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Ungarisches Filmfestival streicht Roma-Filme

August 7th, 2014  |  Published in Film & Theater, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Filmfestival in Miskolc (Foto:Auf dem internationalen Film­festi­val CineFest in Miskolc, mitt­ler­weile Ungarns wich­tigs­tem Filmfestival, das die­ses Jahr vor den Kom­mu­nal­wahlen statt­findet, dürfen „zur Ver­mei­dung poli­ti­scher Konflik­te und aus Sicher­heits­grün­den“ keine Filme mit dem Thema Roma in Ungarn ge­zeigt wer­den.

Pusztaranger: In Miskolc wird derzeit ein Roma­viertel mit 800 Bewoh­nern ge­räumt, weil es dem Stadionbau im Weg ist, und die Bürger­meis­ter­kan­dida­ten von Fidesz, Jobbik und „Linken“ für die Kom­munal­wahlen im Okto­ber profi­lie­ren sich alle­samt durch Romafeindlichkeit. Der für die Roma­integra­tion zuständige Minis­ter für Human­res­sourcen Zoltán Balog hatte anläss­lich des Roma-Holocaust-Ge­denk­tages am 2.8. erklärt, aus Ungarn habe es keine Depor­ta­tio­nen von Roma in die Ver­nich­tungs­lager der Nazis gegeben, s. Post. Das ist der Kontext der fol­gen­den Meldung:

Auf dem internationalen Filmfestival CineFest in Miskolc, mittlerweile Ungarns wichtigstem Filmfestival, das dieses Jahr vor den Kommunalwahlen stattfindet (Festival: 12. bis 21. September, Kommunalwahlen am 12. Oktober), dürfen „zur Vermeidung politischer Konflikte und aus Sicherheitsgründen keine Filme mit dem Thema Roma in Ungarn gezeigt werden“, so die Festivalleitung laut einer Erklärung der Dokumentarfilmgruppe DunaDock. Ihr Dokumentarfilmforum DunaDock MasterClass sollte seit 2013 das Festivalprogramm als ständige Einrichtung ergänzen: Es wurden schwerpunktmäßig ungarische Dokumentarfilme der letzten Jahre gezeigt und diskutiert und ungarische Dokumentarfilmer mit den internationalen Gästen vernetzt (Quelle).

Nicht jedoch in diesem Jahr. In einer Erklärung des DunaDOCK-Teams auf seiner Facebookseite auf Ungarisch und Englisch heißt es:

Zu unser größten Überraschung hat sich herausgestellt, dass das CineFest unserem Programm dieses Jahr nur dann Raum geben kann, wenn darin – im Gegensatz zu unseren Plänen – keine Filme mit dem Thema Roma in Ungarn vorkommen, oder wenn doch, dass Titel, Inhalt und Macher des betreffenden Films nicht im offiziellen Festivalprogramm und keinem weiteren öffentlichen Forum aufgeführt werden. Auch in diesem Jahr haben wir nach fachlichen Kriterien international anerkannte ausländische und ungarische Dokumentarfilme für unsere MasterClass ausgewählt. Von den ungarischen Filmen hatten wir einen Klassiker – Cséplő Gyuri von Pál Schiffer (1978), sowie einen auf internationalen Filmfestivals gezeigten neuen Dokumentarfilm ausgewählt. Beide in der Tat zum Roma-Thema.

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