Film & Theater

„Die Aliens von Lunik 9“ (2005/2011)

Dezember 8th, 2024  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

„Die Aliens von Lunik 9“ – Roma-Ghettos in der Slowakei
Ein Film von Chris Haderer, →Video-Homepage

Angeregt durch das Buch „Die Hundeesser von Svinia“ von Karl-Markus Gauß besuch­ten der Foto­graf Luca Faccio und der Jour­nalist Chris Haderer im März 2005 den Osten der Slowakei. Die Auf­nahmen zu diesem Film ent­standen im Rahmen einer Re­cherche in den Roma-Ghettos von Svinia und Lunik 9.

Mitwirkende: Luca Faccio, Robert Packan, Daniela Hudiova, Auf­nahme und Ge­stal­tung: Chris Haderer. Auf­ge­nom­men im April 2005 in Kosice und Svinia (SK), fertig­ge­stellt im Au­gust 2011 in Wien.

(Film und Text: Chris Haderer)

AKE DIKHEA? 2024: Demokratie im Fokus

Oktober 19th, 2024  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ake Dikhea? 20248. Internationales Roma-Filmfestival
Berlin, 21. bis 27. Oktober 2024

Im Jahr 2024 reagiert AKE DIKHEA? auf die aktu­ellen Ge­fahren für die Demo­kratie: den Wahl­erfolg von rechts­radikalen Parteien in fast allen euro­päi­schen Ländern, die gesell­schaft­liche Spaltung, die wach­sende Zu­stim­mung für men­schen­feind­liche Be­we­gungen. Wir nehmen die aktu­ellen gesell­schaft­lichen Ent­wick­lungen aus der Per­spektive der mar­gina­li­sie­rten Gruppen und vor allem ihre Beiträge zur freien und gerech­ten Gesell­schaft unter die Lupe. Denn es sind Gruppen wie Sinti* und Roma*, die durch anti­demo­krati­sche Ten­denzen am meisten betrof­fen sind – und die zugleich seit vielen Jahren und aus einer inter­sektio­nalen Per­spektive auf vorderster Front gegen Unter­drücken kämpfen, sei es gegen die weiße Vor­herr­schaft der Domi­nanz­gesell­schaft, gegen aus­beute­rische Mecha­nismen des Kapita­lismus oder gegen patriar­chale Denk­muster in eigenen Familien.

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Counterstrategies to the Antigypsy Gaze

September 7th, 2024  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Radmila Mladenova (Hrsg.): Counterstrategies to the Antigypsy Gaze (=Antiziganismusforschung interdisziplinär: Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 5), Heidelberg 2024Radmila Mladenova (Hrsg.): Counter­stra­te­gies to the Anti­gypsy Gaze (=Anti­zi­ga­nis­mus­for­schung inter­dis­zip­li­när: Schrif­ten­rei­he der For­schungs­stel­le Anti­zi­ga­nis­mus, Bd. 5), Hei­del­berg 2024.

In der Schriftenreihe Antiziganismus inter­diszipli­när der For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus ist jüngst der von Rad­mila Mla­denova heraus­ge­ge­bene Sammel­band „Counter­stra­tegies to the Anti­gypsy Gaze“ er­schienen. Der Band befasst sich damit, wie sich Anti­ziganismus im Film be­gegnen lässt.

Ziel ist es, den Fokus weg von der Antiziganismus­kritik zu ver­lagern und die Diskussion über die künst­le­rischen Gegen­strate­gien zum Anti­ziganismus zu eröffnen, die die Not­wendigkeit inter­textueller, trans­kultureller und trans­medialer Ansätze bei der Analyse hervor­hebt. Die Beiträge stellen die Anwend­bar­keit der For­schungs­er­geb­nisse in den Vorder­grund und bieten eine breite Palette an Bei­spielen, die für Filme­macher und Fach­leute aus der Film­industrie nützlich sein könnten. Der Band doku­men­tiert die Fallstudien des inter­natio­nalen Work­shops „Artistic Alter­na­tives to the Antigypsy Gaze“, der 2021 in Heidel­berg stattfand.

Das Buch erscheint in hybrider Form, ist also sowohl als Soft­cover über den Buch­handel als auch kos­ten­los zum Download im Internet ver­fügbar.

(Text: Zentralrat)

Siehe auch:
Visuelle Dimensionen des Antiziganismus (2021)
The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film

Tagungsband „Antiziganismus und Film“
Von, mit oder über Sinti und Roma? Überlegungen zum The­men­feld Anti­zi­ga­nis­mus und Film

„Wir haben doch nichts getan …“

August 31st, 2024  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Der Völkermord an den Sinti und Roma. Spuren der NS-Zeit
Planet Schule/SWR, 23.4.2024

Jedes Jahr, am 2. August gedenken Sinti und Roma in Auschwitz ihrer ermor­deten An­gehöri­gen. Der Film zeichnet die wich­tigsten Stationen einiger Leidens­wege nach, fünf Über­lebende be­richten über ihr Schicksal: Hildegard Franz, deren Mann und drei Kinder in Auschwitz er­mordet wurden; Mano und Hugo Höllenreiner, die gerade mal zehn Jahre alt waren, als sie depor­tiert wurden und die in Auschwitz er­fahren mussten, welche Folgen die Ex­peri­mente des Lager­arztes Josef Mengele hatten; Lily van Angeren, die als Lager­schrei­berin die Namen aller Toten registrie­ren musste. Und Josef „Muscha“ Müller, der in einer Pflege­familie aufwuchs und nicht ahnte, dass seine leib­lichen Eltern Sinti waren. Er hat überlebt, weil seine Pflege­eltern ihn monate­lang in einer Garten­laube ver­steckt hielten und so dem Zu­griff der Behörden entzogen.

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Facts & Figures (526)

August 29th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater

Schon 1925, fast 40 Jahre vor seiner Autobio­gra­fie, the­ma­ti­sier­te Char­lie Chaplin seine „Gyp­sy“-Her­kunft in einem auto­ri­sier­ten In­ter­view mit dem Pub­li­zis­ten Kon­rad Bercovici.

(Quelle)

Snajka: Diary of Expectations (Trailer)

Mai 30th, 2024  |  Published in Film & Theater

Snajka: Dnevnik Očekivanja (ITA/KOS/HR 2023)
Dokumentarfilm von Tea Vidović Dalipi (alban., engl., kroat., 75 min.)

„I will never be snajka.“ – „Ich werde nie eine anständige Schwiegertochter sein.“ Auf dem Standes­amt steht dem frisch ver­liebten Paar das Glück ins Gesicht ge­schrieben, auch wenn hier bereits erste Heraus­for­derun­gen zu spüren sind. Die kroatische Sozio­login und Akti­vistin Tea por­trätiert zehn Jahre lang ihre Partner­schaft mit Mirad, Rom aus dem Kosovo. Sie sind moti­viert, sich in die Familie des anderen zu integrie­ren. Doch bei all den familiä­ren Erwartungen müssen sie sich selbst und als Paar immer wieder neu suchen und positio­nieren: Wie tolerant können sie sein? Wo stoßen sie an ihre Grenzen? Was sind eigent­lich ihre Ideale? Ein Film, der ganz nah dran ist und das Schwierige und das Schöne einer inter­kulturellen Ehe auf­zeigt.  (Dayela Valenzuela)

Die kroatische Debüt-Regisseurin Tea Vidović Dalipi ist Soziologin und Aktivis­tin im Bereich Migration. Seit 2013 besucht sie die Restart School of Documen­tary Film (Zagreb). Ihre Expertise zu Migration und kultu­rellen Identitäten mün­dete in der Produk­tion dieses Films.

(Text: DOK.fest München 2024)

Siehe auch:
Faith and Branko (Trailer), 21.10.2023

Weltspiegel Doku: Roma in der Slowakei

November 18th, 2023  |  Published in Film & Theater, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Weltspiegel Doku: Roma in der Slowakei – Gibt es einen Weg aus der Armut? (MDR)
Dokumentation (45 Min.)

Eine Problemdoku mehr, die übersieht, dass auch in der Slowakei ein großer Teil der Roma nicht in solchen Elends­sied­lungen lebt, dass es selbstbestimmte Roma gibt, die ein normales, erfolgreiches Leben führen, ganz ohne Pater­nalis­mus. Vor allem skizziert dieser Bericht die Lethargie der mar­ginali­sier­ten Roma als den eigent­lichen Kern des Problems – den er­drücken­den Rassismus der Mehrheits­gesell­schaft und der Politik hin­gegen, der über allem liegt (und der in der Sendung ja auch des Öfteren an­klingt), ent­lässt die Doku dann doch allzu leicht aus der Ver­ant­wortung. Das be­ginnt schon damit, wie der Beitrag anfangs die „Problem-Ro­ma“ und dann die überaus freund­lichen „norma­len“ Slowaken einführt. Eine Roma-TV-Doku nicht ohne Schief­lagen, aber sehens­wert. (dROMa)

Das Erste, Weltspiegel, 13.11.2023

Aus der ARD-Programmankündigung: Rund 500.000 Roma leben in der Slowakei – in Bezug auf die Bevöl­kerungs­größe eine der stärks­ten Roma-Min­der­hei­ten in Europa. Die Roma leben größten­teils in Ghettos und Slum­sied­lungen, in ärms­ten Ver­hält­nis­sen, mit nur weni­gen Ver­bindun­gen zum Rest der slo­waki­schen Be­völ­ke­rung. Seit Jahr­zehn­ten gibt es Bestre­bun­gen, die Roma gesell­schaft­lich zu in­tegrie­ren, sie aus ihrer Parallel­welt heraus­zu­holen. Die meis­ten Pro­jekte – viele halb­herzig initiiert – sind ge­scheitert. Teil­weise auch auf­grund man­gelnden In­teres­ses oder der Re­signa­tion vieler Roma. Read the rest of this entry »

Faith and Branko (Trailer)

Oktober 21st, 2023  |  Published in Film & Theater, Musik

Dokumentarfilm von Catherine Harte
Serbien/UK 2020, 82 Min., engl./serb.

Es beginnt wie eine klassische „Girl meets Boy“-Story: Faith, eine charis­ma­tische Akkordeon­spie­lerin aus Groß­britannien, reist nach Serbien, um sich dort mit fol­klo­risti­scher Roma-Musik ver­traut zu machen. Sie trifft den Geigen­spieler Branko, der ihr sofort ver­fallen ist. Schnell werden sie ein Ehepaar und grün­den eine Band. Doch mit dem Erfolg in der Musik schwin­det der in der Liebe. Eine turbu­lente Geschichte von Er­wartun­gen, Ent­täu­schun­gen und dem Traum vom Glück.

Beinahe beunruhigend locker fällt Faith in Brankos Leben ein. Das neue Land, die skep­tische Familie und die kulturel­len Unter­schiede scheinen ihr dabei nichts aus­zu­machen. Branko hin­gegen himmelt seine neue Frau an und wagt sich mutig vor in eine neue Welt. Als Duo sind sie ein großer Hit – sie reisen um die Welt und spielen im­mer größere Konzerte. Wäh­rend Faith sich wie ein Fisch im Wasser fühlt, wirkt Branko jedoch wie ein ent­wur­zelter Baum. Read the rest of this entry »

„Wankostättn“ eröffnet Duisburger Filmwoche

Oktober 18th, 2023  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview

"Wankostättn" (Filmstill: Karin Berger/Navigator-Film)Good News aus Deutschland: Am 6. No­vember eröffnet die 47. Duisburger Film­woche mit der Deutsch­land-Pre­mie­re von Wanko­stättn (AT 2023, 37 Min.) von Karin Berger.

[Anm. d. Red.: Ein ausführliches Interview mit der Filmemache­rin finden Sie in der ak­tuel­len Aus­gabe von dROMa.]

„Nichts ist da, was erinnern könnte. Wenn ich dann wieder weggehe, bin ich ganz leer“, sagt Karl Stojka, auf einer Straße im 11. Wiener Bezirk ste­hend. Im Gehen er­zählt Karl Stojka von diesem Ort, von seiner Kindheit auf der „Wanko­stättn“ in Wien, wo sich ein großer Wohn- und Lager­platz der Rom:nja und Sin­ti:zze befand. Nach dem An­schluss Öster­reichs an Nazi-Deutsch­land wurde der Platz zu­nächst ab­ge­grenzt, dann 1941 ge­räumt und die Be­woh­ner:in­nen de­portiert.

Karin Berger fügt für Wankostättn zwei Gespräche zusam­men, die sie bereits 1997 mit Karl Stojka führte. Zwi­schen der Filme­macherin und den Ge­schwistern Karl und Ceija Stojka be­stand eine enge Ver­bun­den­heit und lange Zu­sam­men­arbeit.

Während Stojka den veränderten Erinnerungsort durchwandert, wird die Diskrepanz zwi­schen der erzählten Erinnerung und der be­bauten Gegen­wart erfahr­bar. „Wanko­stättn zeigt in der rohen Form und Un­mittel­barkeit seines Materials die Kraft münd­licher Er­innerungs­kultur und das Potential des Doku­men­tari­schen. In einer Gegen­wart, in der die Auf­arbeitung der rassisti­schen Verbrechen an Rom:nja und Sin­ti:zze an­dauert, bewahrt Wanko­stättn nicht nur Zeugen­schaft, sondern macht sie lebendig. Ein Film über Erin­nerung und über die Arbeit an ihr. Read the rest of this entry »

Blueberry Spirits (2016)

Oktober 5th, 2023  |  Published in Film & Theater

Blueberry Spirits (Melleņu gari)
Dokumentarfilm von Astra Zoldnere (Lettland 2016, 12 Min., Lettisch/Romani)

„In lyrischen Bildern erzählt Blueberry Spirtits von einer Romafamilie, die ihre Sommer damit ver­bringt, in den Wäldern Lettlands Beeren zu pflücken und die Ernte zu ver­kaufen. Wäh­rend der Arbeit im Wald er­zählen die Familien­mit­glieder einander Geschichten: von magi­schen Orten und den Geistern ihrer ermor­deten Vor­fahren, die nicht zur Ruhe kommen.“ (Ethnocineca 2016)

Ein Inter­view (engl.) mit der Regis­seurin Astra Zoldnere von 2017 gibt es hier. Und einen kleinen Artikel über den Film finden Sie im US-Ma­gazin „TheAtlantic.com“, das den Kurzfilm unter neuem Titel auf Youtube zu­gäng­lich ge­macht hat. “Ghost stories help to maintain the commu­nity’s identity in the glo­balized world. Telling them brings to­gether different gene­rations“, wird Zoldnere darin zitiert. Und: “At first, I was sur­prised that the Roma live in a world where past, present, and future are so con­nected. Different times, places, and faces ent­wine to form a more circular exis­tence.“

Visuelle Dimensionen des Antiziganismus (2021)

Juni 22nd, 2023  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Buchcover: Visuelle Dimensionen des AntiziganismusFrank Reuter, Daniela Gress, Radmila Mladenova (Hrsg.): Visuelle Dimensionen des Anti­ziganis­mus. (= Anti­ziga­nis­mus­forschung inter­dis­zipli­när – Schriften­reihe der For­schungs­stelle Anti­ziga­nis­mus, Band 2), Heidel­berg Uni­versity Pub­lishing: Hei­del­berg 2021.

→Zum Download

Visuelle Medien spielen seit der Frühen Neuzeit eine Schlüssel­rolle für die Genese des Anti­ziganis­mus. Der inter­disziplinär an­gelegte Sammelband unter­sucht die zentralen Motive und Seman­tiken von „Zigeuner“-Bil­dern in unter­schied­lichen Re­präsen­tations­formen wie Literatur, bilden­der Kunst, Fotografie, Postkarten, Oper, Theater, Comic, Film oder Com­puter­spielen. Dabei werden ins­beson­dere Ver­bindungs­linien und Wech­sel­bezie­hungen in den Blick ge­nommen. Die Beiträge legen die in­haltlichen, zeitlichen, geo­grafi­schen und medien­spezi­fischen Aus­prä­gungen eines der wirk­mäch­tigs­ten Stereotype in der europäi­schen Kultur­geschichte frei. Bis heute haben anti­ziganis­tische Imaginatio­nen negativen Einfluss auf die Positio­nierung von Sinti und Roma in den euro­päischen Ge­sellschaften.

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„Mein zweites Haus“

Juni 10th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Mein zweites Haus (Filmstill)Dokumentarfilm von Bert Walser
(AT 2023, 81 Min.)

Premiere beim Internationalen Film­fes­ti­val Inns­bruck, 11. Juni 2023, 19 Uhr, Leo­kino

Armutsmigrant*innen aus der Slowakei und Ru­mä­nien pen­deln jeden Monat für drei Wochen nach Innsbruck, um Geld für ihre Fami­lien zu ver­­dienen. Denn in ihren Herkunftsländern sind sie als Rom*nja oft mit Dis­krimi­nie­rung und Rassismus kon­fron­tiert. Das Waldhüttl am Rand von Inns­bruck ist ihr zweites Zu­hause. Vor zehn Jahren war es noch ein bei­nahe ver­fallenes Wirt­schafts­ge­bäude, doch durch viel Engage­ment der Vinzenz­gemein­schaft und der Arbeits­kraft der Be­woh­ner*in­nen ent­stand ein flo­rieren­des Zentrum von sozialem Zu­sammen­halt, Ökologie, Spiri­tualität und kultu­rel­lem Aus­tausch.

(Text: IFFI, 2023)

Siehe auch: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (468)

Mai 23rd, 2023  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater

Die Plots von 7 frü­hen Fil­men des le­gen­dä­ren US-Re­gis­seurs D.W. Griffith ba­sier­en auf roma­feind­li­chen Mo­ti­ven (Kinder­raub; Blut­rache durch „Zi­geu­ner“).

(Quelle)

„Paraíso de Cristal“ (Trailer)

Mai 6th, 2023  |  Published in Film & Theater, Musik

Dokumentarfilm von Susanne Zellinger und Natalie Halla, Premiere: 2023

„Paraíso de Cristal“ ist ein Dokumentarfilm, der einen Einblick in ein Univer­sum er­öffnet, das vielen von uns un­be­kannt ist. Die Welt der Gitanos, der spani­schen Roma, die im Flamenco einen Platz ge­funden haben, der ihr Leben für immer ver­än­dert hat. Im süd­li­chen Andalusien, zwi­schen Sevilla und Jerez de la Fron­tera leben die fünf Pro­ta­go­nistIn­nen, deren Welt der Fla­menco ist und die über ein Zu­sammen­leben von Gitanos und Payos er­zählen, bei dem die Zu­ge­hörig­keit zu einer Rasse oder Ethnie keine Rolle spielt. (Susanne Zellinger)

Die Protagonisten:

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Trailer: Leaving to Remain (Povolení k pobytu)

April 30th, 2023  |  Published in Film & Theater

Dokumentarfilm von Mira Erdevički
SK/UK 2022, 91 min, →mehr hier

75 % des Films wurde von unseren Protagonisten gedreht. Als Covid zu­schlug, standen wir vor dem Dilemma, das Projekt komplett zu stoppen oder einen Plan zu ent­werfen, der es uns er­mögli­chen würde, weiter­zu­machen. Die Regis­seurin Mira Erdevicki hatte die Idee, die Pro­tagonis­ten Petr Torak, Denisa Gannon und Ondrej Olah mit iPhones und Go-Pro-Ka­me­ras aus­zu­statten und sie zu fragen, ob sie sich über einen Zeit­raum von 12 Monaten selbst filmen würden. Zu unserer Er­leich­terung re­agierten alle drei be­geistert auf diese Aussicht. Damit sind sie die erste britische Roma-Crew über­haupt!

75% of the film was shot by our protagonists. When Covid struck we faced a hard dilemma to stop the project comple­tely or design a plan which would allow us to con­tinue. The director Mira Erdevicki came up with an idea to equip the prota­gonists Petr Torak, Denisa Gannon and Ondrej Olah with iPhones and Go-Pro camera and asked them whether they would film them­selves over a period of 12 months. Read the rest of this entry »

ARTE: La Chana – Mein Leben, ein Tanz

April 15th, 2023  |  Published in Film & Theater, Musik

Dokumentarfilm von Lucija Stojevic (TV-Fassung)
Spanien 2019, 57 Min., ARTE: online bis 8.7.2023

La Chana – das ist der Bühnenname der katalanischen Tanz­legende Antonia Santiago Amador. Als Teen­ager bringt sie sich den Flamenco selbst bei. Von da an ist der kraft­volle Tanz ihr Über-Le­bens­elixier. Am Höhe­punkt ihrer Karriere ver­schwindet La Chana von der Bild­fläche, um Mitte der 80er wieder auf­zu­tauchen und erneute Erfolg zu feiern. Heute ist sie über 70 …

La Chana: Salvador Dalí gehörte zu ihren glühenden Ver­ehrern, Peter Sellers wollte sie nach Hollywood mit­nehmen. Die spanische Tän­zerin gehört zu den ganz Großen des Flamen­cos, bis heute. Sie tanzt mit dem Herzen, vor allem aber mit einem mit­reißen­den Gespür für Rhythmus. Auch jetzt noch, mit über 70 Jahren. Als junge Frau bringt sie sich den Tanz selbst bei und kann nicht mehr damit auf­hören. „Der Tanz war das Licht, in dem ich mich leben­dig fühlte“, sagt sie. Antonia Santiago Amador, wie sie mit bür­gerli­chem Namen heißt, be­geistert in den 60er und 70er Jahren mit ihrem einzig­artigen Tanzstil das inter­natio­nale Publikum. Peter Sellers bat sie im Film „Bobo ist der Größte“ (1967) auf­zu­treten. Dann musste sie gegen ihren Willen die Bühne ver­lassen. Doch Mitte der 80er tanzt sie sich zu neuen Erfolgen. 30 Jahre später plant sie ihr zweites Comeback und die junge Regis­seurin Lucija Stojevic be­gleitet sie dabei. Read the rest of this entry »

Leaving to Remain (Povolení k pobytu)

April 6th, 2023  |  Published in Film & Theater

Plakat "Leaving to remain"Dokumentarfilm von Mira Erdevički
(SK/UK 2022, 91 min)

Vor dem Hintergrund der härteren Ein­wan­de­rungs­politik der britischen Regierung eine herz­er­wärmende, positive Ges­chichte über drei Roma-Ein­wan­derer. In den letzten 15 Jahren haben Denisa, Petr und Ondrej nicht nur ein neues Leben für sich und ihre Fami­lien in Peterborough und Leicester auf­gebaut, son­dern zugleich auch neue Mög­lich­keiten für andere ge­schaffen. Denisa, eine viel­beschäftigte Mutter, die hier ihre juristische Aus­bildung absol­vierte und eine Stelle in einem An­walts­zentrum fand, Petr, der Polizei­beamter wurde und für seine Commu­ni­ty-Arbeit einen MBE erhielt, und Ondrej, des­sen Sohn trotz seiner anfangs fehlen­den Englisch­kennt­nisse in einer Akademie­schule auf­blühte und einen Ab­schluss mit Aus­zeich­nung erlangte.

In the context of the UK’s hardening government policy towards immigration, a heart­warming, positive story about three Roma immigrants. Over the last 15 years, Denisa, Petr and Ondrej have not only made new lives for them­selves and their families in Peter­borough and Leicester but are also creating new opportu­nities for others. Denisa, a busy mother who comple­ted her training in law here and found work in a law centre, Petr who became a police officer and won an MBE for his community work, and Ondrej, whose son has flourished in an Academy school despite his initial lack of English, and has gone on to achieve an honours degree.

(Borderlines Film Festival)

Diagonale: Wankostättn (Regie: Karin Berger)

März 22nd, 2023  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

"Wankostättn" (Filmstill: Karin Berger/Navigator-Film)Dokumentarfilm von Karin Berger
Österreich 2023, 37 min

Einige während der Dreharbeiten zum Film Ceija Stojka (1999) ent­stan­dene Auf­nahmen zeigen Karl Stojka, der be­wegend vom Leben der Rom*nja im natio­nal­sozialis­ti­schen Wien und in der Wanko­stättn-Sied­lung berichtet. In einer Gegen­wart, in der die letzten Zeit­zeug*in­nen sterben, stemmt sich Karin Berger gegen das dro­hende Schweigen und zeigt eine es­senziel­le Funk­tion des Kinos auf.

Es ist bedenklich, dass die Jahrzehnte, in denen wir von Zeitzeug*innen über die Verbrechen des National­sozialismus lernen konnten, weder zu einer völligen Auf­arbeitung führten noch rassisti­sches Gedanken­gut aus unserem Alltag ver­drängten. Nun nämlich sterben die letzten Zeit­zeug*innen, weshalb gerade dem Kino eine essen­zielle Rolle zufällt. Karin Berger, die sich in ihrem Schaffen viel­fältig in das weit­gehend ver­schwie­gene Schicksal der Sinti*z­ze und Rom*nja wäh­rend der Zeit des National­sozialis­mus ein­ge­arbeitet hat, leistet mit Wankostättn einen weite­ren wichtigen Beitrag, der dem dro­henden Schweigen mit aller Kraft ent­gegen­tritt. Das Film­dokument besteht aus Aufnahmen, die sie 1997 im Rahmen ihres Drehs zu Ceija Stojka (1999) mit Karl Stojka, dem Bruder ihrer dama­ligen Pro­ta­gonis­tin, in Wien drehte. Spa­zierend re­konstru­iert Stojka die Lovara-Sied­lung Wankostättn und erzählt mit­reißend aus einem Leben, von dem man ohne seine Worte nie er­fahren hätte. (ph)

Diagonale 2023, Kurzdokumentarfilm/Programm 3:
Do., 23.3., 10:30 Uhr, Schubertkino 2 [Tickets]
Sa., 25.3.
17:30 Uhr, KIZ Royal 2 [Keine Karten verfügbar]

(Text: Katalog, Diagonale 2023)

Facts & Figures (462)

Februar 28th, 2023  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater

Der „Begründer“ des Erzählki­nos, D.W. Griffith, be­gann sei­ne Kar­rie­re 1908 mit einer roma­feind­li­chen Kin­der­raub-Ge­schich­te: The Ad­ven­tures of Dol­lie.

(Quelle)

The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film

Februar 21st, 2023  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

White Mask (Buchcover)Radmila Mladenova: The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film (=Anti­ziganis­mus­for­schung inter­dis­zipli­när – Schriften­reihe der For­schungs­stelle Anti­ziga­nis­mus, Band 3), Heidel­berg University Publishing, Heidel­berg 2022. [CC BY-SA 4.0]

→Download (pdf)

Die Studie widmet sich einem in der Filmwissenschaft bis­lang ver­nach­lässig­ten Thema: dem ‚Zigeu­ner‘-Phan­tasma auf der Kino­leinwand. Sie ver­bindet die Re­konstruk­tion der Ge­schichte der ‚Zigeu­ner‘-Dar­stel­lun­gen im Film seit den An­fängen des Mediums mit einer sys­te­mati­schen film­theo­re­tischen Ver­ortung ihrer ästhe­tischen und gesell­schaft­li­chen Funktion. Auf der Grund­lage von über 150 Werken aus dem euro­päischen und US-ame­ri­kani­schen Kino wird auf­ge­zeigt, dass den ,Zigeuner‘-Spiel­film­produk­tio­nen un­ab­hängig von Ort und Zeit ihrer Ent­stehung das Grund­gerüst einer ,ethno-ras­si­schen‘ Mas­kerade ge­mein­sam ist. Read the rest of this entry »