Slowenien verabschiedet umstrittenes Gesetz
November 24th, 2025 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Das slowenische Parlament hat vergangene Woche ein Gesetz verabschiedet, das der Polizei weitreichende Ausnahmebefugnisse in sogenannten „Sicherheitsrisikogebieten“ einräumt – Zonen, die, wie Kritiker befürchten, besonders die Roma-Gemeinschaften betreffen. Damit werde die gesamte Roma-Minderheit als Sicherheitsbedrohung behandelt. Das „Gesetz über Notstandsmaßnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit“, bekannt als „Šutar-Gesetz“, war nach einer Gewalttat in Novo Mesto innerhalb weniger Wochen durchgepeitscht worden. In der südslowenischen Stadt war im Oktober ein 48-jähriger Mann, Aleš Šutar, bei einer Auseinandersetzung vor einem Nachtklub von einem jungen Rom tödlich verletzt worden. Die Tat löste rassistisch aufgeheizte Proteste, Polizeieinsätze in Roma-Siedlungen und den Rücktritt des Justiz- und des Innenministers aus.
Trotz des Boykotts linker Parteien, die das Gesetz als repressiv bezeichneten, wurde es mit breiter Mehrheit verabschiedet. Umfragen zeigen, dass rund 60 Prozent der Bevölkerung das Gesetz befürworten. Menschenrechts- und Roma-Organisationen sowie europäische Institutionen kritisieren das Gesetz jedoch scharf. Die EU-Kommission warnte Slowenien davor, das Gesetz unverhältnismäßig gegen ethnische Minderheiten anzuwenden und EU-Normen zu verletzen.
Im Folgenden geben wir eine Aussendung der Roma Foundation for Europe wieder:
Die slowenische Nationalversammlung hat gestern Abend über das sogenannte „Šutar-Gesetz“ abgestimmt, das das Betreten von Wohnungen ohne richterliche Anordnung, erweiterte Überwachungsbefugnisse und den Einsatz des Militärs bei der inneren Sicherheit ermöglicht. Die Roma Foundation for Europe hat vor der Verabschiedung des sogenannten „Šutar-Gesetzes“ durch die slowenische Nationalversammlung gewarnt.
Mensur Haliti, Vizepräsident der Roma Foundation for Europe, sagte: „Dieses Gesetz macht ganze Stadtviertel zu Sicherheitszonen und ihre Bewohner zu Sicherheitskategorien. Es senkt die politischen Kosten, diejenigen ins Visier zu nehmen, die bereits von einer freien und fairen politischen Teilhabe ausgeschlossen sind, um daraus politischen Gewinn zu erzielen. Slowenien hat etwas getan, was Europa selten zugibt: Es hat ein Gesetz verabschiedet, das eine ganze Minderheit als Sicherheitsrisiko behandelt. Read the rest of this entry »