Archive for Dezember 9th, 2025

Ausstellung: La Finesse. Godi – Śuźipe – Zor

Dezember 9th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

LA FINESSEEin Einblick in die Sammlung Kai Dikhas

Auf Romanes: Godi – der Geist. Śuźipe – die Schön­heit. Zor – die Kraft. Im Laufe der Jahre ent­stand während der Aus­stellungs­tätig­keit eine umfang­reiche und ein­zig­artige Kunst­sammlung, die die Arbeit von Kai Dikhas doku­mentiert. Die Aus­stel­lung zeigt eine Aus­wahl früherer und ganz neuer Akqui­sitio­nen der Stiftung.

Mit Arbei­ten von: Daniel Baker, Helios Gómez, Manolo Gómez, Gabi Jiménez, Delaine Le Bas, Damian Le Bas, Lila Loisse, Nino Nihad Pušija, André Raatzsch et al. Kuratiert von Moritz Pankok.

Eröffnung: 11. Dez. 2025, 19:30 Uhr | Die Ausstellung ist zu sehen von 12. Dez. 2025 bis 28. März 2026 | Ort: Stif­tung Kai Dikhas & Kunst­raum Dikhas Dur, Aufbau Haus am Moritz­platz, Prinzen­str. 84.2, 10969 Berlin | Öff­nungs­zei­ten: Do. bis Sa., 16–19 Uhr | Eintritt frei.

Während uns derzeit aus allen Richtungen katastro­phale Nach­rich­ten errei­chen, die bei kurzem Nach­denken schnell zum Grübeln und an den Rand apo­kalyp­tischen Aus­maßes führen, kann und muss sich Kunst enga­giert ein­mischen und zum Ändern von Hand­lungs- und Lebens­weisen aufrufen. Dabei kann sie auf­rütteln, Schmerz und Ver­zweif­lung Ausdruck ver­leihen, Miss­stände sichtbar machen, der Tiefe der Abgründe, die sich uns auftun, die richtige Schwärze geben. An­ge­hörige der Sinti und Roma sind in gewisser Weise an einen be­stimm­ten äußeren Druck gewohnt. Seien es Aus­gren­zung, rassis­tische Übergriffe bis hin zum Genozid der Natio­nal­sozia­listen, zum Holocaust, sei es Prekariat und Hunger, Flucht, Vertrei­bung, Abschie­bungen. Es sind Erfah­rungen, die die An­ge­höri­gen vielfach kennen. In Kai Dikhas haben wir schon davon gespro­chen, dass es nicht die Roma­kunst im ästhe­tischen Sinne erkenn­bar gibt, sondern es sind – vor allem bei der Inter­natio­nalität und Diversität der Künstler­schaft – diese Erfah­rungen, die die Künst­ler*innen der Stiftung Kai Dikhas alle kennen. Ein ge­meins­amer Nenner. Dabei fällt beim Blick in die Sammlung Kai Dikhas auf, dass die Kunstwerke sich meist durch eine beson­dere Eleganz, durch Intelli­genz aus­zeichnen. Sie haben all das oben Ge­nannte in sich, aber dazu noch erzählen sie von Resilienz, die Kunst wird ein Mittel der Selbst­behaup­tung, der Ver­teidigung und sie verleihen der Schön­heit der Men­schen einen Glanz, der in der Anklage die Hoffnung auf eine andere Welt bei­behält, so wie sie die Künst­ler*in­nen vor Augen haben.

(Text: Kai Dikhas)