schlüssel­qua­lifika­tio­nen. Darüber hinaus setzt das Projekt einen Schwer­punkt auf lebens­langes Lernen und die Stärkung von Ein­richtun­gen der Erwach­senen­bildung. Ziel ist es, Bil­dungs­angebote zu­gänglicher zu machen, Selbst­bewusst­sein zu fördern und neue Per­spekti­ven für Be­schäf­tigung und gesell­schaft­liche Mit­gestaltung zu er­öffnen.

Im Rahmen von EDURom fand Anfang des Jahres ein zweitägiger Workshop in Wien statt. Dabei kamen Bildungs­exper­tin­nen und -exper­ten aus der Commu­nity zusam­men, um sich über Erfah­rungen, Heraus­forde­rungen und Mög­lich­keiten im Bildungs­bereich aus­zu­tauschen. Ergän­zend dazu wurde ein kurzer Romanes-Sprach­kurs an­geboten.

(Text: Irina Bellio)

Roma-Butschu (Kirtag) 2026 ando Burgenland

Juni 9th, 2026  |  Published in Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 8.6.2026 | 6:32 min

Roma-Burschu in Unterwart/Tenu­erbate

Suboton ando schovto juni bisch bischu­schov o tradici­jo­neli Roma-Butschu ando Kultu­rakero kher Tenu­erbate tel likerdo ulo. Sar sako bersch te ada bersch mu­schika i bur­gen­landi­tiki tra­dicija ando masch­ka­rutno punkto terdschino. Min­den­feli­tike flogos­kere bandi andar o Burgenland taj andar i Slo­venija pumaro muschi­kaha le dschenen lo­schande. O Roma-Butschu jek mula­tin­tschago hi, kaj o Roma taj o gadsche pumen schaj arpurun taj i tra­dicija le Romen­dar te prin­dscharel siklon. O Romane bandi, „Romano Rath“ i „Leon Berger Band“, sar i terni ungriki banda „Szélforgók“, i horvacki tamburica „Vlahja“ , taj andar i Slovenija i Romani banda „Romano Glauso“ i min­den­feli­tiki kultura le Romen­dar taj le burgen­landistar le dsche­nenge pascheder ande. I kultureli diver­siteta adaj upro pro­gramo terdschi­no, pe ar te parul taj khetan te mula­tinel. Mulatim taj kheldo ulo dschi hora ratschas­ke ande.

Am Samstag, 6. Juni 2026, um 19:00 Uhr fand im Kultur­haus Unterwart der tra­ditio­nelle Roma-Butschu (Kirtag) statt. Das Fest der Kultu­ren bot Auf­tritte von Roma-Künst­lern wie „ Romano Glauso “ aus Slowenien, „Romano Rath“ und der „Leon Berger Band“ sowie von der unga­rischen Volks­musik­gruppe „Szélforgók“ und der kroa­tischen Tam­bu­rizza „Vlahija“.

(Beitrag: TV Erba)

Ruhrgebiet: Demütigung vor laufender Kamera

Juni 7th, 2026  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Demütigung vor laufender Kamera (Filmstill aus dem Social-Media-Video der AfD)Gelsenkirchen: AfD inszeniert „Putz­ein­satz“ von Roma


Ein Mitte April 2026 ver­öf­fent­lich­tes Social-Media-Video der AfD sorgt in Deutschland für Em­pö­rung. Die stig­mati­sierenden Auf­nahmen ent­stan­den in Gel­sen­kir­chen (Nord­rhein-West­falen) und zei­gen Roma-Ein­woh­ner des Stadt­teils Ücken­dorf. Diese wer­den vor lau­fen­der Ka­mera ge­maß­regelt und zum Putzen der Geh­steige an­ge­halten. Die Be­trof­fe­nen spre­chen von Ein­schüch­te­rung.

Das professionell gemachte Video beginnt mit einem Insert: „SIE MÜSSEN GEHEN“ steht da in Groß­buch­staben. Dazu ruft die Land­tags­ab­geord­nete der Alter­na­tive für Deut­schland (AfD) Enxhi Seli-Zacharias in die Kamera: „Diese Men­schen müssen unsere Stadt ver­lassen!“ Bedroh­liche Musik begleitet Auf­nahmen von Müll, Schmie­rerei­en und herun­ter­ge­kom­menen Ge­bäuden. Dann sieht man, wie meh­rere Personen, an­schei­nend Roma-Zu­wanderer aus Südost­europa, zum Putzen auf­ge­fordert werden.

Eine AfD-Gruppe, bestehend aus rund zehn, fast ausschließ­lich männ­lichen Personen, war „mit Kamera, Besen und Kehr­blech aus­ge­rüstet“ (WDR) in den Stadtteil Ückendorf ge­kommen, um Roma bzw. migrant­isch aus­sehende Per­sonen, die sie zufällig auf der Straße an­trafen, zu Putz­arbeiten an­zu­halten und die Szenen zu filmen. Einige folgten sichtlich ein­ge­schüch­tert der Auf­forderung, wäh­rend Kameras das Gesche­hen als ver­meintliche „Bürgeraktion“ fest­hielten. Die Auf­nahmen wurden von der AfD-Politi­kerin Seli-Za­charias mit dem Zusatz „Wir waren vor Ort in Gelsen­kirchen-Ücken­dorf und haben für Ordnung ge­sorgt“ ver­breitet. Sie selbst tritt im Video als An­führerin der Gruppe auf, die sie als „als so­ge­nannte Bür­gerwehr“ be­titelt. WDR be­richtet:

In dem Video zieht Seli-Zacharias mit rund zehn weiteren AfD-Politikern – darunter der stell­vertre­tende Bürger­meister Norbert Emmerich – und aus­ge­stattet mit Besen und Kehrblech durch den Stadtteil Ückendorf. Laut­stark fordert sie Anwohner mit Migra­tions­hinter­grund dazu auf, die Straße zu putzen. Betrof­fen sind vor allem Sinti und Roma.

„Blutsauger unseres Sozialstaates“

Dass hier gezielt die Minderheit der Roma rassistisch stigmati­siert werden soll, macht Seli-Zacha­rias’ Begleit­text auf Insta­gram deutlich: „Die Roma [müssen] ihren Dreck selber weg­machen. Dafür habe ich persön­lich gesorgt. Und das wird jetzt regel­mäßig pas­sieren.“ Read the rest of this entry »

Historiker Herbert Brettl im Porträt

Juni 6th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Radio MORA, 20.5.2026, 38:25 Min.
MEMO: Das Thema des Tages zum Mitnehmen
Redaktion: Elizabeth Hausmann-Farkas, Jelica Saček

Der Historiker, Autor und Pädagoge Herbert Brettl ist in Halbturn im Burgenland ge­boren. Er be­schäf­tigt sich vor allem mit der Geschichte des Burgenlan­des, der Zeit des Na­tional­sozialis­mus und der Erin­nerungs­kultur. Beson­ders inten­siv forscht er zur Ver­folgung von Roma und Sinti, zur regionalen Zeit­geschichte und zu Gedenk­orten im Burgen­land.  |   Herbert Brettl je studirao povijest i geo­grafiju na Sveučilištu u Beču i radi kao nastavnik i aka­demski autor. Objavio je brojne knjige i povijesne članke, uključu­jući poznato djelo „Nacio­nal­socija­lizam u Gradišću – Žrtve, počinitelji, pro­tivnici“. Također vodi „Blog o povijesti Gradišća“ i uključen je u razne pro­jekte vezane uz povijesna istraži­vanja i kulturu sjećanja. Za svoj znanst­veni rad primio je nekoliko nagrada od pok­rajine Gradišće.

(Text und Sendung: Radio MORA)

Siehe auch:
→Burgenland History Blog (Dr. Herbert Brettl)

Romani Ora (29.5., 1.6., 2.6. und 3.6.2026)

Juni 5th, 2026  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA Anhören: →Sendung vom 29.5.2026 (mp3)

Warum noch lesen in Zeitalter von KI? – Diese und weitere Fragen beant­wortet uns im Tages­thema Silke Rois, Leiterin der AK Bücherei Oberwart. Außer­dem ver­sorgen wir Sie in der „Romani Ora“ mit den Ver­anstal­tungs­hin­weisen und hand­ver­lesener Roma-Musik. Mode­riert von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 1.6.2026 (mp3)

Der Musikmontag der „Romani Ora“ verwöhnt Sie mit der ab­wechs­lungs­reichs­ten Roma-Musik. Zudem stehen die zwei­sprachigen Volks­gruppen­nach­richten auf den Pro­gramm. Durch die Sen­dung führt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 2.6.2026 (mp3)

Im Tagesthema dieser „Romani Ora“ sprechen wir mit Sarah Keil, sie ist Schloss­herrin im Schloss Kohfidisch, welches jährlich als Kulisse für die be­kann­ten Gartentage dient. Dazu hören sie die schönste Roma-Musik. Durch die Sen­dung be­gleitet Sie Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 3.6.2026 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ hören Sie im Tagesthema einen Beitrag über den ungari­schen Rezita­tions­wett­bewerb des Burgen­län­disch-Un­gari­schen Kultur­vereins (BUKV). Dabei handelt es sich um eine kultu­relle Ver­anstal­tung, bei der die Teil­nehmenden unga­rische Gedichte oder litera­rische Texte vor­tragen. Durch die Sen­dung führt Susanne Horvath.

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Facts & Figures (586)

Juni 4th, 2026  |  Published in Facts & Figures

Im Juli 1991 würdigt Euro­pa­rats-Ge­ne­ral­sek­re­tä­rin La­lu­mière bei einem Hea­ring die Zu­ge­hö­rig­keit der Ro­ma zu Eu­ro­pa: „Ihr seid ein wahr­haft eu­ro­pä­i­sches Volk.“

(Quelle)

Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen

Juni 2nd, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Grafik 11.4.4Jugendstudie 2025: Ein Drittel der Ju­gend­li­chen kennt An­ge­höri­ge einer Volks­gruppe per­sön­lich. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Eine entscheidende Rolle für das Verständnis der Bedeu­­tung von öf­fent­li­cher Prä­senz spielt mög­licher­weise der pers­ön­li­che Kon­takt zu Min­der­heiten­an­ge­höri­gen. Etwa ein Drittel der Be­frag­ten stimmt der Aus­sage zu, dass sie per­sön­lich eine:n An­ge­hö­ri­ge:n einer au­toch­tho­­nen Minder­heit ken­nen, ein weite­res Drit­tel ver­neint sie und das ver­blei­bende Drit­tel ant­wortet mit „viel­leicht“. […] Die niedri­gen Zu­stim­mungs­werte deuten darauf hin, dass au­toch­thone Min­der­­heiten in den Lebens­welten vieler Ju­gend­licher kaum the­mati­siert werden. Dies ist einer­seits darauf zurück­zu­führen, dass ihre Exis­tenz Ju­gend­lichen nicht be­kannt ist. Anderer­seits äu­ßern sich Per­sonen, die einer autoch­tho­nen Minder­heit an­ge­hören, unter Um­stän­den nicht immer offen dazu.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 259f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?, 19.5.2026
Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?, 24.5.2026
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