„Ich fühlte mich komplett fremdbestimmt“

März 11th, 2018  |  Published in Interview, Rassismus & Menschenrechte

Gianni Jovanovic (Foto: via Buzzfeed)„Es ist das Wichtigste, das ich in meinem Leben getan habe“, sagt Gianni Jovanovic über sein Coming-out. Auf­ge­wach­sen in einer tra­di­tio­nel­len Roma-Fa­mi­lie, zwangs­ver­hei­ra­tet und mit 18 zwei­fa­cher Vater, kämpft Jova­novic heute mit der Initia­tive „Queer Roma“ ge­gen Homo­pho­bie und Ras­sis­mus.

Gianni Jovanovics Eltern sind traditionelle Roma und ka­men als Gast­arbei­ter nach Deutschland. Er war da­mals sie­ben Jahre alt und erin­nert sich, wie die Fami­lie zu­nächst sehr herz­lich auf­ge­nom­men wur­de, sich dann aber das Blatt auf er­schre­ckende Weise wen­dete. Schließ­lich traf ihn so­gar ein Stein und auf das Haus der Fa­milie wurde ein Molotow­cock­tail ge­wor­fen. Es habe aber auch Men­schen ge­ge­ben, die ihm sehr ge­hol­fen hät­ten.

Als Teenager wurde er zwangsverheiratet und war mit 18 Jah­ren bereits Vater zweier Kinder. Mit Mitte 20 merk­te er, dass irgend­etwas nicht stimm­te: „Ich fühlte mich komplett fremd­be­stimmt.“ Schließ­lich of­fen­barte er den Eltern seine Homo­sexualität. Für sie brach eine Welt zu­sam­men. Doch Gianni Jova­novic be­reute seinen fol­gen­rei­chen Schritt nicht. Nach Jah­ren des quä­lenden Doppel­lebens fühlte er sich befreit und kämpft heute mit seiner Kölner Initia­tive „Queer Roma“ gegen Homo­phobie und Rassis­mus. Die Roma-Com­mu­nity hat ge­lernt, ihn zu ak­zep­tie­ren, zu seinen Kin­dern und Enkeln hat er eine liebe­volle Be­zie­hung, und seit kur­zem ist er auch wieder ver­hei­ra­tet: mit dem Mann sei­nes Lebens.

Lesen bzw. hören Sie bitte den hier nur aus­zugs­weise wieder­gege­be­nen Bei­trag in vol­ler Län­ge auf deutschlandfunkkultur.de.

Siehe auch:
Initiative „Queer Roma“: „Roma und schwul, geht das überhaupt?“
Gianni Jovanovic ist Roma und schwul


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