UNO: Holocaust-Gedenken ohne Roma
Januar 27th, 2014 | Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Der 27. Jänner ist ein bedeutender Gedenktag. Die Vereinten Nationen laden alljährlich aus Anlass des International Holocaust Remembrance Day zu einem offiziellen Festakt ins UN-Hauptquartier in New York, um der Millionen Ermordeten des nationalsozialistischen Völkermords zu gedenken. Dennoch ist dieses feierliche Ereignis für viele der Opfer des NS-Genozids ein Affront und eine Demütigung: Bei der diesjährigen Holocaust Memorial Ceremony bleibt mit den Roma und Sinti eine Opfergruppe ausgeschlossen, die in vielen Gebieten fast zur Gänze dem Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer fiel (so auch in Österreich, wo statistisch nur einer von zehn Angehörigen der Volksgruppe die NS-Verfolgung überlebte). Die Proteststimmen der Betroffenen (etwa hier, hier oder hier) werden igoniert, das Leid der aus rassischen Gründen mit dem Ziel ihrer Vernichtung verfolgten und in den KZs ermordeten Roma bleibt wie so oft ungehört: Es ist, man kann es nicht anders nennen, eine Schande.
Dabei hatten die Roma in den letzten Jahren Anlass zur Hoffnung, dass auch ihr Schicksal und ihre Opfer nicht länger achtlos übergangen werden: Nach energischen Protesten war 2010 mit dem Polen Andrzej Mirga erstmals auch ein Roma-Vertreter als Redner des UN-Gedenkaktes eingeladen worden. Für die Roma war diese Anerkennung ein sehr erfreulicher, bedeutender Schritt. Doch die Repräsentation von Roma „endete so schnell, wie sie begonnen hat“, schreibt Petra Gelbart, selbst Romni und seit 2009 Gast der UN-Gedenkfeiern. Über die Veranstaltungen der letzten Jahre berichtete sie 2012: Read the rest of this entry »