Ein Platz für die Kerzen – dROMa 20/08
Januar 30th, 2009 | Published in dROMa (Magazin)
Eine angemessene Form des Gedenkens an die Opfer des NS-Völkermords zu finden, ist so wichtig wie schwierig. Die Suche nach dem passenden Ton und der richtigen Geste führt auch zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen, wie den beiden Artikeln in der aktuellen Ausgabe von dROMa zur Gedenktafelenthüllung im burgenländischen Kleinbachselten und zum großen Roma-Mahnmal in Berlin zu entnehmen ist. Kaum waren die Druckmaschinen angelaufen, scheint übrigens doch etwas Bewegung in die Mahnmaldebatte gekommen zu sein – angeblich wird nun, nach Jahren des Stillstands, tatsächlich gebaut (hier die offizielle Presseaussendung).
In einem ausführlichen Interview sprach dROMa zudem mit der Kuratorin Ursula Glaeser über die Grazer Veranstaltungsreihe Romale! („Unser Ziel war es, ein anderes, vielfältigeres Roma-Bild zu zeigen, das den kulturellen Aufbruch, die Emanzipation der Roma ins Zentrum rückte und den Roma einen aktiven Part zubilligte.“) Und ein Artikel lässt passend zum Jahreswechsel noch einmal den „Herbst der Roma-Konferenzen“ Revue passieren. Viele Worte und wenig Taten, lautet die ernüchternde Bilanz nach dem EU-Roma-Gipfel in Brüssel, der Internationalen Roma-Konferenz der österreichischen Caritas im ungarischen Esztergom und dem „VI. Weltkongress der Zigeuner-Seelsorge“ in Freising. („Endlich steht die Lage der Roma auf der politischen Agenda, freuen sich die einen. Genug geredet, meinen die anderen.“)
Für die Rubrik Bücher blickt Michael Teichmann nach Deutschland und stellt das Buch „Wenn nicht sogar sehr – meine Geschichte unserer verhinderten Abschiebung“ der jungen Romni Semra Idic vor, der dank eines prominent unterstützten (hier etwa die Toten Hosen) öffentlichen Protests das Schicksal der österreichischen Familie Zogaj erspart blieb.
Die Winternummer von dROMa liegt wie immer nicht nur als Druckausgabe vor, sondern ist kostenlos auch als PDF-Download verfügbar.
