Sieger des „Romani Gili Contest“ stehen fest

Juni 28th, 2026  |  Published in Musik

Song Contest der Roma: Romani Gili Contest (ERIAC)Das „European Roma Institute for Arts and Culture“ (ERIAC) hat die Ge­win­nerin­nen und Gewinner des inter­na­tio­na­len „Romani Gili Contest 2026“ be­kannt ge­geben.

Der Musikwettbewerb würdigt heraus­ra­gende Inter­­preta­tionen von Roma-Songs und soll die musi­kali­sche Vielfalt sowie das kultu­relle Erbe der Roma sichtbar machen. Die prä­mierten Beiträge stammen aus meh­reren euro­päischen Ländern und wurden von einer in­ter­natio­nal be­setzten Fachjury sowie dem Publikum be­wertet.

Den ersten Preis in der Höhe von 2.000 Euro gewannen Zlata Ristić und Elma Dalipi aus Serbien. Über den Sieger­beitrag schreibt ERIAC:

Zlata Ristić und Elma Dalipi aus Serbien präsentieren ihren Song „Sose“. Verwurzelt in kollek­tiven Erfah­rungen, entfaltet sich das Lied anhand einer Reihe von Fragen an die Welt und thema­tisiert die struk­turelle Margi­nali­sierung und Dis­kriminie­rung von Roma-Ge­mein­schaften. Seit 2014 treten sie gemein­sam in der Gruppe „Pretty Loud“ auf, einem weib­lichen Roma-Hip-Hop-Projekt, das sich der Auf­klärung junger Roma-Frauen über ihre Rechte widmet.

Der zweite Preis (1.000 Euro) ging an Ariane Bajard Behr (Ari Kali) aus Frankreich:

Ari Kali schrieb „Orphée“ einige Jahre nach der Geburt ihres ersten Sohnes und be­nannte das Lied zu seinen Ehren. Inspi­riert von ihrem Roma-Erbe mütter­licher­seits, ver­stand sie das Stück als Aus­druck mütter­licher Liebe und als Mög­lich­keit, ihren Sohn mit seinem kultu­rellen Erbe zu ver­binden.

Und den dritten Preis (500 Euro) erhielt Nina Brasseur aus Prekmurje (Slowenien):

Die junge Roma-Sängerin Nina Brasseur aus Slowenien nahm mit ihrem selbst­geschrie­benen Lied „Sune“ am Romani Gili Contest teil. Die Kom­position, die von Träumen und Sehn­süchten handelt, hat für die Künstlerin eine beson­dere Bedeu­tung; sie be­schreibt sie als Ausdruck ihres lang ge­hegten Traums zu singen.

Ermittelt wurden die Sieger durch ein doppeltes Verfahren: 50 Prozent der Gesamt­punkte­zahl entfielen auf die Be­urteilung durch die Jury (Zejna Murkić, Riah Knight, Diego Amador, Santino Spinelli und Anna Mirga-Kruszelnicka), 50 Pro­zent auf das Ergeb­nis eines öffent­lichen Online-Votings. Be­wertet wurden unter ande­rem Gesangs­technik, künst­lerischer Ausdruck und Authen­tizität.

Zusätzlich zu den drei Hauptpreisen vergab die Jury auch mehrere lobende Erwähnungen (Special Mentions) für Dar­bietungen, die sich „durch küns­tlerische Leistung, Inter­pretation und ihren Beitrag zum musika­lischen Erbe der Roma“ besonders aus­zeich­neten. Mit je 250 Euro prä­miert wurden Maya Nicole Cruceru aus Rumä­nien, Julia Konik aus Polen, Jan Hron aus Tschechien und Nicoleta Ghiță and Laura-Izabella Rafael aus Rumänien.

Mit dem Wettbewerb möchte ERIAC junge Talente fördern, die Romani-Sprache stärken und die inter­nationale Sicht­barkeit zeit­genössischer Roma­musik erhöhen. Die prä­mierten Dar­bietungen werden über die Medien­kanäle des Instituts ver­öffent­licht und einem breiten Publikum zu­gänglich gemacht.

Über den neuen Roma-Songcontest schreibt ERIAC:

Der Romani Gili Contest ist eine Initiative in den sozialen Medien, die sich der Würdi­gung, Bewah­rung und För­derung des musika­lischen Erbes der Roma widmet. Im Romanes be­deutet das Wort gili „Lied“ – eine kraft­volle Ausdrucks­form, die Erin­nerun­gen, Gefühle und Identität über Gener­ationen hinweg weiter­trägt. Lieder der Roma dienen seit jeher als leben­dige Archive ihrer Geschichte, ihrer Erzähl­tra­ditio­nen und ihrer Wider­stands­kraft. Sie wurden mündlich über­liefert und häufig un­abhängig von schrift­lichen Auf­zeich­nun­gen weiter­ge­geben. Der Wettb­ewerb lädt die Teil­nehmen­den dazu ein, ihre eigenen Interpretationen von Roma-Songs zu prä­sen­tieren und so zu einem wach­senden digitalen Archiv des musi­kalischen Schaffens und der kreativen Ausdruck­sformen der Roma bei­zu­tragen. Indem der Romani Gili Contest einen Raum schafft, in dem tra­ditio­nelle Repertoires, zeit­ge­nössi­sche Stimmen und per­sönliche Interpre­tatio­nen auf­einander­treffen, möchte er nicht nur das musikalische Erbe der Roma würdigen, sondern auch dessen Sicht­bar­keit im digitalen kultu­rellen Raum der Gegen­wart stärken.

(Text: dROMa-Redaktion)

Comments are closed.