Slowenien: Vorbildregion Prekmurje
Oktober 5th, 2011 | Published in Medien & Presse
Die Region Prekmurje gilt als positives Beispiel für die slowenische Minderheitenpolitik. Hier leben selbstbewusste Roma neben rückwärtsgewandten Ungarn.
Holger Marcks, Jungle World 38/2011: Slowenien ist klein. Gerade einmal 250 Kilometer misst die breiteste Ausdehnung des Landes. Eine Fahrt in seinen nordöstlichen Zipfel mutet dennoch an wie eine Reise ans Ende der Welt. (…) Und dennoch ist die wirtschaftlich rückständige Prekmurje, die hinter dem Fluss Mur beginnt, eine reizvolle Region. Noch vor 70 Jahren wohnten hier Slowenen, Ungarn, Roma, Juden und Deutsche, bevor der Zweite Weltkrieg das Zusammenleben beendete.
Inmitten von Murska Sobota, dem Hauptstädtchen der Prekmurje, findet sich in einem modernen Bau die wichtigste Einrichtung der Roma-Gemeinde. Sie betreibt hier nicht nur einen Radiosender und gibt eine Zeitung heraus, hier befinden sich auch das Büro der lokalen Roma-Union und die Zentrale ihres Bundesverbands, von deren 23 Mitgliedsvereinen zehn aus der Prekmurje kommen. Außerdem betreibt die Gemeinde ein eigenes Museum und stellt seit über 15 Jahren eine eigene Vertretung in der Kommunalbehörde.
Der soziale Status der Roma ist vergleichsweise gut. »Die Jugendlichen machen hier fast alle ihren Schulabschluss«, sagt Janja Roser von der Union. Viele Roma seien immerhin erwerbstätig, wenn auch häufig nur als Saisonarbeiter. Außerdem seien viele Roma-Siedlungen in der Region mittlerweile legalisiert worden und würden mit Wasser und Elektrizität versorgt. Besonders stolz ist man auf die autonome Roma-Siedlung Puščca, die gerade ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Read the rest of this entry »