Film & Theater

„Erzählungen vom Unrecht“

August 22nd, 2015  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Zeitzeuge Cvetko Mirković, Überlebender des KZ Sajmiste (Filmstill aus Video 1)Max Mannheimer Studienzentrum Dachau: Kurzfilme der Jugendbegegnung „Erzählungen vom Unrecht/Stories of Injustice“ online

→Video 1 | →Video 2 | →Video 3 | →Video 4

Unter dem Projekttitel „Erzählungen vom Unrecht / Stories of Injustice“ haben sich 20 Jugend­li­che aus dem Raum Dachau / München und aus Serbien 2012/2013 über neun Mona­te hin­weg inten­siv mit der Ge­schichte und Gegen­wart von Sinti und Roma in Deutschland und Serbien auseinan­der­ge­setzt. Es wur­de dabei die national­sozia­lis­ti­sche Ver­fol­gung von Sinti und Roma ebenso thema­ti­siert wie die bis heute anhal­ten­de Diskri­mi­nie­rung. Die Gruppe beschäf­tigte sich bei­spiels­weise mit dem Kampf der Sinti und Roma um Anerkennung als Opfer des Natio­nal­sozia­lis­mus und mit der Bürger­rechts­bewe­gung ab den 1980er Jahren. Auch die aktuel­le Situa­tion in Deutsch­land und in Ser­bien war Thema.

Im Rahmen des Projektes wurden von den Jugendlichen neun Inter­views mit Über­lebenden der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Ver­fol­gung und de­ren Angehö­ri­gen geführt. Diese Inter­views bilde­ten die Grund­lage für vier jetzt auch online ver­füg­bare kurze Filme, in denen die Erfah­run­gen aus beiden Län­dern zu­sam­men­geführt wurden und in denen Sinti und Roma aus Deutsch­land und Ser­bien ein­drucks­voll Zeugnis von der Geschichte seit 1933 ab­legen.

(Text: mmsz-dachau.de)

RomArchive: Startschuss für digitales Archiv

Juli 4th, 2015  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Kunst & Fotografie, Musik

Gründungsversammlung von RomAchive am 26. Juni 2015 in Berlin (Foto: RomArchive)Digitales Archiv der Sinti und Roma startet

„Wir haben die Besten ver­sam­melt!“ | „Ame an­dam e maj lašen kethane!“

Pressemitteilung, 2.7.2015:
Ziel des Projekts: Das erste umfassende digitale Archiv für Kunst der Sinti und Roma in Europa zu etablie­ren, um den integra­len Anteil dieser Minder­heit an der euro­päi­schen Kultur sicht­bar zu machen.

Wie: Hochkarätige ExpertInnen aus der Roma-Community wählen die Inhalte für ver­schie­dene Bereiche wie z.B. Musik, Theater, Film aus. Diese wer­den in eini­gen Jahren in digitaler Form ver­füg­bar gemacht.

Wann: Die Aufbauphase des Projektes hat bereits begon­nen. Das Projekt hat sich mit seiner ers­ten Sitzung am 26. Juni 2015 in Berlin konsti­tu­iert. Das Pro­jekt läuft ins­ge­samt 5 Jahre lang.

Prozess des Projekts: Zu diesem Zweck soll eine Sammlung internatio­na­ler Kunst aller Gat­tungen ent­stehen, erwei­tert um zeit­geschicht­liche Dokumente und wissen­schaft­liche Posi­tio­nen. Kon­zeptio­nell und inhalt­lich wird jeder Archiv­bereich von einem eigenen Kura­torInnen­team ver­ant­wortet. Nach der Projekt­lauf­zeit von 5 Jahren wollen die Initia­tiorin­nen Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey das Archiv an eine euro­päische Roma-Or­ga­ni­sa­tion und damit komplett in die Hände der Com­munity über­geben. 

Der Aufbau des Pro­jekts und die Arbeit der Kura­­torIn­nen las­sen sich un­ter facebook.com/romanoarchive und bald auch auf Twitter so­wie auf Youtube mit­er­leben.

Zitate:
„Wir sind stolz, einige der besten Künstlerinnen und Künstler der Roma-Community als KuratorInnen für RomArchive versammelt zu haben“, sagt Nicoleta Bitu – Vorsitzende des Beirats von „RomArchive“.

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Fernsehpreis für „Dui Rroma“

Juni 30th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Adrian Gaspar, Hugo Höllenreiner und Iovanca Gaspar (Foto: volksgruppen.orf.at)Dokumentarfilm „Dui Rroma“ ausgezeichnet

Am 17. Juni wurden im Wappensaal des Wiener Rathauseszum 47. Mal die Fernsehpreise der Erwachsenenbildung übergeben. In der Sparte Dokumentation wurde der auf Okto TV gesendete Dokumentarfilm „Dui Rroma“ ausgezeichnet. Den Preis erhielt die aus Rumänien stammende Iovanca Gaspar. Gaspar arbeitet seit 2005 in der Magistratsabteilung für Integration und Diversität im Schwerpunkt „Roma und Sinti“. Der Preis wurde von Alice Fleischer vom WIFI Österreich überreicht.

„Dui Rroma“ berichtet über die Begegnung zwischen dem Münchner Sinto und Holocaust-Überlebenden Hugo Höllenreiner und dem jungen Wiener Komponisten und Rom Adrian Gaspar. Hugo Höllenreiner verstarb am 10. Juni 2015 in Ingolstadt.

>>„Dui Rroma“ | Okto | 23.05.2015

Die Königin der Stille (Trailer)

Juni 23rd, 2015  |  Published in Film & Theater, Musik

Królowa Ciszy | The Queen of Silence
Dokumentarfilm, D/PL 2014 / 52′ & 80′

Buch & Regie: Agnieszka Zwiefka
Kamera: Aleksander Duraj, Armand Urbaniak
Schnitt: Thomas Ernst, Hansjörg Weißbrich

Denisa ist Königin und Außenseiterin zugleich. Die 10-jährige ist taub und kann wunder­schön tanzen. Sie hat nie sprechen gelernt und schlägt sich doch mit einem breiten Lachen durch ihren harten All­tag in einer Roma-Community in Polen. Wenn sie nicht auf der Straße betteln muss, träumt sie sich in die Glitzer­welt der Bollywood-Filme und choreogra­fiert die anderen Kinder des Lagers zu einer bunten Schar Back­ground-Tänzer. Unter­legt mit der Musik von Coco Rosie, rumänischer Manele und Kom­po­si­tio­nen von Jessica de Rooij, zeigt der Film ein Stück Kindheit zwi­schen Armut und Lebens­freude – das karge Roma-Lager ver­wandelt sich strecken­weise in ein schillern­des Boll­ywood-Spek­takel.

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DVD: „Die Österreichischen Roma“

Juni 5th, 2015  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Unsere Publikationen dROMa und Mri Historija in der Kurzdoku "Die Österreichischen Roma" (Screenshot)„Die Österreichischen Roma“
Dokumentarfilm, Ö 2014, 25 min

>> abrufbar in der ORF-TVthek

Apropos Roma – prik o Roma
DVD-Präsentation und Diskussion mit dem Pro­du­zenten Helmut Potutschnig
Regie: Kerstin Paulik, Kamera: Christoph Hensel; Filmmusik: Gernot Reininger und Georg Zumann

Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, Oberwart, Freitag, 12. Juni 2015, 19:00 Uhr, Eintritt frei!

Der dritte Teil der Dokumentarfilm­reihe über die an­erkann­ten Volks­gruppen in Österreich wid­met sich jener Volksgruppe, die als letzte an­er­kannt wurde – den öster­rei­chi­schen Roma. Die Doku­men­tation behan­delt sowohl die ge­schicht­lichen Wurzeln der Volks­gruppe als auch das gegen­wärtige Volks­gruppen­leben. Im geschicht­lichen Teil wird die Situa­tion der Roma, Sinti und Lovara in der Öster­rei­chisch-Unga­ri­schen Mona­rchie und der ersten Republik dar­gestellt. Ein Schwerpunkt liegt danach auf der Ver­folgung in der NS-Zeit und dem Umgang mit den Ver­folgten nach 1945. Aus­führlich wird der Weg zur Anerken­nung der Volks­gruppe der Roma (als Über­begriff für Burgenland-Roma, Siniti, Lovara, Kalderaš und Arlije) nach­ge­zeichnet. Der Haupt­teil der Dokumen­tation ist der heutigen Situa­tion der öster­rei­chi­schen Roma gewidmet. Das aktuelle Volks­gruppen­leben wird in den Bereichen Kultur, Sprache, Bildung und Verein­leben dar­gestellt. Im Kultur­bereich steht die leben­dige Musik­szene im Mittel­punkt. Bezüg­lich der Sprache der Roma, Sinti und Lovara wird das „Romani-Projekt“ an der Uni­ver­sität Graz prä­sen­tiert, wo Lexika und Gram­matiken zu den in Öster­reich am häufigs­ten gespro­chenen Romani-Varian­ten ent­wickelt werden. Read the rest of this entry »

CIVIS-Preis für „Der Prozess von Budapest“

Mai 12th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Judgement in HungaryAcht europäische Radio, Film- und Fernseh­program­me sowie ein Web­ange­bot und ein Web­video sind am Don­ners­tag­abend (7.5.) im Euro­päi­schen Parla­ment in Brüssel mit dem renom­mier­ten CIVIS-Medien­preis für Integra­tion und kultu­relle Vielfalt in Europa aus­ge­zeich­net wor­den. Am Wett­bewerb nah­men ins­gesamt 700 Programme aus 21 EU-Staaten und der Schweiz teil. Schirm­herr des CIVIS-Medien­preises 2015 ist der Prä­si­dent des Euro­päi­schen Parla­ments, Martin Schulz. Der CIVIS-Medien­preis zeichnet seit 28 Jahren Programm­leis­tun­gen im euro­päi­schen Radio, Film und Fernsehen und seit 2010 im Inter­net aus, die das fried­liche Zusammen­leben in der euro­päi­schen Einwan­de­rungs­gesell­schaft fördern.

Den Europäischen CIVIS-Fernsehpreis im Bereich Infor­ma­tion (non fiction) erhielt Eszter Hajdú für ihre Doku­men­tation „Der Prozess von Budapest“ (rbb/Arte). Der euro­päi­sche CIVIS Fernseh­preis zeichnet journa­lis­ti­sche Fernseh­programme zum Thema In­tegra­tion und kul­tu­relle Viel­falt aus. Am Wett­bewerb können alle Fernseh­sender in der Euro­päi­schen Union und der Schweiz teil­nehmen. Der Preis wird in den Katego­rien Infor­ma­tion, Unter­haltung (fictional) und kurze Program­me (Magazine) ver­geben. Die Dotie­rung beträgt in jeder Kate­gorie 3.000 Euro.

Inhalt:
Der Strafprozess um eine grausame Mord­serie an unga­ri­schen Roma. Bei Anschlä­gen von Rechts­extremen starben 2008/09 insgesamt 6 Menschen, darunter ein fünf­jäh­riges Kind. Weitere fünf Menschen wurden schwer verletzt. Nach beispiel­losen Pannen bei den polizei­li­chen Ermitt­lungen und dem Ver­dacht einer Ver­wicklung der Geheim­dienste in die rassis­tisch moti­vier­ten Morde stand das Gericht von Anfang an unter enor­mem öffent­li­chen Druck.

Jurybegründung:
Eszter Hajdú dokumentiert einen für Ungarn histo­ri­schen Strafprozess mit 167 Prozess­tagen, über zwei­einhalb Jahre lang. Vier Neo-Nazis stehen wegen Mordes an sechs Roma vor Gericht. Staat­liche Igno­ranz und Unzuläng­lich­keit werden über­deutlich. Read the rest of this entry »

Cesta Ven (The Way Out)

April 29th, 2015  |  Published in Film & Theater

cesta venSpielfilm, CZ/F 2014, 102 min (Website)
Regie & Buch: Petr Václav
Kamera: Štepán Kucera
Darsteller: Klaudia Dudova, David Istok, Sara Makulova, Maria Ferencova

Die Roma Žaneta und David träumen in Tschechien von einem nor­ma­len Leben. Doch die Vor­urteile und Anfein­dun­gen ihrer Um­ge­bung und der Behör­den machen diesen Traum un­mög­lich. Auf ihrer Suche nach regu­lä­ren Jobs er­fährt das Paar nur Zurück­weisung. Es gelingt den beiden kaum, sich und ihre klei­ne Tochter mit dem Not­wen­digs­ten zu ver­sor­gen. Wäh­rend David mit einem Über­fall auf das schnel­le Geld hofft, will Žaneta das Roma-Kli­schee nicht er­fül­len und nimmt einen Job als Fabrik­arbei­te­rin an. Das inten­sive Drama er­reicht eine fast doku­men­ta­rische Wir­kung durch seine außer­gewöhn­li­chen Laien­darsteller. (Text: Filmfest Hamburg)

Petr Václav (*1967) machte Dokumentar­filme, ehe er zur Fiktion kam. Marian, sein Spielfilm­debüt über einen ver­nach­läs­sig­ten Roma-Jun­gen, gewann 1996 den Silber­nen Leopar­den in Locarno.

Eine ausführliche Kritik finden Sie auf „ecoleusti“.

Papusza – i poetkija le Romendar

März 22nd, 2015  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Papusza (Foto: Cinemaxx.de via volksgruppen.orf.at)Papusza ande jek phukajipe o dschivipe la Romengera poetkijatar Bronisława Wajs, savi lakera dajatar vodschi­kan „Papusza“ akardi ol, phukal. Kada i Papusza 1910 andi ost Polnija upro them ali, o Romna angle lake phen­de, „hot oj le cilen­ge baro bari­ka­nipe vaj bari ladsch“ anla. Garude, oj ojs terni tschaj use jek dschi­dov­tschen­geri ken­va­keri bik­nasch­kija te genel taj te pisinel taj o them la poesi­jatar te prin­dscha­rel siklol. Kada oj pal o dujto the­mes­kero habrui le pisi­maschi Jerzy Ficowski resel, odo sora­li­sa­ri­nel la taj phenel lake, hot oj pre poesiji upre te pisi­nel. La­kere verk­tscha phukan pal lakere kiva­nip­tscha taj sune, pal o kami­pe usi natu­ra taj o kiva­nipe pal o khe­tano roasi­nipe. Berscha paloda lakere poesiji andi pol­nischi tschib prik be­schar­de on taj ando pradipe peren. I Papusza upre jef­kar jek prin­dschasch­kija ol. Ham adale prin­dscha­ri­pes­ke oj jek utscho ko­ja pot­schi­nel.

Pa­pusza upri tscha­tschi­kani dschivi­pes­keri histo­rija la erschti poetkijatar le pol­nischi Romen­dar basi­ri­nel. I Joanna taj o Krzysztof Krauze jek poe­tischi, ande schu­kar kale taj parne kipi liker­do film kerde, savo te min­dschart jek epischi his­to­rija­kero pano­rama sikal. Read the rest of this entry »

Der Wald ist wie die Berge (Trailer)

März 12th, 2015  |  Published in Film & Theater

Pădurea e ca muntele, vezi?
The Forest is like the Mountains

Dokumentarfilm von Christiane Schmidt & Didier Guillain
Deutschland, Rumänien 2014, 101 min.

Ein Roma-Dorf schmiegt sich in die mär­chen­hafte Hügel­land­schaft Rumäniens. Die Men­schen dort ge­wäh­ren uns einen sel­ten nahen Ein­blick in ihre Alltags­freuden und Sorgen. Der beobach­ten­de Film stellt in der Schön­heit sei­ner Bil­der ein Ge­schenk der Zunei­gung und Wür­de dar. (DOK.fest München)

(mehr hier)

♫ Jazzta Prasta – Martin Lubenov

März 5th, 2015  |  Published in Film & Theater, Musik

Martin Lubenov ist einer der eigen­wil­ligsten Akkordeonisten un­se­rer Zeit: Virtuose, Komö­diant und Geschich­ten­erzäh­ler. Aus­gehend von der Romamusik des süd­li­chen Balkans und dem höchst anspruchs­vollen Ethnojazz Bulgariens hat er auf seinem Instru­ment eine eige­ne musika­lische Sprache geschaf­fen. (…), als Solist oder mit seinen drei aktuel­len Ensembles, dem Martin Lubenov Orkestar, Jazzta Prasta und dem Martin Lubenov Trio (…). Martin Lubenov ent­stammt einer Roma­familie aus Sofia (sein Vater spielte bereits Akkordeon beim berühm­ten Ibro Lolov Orkestar). Er stu­dierte Klassik, Jazz und tradi­tio­nelle Musik an der Universität Sofia, Jazz am Berklee College of Music in Boston. Um die Jahr­tau­send­wende fand er seinen Lebens­mittel­punkt in Wien (…): Mit seiner CD „Dui Droma“ (Zwei Wege), heraus­gegeben vom hollän­di­schen Label Connecting Cultures (2005), ist ihm einer der künstle­risch interes­san­tes­ten Beiträge zu inter­natio­naler Roma­kultur gelun­gen, es folgte das hoch­gelobte Ethnojazz-Album „Jazzta Prasta“.

Sein Doku-Porträt «Jazzta Prasta or Where are the Bulgarian Notes» (Regie: Andrey Slabakov, Camera Film Sofia, 2009) gewann im Septem­ber 2013 den Preis als bester Film beim 16. Mediterraneo Video Festival von Agropoli.

(Text: martinlubenov.eu)

Nedjo Osman: Schauspieler & Roma-Aktivist

März 4th, 2015  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Nedjo Osman (Foto: BR)BR | InterKulturMagazin puzzle,
ARD-alpha: Sa., 7.3.2015, 22:00 bis 22:30 Uhr
Filmbeitrag von Fatema Mian

Livestream in Mediathek verfügbar

In Film und Fernsehen ist der Mazedonier hier­zu­lande häufig in der Rolle des Böse­wichts zu se­hen. Vor allem aber macht Nedjo Osman in Köln eige­nes Theater, eine Mi­schung aus Schau­spiel, Tanz und Per­for­mance – klas­si­sches Reper­toire, aber auch Roma-Themen. Denn Nedjo Osman ist selbst Rom[a].

(…) Nach Deutschland kam Nedjo Osman nach Aus­bruch des Balkan­krieges, so wie seine kroa­tische Frau Nada Kokotovic, eine Regisseu­rin und Choreo­grafin. Gemein­sam leiten sie in Köln das TKO Theater. „Engagiertes Theater“ nen­nen sie es, weil sie immer Themen und Stoffe des realen Lebens auf­greifen.

Wir arbeiten mit klassi­schen Themen und Schrift­stellern, von Heiner Müller, Lorca, Strindberg, Camus, Shakespeare bis Roma-Thema­ti­ken. Die Themen sind all das, was mit unse­rer Rea­lität zu tun hat. Weil das Theater von der Rea­lität nimmt – wir über­setzen das, was im Leben ist. (…) Ich enga­giere mich beson­ders für Roma, weil die Roma in einer beson­deren, speziel­len Rolle sind: sie sind unter­halb von den Unteren, die es in dieser Welt gibt.
Nedjo Osman

Nedjo Osman engagiert sich ganz konkret. Zwei­mal im Monat geht er in ein Kölner Wohn­heim für Flücht­linge, darun­ter auch Roma. Gemein­sam mit einer Sozial­arbeiterin bietet er den Bewoh­nern eine Gesprächs­runde an. (…) Die Flücht­linge ver­trauen Nedjo Osman. Er weiß um ihre Probleme und hilft, wo er kann. Gerade für jugend­liche Roma und Sinti ist der Schau­spieler natür­lich auch ein Vor­bild und diese Rolle hat Nedjo Osman gerne über­nommen. Auf seiner Theater­bühne prä­sen­tiert er wei­tere Vor­bilder. In dem Theater­stück „Rukeli“, nach dem Text „Zigeuner-Boxer“ von Rike Reiniger, spielt Nedjo Osman den Profi-Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann, ein Sinto, der von den Nazis ermor­det wurde. (…) Read the rest of this entry »

Rupuni medva le Romane vestleriske „Aferim!“

Februar 27th, 2015  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Regiepreis für Aferim in Berlin (Foto: Silviu Ghetie)„Kaj le te hajoas, so le Romenca andi Rumenija kerdo ol, iste pal dikes.“ (Radu Jude)

Ostistiki Europa, 1835. Duj prastartscha ande bareskero than, masch­karut­non andi Valachaj. O haren­gero Costandin taj leskero tschau. Khetan on roden jeke „Zigeuner­sklaven“, savo pre boja­renis­tar naschi gelo taj muguli leskera dschuv­lahi pe te kam­tschahi. Kada o Costandin saki situa­cija godschar vake­ripeha komen­ti­rinel, dikel o tschau palgon­do­lipeha upro vilago. Dro­meske on minden­feli­tike nacijo­na­lite­ten­gere taj min­den­feli­tike patschni­peske manu­schen resen: Turkitike taj rustitike, christen taj dschi­dovtschen, rumenitike taj ungrike. Upre sake riktscha tel dikiptscha del, on gene­racija fi gene­ra­ciji bajder dim on. Taj kada o „Sklave“ Carfin laklo ulo, te akor meg i dromes­keri roas na ar sina.

Jek upre historischi dokumentscha taj dschila paschli parabel pedar o rajipe ande Europa, bar­va­lipe taj hirachija, o söbst- taj o nap­rin­dschardo kipo le flogen­dar, o keripe le tschu­lipenca taj o konflik­tscha , save andar bartschon. Jek balka­nis­kero vestleri ande kalo / parno kipo, savo i kaka­fonija la cajtatar dschiv­don kerel taj i tema­tischi karika dschi andi adive­ses­keri cajt tschalal.

O film, khetan la polnitika produktcijo­naha „Body“, la rupuna medvaha la lek feder reschi­jake pat­jardo ulo.

(Berlinale 2015)

Spartacus & Cassandra (Trailer)

Februar 24th, 2015  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Dokumentarfilm von Ioanis Nuguet (mehr hier)
Frankreich 2014, 81 min. (franz., rumän.)

Einige Kritiken finden Sie hier: Euronews, Hollywood Reporter, Cine Vue

Spartacus & Cassandra

Februar 24th, 2015  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Spartacus & Cassandra (Filmplakat, Nourfilms)Dokumentarfilm von Ioanis Nuguet
Frankreich 2014, 81 min. (franz., rumän.)

Etwas sollte klar sein im Leben: dass ein Kind sich auf seine Eltern ver­lassen und be­hütet groß wer­den kann. Dass es ein Zuhause hat. Der 13-jäh­rige Spartacus und seine 10-jäh­rige Schwes­ter Cassandra ha­ben noch nicht ein­mal ein Dach über dem Kopf, als die Unter­kunft der rumäni­schen Roma-Familie im fran­zö­si­schen Saint-Denis abbrennt. Wäh­rend sie mit staat­li­cher Unter­stüt­zung Zu­flucht bei der jungen Trapez­künst­lerin Camille fin­den, geht die Spira­le für ihre Eltern wei­ter ab­wärts. Die eine Seite bietet Sicherheit, Bildung und eine Kindheit jen­seits der Straße. Auf der ande­ren wartet ein Teufelskreis aus Armut, Alkohol, Selbst­mitleid und Handlungs­unfähig­keit. Sparta­cus und Cas­sandra müssen sich entscheiden. Es ist mehr als die alte Frage, ob man sich aus schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen be­frei­en kann. Wie kann sich ein Kind von sei­nen Eltern lösen?

In flirrenden, traumverlorenen Bildern und einer impres­sio­nis­ti­schen Montage lässt Ioanis Nuguet die Kinder schwe­ben zwi­schen einer Her­kunft, die sie nicht ab­schüt­teln kön­nen, und ei­ner Zu­kunft, die ihnen nicht ohne Wei­te­res offen­steht. Ein kaukasi­scher Kreide­kreis, an des­sen Ende – wie bei Brecht – so etwas wie Hoffnung steht. Aber auch ein bit­terer Rap von Spar­ta­cus, der klar macht, dass die­ses Problem kein pri­va­tes ist.

(Text: Grit Lemke, Katalogtext DOK Leipzig)

„Zur Endlösung der Täterfrage“

Februar 21st, 2015  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Das neue Stück des Historikerlabors ist der dritte Teil einer Trilogie zum Nationalsozialismus (Foto: Gorki)Berlin: Dokumentartheater zur NS-Geschichte

Historiker und Jugendliche bringen die Ver­fol­gung von Sinti und Roma durch die Nazis auf die Bühne. Origi­nal­texte doku­men­tie­ren den Irrsinn der pseudo­wis­sen­schaft­li­chen Rassen­ideologie.

Tobias Krone/taz: Die Wissenschaftler haben gespro­chen, nun haben ihre Opfer das Wort. Die Jugend­lichen treten vor (…) und begin­nen die schier end­lose Rede der Zeugen, alle­samt Sinti und Roma, die den National­sozia­lis­mus über­lebten. Sie berich­ten: der Sinto Josef Müller, der aus dem Klassen­zimmer zur Zwangs­sterili­sa­tion geführt wird, oder der 15-jäh­rige KZ-Inhaf­tierte Mongo Stojka, der vom Todes­marsch aus Flossen­bürg er­zählt. (…) Aus der Reihe der Erwach­se­nen tritt Beate Niemann: „Einer der Organi­sa­to­ren der Todes­märsche war Bruno Sattler.“ Die kleine, weiß­haarige Frau (…) spricht es sach­lich, und doch ist ihr Blick voll Bewe­gung. Bruno Sattler, Chef der Gestapo in Serbien, ver­ant­wort­lich für die Liqui­die­rung Tau­sen­der Zivi­lis­ten, war ihr Vater.

„Zur Endlösung der Zigeunerfrage“ heißt das neue Theater­projekt des Ber­li­ner Kollek­tivs Historikerlabor. Die Gruppe aus Wis­sen­schaftlerIn­nen und Berliner Ju­gend­lichen hat Quellentexte des Völkermords an den Sinti und Roma er­forscht und bringt diese nun auf die Büh­ne des Max-Planck-Ins­ti­tuts für Wis­sen­schafts­ge­schich­te in Dahlem. Das Pro­jekt ist nicht nur die Auf­ar­bei­tung eines lange igno­rier­ten Ka­pi­tels der NS-Ge­schichte; an die­sem Abend hinter­fragt die Wissen­schaft auch ihre ei­ge­ne Ge­schichte. (…) Auf spie­le­ri­sche Gesten verzich­tet der Ber­li­ner Regisseur Christian Tietz nahe­zu völ­lig. Die Texte sind grau­sam genug, um ein ver­stö­ren­des Theater im Kopf der Zu­schau­erIn­nen zu er­zeu­gen. Und der streng wissen­schaft­liche Zugang der Gruppe ver­stärkt noch das Ent­setzen: Das alles war ganz real. (…)

Lesen Sie bitte den hier nur auszugs­weise wieder­gege­be­nen Ar­ti­kel von Tobias Krone in vol­ler Län­ge auf taz.de.

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„Aferim!“ (Trailer)

Februar 16th, 2015  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Spielfilm, RO / BG / CZ, 2015, 108 min.
Regie: Radu Jude

Mehr hier.

Silberner Bär für Roma-Western „Aferim!“

Februar 16th, 2015  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Regiepreis für Aferim in Berlin (Foto: Silviu Ghetie)„Um zu verstehen, was mit den Roma in Rumänien geschieht, muss man zurückschauen.“ (Radu Jude)

Osteuropa, 1835. Zwei Reiter in steiniger Land­schaft, mit­ten in der Walachei. Es sind der Gendarm Costan­din und sein Sohn. Gemein­sam su­chen sie ei­nen „Zigeuner­sklaven“, der sei­nem Bojaren ent­laufen ist und sogar eine Affäre mit des­sen Frau gehabt haben soll. Wäh­rend der unerschüt­ter­liche Costan­din noch jede Situa­tion mit mun­te­ren Weis­hei­ten kommen­tiert, blickt der Junge eher nach­denk­lich auf die Welt. Auf ihrer Odyssee begeg­nen sie Men­schen unter­schied­licher Natio­na­li­tät und ver­schie­de­nen Glaubens: Türken und Russen, Christen und Juden, Rumänen und Ungarn. Auf allen Seiten gibt es Vor­ur­teile gegen­über den ande­ren, sie wer­den von Gene­ra­tion zu Gene­ra­tion weiter­gege­ben. Auch als der „Sklave“ Carfin gefun­den wird, ist das Aben­teu­er noch längst nicht zu Ende …

Eine auf historischen Dokumen­ten und Liedern beru­hen­de Parabel über das spät­feudale Europa, seine Macht­ver­hält­nisse und Hierarchien, das Selbst- und Fremdbild der Völker, den Umgang mit Minder­heiten und die Konflik­te, die daraus erwach­sen. Ein Balkan­western in Schwarz-Weiß, der die Kako­pho­nie der Zeit leben­dig werden lässt und den thema­ti­schen Bogen bis in un­se­re Gegen­wart schlägt.

(Text: Berlinale 2015)

Spielfilm, ROM / BG / CZ, 2015, 108 min
Regie: Radu Jude

Der Film wurde, gemeinsam mit der polnischen Pro­duk­tion „Body“, mit dem Silbernen Bären für die beste Regie aus­ge­zeich­net. Einige Kriti­ken fin­den Sie hier: Tagesspiegel, rbb, Welt, Perlentaucher, Deutschlandradio, The European, Festivalblog, Reuters, Le Monde

„Opre Roma Film Festival“ in Wien

Februar 8th, 2015  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

Opre Roma Film Festival17. Februar – 12. Mai 2015

5 Filmabende im Stadtkino und Film­haus Kino am Spittelberg (Programm)

Von 2005 bis 2015 haben sich die Premierminister der meisten euro­päi­schen Län­der ver­pflich­tet, im Zuge der Roma-Dekade deren Lebens­be­dingun­gen zu ver­bes­sern und zu ver­su­chen, die Kluft zwi­schen Roma und Nicht-Roma zu über­winden. Trotz der guten Vor­sätze hat sich die Situa­tion bis heute durch das An­wach­sen von Nationalis­men in den euro­päi­schen Ländern ver­schlech­tert. Es gibt aber auch eine Welle von jungen eman­zi­pier­ten Roma, die für ihre Rechte kämpfen, ihre eige­nen Filme machen und ihre eige­nen Geschich­ten er­zäh­len.

Das Opre Roma Film Festival wird Sie durch diese Dekade füh­ren, und die Ereig­nis­se dieser Zeit, aus unter­schied­li­chen Stand­punkten und subjek­ti­ven Perspek­ti­ven zeigen. Das Festi­val hat das Ziel, dem Publi­kum die Men­schen näher­zu­brin­gen, den Blick für soziale Un-Rechts­verhält­nis­se zu schär­fen und sen­si­bi­li­sieren.

(Text: Saša Barbul, Kurator)

„Bread and TV“ von Jacky Stoev

Januar 25th, 2015  |  Published in Film & Theater

"Bread and TV" von Jacky Stoev - Vorführung in WienDokumentarfilm von Jacky Stoev über ein Roma­vier­tel in Kyustendil, Bulgarien

Хляб и зрелища, bulgarisch mit engl. Unter­ti­teln, 56 min.

Präsentation in Wien::
Mittwoch, 28.1.2015, 19 Uhr im Bulgarischen Kulturinstitut, Haus Wittengenstein, Wien 3, Parkgasse 18.
Der Regisseur wird anwesend sein und nach dem Film diskutieren.

„Jacky (Georgi) Stoev begleitet Bobby, den Gründer der ers­ten unab­hän­gigen Roma-Fernsehstation Bulgariens. Tags­über lie­fert Bobby Brot, abends macht er Fernseh­sen­dung­en. Gemein­sam mit Bobby tau­chen wir ein ins Leben im so ge­nann­ten ‚Ghetto‘ von Kjustendil. Ein sehr emo­tiona­ler, humor­voller Film, der fast ohne Klischees aus­kommt.“ (Ulli Gladik)

Georgi Jacky Stoev, geboren 1941 in Sofia. 1966 erlangte er seinen Hochschul­abschluss als Magister im Fach Biologie an der TU Dresden und nahm am Regisseur­programm der Natio­nalen Akademie für Theater- und Film­kunst „Krastjo Sarafov“ in Sofia teil. Ab 1992 war er lange Jahre Direktor des Studios „Vreme”, wel­ches sowohl populär­wissen­schaft­liche als auch Dokumentar­filme pro­duziert. Sein erster Spielfilm mit dem Titel „Unser Schoschkanini“ wurde 1981 gedreht, worauf­hin zahl­reiche wei­tere Produk­tio­nen folg­ten (über 50 Kurzfilme so­wie vier Spielfilme). (Quelle)

Neu: dROMa 42 (2014) – Kunst & Kino

Dezember 21st, 2014  |  Published in Film & Theater, Kunst & Fotografie, dROMa (Magazin)

droma_42Herbst/Winter | Terno dschend/Dschend 2014
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In kaum einem Bereich ist für die Ro­ma in den letz­ten Jah­ren so viel in Be­we­gung ge­ra­ten wie in der Gegen­warts­kunst. Eine neue Gene­ra­tion von Roma-Künst­ler/in­nen hat selbst­be­wusst das Ru­der in die Hand ge­nom­men und stößt – von der Biennale in Venedig über Roma-Galerien in Berlin und Budapest bis hin zur Grazer Romale – auf be­geis­ter­te Re­so­nanz. Die­sen furio­sen künst­le­ri­schen Auf­bruch kons­ta­tiert auch un­ser Ein­stiegs­ar­ti­kel über die Aus­stel­lung „Have a look into my life!“, die gera­de durch Euro­pas Kunst­metro­polen tourt. Einen der darin ver­tre­te­nen Künstler, den slo­wa­kisch-öster­rei­chi­schen Rom Robert Gabris, hat Michael Teichmann zum Inter­view ge­trof­fen. Auf S. 12 ver­wei­sen wir auf einen opu­lenten Kunst­band, der posthum Ceija Stojkas gra­fi­sche Ar­bei­ten wür­digt. Für die (Selbst-)Reprä­sen­ta­tion der Roma nicht min­der bedeut­sam ist das Medium Film: „Ein Fes­tival mit vie­len Sie­gern“, das „Rolling Film Festival“, das sich im Kosovo Fil­men von und über Roma wid­met, stellt Ihnen Michael Wogg vor. Und ab­schlie­ßend skiz­ziert Roman Urbaner ak­tuelle Ten­den­zen im Genre des „Roma-Films“, das der­zeit auf den großen Festivals reüssiert.

Ande nisaj avro than le Romenge ando lejcti ber­scha atschi ando mi­ci­ni­pe alo sar andi adive­sa­keri kunst. Jek nevi gene­ra­ci­jona Romen­gere kinst­le­ren­dar latsche gon­doha sa ando aj­geni va lija taj – usar i Biennale andi Vene­cija pe­dar Romen­gere gale­riji ande Berlin taj Bu­da­pest dschi otscha usi Gere­cis­keri Romale – upre bari­kani reso­nanca perel. Ada fu­rijo­si kinstle­ri­schi upre pha­gipe sikal te o pisi­nipe pedar o artschi­jipe „Have a look into my life!“, savi akan ando kunsta­kere metro­pol­tscha andi Eu­ro­pa dromes­ke hi. Jeke le ande fatre­time kinstle­ren­dar, o slova­ki­tiko-austri­tiko Rom Robert Gabris, o Michael Teich­mann use jek vake­ripe resla. Read the rest of this entry »