5.007 kamen nach Łódź/Litzmannstadt

Oktober 31st, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
26.10.2015 | (on demand)

"Zigeunerghetto" (Foto: www.sintiundroma.de)Seit Jahrhunderten waren die Roma und Sinti Ver­fol­gung und Diskri­mi­nie­rung aus­ge­setzt. Den Höhe­punkt der Ver­fol­gung bil­dete die NS-Zeit, als ca. 90 Prozent der in Öster­reich leben­den Roma und Sinti er­mor­det wur­den. Bereits 1938 wur­den 232 Roma als „Asoziale“ kate­go­ri­siert in Kon­zentra­tions­lager ein­gewie­sen. Ein Jahr spä­ter ordne­te das Reichs­kriminal­poli­zei­amt die Ein­wei­sung von 3.000 arbeits­fähi­gen burgen­län­di­schen Roma in KZs an.

Gerhard Baumgartner, österreichi­scher His­to­ri­ker und seit Mai 2014 wis­sen­schaft­li­cher Leiter des DÖW, gibt bei den 35. Schlaininger Gesprächen Ein­blick in die Schick­sale der Roma und Sinti. Er spricht darü­ber, wie am 17. Okto­ber 1939 Himmler be­fahl, dass sämt­liche Roma und Sinti ihren Auf­ent­halts­ort nicht verlassen durf­ten (sog. „Fest­setzungs­erlass“), und darüber, dass die festgehaltenen Roma und Sinti fortan von den Ge­mein­den ver­sorgt wer­den muss­ten, die schließ­lich ihre „Ab­schaf­fung“ ver­lang­ten. Das Reichs­sicher­heits­haupt­amt empfahl darauf­hin die Ein­rich­tung von „Zigeuner­lagern“.

Das „Zigeunerlager“ Łódź/Litzmannstadt

Von den 5.007 im November 1941 ins Zigeuner­lager in Łódź/Litz­mann­stadt depor­tier­ten Roma und Sinti (siehe Infotext) star­ben 613 Per­so­nen bereits in den ersten Wochen nach der An­kunft an einer Fleck­fieber­epi­demie. Alle noch leben­den Roma und Sinti wur­den im Jänner 1942 ins Ver­nich­tungs­lager Chełmno/Kulmhof über­stellt und dort auf un­mensch­liche Art ihres Lebens beraubt. Niemand über­lebte. Mehr darüber in der Sen­dung „Roma sam“ auf Radio Bur­gen­land.

(volksgruppen.orf.at)

Comments are closed.