„Es könnte jederzeit wieder passieren“
Februar 7th, 2010 | Published in Geschichte & Gedenken, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen | 1 Comment
Radio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
5.3.2010, 20:00 & 6.2., 20:30 & 8.2., 11:30 Uhr (on demand/mp3)
„Es könnte jederzeit wieder passieren, heute vielleicht sogar noch eher als damals“, findet Rudolf Sarközi, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates, 15 Jahre nach dem tödlichen Bombenanschlag in Oberwart klare Worte in der Sendung „Radio Kaktus“.
In der Nacht zum 5. Februar 1995 explodierte am Rande der Roma-Siedlung eine Sprengfalle und tötete Josef Simon (40), Peter Sarközi (27) sowie Karl (22) und Erwin Horvath (18) . Das rassistische Verbrechen gilt als der folgenschwerste politische Anschlag der Zweiten Republik. Die vier Roma wollten eine Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ entfernen. Hinter der Konstruktion verbarg sich jedoch eine tödliche Sprengfalle, für die der inzwischen verstorbene Bombenbauer Franz Fuchs 1999 als deren Urheber verurteilt wurde.
Zur offiziellen Gedenkveranstaltung am Ort des Attentates kamen vergangenen Donnerstag rund 200 Menschen. Angehörige der vier Ermordeten, Vertreter von Roma-Organisationen, Bürger sowie Repräsentanten der Gemeinde und des offiziellen Österreich nahmen teil. Johann Baranyai, Obmannstellvertreter des Vereins Roma Oberwart, verlas die Botschaft von Bundespräsident Heinz Fischer, in der betont wurde, dass Menschenrechte für alle Menschen die gleiche Gültigkeit haben. Bundesminister Norbert Darabos sprach in Vertretung von Bundeskanzler Werner Faymann: „Wir müssen uns auch heute mit den Ursachen von Hass und Rassismus auseinandersetzen.“, so Darabos in seiner Rede. In weiteren Ansprachen am Mahnmal von Bürgermeister Gerhard Pongracz sowie Landesrätin Michaela Resetar wurde hervorgehoben, dass gerade das Burgenland ein Ort kultureller Vielfalt sei. Rudolf Sarközi versprach: „Wir werden die Ermordeten niemals vergessen.“ Er erinnerte jedoch auch daran, dass es Stunden dauerte, bis der Anschlag von den offiziellen Stellen überhaupt als solcher behandelt wurde.
Superintendent Manfred Koch und Diözesanbischof Paul Iby sprachen in ihren Gedenkreden und Gebeten noch zusätzlich ein heikles Thema an. Es gebe auch noch heute viele burgenländische Gemeinden, in denen einst Roma oder Juden vertrieben wurden, in denen aber noch immer Gedenktafeln fehlen. Sie betonten, dass dies im kommenden Jahr auch weiterhin einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit sein werde. (volksgruppen.orf.at)
Februar 8th, 2010 at 14:52 (#)
[...] This post was mentioned on Twitter by Roma-Service, Rosa Antifa Wien. Rosa Antifa Wien said: RT @dROMaBlog: „Es könnte jederzeit wieder passieren“ Radijo Kaktus über die Gedenkfeier zum 15. Jahrestags d. Morde v. Oberwart. http://bit.ly/cHnRGH [...]