Präzedenzfall gegen Schulghettos in Ungarn

Juni 6th, 2010  |  Published in Jugend & Bildung, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Romaschüler (Foto: Pester Lloyd)Pester Lloyd:  Das Oberste Gericht in Ungarn hat eine Kommune zu einer Geldstrafe und Wiedergutmachung verurteilt, weil sie Roma diskriminiert hat. Hintergrund ist ein Fall, wo fünf Schüler, angeblich wegen Platzmangels, von der einer öffentlichen Schule abgelehnt und in eine spezielle Romaschule gesteckt wurden. Diese Art der Ausgrenzung an Schulen ist in Ungarn seit Jahren gängig und wurde bisher nie strafrechtlich aufgearbeitet. Auch die Gründung von Privatschulstiftungen durch Lehrer und Eltern ist seit längerem ein beliebtes Modell, um über „Aufnahmeprüfungen“ Romakinder von den Klassen der „weißen“ Ungarn fernzuhalten.

Die fünf betroffenen Schüler stammen aus einem Ortsteil von Miskolc im Nordosten, wo der Romaanteil an der Bevölkerung am höchsten ist. Im Schuljahr 2004/05 wurde von der Schulbehörde ihr Antrag auf Einschulung in eine „bessere“ Schule abgelehnt, obwohl alle über die fachlichen Qualifikationen verfügten. (…) Im Zusammenhang mit der Urteilverkündung sprach eine Zivilorganisation davon, dass in Ungarn noch rund 170 solche „Zigeunerschulen“ bestehen und rund 200.000 Schüler, fast alles Roma, von dieser Ausgrenzung betroffen sind. (…)

Lesen Sie bitten den hier nur gekürzt wiedergegebenen Artikel im Pester Lloyd.
Weitere Informationen zum Thema schulische Segregation finden Sie in folgenden dROMa-Blog-Beiträgen (Auswahl):

NGO klagt ungarischen Bildungsminister
Ausgrenzung als Bildungsstrategie

Roma-Kinder erleben Diskriminierung

Tschechien: In getrennte Schulen abgeschoben

Schulische Segregation in Tschechien

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