„Bestandteil der österreichischen Identität“

April 9th, 2020  |  Published in Politik

Parlament Wien (Foto: Manfred Werner/WikiCommons)Nationalratspräsident zum Welt-Roma-Tag: Kul­tur der Roma und Sinti ist „Be­stand­teil der ös­ter­rei­chi­schen Iden­ti­tät“. So­bot­ka will An­lie­gen der Volks­grup­pe stär­ker in den Fo­kus rücken

Am 8. April 1971 fand in London der Erste Welt-Ro­ma-Kongress statt, um damit die An­fänge der Roma-Bür­ger­rechts­bewe­gung ein­zu­läuten. Seit nun­mehr 30 Jahren fin­den an diesem Tag welt­weit Aktions­ver­anstal­tun­gen statt, um auf die Lage die­ser Minder­heit auf­merk­sam zu machen.

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka hat nach dem Gedenktag an­läss­lich des Anschlags auf bur­genlän­di­sche Roma vor 25 Jah­ren in Oberwart am 5. Febru­ar 2020 an­ge­kün­digt, die An­liegen dieser seit 1993 an­erkann­ten Volks­gruppe wieder stär­ker in den Fokus zu rücken. Eine von ihm orga­ni­sierte Dis­kussions­ver­anstal­tung an­lässlich des Welt-Ro­ma-Ta­ges im Par­lament konn­te auf­grund der aktuel­len Situa­tion im Zu­sammen­hang mit der Coro­na-Pan­demie leider nicht statt­finden.

Nichtsdestotrotz soll das Bewusstsein für die Anliegen der Roma in der öster­rei­chi­schen Gesell­schaft ge­schärft werden, denn „die Kultur der Roma und Sinti ist ein Bestand­teil der öster­reichi­schen Identität“, so Sobotka. Dies kön­ne bei­spiels­weise über die Ver­mitt­lung der Geschichte und die gesell­schaft­liche Ent­wicklung dieser Volks­gruppe nach 1945 in den Schulen ge­fördert werden. Auch wenn sich seit der Imple­mentie­rung der Roma-Strate­gie der EU-Kom­mission vieles zum Bes­seren gewandt hat, ist die größte Minder­heit Europas nach wie vor von Benach­teil­igung am Arbeits- und Woh­nungs­markt be­trof­fen. Emmerich Gärtner-Horvath, Beirats­vor­sitzen­der der Volks­gruppe der Roma stellt fest, dass „die Roma […] noch lange nicht am Ziel an­ge­kom­men [sind], aber es gibt einige Länder, darun­ter Österreich, die sich ge­mein­sam mit uns auf den Weg für eine bessere Zu­kunft der Roma machen“.

Auch 27 Jahre nach der Anerkennung der Roma durch die Republik Öster­reich sind Mit­glieder dieser Minder­heit noch immer mit Aus­grenzung, Dis­kriminie­rung und Antiziganismus konfron­tiert. National­rats­präsi­dent Sobotka weist des­halb darauf hin, dass „wir nicht müde wer­den dürfen, weiter gegen jede Form von Vor­urteilen und Dis­krimi­nie­rung ent­schie­den auf­zu­tre­ten. Ein friedliches Mit­einan­der aller Be­völ­ke­rungs­grup­pen in Österreich muss unser ge­mein­sames Ziel sein“. Andreas Sarközi, Ge­schäfts­füh­rer des Kulturvereins öster­reichi­scher Roma, setzt sich eben­falls seit Lan­gem für ein Mit­einan­der auf Augenhöhe ein. „Rom heißt Mensch. Als voll­wer­tige und von der Gesell­schaft an­erkannte Men­schen, mit all ihren Stärken und Schwä­chen, wollen die Roma be­handelt wer­den“, so Sarközi.

(Text: Pressedienst der Parlamentsdirektion, Parlamentskorrespondenz)

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