Film & Theater

Leaving to Remain (Povolení k pobytu)

April 6th, 2023  |  Published in Film & Theater

Plakat "Leaving to remain"Dokumentarfilm von Mira Erdevički
(SK/UK 2022, 91 min)

Vor dem Hintergrund der härteren Ein­wan­de­rungs­politik der britischen Regierung eine herz­er­wärmende, positive Ges­chichte über drei Roma-Ein­wan­derer. In den letzten 15 Jahren haben Denisa, Petr und Ondrej nicht nur ein neues Leben für sich und ihre Fami­lien in Peterborough und Leicester auf­gebaut, son­dern zugleich auch neue Mög­lich­keiten für andere ge­schaffen. Denisa, eine viel­beschäftigte Mutter, die hier ihre juristische Aus­bildung absol­vierte und eine Stelle in einem An­walts­zentrum fand, Petr, der Polizei­beamter wurde und für seine Commu­ni­ty-Arbeit einen MBE erhielt, und Ondrej, des­sen Sohn trotz seiner anfangs fehlen­den Englisch­kennt­nisse in einer Akademie­schule auf­blühte und einen Ab­schluss mit Aus­zeich­nung erlangte.

In the context of the UK’s hardening government policy towards immigration, a heart­warming, positive story about three Roma immigrants. Over the last 15 years, Denisa, Petr and Ondrej have not only made new lives for them­selves and their families in Peter­borough and Leicester but are also creating new opportu­nities for others. Denisa, a busy mother who comple­ted her training in law here and found work in a law centre, Petr who became a police officer and won an MBE for his community work, and Ondrej, whose son has flourished in an Academy school despite his initial lack of English, and has gone on to achieve an honours degree.

(Borderlines Film Festival)

Diagonale: Wankostättn (Regie: Karin Berger)

März 22nd, 2023  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

"Wankostättn" (Filmstill: Karin Berger/Navigator-Film)Dokumentarfilm von Karin Berger
Österreich 2023, 37 min

Einige während der Dreharbeiten zum Film Ceija Stojka (1999) ent­stan­dene Auf­nahmen zeigen Karl Stojka, der be­wegend vom Leben der Rom*nja im natio­nal­sozialis­ti­schen Wien und in der Wanko­stättn-Sied­lung berichtet. In einer Gegen­wart, in der die letzten Zeit­zeug*in­nen sterben, stemmt sich Karin Berger gegen das dro­hende Schweigen und zeigt eine es­senziel­le Funk­tion des Kinos auf.

Es ist bedenklich, dass die Jahrzehnte, in denen wir von Zeitzeug*innen über die Verbrechen des National­sozialismus lernen konnten, weder zu einer völligen Auf­arbeitung führten noch rassisti­sches Gedanken­gut aus unserem Alltag ver­drängten. Nun nämlich sterben die letzten Zeit­zeug*innen, weshalb gerade dem Kino eine essen­zielle Rolle zufällt. Karin Berger, die sich in ihrem Schaffen viel­fältig in das weit­gehend ver­schwie­gene Schicksal der Sinti*z­ze und Rom*nja wäh­rend der Zeit des National­sozialis­mus ein­ge­arbeitet hat, leistet mit Wankostättn einen weite­ren wichtigen Beitrag, der dem dro­henden Schweigen mit aller Kraft ent­gegen­tritt. Das Film­dokument besteht aus Aufnahmen, die sie 1997 im Rahmen ihres Drehs zu Ceija Stojka (1999) mit Karl Stojka, dem Bruder ihrer dama­ligen Pro­ta­gonis­tin, in Wien drehte. Spa­zierend re­konstru­iert Stojka die Lovara-Sied­lung Wankostättn und erzählt mit­reißend aus einem Leben, von dem man ohne seine Worte nie er­fahren hätte. (ph)

Diagonale 2023, Kurzdokumentarfilm/Programm 3:
Do., 23.3., 10:30 Uhr, Schubertkino 2 [Tickets]
Sa., 25.3.
17:30 Uhr, KIZ Royal 2 [Keine Karten verfügbar]

(Text: Katalog, Diagonale 2023)

Facts & Figures (462)

Februar 28th, 2023  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater

Der „Begründer“ des Erzählki­nos, D.W. Griffith, be­gann sei­ne Kar­rie­re 1908 mit einer roma­feind­li­chen Kin­der­raub-Ge­schich­te: The Ad­ven­tures of Dol­lie.

(Quelle)

The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film

Februar 21st, 2023  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

White Mask (Buchcover)Radmila Mladenova: The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film (=Anti­ziganis­mus­for­schung inter­dis­zipli­när – Schriften­reihe der For­schungs­stelle Anti­ziga­nis­mus, Band 3), Heidel­berg University Publishing, Heidel­berg 2022. [CC BY-SA 4.0]

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Die Studie widmet sich einem in der Filmwissenschaft bis­lang ver­nach­lässig­ten Thema: dem ‚Zigeu­ner‘-Phan­tasma auf der Kino­leinwand. Sie ver­bindet die Re­konstruk­tion der Ge­schichte der ‚Zigeu­ner‘-Dar­stel­lun­gen im Film seit den An­fängen des Mediums mit einer sys­te­mati­schen film­theo­re­tischen Ver­ortung ihrer ästhe­tischen und gesell­schaft­li­chen Funktion. Auf der Grund­lage von über 150 Werken aus dem euro­päischen und US-ame­ri­kani­schen Kino wird auf­ge­zeigt, dass den ,Zigeuner‘-Spiel­film­produk­tio­nen un­ab­hängig von Ort und Zeit ihrer Ent­stehung das Grund­gerüst einer ,ethno-ras­si­schen‘ Mas­kerade ge­mein­sam ist. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (458)

Januar 18th, 2023  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater

In Mexiko spielten Roma bei der Etab­lie­rung des Me­di­ums Films eine wich­ti­ge Rol­le. Ihre Wan­der­ki­nos ver­brei­te­ten das neue Me­di­um im gan­zen Land.

(Quelle)

Roma-Wissen: Filmfestival „Ake Dikhea?“

Dezember 17th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

Das internationale Roma-Filmfestival "Ake Dikhea?" in Berlin existiert seit 2017 (Foto: Ake Dikhea?)Ake Dikhea? jek internacijonali festi­valo filmenca Romendar taj Sinti­jendar taj Romenca taj Sinti­jenca hi. O festivalo sajt 2017, sako bersch ande Berlin tel liker­do ol. Ov sikal o them andar o dikipe le Romen­dar taj o phutscha­jipe terdscha­rel, sar on pumen diken taj sar on dikle te ol kamna. O aktujeli falinipe la re­presen­taci­jatar le Romen­dar ando filmis­kero dschivipe ham te butschol, hot ando europitiko kino tschak tschule hangi del, save i dschivdi reja­liteta taj o sako diveses­kere terdschi­jip­tscha le Romen­dar, latsche sikan. Ake Dikhea? Festival of Romani Film le diki­peske adale per­spek­ti­vendar pomo­schinel taj gejng o dime rasis­tischi medi­jengere kurstscha pe ber­scharel. Kerdo ol o festi­valo telal o kinstle­rischi schero Hamze Bytyçi andar i Romen­ge­ri-or­ga­nisa­cija RomaTrial e. V. andar Berlin. O lek terne­der ardipe usar o 24to dschi uso 30kero oktoberi ande Berlin sina. Andi ada ber­schen­geri jury te i betschi­tiki Romni, Simonida Selimović, sina. Upro progra­mo le festi­valostar, 25 filmis­kere pro­dukci­jontscha terdscho­nahi, le Romen­dar, Romenca taj pedar Roma, tel lendar te „Leaving Beginnings Behind“ (dROMa 68). Pasche o filmis­kere sikajip­tscha, o festivalo te use disvkusijo­na­kere mula­tin­tschage taj use jek nec­verkis­kero tala­linipe Romen­ge­re-filmis­kere kera­schen­dar, akar­tscha.

Ake Dikhea? (Romanes für: „Na, siehst du?“) ist ein inter­natio­na­les Festival mit Filmen von und mit Roma und Sinti. Das Fes­tival findet seit 2017 all­jährlich in Berlin statt. Es zeigt die Welt aus dem Blick­winkel von Roma und stellt die Frage, wie sie sich selbst sehen und wie sie ge­sehen werden wollen. Der akute Mangel an Re­prä­senta­tion von Roma in der Film­branche be­deutet auch, dass es im euro­päi­schen Kino nur weni­ge Stimmen gibt, die die geleb­te Realität und die Alltags­erfah­run­gen von Roma an­ge­messen zeigen. Read the rest of this entry »

Europa Passage (Trailer)

Dezember 4th, 2022  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Kinodokumentarfilm von Andrei Schwartz (D 2022)

»Ein berührendes Porträt von Menschen, die jeder Widrig­keit trotzen und ver­suchen, sich ein Stück Nor­mali­tät auf­zu­bauen.« (Dok.Fest München)

Von, mit oder über Sinti und Roma?

November 1st, 2022  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher

Cover Überlegungen zum Themenfeld Antiziganismus und Film. Eine Handreichung für Multiplikator*innen aus Film und Bildungsarbeit

→Hier bestellen (E-Mail) | →Download (pdf)

Welche Filme fallen Ihnen ein, in denen es um Sinti und Roma geht? In wel­chen dieser Filme sind die Roma-Figuren An­wält*in­nen, Lehrer*in­nen oder Buch­händler*in­nen? Und in wie vielen der Filme spielt der Holocaust an Sinti und Roma eine Rolle?

Im europäischen wie im deutschen (Spiel-)Film gibt es wenig Raum für Ge­schich­ten, die einen differen­zierten und inno­vativen Blick auf das Leben der größten Minder­heit Europas werfen. Allzu oft werden statt­dessen Klischees re­pro­duziert, häufig durch eine Fokus­sierung auf Armut, Kriminalität, ver­meint­lich Exoti­sches oder ‚Außen­seitertum‘. Das ist wenig über­ra­schend, denn in Deutschland wie in Europa gehört Anti­ziganismus zur gesell­schaft­li­chen und damit auch zur filmisch wieder­ge­ge­benen Normalität. Die Repro­duktion von aus­gren­zenden und dis­kriminie­renden Stereo­typen in Film und Fernsehen ver­stärkt und legitimiert den gesell­schaft­lichen Aus­schluss einmal mehr. Eine öffentliche Aus­einander­setzung mit der Dis­krimi­nierung von Sinti und Roma und den zu­grunde­lie­genden Ideologien und Strukturen findet kaum statt. Dieses man­gelnde Bewusst­sein über Aus­prägungen und Reich­weite von Anti­ziganismus erschwert, dass sich die Gesell­schaft, und eben auch Film­schaffende, mit dem Thema (selbst-)kri­tisch aus­einan­der­setzen können.

Hier setzt diese Broschüre an: In drei Abschnitten werden antiziganis­tische Bilder im (Spiel-)Film, gän­gige Erzähl­muster und die struk­tu­rellen Hinder­nisse für eine kritische Be­schäf­tigung mit diesen Themen in der Film­land­schaft be­leuchtet. Read the rest of this entry »

Filmfestival AKE DIKHEA? in Berlin

Oktober 23rd, 2022  |  Published in Film & Theater

Ake Dikhea? 202224.–30.10.2022: 6. Internationales Roma-Filmfestival Berlin

AKE DIKHEA? ist ein internationales Festival mit Filmen von und mit Roma und Sinti, das seit 2017 all­jähr­lich in Berlin statt­findet. Es zeigt die Welt aus deren Perspek­tive und stellt die Frage, wie sie sich selbst sehen und wie sie ge­sehen werden wollen. In Romanes be­deu­tet „AKE DIKHEA?“: „NA SIEHST DU?“.

Das 6. Internationale Roma-Filmfestival AKE DIKHEA? beginnt am 10. Jahres­tag der Ein­weihung des Denkmals für die er­mor­deten Sinti und Roma Europas, am 24. Okto­ber 2022, und wirft aus diesem An­lass einen kriti­schen Blick auf die heu­tigen Erin­nerungs­kul­tur(en) in Deutschland und Euro­pa: Die Errich­tung des Denkmals wurde nur durch Jahr­zehnte selbst­organi­sier­ter, zivil­gesell­schaft­licher Kämpfe er­stritten und auch erst 67 Jahre nach dem Ende des Zweiten Welt­kriegs fertig ge­stellt. Und heute wird es durch den Bau einer S-Bahn-Linie bedroht, wo­durch es massiv am symbo­li­schen Wert ein­büßt – genauso wie der lange Kampf für die An­erken­nung der an den Roma und Sinti be­gan­genen Nazi­ver­brechen.

Auch im Filmbereich gibt es zahlreiche Beispiele fehlender Achtung den Roma und Sinti gegen­über, auch an­gesichts der NS-Ver­brechen. Die von Nina Gladitz filmisch fest­gehal­te­nen und äußerst selte­nen Zeugen­aus­sagen von Sinti-Holo­caust-Über­leben­den aus den frühen 1980er Jahren wur­den vom WDR vierzig Jahre lang im Gift­schrank ge­halten, weil die NS-Re­gis­seurin Leni Riefenstahl durch die Auf­nahmen ihren Ruf ge­schädigt sah. Die erste Auf­führung des Doku­mentar­films „Zeit des Schweigens und der Dunkel­heit“ im inter­natio­na­len Kino­kontext am 27. Okto­ber gehört daher zu den High­lights des Festivals. Read the rest of this entry »

Premiere: „Ein Herz für Arme in Salzburg“

Oktober 20th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Filmstill (Foto: Kurt Bauer)Filmemacher Kurt Bauer feiert Film­premiere im Fran­zis­ka­ner­kloster Salzburg

Wie geht es den Armen, Notreisenden, Roma und Ob­dach­losen in Salzburg in unse­rer heraus­fordern­den Zeit? Wie war es früher? Damit be­schäf­tigt sich der Film „Ein Herz für Arme in Salz­burg“. Premiere wird am 21. Ok­t. 2022 um 19 Uhr im Salz­bur­ger Fran­zis­kaner­kloster (Fran­zis­ka­ner­gasse 5) ge­feiert.

Filmemacher Kurt Bauer war dafür beim Projekt „VinziTisch“, das Lebens­mittel an Bedürf­tige ver­teilt, bei den Roma unter der Salzach­brücke, bei den Schlaf­plätzen des Pro­jektes „Biwak“ und der rol­lenden Arzt­praxis „Virgilbus“, bei der Ob­dach­losen­ver­sorgung der Caritas sowie bei der Aktion „Roma Los“ der evan­ge­li­schen Kirche.

„Mein Film ist eine Wertschätzung an die vielen Hände und Herzen, die ich seit acht Jahren mit meinen Filmen zum Thema Armut von unter­schied­li­chen Blick­punkten aus ab­gebildet habe. In dem jetzi­gen Film habe ich beson­de­res Augen­merk auf die helfen­den Händen im Hinter­grund ge­richtet, ohne die viele Men­schen weiterhin nichts zu Essen hätten. Dieser Film ist daher auch ein Dank an alle Men­schen, die die vielen Pro­jekte unter­stützen“, so Bauer.

Zum Film sprechen Kurt Bauer, P. Thomas und Bruder Beda (Fran­zis­ka­ner) sowie Thorsten Binder (Caritas).

Eintritt: Frei – Spenden erbeten!

(Text: Erzdiözese Salzburg)