„Zigeuner“ wider Willen
Februar 2nd, 2011 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Rumänien: Senatsausschüsse segnen Umbenennung der Roma ab. Präsident Basescu hält Gesetzesinitiative für „Riesenfehler“.
punkto.ro: Allen Protesten der Zivilgesellschaft, einschließlich zahlreicher Roma-Organisationen, zum Trotz haben am Mittwoch gleich zwei Ausschüsse des rumänischen Oberhauses die Legislativinitiative des liberaldemokratischen Abgeordneten Silviu Prigoana gebilligt, derzufolge im offiziellen Sprachgebrauch künftig der Begriff „Roma“ mit dem Terminus „Zigeuner“ (Anm.: Țigani) werden soll. Die Umbenennung würde einen jahrelangen „Irrtum“ berichtigen, so die gängige Meinung unter den Senatoren, berichtete die Nachrichtenagentur Agerpres. Der Terminus „Zigeuner“ sei keineswegs abwertend, erklärte der liberale Senator Puiu Hasotti im Ausschuss für Menschenrechte und Chancengleichheit. Sein Parteikollege Emilian Francu ging sogar einen Schritt weiter und erläuterte, dass „ein Volk nicht so benannt werden muss, wie es will, sondern gemäß der historischen Tradition“. Francu zufolge würden zudem viele Roma diese Bezeichnung als kränkend empfinden − „bei mir zu Hause, im Landeskreis Valcea, haben sich manche schlechtweg geärgert, als ich sie Roma nannte“, so der liberale Politiker.