Maskierter Mob: Neuerlicher Vorfall in Bayern

Mai 20th, 2026  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Antiziganismus und Naziparolen: ein weiterer Vorfall in Bayern, diesmal im Landkreis Regensburg / Symbolbild (Foto: Flickr/Medien AG/Anarchist. Gruppe Freiburg, CC BY-NC-SA 2.0)Nur einen Tag, nachdem in München ein ver­mummter Trupp mit Eisen­stangen und Messern in eine Arbeiter­unter­kunft ein­drang und drei Männer aus Bulgarien teils schwer verletzte (wobei anti­ziga­nis­ti­sche Äuße­rungen fielen), gab es in Deutschland den nächs­ten Vorfall. Wieder han­delt es sich um einen anti­ziganis­tischen An­griff, wie­der war es ein maskierter Mob, und wieder ereignete sich der Vorfall in Bayern, dies­mal in Schierling im Land­kreis Regensburg. Es wurden rechts­extreme Parolen gerufen, in der Absicht, die auf einem Feld cam­pierende Gruppe von Fahrenden ein­zu­schüchtern und zu ver­treiben. Zu tätli­chen Angriffen kam es jedoch nicht.

Gestern infor­mierte das Polizei­prä­sidium Oberpfalz über den Vorfall. In ihrer Aus­sendung findet die Polizei durch­aus klare Worte, bedient sich dabei aber selbst einer prob­lema­tischen, histo­risch belas­teten Sprache. Der Begriff „Landfahrer“ wurde eigent­lich „auf­grund seiner dis­kriminie­renden Geschichte in den 1980er Jahren formal aus der internen Polizei­kom­mu­ni­kation gestri­chen“ [M. End (2019), Anti­ziganis­mus und Polizei, S. 53]. Wir geben die Polizei­mit­teilung vom 19. Mai 2026 im Folgenden un­ge­kürzt wieder:

Landfahrer durch Gruppe von Jugendlichen mit rech­ten Paro­len an­ge­feindet

SCHIERLING, LKR. REGENSBURG. Am Sonntag wurden Lan­dfahrer ver­schie­dener Natio­nali­täten von meh­reren Jugend­lichen mit rechten Parolen an­ge­feindet. Die Kriminal­polizei­inspek­tion Regensburg er­mittelt wegen Volks­ver­hetzung. Noch in der Nacht konnten durch Beamte der Polizei­inspek­tion Neutraubling meh­rere Tat­ver­dächtige iden­tifi­ziert werden.

Am Samstag, 16.05.2026, kurz vor Mitternacht, befan­den sich meh­rere so­genannte Land­fahrer auf einem Feld in der Obermühl­straße in Schierling. Eine Gruppe von Jugend­lichen im Alter zwi­schen 16 und 20 Jahren sprach die Landfahrer an und wollte diese ver­treiben. Dabei sollen auch Sturm­masken ge­tragen worden sein. Im An­schluss wurde die rechte Parole „Deutschland den Deutschen“ ge­rufen. Dann ent­fernten sich die Jugend­lichen von der Örtlich­keit. Zu einer tätli­chen Aus­einan­der­setzung kam es nicht.

Die Landfahrer informierten daraufhin die Polizei, welche sofort unter Feder­führung der Polizei­inspek­tion Neutraubling um­fangreiche Fahndungs­maß­nahmen startete. Durch die genaue Be­schrei­bung der Fahrzeuge der Jugend­lichen konnte im Umfeld des Tatortes ein Teil der Tat­ver­dächtigen auf­ge­griffen und vorläufig fest­ge­nommen werden. Im Verlauf des Sonntags wurden um­fassende Ver­nehmun­gen und Zeugen­befra­gungen durchge­führt. Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg führten eine um­fassende Ge­fähr­der­an­spra­che mit einem mut­maß­lichen Tat­ver­dächtigen, einem 16-jährigen Deutschen, durch. Den von der nächtli­chen Aktion betrof­fenen Personen unter­breitete die Polizei ein proaktives Beratungs­angebot im Hinblick auf Hass­krimi­nalität.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz stellt klar: Rechts­extreme Parolen, men­schen­ver­achtende Ein­stellungen ­und jegliche Form von Hass­kriminal­ität werden nicht toleriert. Ent­spre­chende Vorfälle werden kon­sequent verfolgt und straf­rechtlich gea­hndet. Die Polizei tritt solchen Ent­wicklun­gen ent­schieden ent­gegen und setzt sich aktiv für den Schutz aller Menschen sowie ein respekt­volles und fried­liches Mit­einander in der Gesell­schaft ein.

(Text: dROMa-Red.)

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