Brauchtum & Tradition

Spanien muss Roma-Ehe anerkennen

Dezember 9th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

La Nena (Foto: Mujer hoy)Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Nicht-Anerkennung einer nach dem Brauch der Roma geschlossenen Ehe durch die spanischen Behörden als diskriminierend gerügt. Mit diesem Urteil gaben die Strassburger Richter gestern einer 53 Jahre alten Romni aus Madrid Recht, die im Jahr 2000 vergeblich eine Witwenrente beantragt hatte. Ihr muss die Regierung in Madrid nun 70.000 Euro Entschädigung zahlen.

Die Klägerin María Luisa Muñoz Díaz (La Nena) hatte 1971 als junges Mädchen nach dem Ritus der spanischen Roma geheiratet. Sie bekam mit ihrem Mann sechs Kinder, die alle ins Familienbuch eingetragen wurden. Die Eltern und Kinder erhielten auch alle Vergünstigungen, die für kinderreiche Familien vorgesehen sind. Der Familienvater arbeitete über 19 Jahre als Maurer und zahlte Beiträge an die Sozialversicherung. Nach dem Tod ihres Mannes Ende 2000 beantragte die Frau eine Witwenrente. Diese wurde ihr mit dem Argument verweigert, sie habe nicht nach spanischem Gesetz geheiratet.

Der Gerichtshof für Menschenrechte wies dieses Argument zurück. Im Jahre 1971 habe Spanien ausschließlich Eheschließungen nach dem kanonischen Recht der katholischen Kirche anerkannt, stellten die Richter fest. Erst seit 1981 gebe es auch die Möglichkeit, nur standesamtlich zu heiraten. Die Klägerin sei aber überzeugt von der Gültigkeit ihrer traditionellen Heirat gewesen, zumal sie im Besitz offizieller Unterlagen – etwa des Familienpasses – gewesen sei. Unter diesen Umständen sei die Verweigerung der Witwenrente unverhältnismäßig und diskriminierend gewesen.

(volksgruppen.orf.at)

Radijo Kaktus: 14. Romengero ladipe Cejiste

August 15th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radio, Podcast & TV, Religion

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
14.8.2009, 20:00 & 15.8.2009, 20:30 orenge

mariazell-2009Cejiste o baro raschaj Paul Iby ando 9. august 2009 use peskero 50-berschengero raschajiskero jubilejum o internachijonali Romengeri ladipe Cejiste kertscha. O 70-berschengero raschaj sikal pe ando vakeripe la Gilda Horvathaha meg menik eklik khino: „Te tromtschom, te andi cukunft uso Romengero ladipe Cejiste use ova“, phenel o Iby. O raschaj Fabian Mmagu, selsorgeri le Romenge taj Sintijenge, hi o persenlichi kontakto le Romenca igen barikano. „Amen kamaha jek nevo kipo le khetanipeske te kerel“, phenel o Mmagu. O raschaj Simehatar ando Burgenland Fabian Mmagu angle pantsch berscha la katolischi bischofakera konverencatar uso nevo selsorgeri le Romenge taj Sintijenge arodim ulo. Usi glajchi cajt o baro raschaj Paul Iby le uso gejstlichi asistento le Roma- taj Sinti-selsorgejake ande pri diözese kertscha. Read the rest of this entry »

Radio Kaktus: 14. Roma-Wallfahrt nach Mariazell

August 14th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radio, Podcast & TV, Religion

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
14.8.2009, 20:00 & 15.8.2009, 20:30 Uhr

Roma-Seelsorger Mmaguvolksgruppen.orf.at: In Mariazell leitete Diözesanbischof Paul Iby am 9. August 2009 zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum die internationale Roma-Wallfahrt nach Mariazell. Der 70-jährige Geistliche zeigte sich im Interview mit Gilda Horvath jedoch gar nicht müde: „Wenn ich darf, werde ich sicher auch in Zukunft der Roma-Wallfahrt beiwohnen“, so Iby. Pfarrer Fabian Mmagu, Seelsorger für Roma und Sinti, sei der persönliche Kontakt mit der Roma-Community sehr wichtig. „Wir wollen ein neues Bewusstsein für das Miteinander schaffen“, erklärt Mmagu motiviert. Der Pfarrer von Großpetersdorf im Burgenland Fabian Mmagu wurde vor fünf Jahren von der katholischen Bischofskonferenz zum neuen hauptverantwortlichen Seelsorger für Roma und Sinti ernannt. Gleichzeitig bestellte ihn Eisenstadts Bischof Paul Iby zum geistlichen Assistenten für die Roma- und Sinti-Seelsorge in seiner Diözese.

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Roma sam: Roma-Wallfahrt nach Mariazell

Juli 27th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radio, Podcast & TV, Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland
: 27.7.2009, 20:50 Uhr

MariazellAm Sonntag den 9. August 2009 findet die traditionelle Roma-Wallfahrt nach Mariazell statt. Dieses Jahr hält den Festgottesdienst in der Basilika Diözesanbischof Paul Iby ab. Diese Pilgerreise weist eine jahrhundertlange Tradition auf, die während des NS-Regimes unterbunden wurde und 1995 von den österreichischen Roma-Vereinen wieder ins Leben gerufen wurde. Organisiert wird die Roma-Wallfahrt vom Referat für ethnische Gruppen der Diözese Eisenstadt, Verein Roma-Service, Kulturverein österreichischer Roma, Romano Centro, Verein Ketani Linz, von der VHS der burgenländischen Roma und Organisation „MADHOUSE“ aus München. Die Vorbereitungsarbeiten sind im vollen Gange, erzählt Monika Scheweck vom Referat für ethnische Gruppen im Gespräch mit Susanne Horvath.

Emmerich Gärtner-Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

I kojnha le Romendar | Die Küche der Roma

Mai 27th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Einrichtungen

kojnhaAndo keripe le roman kursistar le farajn Roma-Servicesistar ando feberi 2009 jek projekto uso tema „I kojnha le Romendar“ kesdintscha. Dschene andar o kurs tradicijoneli Romano habe keren, taj o arajipe le habestar taj o receptscha sikavas tumenge adaj upri homepage.

Im Rahmen der Roman-Kurse des Vereins Roma-Service ist kürzlich ein Projekt zum Thema „Die Küche der Roma“ angelaufen: TeilnehmerInnen des Kurses bereiten traditionelle Roma-Gerichte zu, die Ergebnisse des gemeinsamen Essens und die Rezepte präsentieren wir auf der Homepage.

Linsen mit Geselchtem | Lentschi schuko masiha [Rezept lesen]
Schweinsmagerlsuppe | Guschumengeri sumi [Rezept lesen]
Gebratene Schweinemägen | Peke balitschane guschuma [Rezept lesen]

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Frankfurter Rundschau: Das Wunder von Prilep

Mai 20th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Medien & Presse, Religion

Frankfurter RundschauRoma in Mazedonien
Das Feenwunder von Prilep


In der Frankfurter Rundschau schildert Norbert Mappes-Niediek seinen Besuch bei einem religiösen Fest der Roma im mazedonischen Prilep, bei dem die Schranken zwischen den Religionen plötzlich aufgehoben scheinen. Elemente aus Islam, Christentum und Naturreligionen verbinden sich zwanglos: „So viel Ökumene auf einmal“, schreibt der Autor, „muss man auf der Welt lange suchen“. Wir bringen im Folgenden einige Auszüge, den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Herdelezi-Feier mazedonischer Roma(…) Einmal im Jahr, am Mittag des 5. Mai, packen die jungen Roma von Prilep in Mazedonien ihre Taschen, nehmen Decken mit, stecken sich einen Revolver in den Hosenbund, schnappen sich ein Schaf oder einen Esel, beladen mit Feuerholz, sammeln sich auf der Schotterstraße zum Weiler Dabnica und wandern gut gelaunt in die Berge. Rund 150 sind es diesmal. Über einen schmalen Pfad steigen sie auf den Samovilec, den Hausberg der Stadt. Es ist ein fröhlicher, aber auch ein frommer Ausflug. Denn in der Nacht zum 6. Mai erscheinen dort drei Feen und spenden den Pilgern das heilige Wasser. (…)

Etwas Zauberhaftes hat das Mysterium vom Samovilec auch für Ungläubige. Vielleicht ist das das eigentliche Wunder: Dass hier, bei den Roma von Prilep, Islam, Christentum und Mythen aus alten Naturreligionen aufeinandertreffen – ohne dass es kracht. Read the rest of this entry »