Lagerabriss in Rom: Roma besetzen Basilika
April 24th, 2011 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Wie aus einem Bericht des Bürgermeisters von Rom, Gianni Alemanno, hervorgeht, wurden in den vergangenen Tagen über 1000 zumeist aus Rumänien stammende Roma aus ihren nicht genehmigten Barackensiedlungen vertrieben. Der postfaschistische Bürgermeister bezeichnete den Abbruch der improvisierten Behausungen als „Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit der nomadischen Lebensweise“. Allerdings handelt es sich bei den rumänischen Roma keineswegs um Nomaden, sondern um in Armut lebende und zum Teil mehrfach aus ihren Behelfssiedlungen vertriebene Menschen, die schlicht über keine andere Unterkunft verfügen.
Die Vertreibungs- und Ausweisungsaktion rechtfertigt Alemanno mit dem pauschalen Vorwurf, es handle sich bei den Roma nicht um Bedürftige, sondern um Kriminelle:
„Wir haben 161 Personen identifiziert, 67 Prozent davon sind Straftäter“, erklärte Alemanno und fügte hinzu, dass sie nicht wegen der „verzweifelten Situation“ nach Rom gekommen seien, sondern in Rumänien Häuser besitzen und dennoch hoffen, im Ausland höhere Gewinne zu erhalten, „auch wenn dies auf illegale Weise geschieht“.
Doch selbst Sicherheits-Stadtrat Ciardi erklärt, dass es sich bei 60% der Roma um Kinder und Jugendliche handle. Das Bürgermeisteramt gibt an, es sei allen Roma-Gruppen eine Unterbringung im Aufnahmezentrum Cara angeboten worden. Auch dies erweist sich bei näherem Hinsehen nur als halbe Wahrheit. Der Standard schreibt:
Das Zentrum kann jedoch nur Frauen und Kinder aufnehmen. Gianluca Standerini vom Sozialhilfswerk Popica weist indes darauf hin, dass es „unvorstellbar ist, dass die Familien auf Befehl des Bürgermeisteramtes getrennt leben“, so dass sie andere Schlafplätze werden finden müssen. Laut Standerini wurden die Presse und die Sozialorganisationen bei dem Abbau der Lager nicht zugelassen.
Rund 200 (nach ersten Meldungen rund 100, nach anderen Quellen etwa 150) aus ihrer Behelfssiedlung vertriebene Roma hatten am Freitag in Rom in der Basilika San Paolo Fuore le Mura Zuflucht gesucht, wo sie inzwischen von der Caritas mit Lebensmitteln und Wasser versorgt werden. Read the rest of this entry »