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Schussattentat auf Fahrende in der Schweiz

Juni 26th, 2010  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Schussattentat auf Fahrende (Foto: tvxs.gr)Die dem Innenministerium unterstehende Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) hat in einer Aussendung ein Schussattentat auf eine Lager von Fahrenden in Galbisio bei Bellinzona im Tessin verurteilt. Der Schuss, der am Freitag letzter Woche – offenbar von einem Auto auf der nahen Autobahn aus – abgefeuert wurde, traf ein Fahrzeug; verletzt wurde niemand. Laut der Presseagentur Kipa handelt es sich bei den Fahrenden um eine Roma-GruppeÄhnliche Vorfälle hatten sich in den vergangenen Jahren schon in Biasca, Mendrisio, Balerna, Gudo und in San Vittore ereignet. Die Attentate gingen zwar meist glimpflich aus, die Polizei konnte die Heckenschützen jedoch nie ausfindig machen. Auch der Tessiner Bischof Pier Giacomo Grampa hat den Angriff scharf verurteilt: Mit Schüssen löse man keine Probleme, mahnte der Bischof in einem Artikel im „Giornale del Popolo“. Dies sei ein kriminelles Verhalten und Zeichen von einem „großen Sitten- und Wertezerfall“. Die eigentlichen, politischen Hintergründe des Vorfalls kommen in der Meldung der „Neuen Zürcher Zeitung“ zur Sprache:

„Die Tessiner Regierung bemüht sich seit Jahren, Zonen für Fahrende zu definieren. Doch die Gemeinden, in denen man entsprechende Gelände ausgemacht hat, gingen stets auf die Barrikaden. Justizdirektor Luigi Pedrazzini (cvp.) schliesst daher nicht aus, dass der Staatsrat demnächst ein Machtwort sprechen werde. Man könne den Fahrenden Halteplätze nicht verwehren, sagte Pedrazzini (…). Diese Pläne stossen wiederum der Lega dei Ticinesi sauer auf. Den Fahrenden soll es verboten werden, im Tessin zu stoppen, schrieb Lega-Präsident Giuliano Bignasca am Sonntag in seinem Parteiblatt. «Basta nomadi in Ticino!!», lautet seine Forderung.“

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