Geschichte & Gedenken

Wer erzählt die Geschichte der Verfolgung?

Juli 12th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

NS-Verbrechen: Wer erzählt die Geschichte der Verfol­gung von Sinti und Roma?
Hörsaal – Deutschlandfunk Nova, 11.7.2024

Während des Nationalsozialismus wurden Sinti und Roma verfolgt und ermor­det. Akten und Doku­mente der NS-Be­hörden wurden in der Bun­des­repub­lik Deutschland von Polizei­dienst­stellen weiter­ver­wendet. Ein Vortrag der Kultur­wis­sen­schaft­lerin Yvonne Robel.

Yvonne Robel ist Wissenschaftliche Mi­tarbeiterin am For­schungs­institut für Zeit­geschichte in Hamburg. Ihr Vortrag hat den Titel „Der NS-Genozid an Sinti* und Roma*. Zum Wandel von Deu­tungs­hoheiten in der Bundes­repub­lik Deutschland“. Sie hat ihn am 6. Juni 2024 an der For­schungs­stelle für Zeit­ge­schichte in Hamburg ge­halten im Rahmen der Vor­lesungs­reihe: Erfahren, Erkunden, Erkennen. Wissens­ge­schicht­liche Per­spek­tiven auf den National­sozialismus.

Den Artikel zum Stück finden Sie hier.

(Text: Hörsaal – Deutschlandfunk Nova)

„Das vergessene Gedächtnis“

Juli 11th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Museale Sammlung und Ausstellung: "Das vergessene Gedächtnis"Deutschland: Museumsprojekt zur Geschichte des Holo­caust an Sinti und Roma prä­sen­tiert Zwi­schen­er­geb­nis. Die Aus­stel­lung ist noch bis zum 18. Au­gust 2024 im Doku­men­ta­ti­ons- und Kul­tur­zent­rum in der Bre­meneck­gasse 2 in Hei­del­berg zu se­hen. Der Eintritt ist frei.

Am Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ent­steht eine mu­seale Samm­lung mit Ob­jekten und Zeit­zeu­gen­ge­sprä­chen. Das Pro­jekt wird von der Stif­tung Erin­ne­rung, Ver­ant­wor­tung und Zu­kunft (EVZ) und dem Bundes­mi­nis­te­ri­um der Finanzen (BMF) in der Bil­dungs­agen­da NS-Unrecht ge­fördert.

Bei der Projektvorstellung mit einer Podiums­dis­kussion zur Zu­kunft des Er­innerns war auch der Holo­caust-Über­le­bende Christian Pfeil zu Gast. Sein Überleben glich einem Wunder. Von den dra­ma­tischen Um­ständen seiner Geburt im von den Natio­nal­sozia­listen besetzten Polen erzählte Christian Pfeil auf dem Podium. Ein Video zu seiner Lebens­ge­schichte ist in voller Länge auf einem der Bild­schirme der Aus­stellung zu sehen, die im Gewölbe­keller des Doku­men­tati­ons­zentrums hängen. Seit 2022 befragt ein Experten­team hier Zeit­zeugen und sucht nach Objekten zur Ge­schichte von Sinti und Roma während und nach dem Holocaust, dem 500.000 Men­schen zum Opfer fielen. Über­le­bende erfuhren häufig auch nach dem Ende der NS-Zeit Aus­gren­zung und Vor­urteile, so berich­tet es Christian Pfeil von seiner Schulzeit. Viele von ihnen bauten sich dennoch, wie der Trierer Sänger und Gastro­nom, der erfolg­reiche Restau­rants führte, eine eigene beruf­liche Existenz auf.

Statt Klischees solle eine neue museale Sammlung diese Vielfalt der „Lebens­realität der Sinti und Roma“ ab­bilden, so der Vor­sitzende des Doku­men­tations­zentrums und Zentralrats Romani Rose. Damit lege sie „einen neuen Zugang zur Geschichte der Min­derheit“. Auch Dr. Ralf Possekel, Leiter des Bereichs För­derung und Akti­vitäten der EVZ, betonte die Be­deutung des Projekts, das er­mögliche, bisher „un­be­kannte Geschichten“ zu erzählen. Ziel der Stiftung sei dabei, in der Erin­nerung an „Schicksale und Erfah­rungen der im National­sozia­lismus verfolgten Men­schen und Gruppen“ auch „das kritische Ge­dächtnis Deutschlands zu stärken“. Einig waren sich alle Teil­nehmenden der Diskussion, dass gerade in Zeiten wach­senden Antiziganismus und Rechts­radika­lismus die NS-Ver­gangen­heit nicht in Ver­gessen­heit geraten dürfe.

Vera Tönsfeldt machte noch einmal deutlich, dass der natio­nal­sozialis­tische Staat auf eine völlige Aus­löschung von Menschen und ihrer Geschichte gezielt habe. Umso wichtiger sei es, „ver­gessene Ge­dächt­nisse“ wieder sichtbar zu machen. Read the rest of this entry »

Sinto-Mausoleum in Halle vor Sanierung

Juli 7th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken

Deutschland: Das Mausoleum in Osendorf wird saniert (Foto: Radio Corax)Erfolg für Erinnerungskultur und Denk­mal­schutz der Stadt Halle (Saale): Das Sin­to-Mau­so­le­um in Osen­dorf, die Ruhe­stätte Josef Wein­lichs, wird sa­niert.

Deutschland: Die Stadt Halle (Saale) plant die Sanierung des als Baudenkmal eingestuf­ten Gebäudes, das um das Jahr 1915 als Mauso­leum für den Sinto Josef Weinlich, errich­tet wurde. Dem Objekt kommt nach Ein­schätzung der Landes­denkmal­be­hörde eine „ho­he denkmal­fach­liche Be­deutung“ zu. Es stellt in seiner Art und Weise ein seltenes (Bau-)Denkmal der natio­nalen Minder­heit der Sinti vor Aus­gren­zung, Depor­tation und Ver­nich­tung dar. Das Mausoleum ist derzeit in sehr schlech­tem Zustand und droht zu­sammen­zu­fallen. Die nunmehr mög­liche Re­konstruk­tion umfasst unter anderem die Er­tüch­ti­gung der Gründung des Gebäudes, des Mauer­werkes und der Tonnen­decke. Über­dies sollte die Holz­konstruk­tion aus­ge­tauscht, die Wieder­her­stellung der denkmal­gerechten Dach­ein­deckung erfolgen und die fehlende Tür­anlage original­getreu nach­gebaut und er­gänzt werden. Im Zuge der Sanierung sollen mög­lichst viele noch vor­handene Bauteile und -ele­mente Sanierung ein­ge­setzt bzw. wieder­ver­wendet werden.

Die Stadt Halle (Saale) freut sich über eine Förderung aus dem Denkmal­schutz-Son­der­pro­gramm der Be­auf­tragten der Bundes­regierung für Kultur und Medien in Höhe von 157.000 Euro für die Sanierung des Sinto-Mau­so­leums in der Karl-Meiß­ner-Stra­ße 42. Der Haus­halts­aus­schuss des Bundes hat dem Antrag der Stadt Halle (Saale) auf eine Zu­wendung zu­gestimmt.

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Forschungsvorhaben in Schleswig-Holstein

Juni 3rd, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Forschungsprojekt in Deutschland: Die Flensburger Sinti-Familie Weiß wurde 1940 deportiert (Bild: Museum Flensburg) Europa-Universität Flensburg: Die For­schungs­stelle für re­gio­na­le Zeit­geschichte und Public History er­forscht grund­ständig die Geschichte der Sinti und Roma im Na­tio­­nal­so­zia­lis­mus und in der Nach­kriegs­zeit.

Laufzeit: 1.12.2023 bis 30.11.2025

Im Januar 2022 hat der Schleswig-Holsteinische Landtag ein­stimmig be­schlossen, die Geschichte der Sinti und Roma in Schles­wig-Hol­stein, ins­beson­dere zu Ver­folgung und Ver­treibung im National­sozialis­mus, auf­zu­arbeiten. Im Dezem­ber 2023 ist der Start­schuss für die wissen­schaftliche Unter­suchung des Themas durch die For­schungs­stelle für regio­nale Zeit­geschichte und Public History der Euro­pa-Uni­ver­sität Flensburg ge­fallen.

Forschungsstelle

Den Zuschlag für das Projekt hatte die Forschungsstelle im Oktober 2023 er­halten. Gegen­stand des For­schungs­pro­jekts ist die Ge­schichte der Sinti und Roma in Schles­wig-Hol­stein im 20. Jahr­hundert, mit dem Schwer­punkt auf der NS-Zeit und deren Bewäl­tigung nach 1945. Der Fokus des Projekts liege nach Auskunft der For­schungs­stelle auf der Er­schlie­ßung aller Ent­schädi­gungs- und Wieder­gut­machungs­ver­fahren, die in Schles­wig-Hol­stein im Hinblick auf Sinti und Roma geführt wurden. Weitere Arbeits­felder des Projektes seien die Durch­führung von narra­tiven Interviews mit Nach­kommen der Überlebenden, die Erstellung einer Auf­listung regionaler Über­lieferun­gen in Schles­wig-Holstein und die Durchführung einer exempla­ri­schen Zeitung­sanalyse, um ins­beson­dere die Kon­tinui­täten des Anti­ziganismus zu analy­sieren.

Abschlussbericht für November 2025 erwartet

Projektleiter ist der Direktor der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History, Prof. Dr. Marc Buggeln. Am Projekt wirken darüber hinaus die wissen­schaft­lichen Mit­arbeiter Dr. Sebastian Lotto-Kusche und Melanie Richter-Oertel sowie studen­tische Hilfs­kräfte mit. Die For­schungs­stelle wird bis zum 31. Oktober 2024 einen Zwischen­bericht fertigen. Der Abschluss­bericht soll dann bis zum 30. November 2025 vorliegen. Die For­schungs­stelle untersucht und ver­mittelt seit Jahr­zehnten die Geschichte des National­sozialis­mus und dessen Nach­geschichte in der Region. Read the rest of this entry »

Gedenkort in Schleswig-Holstein beschädigt

Juni 2nd, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Demoliertes Holocaust-Denkmal in Deutschland: Flensburg im Mai 2024 (Foto: Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Schleswig-Holstein)Räudige Untat“: Bestürzung nach An­schlag auf Holo­caust-Mahn­mal für er­mor­dete Sinti und Roma in Flens­burg

Der Gedenkort für die vom NS-Regime deportier­ten Sinti und Roma aus Flensburg und Um­gebung am Steinfelder Weg bei der Freien Waldorf­schule Flensburg ist ver­gan­gene Woche be­schädigt worden. Die rund 100 Kilo­gramm schwere Metall­stele, auf der die Namen von 44 Depor­tierten aus der Region ein­graviert sind, wurde gewalt­sam aus der Ver­ankerung ge­rissen. Das demo­lierte Denkmal wurde von Kindern auf dem Schul­gelände ent­deckt. Der Angriff dürfte sich in der Nacht zum Mitt­woch zu­getragen haben, ver­mutlich waren mehrere Täter/in­nen beteiligt. Polizei und Staatsschutz ermitteln. Zeugin­nen und Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

Neuer Gedenkplatz

Die Gedenkstelle war erst im Herbst 2023 bei der Freien Waldorf­schule Flensburg er­richtet worden. Auf dem Areal der Schule waren in der NS-Zeit Sinti und Roma zwangs­weise unter­gebracht worden, bevor sie schließ­lich, 1940, in die Konzentrationslager im Osten deportiert wurden. „Der Platz ist rund an­gelegt, drei Bänke und Hecken­rosen um­fassen ihn“, be­schreibt Denk­mals-Ini­tia­to­rin Constanze Hafner die Gedenk­stelle:

Es gibt eine Tafel, die dem Gedenken Aus­druck gibt, sowie zwei Skulpturen. Die eine ist in die Erde ein­ge­lassen, die andere steht auf einer Stele, auf der an drei Seiten um­laufend die 44 Namen zu lesen sind. Die Namen sind so an­ge­bracht, dass jederzeit weitere ein­getra­gen werden können.

„Verwerflicher Akt“

Die Sinti-Vertreter/innen zeigen sich bestürzt. „Als Nachfahrin von Holocaust-Über­lebenden bin ich un­fassbar traurig und wütend. Ich frage mich, wann die Ent­würdi­gun­gen unserer Menschen endlich auf­hören“, so Kelly Laubinger, Vor­sitzen­de der Sinti-Union Schles­wig-Hol­stein, gegen­über der „taz“.

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Facts & Figures (514)

Mai 31st, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Der vor den Deutschen 1939 nach Ost­polen ge­flüch­te­te pol­ni­sche Ro­ma-„Kö­nig“ Janusz Kwiek wur­de am 14.12.1941 in einem sow­je­ti­schen Lager hin­ge­richtet.

(Quelle)

16. Mai 1944: Aufstand in Auschwitz-Birkenau

Mai 16th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Der Aufstand von Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau – Ver­anstal­tungs­mit­schnitt: Vor­trag von Benjamin Ortmeyer (2021)

Am 16. Mai 1944 sollte Auschwitz-Birkenau II – das sogenannte „Zigeuner­lager“ –, in dem sich zum dama­ligen Zeit­punkt noch etwa 6.000 Häftlinge be­fanden, liqui­diert werden. Die inhaf­tierten Sinti und Roma erfuhren davon und leis­teten Widerstand. Sie be­waff­neten sich mit Schaufeln, Werk­zeugen und dem, was sie finden konn­ten, und schafften es so, die Liqui­dierung vorerst zu ver­hindern. An­lässlich des 77. Gedenk­tages 2021 berich­tet Prof. Dr. Ben­jamin Ort­meyer in seinem Vortrag über diesen Akt des Widerstands von Sinti und Roma in einem Ver­nich­tungs­lager. Vorab sind eine Be­grüßung durch Rinaldo Strauß und ein Gruß­wort von Jochen Partsch, Ober­bürger­meister der Wissen­schafts­stadt Darmstadt, zu sehen. Außer­dem gibt es hier auch die Präs­enta­tion zum Vor­trag.

(Text und Video: CC BY-NC-ND 3.0 DE, Verband Deutscher Sinti und Roma – Lan­des­ver­band Hessen)

Tschechien: Gedenkstätte in Lety eröffnet

April 25th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Erinnerungsort Lety (Foto: Tschechischer Rundfunk)Langer Weg zu würdigem Erinnerungs­ort: Gedenk­stätte für er­mor­dete Roma und Sinti in Lety er­öffnet

Beitrag anhören (mp3)

Radio Prague Int.: Der Weg zu dieser Gedenkstätte war lang und für die Über­leben­den und Nach­kommen teils leidvoll: Am Diens­tag ist im süd­böhmi­schen Lety der Erinne­rungs­ort an den Völkermord an den tsche­chischen Roma und Sinti ein­geweiht worden. In Lety stand während des Zweiten Weltkriegs ein Kon­zentrations­lager für Roma und Sinti. Es war Teil der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Ver­nichtungs­politik. Dass die tsche­chi­schen Roma und Sinti syste­matisch ermordet wurden, daran wurde zu kommunis­ti­schen Zeiten nicht erinnert. Und noch schlim­mer: Ab den 1970er Jahren befand sich am Ort des frühe­ren KZ eine Schweine­mast­farm.

[…] Lety war eines von zwei Konzentrationslagern für Roma und Sinti auf dem Boden des dama­ligen „Protek­torats Böhmen und Mähren“. Das andere befand sich in Hodonín u Kunštátu in Süd­mähren. Das KZ in Lety wurde bereits 1940 als Arbeits­lager ein­ge­richtet und stand wie das spätere Lager in Hodonín unter Leitung der tschechi­schen Gendar­merie. Obwohl beide Ein­richtungen maximal für mehrere Hundert Men­schen Platz boten, wurden hier über 1.300 Roma und Sinti ein­ge­pfercht. 330 von ihnen starben an den un­menschli­chen Be­dingun­gen, weitere 500 wurden ins Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau depor­tiert und dort ermordet.

Von den insgesamt 6.500 tschechischen Roma und Sinti überlebten nur etwa zehn Prozent die Zeit des National­sozialis­mus. Read the rest of this entry »

Das Leben des Pfarrers Arnold Fortuin

April 23rd, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Religion

Podcast: Das besondere Leben des Pfarrers Arnold Fortuin (1901–1970) mit Franz Josef Schäfer

PolL – der Podcast für lebenslanges Lernen, Sept. 2021

In dieser Folge sprechen wir mit dem Historiker Franz Josef Schäfer über eine ganz beson­dere Gestalt aus der saarländischen Ge­schichte – Arnold Fortuin. Dieser prägte in der Zeit vor und wäh­rend des Zweiten Welt­krieges maß­geblich die Geschicke der saar­län­di­schen Sinti und Roma – und war auch ver­antwort­lich für die so­genannte „Zi­geu­ner-Wallfahrt“, die sich in der Nach­kriegs­zeit etab­lierte. Als National­seelsorger war er aber auch ver­ant­wortlich für das Wohl aller deutschen Sinti und Roma – und hinter­ließ durch seine Arbeit bis heute einen blei­ben­den Eindruck.

(Text und Sendung: PolL)

Siehe auch:
Arnold Fortuin. Die Verfolgung der Sinti und Roma im Saarland, 8.4.2024
Katholische Roma-Seelsorge in Deutschland, 16.3.2024

„Die vergessene Geschichte der Sinti und Roma“

April 20th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Fast vergessen: Podcast der Hessischen Landeszentrale für poli­ti­sche Bil­dung, Sep­tember 2023

In Hessen leben aktuell zwischen 7.000 bis 10.000 Sinti und Roma. Sie sind die größ­te in Deutschland an­er­kannte natio­nale Minder­heit. Ihre Geschichte ist geprägt von Vor­ur­teilen, Hass und Hetze. Die Ver­folgung gipfelte in der Er­mordung einer halben Mil­lion Sinti und Roma wäh­rend des Nazi-Re­gimes. Die Aus­grenzung und Ab­wertung der Volksgruppe nahm jedoch schon vor 600 Jahren ihren Lauf. Über die ver­ges­sene Geschichte der Sinti und Roma erzählt in dieser Folge Rinaldo Strauß, stell­vertretender Geschäfts­führer des Hessi­schen Landes­verbandes der Sinti und Roma. Neben seinen Erfah­rungen als Sinto, erzählt er auch über seinen Wunsch nach mehr Auf­klärung über Antiziganismus.

(Text und Sendung: Fast vergessen)

Bayern: Studie zur „Zigeunerpolizei“ des BLKA

April 18th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

BayernEveline Diener: Das Bayerische Landeskriminalamt und seine „Zigeuner­polizei“. Kon­tinui­täten und Dis­kon­tinui­tä­ten der bayeri­schen „Zigeuner­ermit­tlung“ im 20. Jahr­hun­dert (=Schriften­reihe der Deutschen Gesell­schaft für Polizei­geschichte e. V., Band 25), Verlag für Polizei­wissen­schaft: Frank­furt am Main 2021 (560 S.)

Die spezifisch genozidale Ausprägung der national­sozia­lis­ti­schen Verfolgung der „Zigeuner“ fand in der Geschichts­wissen­schaft und in der medialen Öffent­lich­keit erst ver­gleichs­weise spät Be­achtung. Dem spielte zu, dass eine ent­rechtende „Zigeuner­politik“ und „Zigeuner­verfolgung“ lange Zeit als normal an­ge­sehen wurde. Diese Proble­matik wird am Bei­spiel der für die „Zigeuner“- bzw. „Landfahrer­ermitt­lung“ zu­stän­digen Stelle des 1946 ge­grün­deten Bayeri­schen Landes­kriminal­amts (BLKA) unter­sucht. Hier werden Kon­tinui­täten sowie Dis­kontinui­täten in „Zigeuner­politik“ bzw. „Zigeuner­verfolgung“ auf der Zeit­schiene „Kaiserreich“, „Weimarer Republik“, „National­sozialis­mus“ und „Nachkriegs­zeit“ auf­ge­zeigt. Dafür werden zwei Forschungs­schwer­punkte zu­sammen­geführt: Die Unter­suchung der ein­schlä­gigen Vor­geschichte – an­gefangen vom Kaiserreich bis zum National­sozialismus – und schließ­lich die Unter­suchung der per­sonellen, inhalt­lichen und organi­sato­ri­schen Aus­gestal­tung der „Zigeu­ner“- bzw. „Landfahrerstelle“ des Baye­ri­schen Landes­kriminal­amts der Nachkriegszeit. Hierbei liegt der Fokus auf Prägungen und Laufbahnen der dort tätigen Be­schäf­tigten, auf gesell­schafts­politi­schen Rahmen­bedin­gun­gen und Einfluss­fak­toren sowie schließ­lich auf lang­fristig ge­prägten Strukturen und Mentalitäten in „Zigeuner­politik“ und „Zigeuner­ermitt­lung“. Somit leistet die Arbeit eine For­schungs­berei­che­rung auf dem bisher noch wenig unter­suchten Gebiet der „Zigeuner“- bzw. „Landfahrer­ermitt­lung“.

(Text: Verlagsinfo)

Eine kritische Besprechung von Markus End finden Sie hier (pdf).

Siehe auch:
Bayern: Polizei erforschte „Landfahrerstelle“
, 15.12.2021

8. April 2024: Internacijonali Romengero Di

April 11th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 9.4.2024 | 8:43 min

Internationaler Tag der Roma Romnija

O erschti themeskero-Romengero-kongreso ando bersch deschu­enja eftavar desch taj jekto bersch ande London o kesdipe le Ro­men­ge­re-pol­ga­ren­ge­re tscha­tschi­pes­kere micini­pestar sina. Sajt oja cajt, ando 8to april upro cilo them akci­jona­kere divesa del, kaj i situa­cija la flogos­kera grupnatar upre sikadi ol. Ada bersch, papal but mula­tin­tschage andi cili Europa taj te andi Austrija del. I Romen­geri flogos­keri Utschi Ischkola ando kultura­kero kher Loipersdorf use jek mula­tin­tschago le anaveha – „Die un­be­kannten öster­reichi­schen Opfer des Roma-Ge­nozids im so ge­nannten Zi­geuner­lager Litz­mannstadt 1941–1942“ akartscha.

Anlässlich des Internationalen Rom*nja-Tages 2024 fand im Kultursaal Loipersdorf eine Tagung unter dem Titel „Die unbekannten österreichischen Opfer des Roma-Genozids im so genannten Zigeunerlager Litzmannstadt 1941-1942“ statt.

Andreas Lehner, Mag. Feri Janoska, Vor­sitzen­der Roma Volks­hoch­schule Burgenland
Bgm. Jürgen Zimara, Loipersdorf-Kitzladen
Gerhard Baumgartner: Deportation Wiener Roma und Sinti nach Lacken­bach 1941
Herbert Brettl: Einlieferungen nach Lackenbach in Vor­berei­tung der De­porta­tion 1941/42
Ludwig Laher: Die Insassen des Lagers Weyer und ihre Depor­ta­tion nach Lacken­bach 1941
Emmerich Gärtner-Horvath: Familiäre Überlieferungen einer burgen­län­di­schen Roma­familie zur De­por­ta­tion 1941
Dr. Werner Koroschitz: Die Deportation von Kärntner Sinti-Fami­lien nach Lacken­bach 1941
Moderation: Frank Reuter (Universität Heidelberg)
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Gondolipeskero than ande Loipersdorf taj Kitzladen

April 11th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 9.4.2024 | 6:23 min

Denkmal für die vergessenen Roma-NS-Opfer in Loipersdorf und Kitzladen

Gondolipeskero than le pobisterde Roma NS-opferenge ande Loipers­dorf taj Kitzladen: Uso gon­dolipe le Romenge andar Loipersdorf taj Kitzladen, save anglo 1938 dschi 1945 opfertscha le nacijo­nal­socija­lis­musistar ule. Angle 1938 dschivnahi andi ge­majndi Kitzladen 48 Roma, save ando berscha 1939 dschi 1942 ando minden­felitike loger­tscha ledschim ule taj schoha buter pal ale. Ande Loipers­dorf anglo 1938, 115 Roma atschnahi, save ando bersch 1939 dschi 1942/43 ando minden­felitike lo­gertscha ledschim ule taj odoj pumaro ileto na­schade. Ande Linz/Donau taj St. Margare­then (Burgenland) meg poar fa­miliji dschin.

Zum Gedenken an die Romnja und Roma – Frauen, Männer und Kinder – aus Loipers­dorf und Kitzladen, die von 1938 bis 1945 Opfer des Natio­nal­sozialis­mus wurden. Vor 1938 waren in der Gemein­de Kitzladen 48 Roma an­sässig, die in den Jahren 1939 bis 1942 in ver­schie­dene Kon­zentra­tions­lager ge­bracht wurden und nicht wieder zurück­ge­kehrt sind. In Loipersdorf waren vor 1938 115 Roma wohn­haft, die in den Jahren 1939 bis 1942/43 in ver­schiedene Kon­zentra­tions­lagern ab­trans­portiert wurden und dort ums Leben kamen. Read the rest of this entry »

Arnold Fortuin. Die Verfolgung der Sinti und Roma im Saarland

April 4th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Religion, Wissenschaft

Buchcover: Arnold FortuinFranz Josef Schäfer: Arnold Fortuin. Die Verfolgung der Sinti und Roma im Saarland, Saarbrücken 2022 [→Blattlaus-Verlag]

Der Illinger Historiker Franz Josef Schäfer legt erst­ma­lig die Ge­schichte der saarländischen Sinti und Roma vor, einer weit­gehend ver­gesse­nen NS-Opfer­gruppe.

Pfarrer Arnold Fortuin war der erste Seelsorger der deutschen Sinti und Roma. Bereits seit den Zwanzige­rjahren des 20. Jh. be­treute der dama­lige Saarbrücker Kaplan an der Michaels­kirche in Saarbrücken St. Johann die Außen­seiter und erteilte ihnen Unterricht. In der NS-Zeit gab er ihnen Trost. Nach dem Krieg war er ihr Anwalt und Berater in Ent­schädi­gungs­fragen. Seit 1955 findet all­jährlich eine Wallfahrt von Sinti und Roma statt zur Illinger Bergkapelle.

Die Monografie würdigt ausgiebig zum ersten Mal den Men­schen und Seelsorger Fortuin, der viele Jahre nach seinem Tod mit dem Bau des Fortuin-Hauses in Berlin sowie der Be­nen­nung einer Straße und einer Schule in Illingen eine späte An­er­kennung ge­funden hat. Neben einem histori­schen Abriss der Minder­heit stellt der Autor ihren Verfolgungs­weg auf quellen­kund­­li­cher Basis dar am Beispiel aus­ge­wählter Familien. Wie die Be­völ­kerungs­gruppe in belletris­ti­schen Werken saarländischer A­uto­rin­nen und Autoren ge­sehen wurde, ist eben­falls vor­zu­finden.

(Text: Blattlaus-Verlag)

Das Buch von Franz Josef Schäfer, thematisiert in der ausführ­li­chen Dar­stellung der Vita des katholi­schen Geist­lichen den Wider­spruch von indivi­dueller mensch­licher Hilfe und politischer Igno­ranz der Amtskirche. Schäfer be­trachtet einer­seits Fortuins Loyalität gegen­über dem Dienst­herrn und schildert anderer­seits, akribisch recher­chiert und mit großer Empathie, das per­sönliche Auf­be­gehren des Priesters, sein un­ge­broche­nes Engage­ment für die Minder­heit, sein Eintreten gegen die Unter­lassun­gen und Ignoranz der Mehrheit. Der Autor bewahrt sich den­noch die not­wendige Distanz. Der Zivil­courage Fortuins, die riskante Unter­stützung der Roma und Sinti in der NS-Zeit und der kon­tinuier­liche Einsatz für die Rechte der Roma und Sinti nach 1945, steht pointiert die Kritik an den Äußerun­gen des Kirchen­mannes gegen­über, nämlich der Kol­portage des üblichen Klischees, den ver­brämten Genera­lisie­rungen, die seit Jahr­hun­derten Grundlage der Dis­kriminie­rung sind. Read the rest of this entry »

Nie wieder ist jetzt / Schoha buter hi akan

März 26th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 25.3.2024 | 9:06 min

Rechnitz. Das Massaker beim Schlachthaus im März 1945

Ando 24. merc 1945 valami 1000 ungrike dschidov­tscha andar o logeri Köszeg (Ungriko) la srastu­naha pedar i granica Burg trans­por­tirim ule. 200 iste mujs­nipes­keri buti kerde taj o nasvale murscha usi srastu­nakeri vora Rohoncate pal ande ule. Oja kirati upro dis Batthyány Rohonc­ate jek NSDAP kamerad­schaftis­kero mula­tin­tschago kerdo ulo. Ceugn phenen, hot o NSDAP thanes­kero grupnen­gero schero Franz Podezin deschuduj orenge jek telefo­nato usch­tidija, kaj akor paloda 15 murscha pusch­kenca bevofnim ule. Adala murscha dromeske pumen kerde usar i dis uso Kreuzstadl, kaj o khine dschidov­tscha otscha ande ule. Paloda kada o murscha 180 manu­schen murdarde, papal andi dis pal ale, bajder te mulatinel. Phu­kajip­tscha phenen, hot 18 dschidov­tschengo o ileto muklo ulo, kaj odole le mulen schaj ande handle. Paloda on pasche le schlacht­hausistar murd­arde ule.

Am 24. März 1945 wurden an die 1000 ungarische Jüdinnen und Juden vom Lager Köszeg (Ungarn) mit der Eisen­bahn über die Grenze in den kleinen Ort Burg trans­portiert. 200 für den Arbeits­einsatz zu kranke Männer wur­den zum Bahnhof Rechnitz zu­rück­gebracht. Am Abend desselben Tages fand im Schloss Batthyány in Rechnitz ein NSDAP-Ka­merad­schafts­fest statt. Laut Zeugen­aussagen erhielt der dort an­wesende NSDAP-Orts­gruppen­leiter Franz Podezin gegen Mitter­nacht einen Anruf, worauf­hin er 15 Männer be­waffnen ließ. Diese Gruppe machte sich vom Schloss aus auf den Weg zum Kreuzstadl, wohin in der Zwi­schen­zeit die völlig er­schöpften Juden gebracht worden waren. Nach­dem die Männer dort 180 Men­schen ermordet hatten, kehrten sie ins Schloss zurück, um weiter zu feiern. Read the rest of this entry »

Online-Enzyklopädie zum Roma-Holocaust

März 4th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Enzyklopädie zum Roma-GenozidNS-Völker­mord an den Sinti und Roma in Euro­pa: Prä­sen­ta­tion einer On­line-En­zyklo­pä­die am 5. März in Berlin

Unter nationalsozialistischer Herrschaft wur­den Hun­dert­tau­sende Sinti und Roma in Deutschland und ande­ren euro­päi­schen Ländern ver­folgt und ermordet. Ziel des NS-Staats und seiner Rassen­ideologie war die europa­weite Ver­nichtung der Minder­heit. Das vor­gestellte inter­nationale Pionierprojekt führt das verstreute Wissen über den national­sozialis­ti­schen Genozid in seiner euro­päischen Dimension in einer groß­angelegten Enzyklopädie zu­sammen. An dem vom Aus­wärtigen Amt ge­förderten Vorhaben arbeiten derzeit mehr als 80 Wissen­schaft­lerin­nen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Mit dem Launch wird die auf Deutsch und Englisch an­gelegte Enzyklopädie, die in Ko­operation mit dem Center für digitale Systeme an der Freien Univer­sität Berlin entsteht, erstmals online zu­gänglich. Sie wird bis Ende 2025 auf rund 1.000 Fach­beiträge an­wachsen und einen Meilen­stein für die Forschung und Bildungs­arbeit zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa dar­stellen.

(Text: Ankündigung der Forschungsstelle Antiziganismus, Univ. Heidelberg)

Ausstellung: „Man will uns ans Leben“

Februar 26th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Briefbombenreste, Bilder und Bekennerschreiben (Foto: © BMI)Ab April: Ausstellung „Man will uns ans Leben“ – Bomben gegen Min­der­hei­ten 1993–1996

24.4.–25.8.2024: Volkskundemuseum Wien
20.9.–24.11.2024: kärnten.museum, Klagenfurt
7.2.–8.3.2025: Offenes Haus Oberwart

Die Ausstellung der Initia­tive Min­der­hei­ten hat das Ziel, his­to­ri­sches Wissen zu den größ­ten innen­poli­ti­schen Gewalt­taten der Zwei­ten Republik zu ver­mitteln, aber auch das poli­tisch-ge­sell­schaft­li­che Klima der 1990er Jahre und seine Folgen für die direkt be­trof­fe­nen Min­der­heiten­com­mu­nitys auf­zu­zeigen.

Vor 30 Jahren, am 3. Dezember 1993, explodierten in der ORF-Min­der­heiten­re­dak­tion in Wien und in der Pfarre Hartbergin der Steiermark zwei Brief­bomben und ver­letzten die Modera­torin Silvana Meixner und den „Flüchtlings­pfarrer“ August Janisch schwer. Bis zum 6. Dezem­ber 1993 wurden wei­tere acht Briefbomben ver­schickt, eine davon zer­fetzte die linke Hand des dama­ligen Wiener Bürger­meisters Helmut Zilk. Im August 1994 explo­dierte eine vor der zwei­sprachigen Rennerschule in Klagenfurt de­po­nierte Rohrbombe beim Ent­schär­fungs­versuch und riss dem Polizisten Theodor Kelz beide Hände ab. Der folgen­schwerste Anschlag fand im Febru­ar 1995 in Oberwart statt, bei dem vier Roma-An­ge­hö­rige – Josef Simon, Karl Horvath, Erwin Horvath und Peter Sarközi – durch eine Sprengfalle ge­tötet wurden.

Die Terrorwelle der selbst ernannten Bajuwarischen Befreiungsarmee, die sich expli­zit gegen ethnische Minder­heiten und ihre Unter­stützer*in­nen richtete, dauerte bis 1997 an. Ins­gesamt 25 Briefbomben und drei Sprengfallen hatten 13 zum Teil Schwer­ver­letzte und vier Tote zur Folge.

Die Bombenserie stellte einerseits den traurigen Höhepunkt eines histo­risch ge­wachse­nen, ten­den­ziell minder­heiten­feind­lichen Klimas in Österreich dar. Read the rest of this entry »

Bombakero atentato amen gondolinas

Februar 6th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 5.2.2024 | 5:12 min

Oberwart: Wir gedenken des Rohrbombenattentats vom 4. Feber 1995

Ando scharto feberi deschenja enjavar desch taj pantschto bersch o lek bibas­ta­leder aten­tato andi dujti repub­lik kerdo ulo. Schtar dschene la flogos­kera grupnatar le Romen­dar o Peter Sarközi, Josef Simon, Karl taj Erwin Horvath jeka bom­batar mur­darde ule. Upri bomba jek tablina upre sina, le pisini­peha „Roma zurück nach Indien“. Uso pro­bali­nipe aja tablina bejg te lel, i bomba eksplo­di­rintscha, savi jek falato jek rasisti­schi motivirti se­rijatar le aten­teteris­tar Franz Fuchs sina. Te ada bersch ando 4. feberi i Roma­pastoral uso gondo­li­pes­kero mula­tintscha­go Erbate uso gon­doli­pes­kero than akartscha le schtar Romen­ge save odoj duach aja bibas­tali bomba pumaro ileto iste mukle, te gon­do­linel.

Anlässlich des Jahrestags des Rohrbombenattentats vom 4. Februar 1995, bei dem vier Volks­grup­pen­an­ge­hö­rige der Roma er­mordet wurden, lud die Roma­pastoral am Sonn­tag in Oberwart bei der Gedenk­stätte „Am Anger“ zum jähr­lichen Gedenken ein.

Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimmsten rassis­tischen Ver­brechen in der Zwei­ten Republik be­gangen. Vier Ange­hörige der Roma, Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wurden in Oberwart durch eine Rohrbombe getötet. Auf der Bombe war ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“ an­gebracht. Bei dem Versuch, dieses Schild zu ent­fernen, explo­dierte die Sprengfalle, Read the rest of this entry »

Palgondolipe le NS-murdaripestar

Januar 25th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 25.1.2024 | 7:29 min

Wie sich Erinnerung an NS-Verbrechen verändern lässt

Angle vakeraschi/Vortrag: Dr. Stefan Benedik, Historiker und Kurator, Haus der Ge­schichte Österreich | Mode­raci­ja/Mo­de­ration: Walter Reiss | Dis­kusi­jo­na­le­ri ka­ri­ka/Dis­kus­si­ons­runde: Em­me­rich Gärtner-Horvath, Manuela Horvath, Andreas Lehner

Sar pe o palgondolipe le NS-murdari­pes­tar te parul mukel: Dugi cajt si­katscha pe andi Austrija na jek latscho kipo: Upre odola agune thana, kaj agun o Roma dschiv­nahi taj tradim taj mur­darde ule. Akan del gava, kaj gon­doli­pes­kere thana odole dsche­nenge kerde ule taj upro NS-akero mur­daripe pal gon­dolinel.

Lange Zeit zeigte sich in Österreich ein wider­sprüch­li­ches Bild: An jenen Orten, an denen keine Roma und Romnja sicht­bar leben, standen teils schon lange Denk­mäler, die an ihre Ver­folgung in der NS-Herr­schaft er­innerten. Gerade dort, wo aber An­ge­hörige das Gedenken beson­ders ein­ge­fordert haben, stießen Ge­denk-Ini­tia­ti­ven auf er­bitterten Wider­stand. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (496)

Januar 22nd, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Bis 1994, als Romani als eine der 20 Spra­chen auf Ge­denk­ta­feln in­klu­diert wur­de, fand sich auf dem Are­al in Au­schwitz kei­n Ge­denk­zei­chen für Ro­ma.

(Quelle/pdf)