Archive for Februar 27th, 2013

Phantom Bettelmafia? Ein Wissensnotstand

Februar 27th, 2013  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht


Augustin-Cover 2012: "Das Betteln verbieten, das Singen verbieten, das Atmen verbieten"Gibt es in Österreich die ominöse Bettlermafia, über die angeblich jeder Bescheid weiß? Die „Wiener Zeitung“ hat bei den offziellen Stellen nachgefragt, doch selbst die Polizei konnte auf keinen einzigen konkreten Fall verweisen.

(Nachtrag: Zumindest einen aktuellen gerichtlich belegten Fall gibt es tat­sächlich – ein Urteil gegen einen bulga­rischen Prostitu­tions­ring, in dessen Zusam­men­hang auch drei Männer zum Betteln gezwun­gen wurden.)

Gerald Tatzgern, Leiter der Abteilung für Menschen­handel und Schlepperei im Innen­ministe­rium und „rang­höchster Bettler­bekämpfer der österreichischen Polizei“ (Augustin), goss – mitten in der Debatte um regionale Bettel­verbote – in mehre­ren Zeitungs­interviews vor einigen Monaten Wasser auf die Mühlen jener, die rigoros gegen Bettler vorgehen wollen: Wer Bettlern Geld gibt, unterstütze die Mafia, denn das Geld würde, so Tatzgern, in den Taschen der Mafia landen. „90 Prozent der Einnahmen der Bettler“ flössen „direkt zu den Mafiabossen“, verkündete der Polizeioberst in einem Interview vom 23. März 2011. „Bettelei ist eine Form der Ausbeutung der Arbeits­kraft durch Menschen­handel“, meinte er ein andermal pauschal in der „Presse“ und forderte alle Spende­willigen kur­zerhand auf, nichts zu geben.

Es sind solche Behauptungen und Zahlen, die den antiziganistisch grundierten Diskurs gegen (osteuro­päische) Bettler dominieren. Von den Medien werden diese fast immer bereitwillig und unhinterfragt übernommen. Aber: Woher hat Tatzgen diese Zahlen? Worauf beruht die Behauptung, eine mächtige Bettelmafia treibe in ganz Österreich ihr Unwesen? Wie viele Gerichts­urteile gegen Mafia­bosse belegen diese Aussagen, die immer wieder laut­stark als Argument für die Krimi­nalisie­rung der Bettler vorgebracht werden? Was blieb von der Aufregung rund um die beiden mutmaßlichen Fälle von Zwangsbettelei 2009 in Graz und 2010 Wien? Viel wurde über polizeiliche Ermittlungen geschrieben – doch dann wurde es still. Wie also steht es mit den Gerichtsurteilen?

Nun hat sich Barbara Sorge, Journalistin der „Wiener Zeitung“, kürzlich die Mühe gemacht und den Hörer in die Hand genommen, um bei den offiziellen Stellen offizielle Zahlen zu erfragen. Die daraufhin von der Bundes­polizei­direktion Wien über­mittelten Daten: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (58)

Februar 27th, 2013  |  Published in Facts & Figures

Garude lava sind literari­sche Rät­sel und bilden ein belieb­tes Genre der tra­di­tio­nel­len münd­li­chen Kul­tur ins­bes. der slo­wa­ki­schen Roma.

(Quelle)

„Von Romafrage hängt die Zukunft ab“

Februar 27th, 2013  |  Published in Politik, Radio, Podcast & TV


Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
25.2.2013 (on demand / mp3)

Z. Balog (Foto: balogzoltan.fidesz.hu)Zoltán Balog im Gespräch

„Wir sind uns der nationalstrategischen Bedeutung des Problems bewusst. Wir wissen, dass in vielen Dingen die Zukunft des ganzen Landes, auch der Mehr­heit, davon abhängt, wie jetzt mit der Roma-Frage umge­gangen wird“, erklärte der unga­rische Minister Zoltán Balog (Fidesz) jüngst in der unga­rischen Botschaft in Wien. Der Vortrag von Zoltán Balog bei der Veranstal­tung „Rechte, Chancen, Perspek­tiven“ sowie die anschlie­ßende Dis­kus­sion fanden im Rahmen der von der ungari­schen Botschaft getragenen Programm­reihe zur Euro­päischen Roma-Stra­tegie statt. Balog sprach über die bishe­rigen Erfah­rungen und Ergeb­nisse im Kontext der Strategie 2020: „Der sozialpoli­tische Zugang ist ein falscher, der men­schen­rechtliche Zugang ist zu wenig – und kommt an zweiter Stelle. An erster Stelle kommt, wie man diese Leute wieder inklu­diert, wieder hineinholt in den Arbeits­markt, das Schul­system und auch in das kulturelle Leben oder das Staatswesen.“

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