Slowenien: Dorf gegen Beisetzung einer Romni

Januar 10th, 2010  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

slowenienAm vergangenen Samstag versuchten mehr als 100 Bewohner im Dorf Dobruška vas (Škocjan) in der Nähe von Novo mesto im Südosten des Landes, das Begräbnis einer Romni auf ihrem Friedhof zu verhindern. Das Begräbnis konnte später nach einem Gespräch auf der lokalen Polizeistation doch noch stattfinden. Die slowenische Mitte-Links-Regierung hat erst fünf Tage nach dem Zwischenfall die Ereignisse in der Unterkrain (Dolenjska) verurteilt. Die Regierungskommission für den Schutz der Roma-Gemeinschaft werde sich bei ihrer nächsten Sitzung mit dem Problem der Ermunterung zur Diskriminierung und Intoleranz gegenüber Roma befassen, teilte die Regierung mit. Bereits anfangs der Woche hatte Sloweniens Volksanwältin Zdenka Čebasek Travnik den Zwischenfall unter die Lupe genommen.

Vor gut drei Jahren sorgte in der Unterkrain bereits ein Zwischenfall für Aufsehen: Die große Roma-Familie Strojan wurde im Herbst 2006 von aufgebrachten Dorfbewohnern von ihrem Grundstück in Ambrus vertrieben. Die Polizei brachte die über 30 Personen umfassende Familie zunächst in einem Ausländerheim unter, danach wurde sie in einem staatlichen Gebäude in einem Vorort von Ljubljana/Laibach untergebracht, das später zu ihrem Eigentum wurde. Die damalige Mitte-Rechts-Regierung musste sich massive Kritik für ihr Vorgehen gefallen lassen, da die Polizei dem Protest der Bevölkerung nachgegeben habe. Die vom Staat verfügte Umsiedlung der Familie wurde von Menschenrechtlern und auch vom Europarat kritisiert.

(volksgruppen.orf.at)

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