Archive for März 18th, 2014

Mongo Stojka (1929-2014)

März 18th, 2014  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Mongo und Ceija Stojka bei der Einweihung des Barankaplatzes (Foto: Kulturraum 10 Favoriten)Muschikaschi taj pisimaschi Mongo Stojka mulo

Johann Mongo Stojka idsch andi rat pal dugo nas­va­lipe ando 84 bersch mulo, sar les­keri fa­milja adi phentscha. O dschi­la­schi, gita­risto taj pisi­ma­schi Stojka ando 20. maj 1929 ande Guntramsdorf upro them alo. Ov o lo­ge­ri Auschwitz-Bir­ke­nau, Buchenwald sar Dachau prik dschiv­tscha. Les­ke­ra fami­lja­tar andar o valami 200 dschene tschak schov o murda­ripe prik dschivde.

Tschak tschule prik dschivde — Le Mongo Stojka­sis­kera bara fami­ljiatar tschak ov, schtar phenja, phrala taj leskeri daj o logeri ter dschivde. „Tschak schov dschene mra fami­lja­tar kher ale“, phenel o Stojka butvar. Les­kero terno phral Osi ando Auschwitz mulo, les­kero dad ande Dachau mur­dar­do ulo. Kaj o avre 200 schel leskera fami­ljia­tar taj leskeri baba murdarde ule dschi adi ov meg na dscha­nel. But berscha ov nischta pedar ada so lenca kerdo ulo valaso phu­kav­lahi, pedar o manu­schen­gero hasinipe taj ada horror. Ande leskeri erschti kenva „Papierene Kinder“ kes­dintscha ov pedar pri familija te pisinel.

Barankapark, phendo sar upre leskeri baba Baranka Duach o keripe le Mongo Stojka­sis­keri palgon­do­lipes­keri buti butschol i Hellerwiese, dschi uso tel utscharipe „Belgrader Platz“ phenahi, akan oficijeli „Baranka­park-Hel­ler­wiese“. I Baran­ka, i kamli baba, saves­kero anav o Mongo Stojka use sako koja but kis­ta­vi­peha angle asdel, ando astaripe la NS-atar peli, sar o avre dschene la fami­lja­tar Stoj­ka up­ri Hellerwiese.

(volksgruppen.orf.at)

Mongo Stojka verstorben

März 18th, 2014  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Mongo Stojka (Filmstill aus: "Vergessene Opfer")Musiker und Autor Mongo Stojka ist gestorben

Johann Mongo Stojka ist vorgestern in der Nacht nach ei­ner lan­gen Krank­heit im Alter von 84 Jah­ren gestor­ben, wie die Familie jetzt mit­teilte. Der Sänger, Gitar­rist und Autor Stoj­ka wurde am 20. Mai 1929 in Guntramsdorf ge­bo­ren. Er über­lebte die Kon­zentra­tions­lager Auschwitz-Bir­kenau, Bu­chen­wald so­­wie Dachau.

Nur wenige überlebt — Von Mongo Stojkas Großfamilie haben nur er, vier Ges­chwis­ter und seine Mutter die Kon­zentra­tions­la­ger über­lebt. „Nur sechs Personen meiner Familie kamen zurück nach Hause“, wie­der­hol­te Stojka sehr oft. Sein jüngs­ter Bruder Osi starb in Auschwitz, sein Vater wur­de in Dachau er­mor­det. Wo die ursprüng­lich 200 Familien­mit­glie­der und seine Groß­mut­ter ermor­det wur­den, wusste er bis heute nicht. Jahr­zehn­te­lang schwieg Stojka über seine Ver­gan­gen­heit, über den blan­ken Men­schen­hass und den Horror. Erst in seinem ersten Buch „Papierene Kinder“ be­gann er über seine aus­ge­lösch­te Fami­lie zu schrei­ben.

Barankapark, benannt nach seiner Großmutter Baranka — Durch Mongo Stoj­kas un­er­müd­liche Erinnerungs­arbeit heißt die Hellerwiese in Wien, bis­her Belgrader Platz genannt, nun offi­ziell „Baran­ka­park-Hel­ler­wiese“. Die Baranka, die geliebte Groß­mut­ter, deren Namen Mongo Stojka stets mit viel Bewun­de­rung erwähnte, geriet in die Fänge der Natio­nal­sozia­lis­ten, wie die ande­ren Mit­glieder der Stojka-Fa­mi­lie auf der Hellerwiese. Am 4. Juni 2004 wurde auf der Hel­ler­wiese die neue Erin­ne­rungs­tafel anstelle der von Van­dalen verwüs­teten alten Gedenk­stätte feier­lich ent­hüllt. Für die Errich­tung die­ser Gedenktafel hat sich Mongo Stojka stark ein­ge­setzt. 1999 pflanzte J. Mon­go Stojka zu Eh­ren von Baranka einen Kastanienbaum.

(volksgruppen.orf.at)