Archive for Dezember 7th, 2011

Eva Samer unerwartet verstorben

Dezember 7th, 2011  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Eva SamerEva Samer ist tot. Die Musikerin und Lehrerin ist am vergangenen Samstag völlig unerwartet im Alter von 42 Jahren in Wien gestorben. Die aus einer slowakischen Musikerdynastie stammende Romni war eine virtuose Geigerin und Sängerin. Lange Zeit war Eva Samer Mitglied des Musikensembles ihres Schwagers, der „Hans Samer-Band“. Sie spielte mit Musikgrößen wie Harri Stojka und trat in einigen Inszenierungen von Christian Kolonovits, so auch beim Musical „Coming Home“ auf. Ihren letzten Auftritt absolvierte sie am 27. November 2011 bei der Gala „90 Jahre Burgenland“ in Oberwart. Zuletzt unterrichtete die ausgebildete Musikpädagogin an der Volksschule Dietrichgasse in Wien die Sprachen Romanes und Slowakisch.

Eva Samer muli – „O kham le cilenge glajchi thabol“

I Eva Samer nan buter telal amende. I muschikaschkija taj meschterkija, uboton, 42 berschenca, Betschiste muli. I andar jek slovakitiki muschikakeri familija ari ali Romni, barikani hegedujaschkija taj dschilaschkija sina. Dugi cajti i Eva Samer ande pre schogoreskeri „Hans Samer-Band“ sina. Bare muschikaschenca, afka sar le Harri Stojkaha cidlahi taj te ando keriptscha le Christian Kolonovitsistar, afka sar uso musical „Coming Home“ use li sina. Lejctivar ando 27. novemberi uso mulatintschago „90 berscha Burgenland“ Erbate te dikel li sina. I arsiklimi muschikakeri pedagogkija, Betschiste andi flogoskeri ischkola Dietrichsteingasse, i romani taj i slovakitiki tschib sikavlahi.

Ungarn: Rassismus als Konsens?

Dezember 7th, 2011  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Rechtsruck und Antiziganismus in Ungarn (Foto: HatM/flickr)Laut einer neuen Studie des in Budapest ansässigen Meinungsforschungsinstituts „Political Capital“ hat sich die Zustimmung zu rechtsextremen Positionen in Ungarn innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt: Der Anteil der zustimmenden Antworten stieg von 10% im Jahr 2002 auf 21% im Jahr 2009 – ein im internationalen Vergleich einmalig hoher Wert. Beim international erhobenen „Radikalismus-Index“, der 33 Länder umfasst, nimmt Ungarn daher den fünften Platz ein. Aktuellen Umfragen zufolge käme die neonazistische Parlamentspartei Jobbik derzeit bereits auf über 20% der abgegebenen Stimmen. „Antisemitismus ist dabei stark auf dem Vormarsch, regelrecht verankert ist jedoch der Antiziganismus, dem auch der ,weltoffene‘ Teil der Gesellschaft erlegen ist“, schreibt dazu Hannah Hecker im „Pester Lloyd“:

(…) Schockierend, aber nicht unerwartet, ist, dass unter Jobbik-Anhängern 79% der Aussage zustimmen, dass Kriminalität bei Roma genetisch bedingt sei und diese daher zwangsläufig notorisch ist. (…) Was die gesellschaftliche Verbreitung von Rassismus deutlicher macht, sind jedoch die Positionen der Anhänger der anderen Parteien. Auch bei den „Sozialisten“, also den Anhängern der MSZP, und den Fidesz-Anhängern stimmen mit 61 und 60% Zustimmung mehr als die Hälfte dieser Aussage zu . Die niedrigste Zustimmung gibt es immerhin bei der grün-liberalen LMP-Partei, die wegen fehlender Abgrenzung ihrer Führungsfigur gegenüber Jobbik-„Kollegen“ immer mal wieder in die Kritik geraten ist. Doch für eine grün-liberale Partei, deren Anhänger eigentlich durch Weltoffenheit und ein Mindestmaß an humanistischer Grundbildung auffallen sollten, sind Zustimmungswerte zu rassistischen Aussagen von 49% eigentlich kein Grund, sich über den Titel der Partei mit den am wenigsten rassistischen Anhängern zu freuen. (…) Auch dass hier „nur“ 35% ihren Kindern verbieten würden, mit Romakindern in Kontakt zu sein, ist ein Wert, der zeigt wie tief gesellschaftlicher Rassismus auch bei sich sonst als aufgeklärt und liberal gebenden Ungarn verankert ist. (…)

Lesen Sie bitte den hier nur in einem Auszug wiedergegebenen Artikel in voller Länge im „Pester Lloyd“.