Einrichtungen

Facts & Figures (532)

Oktober 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

2001 ging in Budapest der ers­te Ro­ma-Ra­dio­sen­der Un­garns auf Sen­dung. Das le­gen­där ge­wor­de­ne „Radio C“ bestand zehn Jahre lang.

(Quelle/pdf)

Die Kriminalpolizei im „Dritten Reich“

September 8th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

StegererEberhard Stegerer: Die Kriminalpolizei im „Dritten Reich“: Dr. Bern­hard Weh­ner – ein poli­tisch un­ab­hän­gi­ger Ex­perte des Reichs­kri­minal­polizei­amtes? Pub­li­ka­tio­nen im Kon­text der Nach­kriegs­nar­ra­tive und -kon­ti­nu­i­täten in der Kriminal­polizei der Bun­des­­repub­lik Deutsch­land, Cvil­lier Ver­lag: Göt­tin­gen 2023 (348 S.)

Die Verbrechensbekämpfung gehörte nicht zu den zentralen Politik­feldern des national­sozialis­ti­schen Re­gimes, trotz­dem zählte die Kriminal­polizei „zum Kern und Macht­zentrum“ dieses völki­schen Maß­nahmen­staates. Die Kontrolle der Krimi­nalität und die Ver­fol­gung von so­ge­nann­ten ‚Berufs­ver­brechern‘ und sozialen Rand­gruppen waren wesent­liche Ele­mente natio­nal­sozialis­ti­scher Gesell­schafts­politik. Eine von Himmler 1937 zentra­li­sierte, im Reichs­kriminal­polizei­amt (RKPA) ver­reich­lichte und 1939 in das Reichs­sicherheits­haupt­amt (RSHA) in­tegrierte Kriminal­polizei wurde ein wirkungs­volles Werk­zeug des NS-Staates und voll­zog Maß­nahmen zur ,Vor­beu­genden Ver­brechens­be­kämpfung‘ zum Schutz der national­sozialis­tischen ‚Volks­gemeinschaft‘, vor allem auch zum Schutz ihrer ver­meintli­chen biolo­gischen Substanz. In diesem Rahmen wurden sowohl im Deutschen Reich als auch in den von der Deutschen Wehrmacht okku­pierten Gebieten rund 110.000 Men­schen von der Kriminal­polizei als ‚Ver­brecher‘ oder ‚Asoziale‘ in Kon­zentra­tions­lager deportiert, wo meh­rere Zehn­tausend den Tod fanden. Zudem ver­schleppte die Kriminal­polizei weit über 40.000 Sinti und Roma, die fast alle in der Folge umkamen. Die Deporta­tionen wären ohne die Kriminal­polizei nicht möglich gewesen, sie wurde damit auch in den Einsatz­gruppen der Ge­heimen Staats­polizei (Gestapo) und des Sicher­heits­dienstes (SD) zum Voll­strecker der national­sozialis­tischen Ver­nichtungs­politik. Read the rest of this entry »

Pressemonitoring: Newsletter des Zentralrats

August 27th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Neues Presse- und Politikmonitoring zu Sinti und Roma: Wöchent­licher News­let­ter des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma Neues Presse- und Politikmonitoring zu Sinti und Roma: Wö­chent­licher News­let­ter des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma

Seit April 2024 setzt der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ein sys­tema­tisches Presse- und Politik­mo­nito­ring-Pro­jekt um. Ge­fördert wird dieses vom Be­auf­tragten der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma. Ziel ist, durch dieses Monitoring Selbst­organi­sationen, zivil­ge­sell­schaft­liche Organi­sationen, wissen­schaftliche Ein­richtungen und mit der Thematik befasste Institu­tionen wöchent­lich über aktuelle Ent­wicklun­gen in Politik und Gesellschaft und über rele­vante Inhalte in der Medien­bericht­er­stat­tung zu infor­mieren. Daher stellt der Zentralrat einen wöchent­lichen Newsletter per E-Mail zur Verfügung. Dieser enthält eine Sammlung rele­vanter Bericht­erstattung sowie politischer Vorgänge zu Themen der Minder­heit der Sinti* und Roma* sowie dem Themen­bereich Anti­­ziganismus.

Sie können sich hier für den Newsletter an­melden.

(Text: Zentralrat)

Kulturverein: „Gleiche unter Gleichen“

Juli 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Buchpräsentation des Kulturvereins am 16. Dezember 2023, v. li .nach re.: Vereinsobmann Christian Klippl, Intendant Wolfgang Böck, Historiker Gerhard Baumgartner, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (Foto: Kulturverein österreichischer Roma)Kulturverein österreichischer Roma (Hg.): GLEICHE UNTER GLEICHEN. Der Weg der po­liti­schen und sozialen An­er­ken­nung der ös­ter­rei­chi­schen Roma als Volks­grup­pe 1993, Wien 2023, 208 Sei­ten (Deutsch/Eng­lisch)

Am 16. Dezember 1993 wurden die Roma als sechste österrei­chische Volks­gruppe vom Haupt­aus­schuss des Natio­nal­rates ein­stim­mig an­er­kannt. 17 Jahre nach nach der Ver­laut­ba­rung des öster­rei­chi­schen Volks­grup­pen­ge­setzes von 1976 waren die öster­reichis­chen Roma nun endlich den anderen öster­reichi­schen Volks­gruppen gleich­gestellt. Ein histo­rischer Tag für die Roma.

Im Dezember 2023 feierte die Volksgruppe daher 30 Jahre Volks­gruppen­an­erken­nung. Aus diesem Anlass wurde vom Kulturverein öster­reichi­scher Roma eine Publi­kation (Deutsch/Englisch) erstellt, die die Hinter­gründe sowie die ein­zelnen Stadien jenes Pro­zesses zeichnet, der 1993 schließ­lich zur An­erkennung der Roma als sechste österrei­chische Volks­gruppe führte. Zur An­erkennung musste die Gruppe aber auch über ein ge­wisses Maß an Orga­nisation verfügen, denn ohne Ver­tretungs­organi­satio­nen hatte die Bundes­regierung keinen konkreten An­sprech­partner hin­sichtlich der An­ge­legen­heiten der Roma und Sinti. Mit der Gründung der Roma­vereine in Oberwart im Jahr 1989 und in Wien im Jahr 1991 wurde diese Hürde be­seitigt.

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dROMa: 20-berschengero jubilejum

Juli 16th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, dROMa (Magazin)

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
20.5.2024 |
(Palal te schunel)

dROMa: Josef Schmidt | Prikbeschaschi taj kordinatori (kipo: volksgruppen.ORF.at)

I Roma-redakcijona le ORF-istar Burgenland jek nevi serija kerel. „Romen­ge­re-pap­ru­schen­gere ne­vip­tscha andi Austri­ja“ butschol o anav le seri­ja­kere redostar, kaj o cile Ro­men­ge­re-pap­ru­schen­gere ne­vip­tscha, save an­­di Austri­ja del, angle ter­dschar­de on. Ersch­tivar, ama­ro re­por­teri Adi Gussak, o pap­ru­schen­gero nevipe dROMa le faraj­nistar Roma-Service eknaj feder aun pes­ke dikel.

O erschti Romengero-papuruschengero nevipe ando Burgenland angle valami 30 berscha dija: Romani Patrin o anav le papru­schen­gere nevi­pestar sina, savo le agune faraj­nistar Roma le beschi­peha andi Erba, ar dim ulo. O adiveses­kero schero le farajnistar Roma-Service, Emmerich Gärt­ner-Hor­vath, imar ande oja cajt uso keripe le medi­jumistar use sina. Le keripeha le farajnistar Roma-Service ando bersch 2004 te o papru­schen­gero nevipe dROMa kerdo ulo, savo ada bersch leskero 20-ber­schen­gero jubilejum mula­tinel. „Amaro pap­ru­schen­gero nevipe ande duj tschib­tscha ar dim ol – andi nimtschki taj ando Bur­gen­land-Romani. Ada use te ledschel, hot Roma ande lengeri tschib informaciji pedar lengeri flogoskeri grupn te uschtiden taj te o gadsche pumen temat­schen­ca andar i flogos­keri grupn donde schaj be­scharen“, afka o Emmerich Gärt­ner-Horvath.

O papruschengero nevipe dROMa saki triti masek ari al taj pedar i kultura, historija taj pedar ak­tujeli te­matscha la flogos­kera grupnatar le Romendar andi Austrija taj dur pedar o granici ari, phukal. Afka le genasch­tschen te o schajipe hi, buteder pedar i situacija le Romendar ande avre euro­pitike vilagi te schunel. O alav „drom“, „Weg“ bu­tschol taj „ROM“ upri flogos­keri grupn te sikal, savake o medijum terdschol. Taj o pap­ruschen­gero nevipe uso siklipe, upre­like­ripe taj uso ent­viklinipe la tschib­tschatar Burgen­land-Ro­mani use ledschel, phenel o Emmerich Gärt­ner-Horvath.

O dschene la redakcijonatar hi o scheroskero redakteri Roman Urbaner, o lay­outeri Franz-Josef Schimpl, o faraj­nis­kero schero Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath taj o Josef Schmidt, savo o kordi­natori taj o prik­be­schaschi hi taj savo imar sajt o erschti ardipe le pap­ruschen­gere nevi­pestar ando bersch 2004 andi „dROMa“-re­dak­ci­jona butschalinel. Read the rest of this entry »

Jahresrückblick „Newess 2023“ erschienen

Juli 3rd, 2024  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Medien & Presse

Newess 2023Deutschland: Das vom Dokumentations- und Kul­turzentrum gemein­sam mit dem Zentralrat heraus­ge­gebene Magazin „Newess“ erscheint im jährli­chen Rhythmus. Der „Newess 2023“ (was auf Ro­ma­nes „Neuig­keiten“ be­deutet) infor­miert in der Form eines Jahres­rückblicks über die Arbeits­schwer­­punkte beider Insti­tu­tionen.

→Download Newess 2023 (PDF)

Schwerpunkt des „Newess 2023“ ist der Neubau des Dokumen­tations- und Kultur­zentrums sowie die Neu­konzep­tio­nie­rung und Erweiterung unserer Dauer­aus­stellung. Als am 16. März 1997 das Do­ku­­men­ta­tions- und Kultur­zentrum in Heidelberg eröffnet wurde, war dies ein stolzer Moment für die gesamte Minder­heit. Bis heute ist die Dauer­aus­stellung über den national­sozialis­tischen Holocaust an 500.000 Sinti und Roma im NS-be­setzten Europa in ihrem Umfang einzig­artig und trägt auf mehr als 700 Quadrat­metern Ausstellungs­fläche zur historischen Bewusst­seins­bildung über dieses Mensch­heits­verbrechen bei.

In Zukunft werden die 600-jährige Geschichte der Sinti und Roma in Europa und ihre Beiträge zur Kultur­geschichte ihrer Heima­tländer stärker im Fokus stehen. Der Schwer­punkt be­leuchtet die Neubau­pläne, von der architek­to­nischen Planung durch ein renom­miertes Stuttgarter Büro über die Elemente der neuen Dauer­ausstellung bis zum Aufbau einer Samm­lung von Objekten und Zeug­nissen, die die Geschichte unserer Min­der­heit erzählen.

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Paloplaneskero siklipe ando farajn Roma-Service

Juni 21st, 2024  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 20.6.2024 | 5:32 min

Nachmittagslernbetreuung des Vereins Roma-Ser­vice – Pa­lop­la­nes­kero sik­lipe ando fa­rajn Ro­ma-Ser­vice

Imar poar berscha kerel o farajn Roma-Service le Romane tschavenge jek paloplaneskero siklipe. Anglo­plane vake­rip­tscha le mesch­te­renca, dajenca taj dadenca taj la isch­kolaha kerde on, kaj le tscha­venge schaj feder pomo­schim ol. Angloplane sikli­peskere koji, sar butjakere patra, probalini­peskere testscha taj probalini­peskere ischko­lakere butja kisetim on. Ande ada ischkolakero bersch 29 tscha­venge pomoschim ulo. Telende sina 15 tschave andar i flogos­keri ischkola, 12 tschave andar i nevi masch­karutni ischkola taj duj terne andar utschi ischkola. Duach i buti le mesch­terendar andar o farajn Roma-Service schaj ando lejcti bersch latsche sikli­peskere barika­niptscha jerinde ule taj niko le ischko­lasch­tschendar beschte atschino. Poar lendar meg feder ule.

Seit einigen Jahren bittet der Verein Roma-Service für die Roma-Kinder eine Nach­mittags­lern­betreu­ung an. Am Vor­mittag werden Gespräche mit Päda­go­ginnen und Päda­gogen, Eltern und Schulen, um noch besser auf die jewei­li­gen Kinder ein­gehen zu können und um jedem Kind dort Unter­stützung zu bieten, wo es am meisten benötigt wird, geführt. Unter anderem nutzen die Lern­betreuer den Vormittag, um Vor­berei­tun­gen für den Nach­mittag zu er­arbeiten. Dazu gehören Arbeits­blätter zur Förderung von gewissen Fächern, indivi­duell an die Kinder und deren Lern­schwächen angepasst sowie das Erarbeiten von Probe-Tests, Probe-Schul­ar­be­iten und Lern­ziel­kontrollen. Im lau­fenden Schuljahr wurden 29 Kinder betreut. Davon sind 15 Kinder in der Volkschule, 12 Kinder in der Neuen Mittel­schule und zwei Jugend­liche in Höheren Schulen. Read the rest of this entry »

Forschungsvorhaben in Schleswig-Holstein

Juni 3rd, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Forschungsprojekt in Deutschland: Die Flensburger Sinti-Familie Weiß wurde 1940 deportiert (Bild: Museum Flensburg) Europa-Universität Flensburg: Die For­schungs­stelle für re­gio­na­le Zeit­geschichte und Public History er­forscht grund­ständig die Geschichte der Sinti und Roma im Na­tio­­nal­so­zia­lis­mus und in der Nach­kriegs­zeit.

Laufzeit: 1.12.2023 bis 30.11.2025

Im Januar 2022 hat der Schleswig-Holsteinische Landtag ein­stimmig be­schlossen, die Geschichte der Sinti und Roma in Schles­wig-Hol­stein, ins­beson­dere zu Ver­folgung und Ver­treibung im National­sozialis­mus, auf­zu­arbeiten. Im Dezem­ber 2023 ist der Start­schuss für die wissen­schaftliche Unter­suchung des Themas durch die For­schungs­stelle für regio­nale Zeit­geschichte und Public History der Euro­pa-Uni­ver­sität Flensburg ge­fallen.

Forschungsstelle

Den Zuschlag für das Projekt hatte die Forschungsstelle im Oktober 2023 er­halten. Gegen­stand des For­schungs­pro­jekts ist die Ge­schichte der Sinti und Roma in Schles­wig-Hol­stein im 20. Jahr­hundert, mit dem Schwer­punkt auf der NS-Zeit und deren Bewäl­tigung nach 1945. Der Fokus des Projekts liege nach Auskunft der For­schungs­stelle auf der Er­schlie­ßung aller Ent­schädi­gungs- und Wieder­gut­machungs­ver­fahren, die in Schles­wig-Hol­stein im Hinblick auf Sinti und Roma geführt wurden. Weitere Arbeits­felder des Projektes seien die Durch­führung von narra­tiven Interviews mit Nach­kommen der Überlebenden, die Erstellung einer Auf­listung regionaler Über­lieferun­gen in Schles­wig-Holstein und die Durchführung einer exempla­ri­schen Zeitung­sanalyse, um ins­beson­dere die Kon­tinui­täten des Anti­ziganismus zu analy­sieren.

Abschlussbericht für November 2025 erwartet

Projektleiter ist der Direktor der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History, Prof. Dr. Marc Buggeln. Am Projekt wirken darüber hinaus die wissen­schaft­lichen Mit­arbeiter Dr. Sebastian Lotto-Kusche und Melanie Richter-Oertel sowie studen­tische Hilfs­kräfte mit. Die For­schungs­stelle wird bis zum 31. Oktober 2024 einen Zwischen­bericht fertigen. Der Abschluss­bericht soll dann bis zum 30. November 2025 vorliegen. Die For­schungs­stelle untersucht und ver­mittelt seit Jahr­zehnten die Geschichte des National­sozialis­mus und dessen Nach­geschichte in der Region. Read the rest of this entry »

Digitale Ausstellung „Ružake gila“

Mai 26th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Projekt und digitale Ausstellung „Ružake gila“ macht musikalischen Nachlass der Sängerin und Romni Ruža Nikolić-Lakatos (1945-2022) für breite Öffentlichkeit zugänglichDie digitale Ausstellung „Ružake gila“ macht den mu­si­ka­li­schen Nach­lass der Sän­ge­rin und Romni Ruža Ni­ko­lić-La­ka­tos (1945–2022) zu­gäng­lich. Ein Pro­jekt des MMRC – Music and Mi­no­ri­ties Re­search Center in Wien.

Ruža Nikolić-Lakatos (1945–2022) war eine heraus­ragende Per­sön­lich­keit in der Welt der Roma-Musik in Österreich und wurde ab den 1990er-Jah­ren als Ver­trete­rin der Lovara-Lieder öf­fent­lich be­kannt. Als Bot­schafterin ihres Volkes trug sie in Öster­reich maß­geblich zur Ver­breitung der Musik­tradition und zur An­erken­nung der Roma/Rom­nja als Volks­gruppe bei. Bis kurz vor ihrem Tod trat Ruža Niko­lić-La­katos, deren Vor­name ‘Rose’ be­deutet, regel­mäßig mit ihrer Familie, The Gypsy Family, in ganz Öster­reich und im Ausland auf.

Ružake gila widmet sich dem musikalischen Nachlass von Ruža Nikolić-La­katos. Durch­geführt vom MMRC (Music and Minorities Research Center)> der Univer­sität für Musik und dar­stellende Kunst Wien leistet das Projekt damit einen Beitrag zur Sicht­bar­machung und Zu­gänglich­keit der Roma-Musik in Österreich. Die digitale Aus­stellung gibt einer außer­ge­wöhnli­chen Sängerin eine Plattform und er­möglicht ein Weiter­leben und -geben ihrer Lieder.

Die Projektleiterin, Ethnomusikologin und Gründerin des MMRC, Ursula Hemetek, be­gleitete und doku­mentierte die künstle­rische Ent­wicklung von Ruža Niko­lić-La­katos mehr als drei Jahr­zehnte lang. Dadurch ent­stand eine tiefe Ver­bunden­heit mit der Familie der Sängerin. Einige Lieder der über 100 Stunden dau­ernden Ton­aufnahmen, die an der Universität ar­chiviert sind, publizierte Ursula Hemetek als Tonträger. Das trug wesent­lich zur Bekannt­machung der Lovara-Lieder und der Person Ruža Niko­lić-La­katos unter den gaže, Nicht-Roma, bei. Zusätz­lich zu den Aufnahmen von Ursula Hemetek stellt die Sammlung Heinschink, die im Phono­gramm­archiv der Öster­reichi­schen Akademie der Wissen­schaften archiviert ist, einen Schatz an Ton­aufnahmen der Lovara-Lieder seit den 1960ern dar, die groß­teils noch nicht ver­öffent­licht wurden.

Ziel der Ausstellung Ružake gila ist es, die Musik von Ruža Nikolić-La­katos der breiten Öffent­lichkeit zur Ver­fügung zu stellen. Die Liedtexte, Über­setzungen, musikalischen Transkrip­tionen und erklä­renden Texte zu den Liedern unter­stützen dabei den Verstehensprozess. Read the rest of this entry »

CEU: Jubiläums-Roma-Konferenz in Wien

Mai 2nd, 2024  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

CEU-Konferenz 2024 in WienCEU begeht 20-jähriges Jubiläum ihrer Stu­di­en-Zu­gangs­program­me für Roma und Rom­nija im Mai mit einer Kon­fe­renz in Wien

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens ihrer „Roma Access Programme“ kün­digt das „Romani Studies Program“ der Central European Uni­ver­sity (CEU) die Kon­ferenz „Challen­ging the Re­pro­duction of In­equa­lity Through Higher Edu­cation: Criti­cal Approa­ches in Romani Studies and Beyond“ an. Die Kon­ferenz findet am 16. und 17. Mai 2024 in Wien am Cam­pus der CEU statt und wird zu­sätzlich ge­streamt. Ver­anstal­tungs­sprache ist Englisch. Für weitere Infor­matio­nen sowie die Mög­lich­keit zur Registrie­rung folgen Sie bitte diesem Link.

Die Veranstaltung, die gemeinsam mit dem Roma-Pro­gramm des „FXB Center for Health and Human Rights“ der Harvard Univer­sity (USA), den „Critical Romani Studies“ der Sodertorn Uni­ver­sity (Schweden) und dem „Yehuda Elkana Center for Teaching, Learning, and Higher Education Research” der CEU (Österreich) or­gani­siert wird, soll eine kritische Dis­kussion über Pro­gramme zur Förderung des Bildungs­zu­gangs von An­ge­höri­gen unter­drückter Gruppen er­mög­lichen.

In den meisten europäischen Ländern erhalten Roma-Studierende eine segre­gierte und qua­­litativ minder­wertige Bildung, die sie ent­weder davon abhält, weitere Studien zu absol­vieren, oder sie zu qualitativ minder­wertigen Studien- und Berufs­wahl­möglich­keiten führt – und damit ihre Aus­grenzung von der sozialen, wirt­schaftlichen und politi­schen Teilhabe fort­setzt“, sagte die Vor­sitzende und akade­mische Leiterin des „Romani Studies Program der CEU“, Angela Kocze, die bereits Hun­derte von Roma-Stu­die­ren­den unter­stützt hat, ihre akade­mischen und beruflichen Ziele zu er­reichen. Read the rest of this entry »

Tschechien: Gedenkstätte in Lety eröffnet

April 25th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Erinnerungsort Lety (Foto: Tschechischer Rundfunk)Langer Weg zu würdigem Erinnerungs­ort: Gedenk­stätte für er­mor­dete Roma und Sinti in Lety er­öffnet

→Beitrag anhören (mp3)

Radio Prague Int.: Der Weg zu dieser Gedenkstätte war lang und für die Über­leben­den und Nach­kommen teils leidvoll: Am Diens­tag ist im süd­böhmi­schen Lety der Erinne­rungs­ort an den Völkermord an den tsche­chischen Roma und Sinti ein­geweiht worden. In Lety stand während des Zweiten Weltkriegs ein Kon­zentrations­lager für Roma und Sinti. Es war Teil der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Ver­nichtungs­politik. Dass die tsche­chi­schen Roma und Sinti syste­matisch ermordet wurden, daran wurde zu kommunis­ti­schen Zeiten nicht erinnert. Und noch schlim­mer: Ab den 1970er Jahren befand sich am Ort des frühe­ren KZ eine Schweine­mast­farm.

[…] Lety war eines von zwei Konzentrationslagern für Roma und Sinti auf dem Boden des dama­ligen „Protek­torats Böhmen und Mähren“. Das andere befand sich in Hodonín u Kunštátu in Süd­mähren. Das KZ in Lety wurde bereits 1940 als Arbeits­lager ein­ge­richtet und stand wie das spätere Lager in Hodonín unter Leitung der tschechi­schen Gendar­merie. Obwohl beide Ein­richtungen maximal für mehrere Hundert Men­schen Platz boten, wurden hier über 1.300 Roma und Sinti ein­ge­pfercht. 330 von ihnen starben an den un­menschli­chen Be­dingun­gen, weitere 500 wurden ins Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau depor­tiert und dort ermordet.

Von den insgesamt 6.500 tschechischen Roma und Sinti überlebten nur etwa zehn Prozent die Zeit des National­sozialis­mus. Read the rest of this entry »

Jahrestagung des Forum4Burgenland

März 23rd, 2024  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 22.3.2024 | 7:20 min

Durchgängiges Lernen der Volksgruppensprachen – Flogos­ke­re grup­nen­gere tschib­tscha min­dig te siklol

O Forum schtar Burgenland uso talalinipe Sikadipe schtar Burgen­land but tschib­tschen­gero vakeripe Tikne Martonate akartscha. Ando fokos le talali­ni­pestar terdschol ada bersch i tema le flogos­kere tschib­tschendar ando sikadipe ando Burgenland – usar i tscha­vengeri bar dschi usi matura. O talali­nipe kesdinel jeke pilot­projek­tiha la badar­kijatar Andrea Bicsar pedar „Natürlich mehrsprachig“ andi koja elementar­pedagogik. Paloda o nevo sikadipeskero projekto „mi4mi“la Karin Gregorichatar, Susanne Huber taj Elena Steiger angle­tertschar­do ulo. Jek inter­aktivi materi­jalen­gero workshop le khero­da­schenge angle tertschardo ulo. O ar kertscha le ada­bersches­kere talali­ni­pestar „Csörge“ le burgen­landi­tike ungrike kulta­rekere faraj­nistar, i flogos­keri kheli­peskeri grupn taj i Tamburizza le duj tschib­tschen­gere gim­nasiju­mistar Erba, telal o schero le magis­ter­kijen­dar Marianne Seper taj Stefanie Karall.

Das Forum4Burgenland ist ein Bildungsforum der Privaten Päda­go­gi­schen Hochschule Bur­gen­land (PPH Burgenland), der Bildungs­direk­tion Burgenland und der burgen­län­di­schen Volks­gruppen der Burgen­land­kroaten, Roma und Ungarn. Es wurde 2019 mit dem Ziel ge­gründet, die Volks­gruppen­sprachen in der öffent­lichen Wahr­nehmung sicht­barer zu machen, sie im Bildungs­bereich zu stärken bzw. die bereits be­ste­hende Zu­sammen­arbeit zu vertiefen und zu insti­tutio­na­li­sieren. Dabei werden Synergien u.a. für die Er­stellung von Schulbüchern, Unter­richts­behelfen und gemein­samen Publika­tionen sowie deren Evaluie­rungen in Forschungs­pro­jekten genutzt. Ebenso werden die Nutzung von Förderungen für ge­mein­same Projekte sowie die Ko­operation bei öffent­lichen Ver­anstaltun­gen inten­siviert. Bezug­nehmend auf die vier Sprachen des Burgen­landes wurde der Name „Forum4­Bur­gen­land“ für das Forum gewählt. Die Jahres­tagung 2024 fand am 21. März in Eisenstadt statt.

Bereits am 16. März 2024 lud die Private Pädagogische Hochschule Burgenland alle In­teres­sierten ein, sich über ihre Lehramts­studien zu infor­mieren. Die Be­su­cher:in­nen hatten die Gelegen­heit, sich aus erster Hand über Lehramts­studien, Anmelde­modali­täten und Berufs­möglich­keiten zu er­kundigen. Read the rest of this entry »

ZARA veröffentlicht Rassismus-Bericht 2023

März 21st, 2024  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

ZARA-Rassismus-Report 2023Der Verein ZARA – Zivilcourage und Anti-Ras­sis­mus-Ar­beit ver­öf­fent­licht sein­en Rassis­mus-Re­port für das Jahr 2023 (→Down­load). Die darin ent­hal­te­nen Zahlen wei­sen einen An­stieg des Bedarfs an inten­si­ver Be­ra­tung bei Be­trof­fenen von Rassis­mus auf. Die Lösung für die darunter­lie­gende struk­tu­rel­le Proble­ma­tik ist ein ganz­heit­li­cher Natio­naler Ak­tions­plan gegen Rassis­mus.

Rassismus in Österreich

ZARA dokumentierte für das Jahr 2023 insgesamt 1.302 Meldungen von Rassismus mit einem immer noch alar­mierend hohen Anteil an Online-Fällen (58 %). Die Fall­meldun­gen reichen von rassisti­scher Polizeigewalt bis hin zu Dis­kriminie­rung im Bildungs­system, unter­streichen die Not­wendig­keit struktu­reller Ver­änderungen und betonen, dass Rassismus nicht nur ein indivi­duelles, sondern ein gesell­schaft­liches Problem darstellt. Das erklärt, warum nicht die Rassismus-Mel­dun­gen an ZARA jährlich steigen, sondern der Bedarf an intensiver Beratung. Ins­gesamt haben ZARA-Be­rater*in­nen 1708-mal Be­trof­fene beraten. Indivi­duelle Beratun­gen via E-Mail (52 %) und Telefon (37 %) sind be­sonders beliebt – gefolgt von per­sönlichen Beratungen und Be­gleitun­gen (8 %). Ins­gesamt setzte ZARA daraufhin 702-mal rechtliche Maßnahmen und andere Inter­ven­tionen. ZARA-Ge­schäfts­füh­rerin Rita Isiba hebt hervor: „Um die Politik für einen anti­rassisti­schen Wandel zur Ver­antwortung zu ziehen, müssen wir zunächst den syste­mischen Charakter des Rassismus und die Art und Weise, wie es jeden Aspekt unserer Gesell­schaft durch­dringt, er­kennen.“

Ein Aufruf zum Handeln

Deshalb setzt sich ZARA seit Jahren für die Umsetzung eines Nationalen Aktionsplans gegen Rassismus (NAP) ein und hat in diesem Sinne unter­schied­liche An­strengun­gen unterstützt, die dies ein­forderten. Der NAP zielt darauf ab, die Sicherheit und Unter­stützung für Betroffene zu ge­währ­leisten, Gleich­behand­lung und Gerechtigkeit zu fördern, Teilhabe und Re­präsen­ta­tion zu er­möglichen, und ein umfas­sendes Verständnis für die Aus­wirkungen von Rassismus zu schaffen. Read the rest of this entry »

Katholische Roma-Seelsorge in Deutschland

März 16th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Religion

Marienaltar bei der Sinti-Wallfahrt in Oberlöstern (Saarland). Die Wallfahrt wird seit 1996 jährlich von der Sintiza Maria Hoffmann (re.) organisiert (Foto Ulrike Peters, Deutsche Bischofskonferenz) . Deutschland: Katholische Seelsorge für Roma, Sinti und verwandte Gruppen

→Geschichte, Aufgaben und Tätigkeitsfelder (PDF)

Die „Katholische Seelsorge für Roma, Sinti und verwandte Gruppen“ im Auftrag der Deutschen Bischofs­konfe­renz mit einer eige­nen Dienststelle in Bonn ist seit 1965 deutsch­land­weit für die Organi­sa­tion der Seelsorge der Roma, Sinti und ver­wandten Gruppen und der sich daraus er­geben­den Aufgaben zu­ständig.

Initiiert wurde die Gründung der Dienststelle 1965 durch das Treffen von Papst Paul VI. mit Roma wäh­rend einer Roma-Wall­fahrt im selben Jahr und seinen Appell einer beson­deren Fürsorge für die Roma. 1955 fand die erste Sinti-Wallfahrt in Deutsch­land in Illingen statt, die [...] von dem späteren ersten Na­tional­seel­sorger Arnold Fortuin begleitet wurde.

Die „Katholische Seelsorge für Roma, Sinti und verwandte Grup­pen“ nimmt die Kultur und Werte von Roma und Sinti in den Blick. Dabei ver­steht sie sich als „Kirche unter­wegs“ bzw. „Geh-hin-Kirche“, welche mit­geht und die Men­schen dort begleitet, wo zumin­dest auf Zeit ihr Lebens­mittel­punkt ist. Das be­deutet in der Praxis vor allem die Beglei­tung der Wallfahrten sowie Taufen, Erst­kommunion und Beerdigungen. Aufgabe sind aber ebenso die Wissens­ver­mittlung und Aufklärung über Kultur, Geschichte sowie vor allem über die Verfolgung in natio­nal­sozialis­ti­scher Zeit und Antiziganismus mit Vorträgen und einer Ausstellung, um so Dis­krimi­nierung und Vor­urteilen in der Gesell­schaft ent­gegen­zu­wirken. Auch die Teilnahme am gesell­schaft­lich-po­li­ti­schen Diskurs wie z. B. Gedenk­ver­anstal­tungen gehören zum Tätigkeits­feld. Read the rest of this entry »

SozialMarie: Roma-Projekte 2020 bis 2023

März 9th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen

SozialMarie: Preis für vorbildhafte ProjekteSozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. In den letz­ten Wo­chen stel­l­ten wir Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor. Hier noch einmal ein Über­blick über die nomi­nier­ten bzw. prä­mierten Roma-Pro­jekte aus den Jah­ren 2020 bis 2023:

„Community Roma Doula Service“ (Ungarn)

„Career Path“ (Ungarn)

„Invisible Study Hall“ (Ungarn)

„Childhood to Children“ (Slowakei)

„Inclusive Kindergartens“ (Ungarn)

„Museum of Personal Stories“ (Kroatien)

„Projekt DOM.ov“ (Slowakei)

„Schritt für Schritt“ (Slowakei)

„From Us to You Extra“ (Ungarn/Slowakei)

„EduBox“ (Slowakei)

„Banyaerdő – Social Enterprise“ (Ungarn)


„Banyaerdő – Social Enterprise“ (Ungarn)

Februar 22nd, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Frauenrechte

2020 nominiert: das ungarische Projekt Banyaerdő (Foto: Banyaerdő)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das Beschäftigungspro­jekt „Banyaerdő“ stellt Pro­dukte aus den natür­­li­chen Res­sour­­cen des länd­­lichen Dencsháza in Ungarn her. Damit wird insbesondere Roma-Frauen ohne Zu­gang zum Arbeits­markt ein Ein­kommen zu fairen Löhnen er­mög­licht. Das Pro­jekt war für die SozialMarie 2020 nominiert.

Projektträger: Udvarom Szociális Szövetkezet

Herausforderung: Frauen in Dencsháza (Süd­un­garn) sind aufgrund begrenzter Berufs­aus­bildungs- und Bildungs­mög­lich­keiten vom ersten Arbeits­markt aus­ge­schlos­sen. In margi­nali­sierten Dörfern und länd­lichen Gemein­den gibt es nur sehr wenige Be­schäf­tigungs­mög­lich­keiten außer­halb des natio­nalen öffent­lichen Arbeits­programms. Auch die lokalen Unter­nehmen haben nur begrenzt Zugang zum Markt außer­halb ihrer Dörfer und Regionen.

Idee: Banyaerdő verbindet lokales Fachwissen, um Produkte aus den natür­lichen Ressour­cen des länd­lichen Dencsháza her­zu­stellen und auf städtischen Märkten zu ver­kaufen. Wir arbeiten im Einklang mit der Gemein­schaft und den natürlichen Res­sourcen des Land­kreises Baranya. Unsere Produkte werden in den Wäldern und auf den Feldern des Dorfes her­ge­stellt und ge­sammelt. Unser Geschäfts­modell gewähr­leistet faire Löhne und eine gleich­berech­tigte Partner­schaft zwi­schen den Akteu­ren der Ge­meinde.

Akteur*innen: Die Zielgruppe des Projekts sind sozial marginali­sierte Com­munitys, ins­beson­dere Roma-Frauen. Banyaerdő arbeitet seit vielen Jahren mit dieser Gemein­schaft im Rahmen von örtlichen Com­muni­ty-Buil­ding-Pro­jek­ten zusam­men. Unser Team und unser Pro­gramm ko­operie­ren mit der Gemein­de und den Schulen von Dencsháza sowie dem Mecsekerdő-Na­tio­nal­park zu­sammen.

Wirkung: Innerhalb von weniger als einem Jahr nach dem Start von Banyaerdő haben wir unsere Produkte zu einer Marke ent­wickelt und sie in Budapest verkauft. Wir schlossen auch Partner­schaften für den Groß­handel mit unseren Pro­dukten direkt mit Miche­lin-Ster­ne-Res­tau­rants. Read the rest of this entry »

„EduBox“ (Slowakei)

Februar 16th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Projekt EduBox, Slowakei (Foto: EduBox)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

2021 war das Projekt „EduBox“ aus der Slowakei für die SozialMarie nominiert. „EduBox“ unterhält ein Nachhilfezentrum und sorgt mit­hilfe Frei­williger aus einem Gym­nasium in Bratislava für Lern­hilfe, Betreu­ung und Freizeit­akti­vi­täten für Roma-Kinder. Das Projekt bringt dabei Gymnasial­schüler aus der Stadt und Roma-Kinder aus der klei­nen Ge­mein­de Lozorno zu­sammen.

Projektträger: The Path of the Youth (Cesta mladých)

Herausforderung: EduBox bekämpft die Ungleichheit in der Bildung durch gemein­schaft­liche Inter­ventio­nen zwi­schen Roma- und Nicht-Ro­ma-Ge­mein­schaften in der Slowakei. Nur 51 % der Roma-Kin­der setzen ihren Bildungsweg bis zur Sekundar­schule fort. Dies hat negative Auswirkungen auf ihr Leben und ihre Zukunfts­chancen. EduBox geht auch gegen Rassismus und Fremden­feind­lich­keit gegen­über der Roma-Min­der­heit vor.

Idee: EduBox gründete ein Nachhilfe­zentrum, um Roma-Ju­gend­li­che aus Lozorno und Gym­nasias­ten aus Bratislava zu­sammen­zu­bringen. Wir bieten Nachhilfe­unter­richt und außer­schuli­sche Akti­vitäten an und bereiten kleine Kinder auf den Kindergarten vor. Wir bauen Ver­trauen auf, indem wir Bezie­hungen zu Roma-Ge­mein­schaften auf­bauen.

Akteur*innen: Wir arbeiten mit Kindern aus der Roma-Ge­mein­schaft in Lozorno und Schülern des zwei­sprachi­gen „C.S. Lewis-Gym­na­si­ums“ in Bratislava. Die Schülerin­nen und Schüler des Gymna­siums unter­richten und betreuen Roma-Kinder und orga­nisieren Akti­vitäten. Zu den EduBox-Frei­willigen gehören auch Lehrer und Mitglieder der Roma-Ge­meinschaft in Lozorno. Die Gemeinde Lozorno leistet auch finan­zielle Unter­stützung für den Unterhalt des kom­mu­nalen Lern­zentrums.

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„From Us to You Extra“ (Ungarn, Slowakei)

Februar 12th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

From Us to You Extra (Foto: Tőlünk Nektek via SozialMarie)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Eines der für die SozialMarie 2021 nominierten Projekte ist „From Us to You Extra“ („Tőlünk Nektek Extra“) aus Ungarn, das auch in der Region Bratislava in der Slowakei imple­men­tiert wurde. Das Pro­gramm ver­folgt einen Peer-to-Peer-An­satz für Jugend­liche, die selbst ge­stärkt werden, indem sie an­deren benach­teilig­ten Gemein­schaften helfen.

Projektträger: Élményakadémia Közhasznú Egyesület (Academy of Experience Pub­lic Be­ne­fit As­so­ci­ation)

Herausforderung: Soziale Ausgrenzung, schlechte Lebens­bedin­gungen und be­grenzte Chancen machen be­nach­teiligte Jugend­liche anfällig für Bildungs­lücken. Die Aus­grenzung, Segre­gation, Margi­na­li­sie­rung und Dis­krimi­nie­rung, mit denen diese Jugend­lichen kon­fron­tiert sind, bringen sie in die Gefahr von Krimi­nalität und schweren Ab­hän­gig­keiten.

Idee: „From Us to You Extra“ („Tőlünk Nektek Extra“) ist ein erfah­rungs­basie­rter und Peer-to-Peer-Lern­pro­zess, der über mehre­re On­line-Mo­dule orga­nisiert wird. Benach­tei­ligte Jugend­liche üben berufliche und lebens­prak­tische Fähig­keiten, indem sie anderen be­nach­teilig­ten Gemein­schaften helfen. Das Programm be­wahrt sie vor Schul­abbrü­chen und anderen lebens­ver­ändern­den Ent­schei­dungen.

Akteur*innen: Wir arbeiten mit benach­teilig­ten Jugend­lichen im Alter von 12 bis 30 Jahren aus Ungarn, der Slowakei, Rumänien und Schweden. Diese jungen Men­schen leben in Heimen, in extremer Armut oder gehören zu Roma-Ge­mein­schaf­ten. Be­nach­tei­lig­te, trau­ma­ti­sierte Jugend­liche werden von Gleich­altrigen mit ähn­lichem Hinter­grund an­ge­sprochen und nicht von er­wach­senen Experten.

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„Schritt für Schritt“ (Slowakei, 2021)

Februar 8th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

eduRoma: ausgezeichnetes Bildungspojekt in der Slowakei (Foto: eduRoma)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das Siegerprojekt „Schritt für Schritt“ („O krok pokrok“) bot benach­tei­lig­ten Ro­ma-Schü­lerin­nen und -Schü­lern in merheren Gemeinden in der Region Prešov/Slo­wa­kei wäh­rend der Pan­demie Nach­hilfe und Men­toring an, um den Kontakt zur Schule und zum Unter­richt auf­recht­zu­er­hal­ten. Das Pro­jekt wurde 2021 aus­ge­zeichnet.

Projektträger: eduRoma – Roma Education Project

Projektpräsentation 2021:
Herausforderung:
„Schritt für Schritt“ („O krok pokrok“) ist ein Kultur- und Bildungs­pro­gramm, das von Roma und Pro-Ro­ma-Ak­ti­vis­ten von eduRoma während der CO­VID-19-Pan­de­mie ge­gründet wurde. Laut der edu­Roma-Um­frage „How to stay close at dis­tance“ nahmen bis zu 70 % der Roma-Schü­lerin­nen und -Schüler nicht an On­line-Fern­kur­sen teil, und 60 % hatten wäh­rend der Pandemie keinen Kontakt zu ihren Lehr­personen.

Idee: „Schritt für Schritt“ bietet Nachhilfe und Mento­ring für Roma-Kin­der an, um ihren lang­fristigen Bildungs­erfolg wäh­rend der Pandemie zu gewähr­leisten. „Schritt für Schritt“ bietet Schu­lungen für Lehrer und Sozial­arbeiter an. Wir teilen unsere Er­fahrun­gen mit staat­lichen Institu­tio­nen, um gesetz­liche und syste­mati­sche Maß­nahmen zu ver­bessern.

Akteur*innen: Wir unterstützen 80 Schüler*innen aus Roma-Ge­mein­schaf­ten im Alter von 6 bis 16 Jahren. 12 Mentor*in­nen betreuen und fördern diese jungen Schüler*in­nen. Auch Lehr­personen und die Eltern der Kinder werden in das Programm ein­bezogen. Außer­dem infor­mieren wir die Öffent­lichkeit über die Un­gleich­heiten, von denen die Roma-Ge­mein­schaft be­troffen ist, indem wir in den Medien über das Projekt berich­ten. Read the rest of this entry »

„Projekt DOM.ov“ (Slowakei)

Februar 2nd, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Der Weg zum Eigenheim: Projekt Domov in der Slowakei (Foto: Projekt DOM.ov)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das „Projekt DOM.ov“ („Projekt Zu­hau­se/Ei­gen­heim“) ermöglicht margina­li­sier­ten Roma in der Slo­wa­kei, mittels Mikro­krediten und Unter­stützung zu einem Eigen­heim zu gel­angen, das die Fami­lien selbst er­richten. Das Pro­jekt wurde 2020 mit dem 1. Preis aus­­ge­zeichnet.

Projektträger: Marián Zeman (Website)

Herausforderung: Den Roma-Gemeinschaften in der Slowakei fehlt es an sicherem Wohn­raum und an den finan­ziel­len Mitteln für den Erwerb eines Eigenheims. Das Pro­jekt DOM.ov („Pro­jekt Zuhause/Ei­gen­heim“) unter­stützt Familien und Einzel­per­sonen aus mar­gi­nali­sierten Roma-Ge­mein­schaf­ten bei der Finan­zierung, dem Bau und dem Erwerb von Wohn­eigentum durch Mikro­kredite, um die gene­ra­tio­nen­über­grei­fende Armut zu be­enden.

Idee: Das Ziel von Projekt DOM.ov ist es, margina­li­sierten Gemein­schaften Zugang zu integra­tivem Wohnraum zu ver­schaffen. Das Projekt zielt auf die sozialen und finan­ziellen Hinder­nisse ab, die Familien aus Roma-Ge­mein­schaf­ten den Zugang zu an­ge­mes­se­nem Wohnraum er­schweren. Mit der Unter­stützung lokaler Ge­meinden berät Projekt DOM.ov mar­gina­lisierte Familien beim Zugang zu finan­zieller Unter­stützung, beim Erwerb von Grund­stücken und beim Bau und Besitz ihres neuen Zu­hauses.

Akteur*innen: Die wichtigsten Akteur*innen sind die Klienten/Bau­herren und ihre Familie. Auch die Gemein­den und ihre Re­prä­sen­tan­ten spielen eine Schlüssel­rolle bei der Organi­sation der Projekt­um­setzung in ihren Dörfern. Das viel­fältige Team von Sozial­arbeitern des Projekts DOM.ov unter­stützt sowohl die Klienten als auch die Gemeinden. Die Slovenská sporiteľňa bank (Slowa­ki­sche Sparkasse der Erste Bank Gruppe) er­mög­licht den Zugang zu Mikrokrediten zur Finan­zierung des Baus der neuen Häuser.

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