RomnjaJazz: Auch das kann „Roma-Musik“

Mai 20th, 2019  |  Published in Frauenrechte, Musik

RomnjaJazzAnlässlich des Internationalen Tags des Jazz stell­te RomaTrial e.V. am 30. April das ein­jäh­rige Jazz­künst­lerin­nen-Pro­jekt vor, das 2019 die För­de­rung der Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung für Kultur und Europa er­halten hat. Es unter­stützt drei Mu­sikerin­nen mit Roma-  bzw. Sinti-Hin­ter­grund, die Klischees jeg­li­cher Art wider­legen.

Das Projekt RomnjaJazz reagiert auf anhaltende Benach­tei­li­gung und die Unter­re­prä­sen­tanz von Frauen, ins­beson­dere von Musikerin­nen und Kom­ponistin­nen, die sich zu „People of Color“ zäh­len oder einen ande­ren Min­der­heiten­hinter­grund haben, in der Jazz­szene. Von Febru­ar bis De­zem­ber 2019 arbei­ten die Jazz­musi­kerin­nen und -kom­ponistin­nen Riah Knight, Matilda Leko und Tayo Awosusi-Onutor (siehe auch hier und hier) mit Ex­per­tin­nen und Ex­perten aus ver­schie­de­nen Berei­chen zu­sammen, um ihre künst­le­ri­sche Ent­wick­lung voran­zu­trei­ben, ihre prak­tischen Manage­ment-Fä­hig­kei­ten zu ver­bes­sern und ein attrak­ti­ves Image für ihre Selbst­prä­sen­ta­tion zu kre­ieren.

Das Programm teilt sich in drei Phasen auf: Sichtbarkeit, Komposition und Kol­la­bo­ra­tion. Neben Work­shops und Ent­wicklung neu­er Musik­stücke sind auch ge­mein­same Auf­tritte in Berlin ge­plant. „Ich den­ke, dieses Pro­jekt ist wirk­lich not­wendig, nicht nur für unse­re Com­munity und die Art, wie wir Platz im Main­stream ein­neh­men, son­dern auch für Frauen in der Berliner Jazz­sze­ne all­ge­mein. Romnja­Jazz ist eines von vie­len Bei­spie­len dafür, wie Frauen in der Sinti- und Ro­ma-Kunst und im Ak­tivis­mus in den Vorder­grund tre­ten. Wir sind viele, und wir werden weiter wach­sen“, sagt Riah Knight.

Das Projekt will die Heterogenität der Sinti- und Roma-Com­mu­ni­ties zeigen und den indi­vi­duel­len Beitrag zur Gesell­schaft der be­teilig­ten Künst­lerinnen wert­schätzen. Rom­nja­Jazz ist daher auch ein Mittel gegen die all­tägliche und all­gegen­wär­tige Ab­wer­tung von Sinti und Roma. Romnja“ steht für die weibli­che Plural­form der Selbst­bezeich­nung. Tayo Awo­su­si-Onu­tor sagt dazu: „Viele der musi­kali­schen Bei­träge von Sin­tizzi* und Romnja* sind in der Öffent­lich­keit nicht sichtbar. Da­her freue ich mich beson­ders gemein­sam mit zwei Schwestern und Kol­le­gin­nen Teil des Rom­nja­Jazz-Pro­jekts zu sein. Ich denke, dies ist ein ganz be­son­de­res Pro­jekt. Mensch darf ge­spannt sein!“

(Text: RomaTrial)

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