Radio Kaktus: Neue „Mauthausen-Guides“

November 28th, 2009  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
27.11.2009, 20:00 & 28.11., 20:30 & 30.11., 11:30 Uhr

B. Prammer mit den  neuen Mauthausen-Guides 2009 (Foto: MKÖ)Mauthausen: Neue Guides zur Sensibilisierung von Jugendlichen

Nach den Ereignissen im Frühjahr in Ebensee – mehrere Jugendliche hatten Besucher der Gedenkfeier im ehemaligen KZ-Nebenlager attackiert – hat das „Mauthausen Komitee Österreich“ (MKÖ) eine Initiative für mehr von ExpertInnen begleitete Besuche von SchülerInnen und Jugendliche gestartet. In den vergangenen Monaten wurden dreißig Personen – Studierende, BetriebsrätInnen, JugendarbeiterInnen – zu neuen „Mauthausen-Guides“ ausgebildet und zertifiziert. Auch Gitta Martl und ihre Tochter Nicole Sevik vom Verein Ketani haben die Ausbildung absolviert. Gitta Martl zeigte sich im Interview bewegt. „Diese Ausbildung geht unter die Haut, man sollte sich gut überlegen, ob man bereit ist für so eine Herausforderung.“

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, die sich für die Sensibilisierung von Jugendlichen zum Thema Nationalsozialismus seit Jahren engagiert, überreichte den neuen Mauthausen-Guides ihr Ausbildungszertifikat im Rahmen eines Festaktes in Wien. Damit können jährlich rund 300 zusätzliche Begleitungen für 7.500 Jugendliche stattfinden. Die Hälfte der Guides sind Frauen, ein Fünftel haben einen Migrationshintergrund. Die neuen Mauthausen-Guides können von Schulen, Betrieben und Privatpersonen ab sofort beim Mauthausen Komitee Österreich gebucht werden.

„Bewusste junge Generation“

„Die junge Generation der Roma im Burgenland ist sich mittlerweile ihrer Kultur sehr bewusst“, resümiert Susanne Baranyai bei der gestrigen 20-Jahr-Feier des Vereins Roma Oberwart. Lange Zeit wurde die Volksgruppe der Roma ausgegrenzt und diskriminiert. 1989 taten sich einige engagierte Mitglieder zusammen und gründeten den Verein „Roma Oberwart – Zur Förderung von Roma“. Damit war der Grundstein für die erste – und bis heute eine der wichtigsten – Interessensvertretungen der Volksgruppe gelegt.

Susanne Baranyai sieht heute die Früchte aus zwanzig Jahren Arbeit. „Die Integrationsarbeit des Vereins war sehr wichtig. Der Zugang der Roma zu den Nicht-Roma ist besser geworden und auch die junge Generation der Roma im Burgenland ist sich ihrer Kultur sehr bewusst“, resümiert Baranyai im Gespräch mit Gilda Horvath für „Radio Kaktus“. Im Burgenland hat sich der Verein in der außerschulischen Lernbetreuung für Roma-Kinder besonders engagiert, mit Erfolg, wie Susanne Baranyai, Gründungsmitglied des Roma-Vereins, erzählt.

Gilda Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

Comments are closed.